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Autor: Stevie Huppenbauer | 04.02.2017 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Tasting - Das Fazit

Das erste Weintasting ist Geschichte und eine interessante dazu!
Dass ich mit Zweigelt und Spätburgunder begonnen habe ist dem Umstand geschuldet, dass ich es leid bin erklären zu müssen, dass es an Saale-Unstrut gute Rotweine gibt.
Um es vorweg zu nehmen, es gibt welche, allerdings und das ist die Einschränkung, nicht viele. Die guten Weine konzentrieren sich bei den üblich Verdächtigen und die, sagen wir es mal lieb, nicht so guten auch. Das Dumme daran ist, die nicht so guten sind auf Grund ihrer Menge in der Wahrnehmung der Republik durch die Vertriebswege der Winzervereinigung im Lebensmittel-einzelhandel (LEH) zu finden. Das prägt das Urteil.

Zur Veranstaltung: Dafür dass es so etwas noch nicht gab, war das Interesse recht groß. In einer Region mit „breiten Hintern“ – sinnbildlich, vom sitzen auf dem eigenen Sofa verursacht und der Freude auf große Massenveranstaltungen, die nicht für klaustrophobische Menschen gedacht sind, habe ich mich in aller Bescheidenheit über die Resonanz gefreut. Vertreten war ein breit gefächertes Publikum vom überraschten Laien bis hin zu vinophilen Giganten. Was herauskam war ein Bild, das ich wie folgt beschreiben möchte:
 
Blauer Zweigelt  
 
Neun Weine von Saale-Unstrut, ein Wein aus Württemberg, sechs Weine aus Österreich waren am Start. Es wurde deutlich, dass der von Karl Haidle vorgelegte Zweigelt aus Württemberg eine Sonderstellung besitzt. Nicht umsonst wurde der Wein mit dem deutschen Rotweinpreis geehrt.
Ich bezeichne den Haidle mal für Blauen Zweigelt als das Ziel eines jeden, der mit dieser Rebe  arbeitet. Anwesende gestandene Winzer sahen das auch so. Dann zwei  Weine bei denen die Meinungen ebenfalls fast einhellig waren:
Gussek 2013, Breitengrad 51 und Hey 2013, Breitengrad 51. In der Diskussion dann die Weine von Kloster Pforta BG 51, Born, Zahn, Kracher (ÖST), Topf (ÖST) und Glatzer (ÖST) mit jeweils gleichem Jahrgang 2013 und 24 Monate Barriqueausbau. Das Pendel schlug sehr breit aus, jeder Wein hat seine Berechtigung, so die Meinungen, es war halt Geschmackssache. Bei den jüngeren Jahrgängen 2014 und 2015 auch eine deutlich Sprache, viel rundes, kein Ausfall. Weine die Spaß machen und jung am besten sind von Hillinger(ÖST) 2015, Domäne Wachau (ÖST), Zahn 2015, Pawis 2015, Böhme&Töchter 2015.
Dann folgten Bründelmayer (ÖST) 2014 und die Freyburger Winzervereinigung mit einem 2015er aus Weimar. Den letzten beiden merkte man an, dass es viel Wein werden sollte. Die letzten beiden sind, um mit dem seeligen Opa Born zu sprechen, so genannte Klingelweine. Man stellt sie auf den Tisch, wenn es klingelt und man nicht weiß wer vor der Tür steht. Die guten Weine trinkt man allein.
 
Spätburgunder
Auf dem Tisch standen zwanzig Weine die zum Teil auf einem Niveau waren, dass man so in dieser Vielfalt vermutlich nur ein oder zweimal im Leben geboten bekommt. Es zeigte sich, wie differenziert diese Rebe ist,  wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Die Meinungen waren auf der einen Seite einhellig, auf der anderen sehr kontrovers. Einhellig, dass es derzeit nur einen Saale-Unstrut-Erzeuger beim Spätburgunder gibt, der Anschluss hat und durchaus mithalten kann. Dies betrifft Andre Gussek. Weiterhin einhellig in Punkto Saale-Unstrut-Wein die Meinung zum Spätburgunder der Winzervereinigung:
Dieser Wein, eine Spätlese vom Höhnstedter Kelterberg 2015 bestätigt alle Vorurteile die es gegen Rotweine von Saale-Unstrut gibt. Es gab sogar empörte Meinungen von Weintrinkern, die der Winzervereinigung durchaus wohlgesonnen sind und den Geschäftsführer anrufen wollten.  Ich habe diesen Wein abgehakt und in die Rubrik, Weine die die Welt nicht braucht abgelegt. Das eigentlich bedauerliche daran, der Erzeuger bewirbt diesen Wein als Premiumsegment auf der Web Seite. Wer den Wein probierte, hatte dazu jede Menge Fragen. Wie es zu so einem Ausfall kommt, ist für mich vollkommen klar. Es liegt in dem Prinzip der Vergütung in der Winzervereinigung, bezahlt wird nicht nach Qualität sonder nach Quantität des Lesegutes. Und spätestens hier wird der Interessenkonflikt deutlich, der größte Traubenproduzent bestimmt personell auch die Genossenschaft. Da sind die Kellermeister machtlos.
 
Nun zu den Kontroversen. Hier reichte es von na ja, bis das Beste was ich je getrunken habe. Es betraf fast jeden Wein aus dem Gastsegment. Am meisten polarisierte Louis Jadot aus dem Burgund mit dem Côte de Nuits Villages AOC, einem Ortswein. Die meisten positiven Kritiken ernteten die beiden Spätburgunder Ikonen Friedrich Becker (PFALZ) und Jean  Stodden (AHR). Es schloss sich der Spätburgunder vom Assmanshäuser Höllenberg von Kloster Eberbach und Dreissigacker (Rheinhessen) mit seinem „Wunderwerk“ an.
In der Diskussion mit weit auseinander gehenden Meinungen zwei Pfälzer (Rings und Koch - deutscher Rotweinpreis Spätburgunder) sowie Klumpp (Baden) und die beiden Weine aus Norditalien von Lunelli (Trento) und der Cantina Terlan (Südtirol).  
Bei den Saale-Unstrut-Gewächsen war die Dominanz von Gussek deutlich. Es folgen Matthias Hey, Böhme & Töchter, Pawis und Frölich Hake. Bei Bernard Pawis und Volker Frölich war deutlich zu spüren, dass ihr Stil besonders denen gefiel, die ehrlich zugaben, jetzt nicht die großen Spätburgunderfans zu sein.
Mit in Reih und Glied stand auch ein Spätburgunder der qualitativ auch die Kenner sehr überraschte: Spätburgunder Luisenberg 2012 von Familie Weigel. Es sei betont, dass der Wein von Andre Gussek bereitet wird. Die wichtigste Voraussetzung für einen solchen Wein ist gewissenhafte Arbeit im Weinberg, so wie sie von Familie Weigel geleistet wird. Sorgfalt beim Lesegut ist besonders beim Spätburgunder von Nöten. Über das Gegenbeispiel von Winzervereinigung sind genug Worte gewechselt.
 
Fazit, ich werde derlei Veranstaltungen wiederholen, weil sie für eine qualitative Entwicklung von Saale-Unstrut-Wein wichtig sind. Das die angemeldete und nicht erschienene Weinkönigin nicht da war, ist zu verschmerzen. Prost Eurer Hoheit.
Grüßen Sie den König. 

Für alle die keine Gelegenheit hatten die Veranstaltung zu besuchen empfehlen wir unsere Weinpakete Spätburgunder und Zweigelt. KLICK


Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Blauer Zweigelt, Spätburgunder
Autor: Stevie Huppenbauer | 18.01.2017 um 21:30 Uhr | 0 Kommentare

Weintasting Zweigelt/Spätburgunder

Weintasting in der Saale-Unstrut-Vinothek in Naumburg! Was erwartet den Besucher?
Zunächst sei mal betont, dass es so etwas noch nicht gab. Es ist ein Experiment, bei dem eigentlich jeder der etwas mit Wein zu tun hat, dabei sein sollte.
Dieses Tasting mit Blauem Zweigelt und Spätburgunder wird zeigen, wer wo steht. Im Ergebnis wird stehen: Welcher Saale-Unstrut-Wein kann sich mit deutschen Spitzenweinen messen und wo steht der Rotwein Mitteldeutschlands überhaupt.
Nicht jeder nimmt Teil, aber die wichtigsten Erzeuger dann doch. Der eine oder andere wie zum Beispiel Klaus Böhme hat beide Rebsorten nicht im Programm und wird daher fehlen.
Andere haben sie im Programm und wollen sich nicht vergleichen lassen. Nun gut, das ist jedem seine Sache.
Freuen können sich die Besucher auf einen ungezwungenen, weil langgezogenen Verkostungszeitraum an zwei Tagen. Jeweils ab zwölf Uhr ist geöffnet und das Probieren kann beginnen.
Hier eine noch nicht vollständige Auswahl der Weine die im Tasting stehen:
 
Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut
Winzerhof Gussek, Breitengrad 51, Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey,Breitengrad 51, Naumburger Steinmeister 2013
Landesweingut Kloster Pforta  Breitengrad 51, Saalhäuser 2013
Weingut Born Höhnstedter Kelterberg 2013
Weingut Bernard Pawis Blauer Zweigelt Barrique 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Holzfass 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Barrique 2013
Freyburger Winzervereinigung Weimarer Poetenweg 2015
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Zweigelt „R“  VDP. GROSSE LAGE   2013
 
Wachau
Domäne Wachau  Zweigelt Terrassen  2014
 
Niederösterreich
Weingut Bündlmayer  Zweigelt   2014
Weingut Johann Topf  Zweigelt Strassertal  2013
 
Burgenland
Weinlaubenhof Kracher  Zweigelt  2013/14
Weingut Leo Hillinger   Zweigelt 2015
 
Carnuntum
Weingut Glatzer  Zweigelt Rebencuvée 2013
 
Spätburgunder Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut

Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey Naumburger Steinmeister  2013
Weingut Frölich-Hake  Breitengrad 51 2013
Weingut Böhme&Töchter  Zscheiplitzer Himmelreich 2015
Weingut Pawis Spätburgunder Barrique  2015
Freyburger Winzervereinigung Höhnstedter Kelterberg 2015
Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg  2015
Weingut Grober Feetz Spätburgunder alte Reben 2014
Familie Weigelt Spätburgunder Barrique 2012/2013
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Schnaiter Burghalde GG  2013
 
Pfalz
Weingut Bernhard Koch  Pinot Noir Reserve   2013
(Deutscher Rotweinpreis 2016)
Weingut Rings Kallstadter Steinacker 1. Lage VdP 2014
Weingut Friedrich Becker Spätburgunder B VdP 2013

Baden
Weingut Klumpp  Bruchsaler Rothenberg  2013
 
Ahr
Weingut Jean Stodden Spätburgunder JS  2013

 
Rheingau
Kloster Eberbach Assmannshäuser Höllenberg  2014
 
Rheinhessen
Weingut Dreissigacker  Spätburgunder Wunderwerk  2013
 
Frankreich
Burgund

Louis Jadot Côte de Nuits Villages AOC  2012
 
Italien
Trentino

Tenuta Margon Trentino Pinot Nero DOC 2013
 
Südtirol
Cantina Terlan  Montigl Pinot Noir DOC Riserva  2014
 
Der eine oder andere Wein wird noch dazu kommen, so dass man sich ein umfangreiches Bild über die Leistungsfähigkeit der einheimischen Weine machen kann.
 
Noch einmal die Eckdaten:
28./29.01.2017 Beginn jeweils ab 12.00 Uhr
Saale-Unstrut-Vinothek, Naumburg, Steinweg 09
Eintritt: 29,00 Euro
Bitte Anmelden  Karten: Hier

Rainer Albert Huppenbauer

Autor: Stevie Huppenbauer | 06.01.2017 um 14:38 Uhr | 0 Kommentare

Im Wein liegt Wahrheit, meist stimmt das!

In Vino veritas. 
Aber nicht immer kann man sich darauf verlassen. Sobald große bedruckte Scheine ins Spiel kommen, ist dann ganz schnell Schluss mit lustig. Die Formen gehen von Fälschungen berühmter, mithin teurer Weine und auch ganz simpler Chianti Classico, die schon einmal apulischen Ursprungs in Florenz eine wundersame Wandlung vollzogen. Über Nacht wurde aus Primitivo Sangiovese und aus drei Euro sieben. Es flog auf und Aldi musste sich erklären.
Man erklärte sich aber nicht, sondern verklagte die, die diese Betrügereien begingen. Aldi wusste von nichts. Ich glaube dabei blieb es.
In der jüngeren Vergangenheit ragen zwei Personen aus dem ganzen Sumpf heraus. Zum einen der Fälscher und Betrüger Rudy Kurniawan, der überführt wurde, Weine in einem Wert von über zwanzig Millionen Euro nachempfunden zu haben. Wie das geht? Es ist in Grunde ganz einfach, der Ansatz ist die menschliche Gier und der Drang nach einem Schnäppchen. Das ist derselbe Reflex wie an der Tankstelle. Nur eben mit dem Unterschied, das war der Ansatz von Kurniawan, dass er wusste, dass die Weine die er fälschte, in den seltensten Fällen getrunken werden. Teurer Wein wurde in den letzten dreißig Jahren zum Prestige für Russen, Chinesen und reiche Inder. Er wurde zum Spekulationsobjekt für reiche Amerikaner und Europäer und somit zum Abschuss frei gegeben. Nun könnte man sagen, die erste Gruppe, die den Wein horten, um ihren Status aufzupolieren, merken ohnehin nicht was sie trinken, da trifft es sie nicht so hart. Wichtig für Sie ist das Etikett.
Bei den anderen ist die Kenntnis des Inhalts der Flaschen die Voraussetzung dafür, dass sie windige Spekulanten mit Geld bewerfen nur um etwas zu besitzen, was einen Mehrwert wie ein Goldbarren oder eine Aktie erzielen kann. Das auch da Prestigegewinn mitspielt, ebnet es den Weg für den Betrug. Quasi ist es ein Renditeversprechen (Gier) in Kombination mit ich hab was, was du nicht hast (Ansehen / Prestige). Und hier sind wir beim zweiten Aufsehen erregenden Fall der letzten Jahre. Der kalifornische Weinhändler Fox betrieb einen noblen Weinkeller mit Namen „Premier Cru“. Er sammelte Geld ein, kaufte für die Geldgeber unanständig teure Weine und verließ sich darauf, dass niemand die Flaschen zählen wird, die tatsächlich im noblen „Keller“ lagern. Kunden die ihre Weine bezahlten und trinken wollten wurden hingehalten nach dem gleichen Schema wie bei einem Kreditbetrug. Tja und nun ist es geplatzt, dass Gejammer in der Welt derer die keine Spiegel besitzen groß. Haben Sie Mitleid werden Sie fragen? Nein habe ich nicht, denn ein solcher Betrug hat zwei Seiten einer Medaille. Und das immer wieder jemand, ob nun beim sieben oder dreitausend Euro teuren Wein auf Betrug herein fällt, liegt an der Gier der Betrüger und der der Betrogenen gleichmaßen.  
In dem Zusammenhang fällt mir ein Kriminalroman ein den ich vor kurzem gelesen habe. "Tödliche Tropfen" von Jacob Stein beschreibt einen Teil dieser Szene mit einer schönen Geschichte rund um einen Mord auf dem Frankfurter Flughafen. Das Ende nicht vorhersehbar und doch logisch: Es gibt andere Dinge in der Welt des Betruges, mit denen man noch mehr Geld verdienen kann. Den vom Autor gelegten Fährten folgt man gern, etwa zur ukrainischen - oder Russenmafia, der Weinfälscherei inklusive. Aber es kommt ganz, ganz anders. Ich kann das kurzweilige Büchlein nur empfehlen. Zum Schluss sei betont, hüten Sie sich vor Allem was günstig erscheint und eigentlich viel teurer sein sollte. Es macht keinen Sinn. Sie werden immer verlieren.

Rainer Albert Huppenbauer 

Autor: Stevie Huppenbauer | 23.12.2016 um 15:13 Uhr | 2 Kommentare

Das Jahr 2016 an Saale-Unstrut

2016 - Der Versuch eines Resümees
Es sei erwähnt, dass ich nicht vor habe Dinge die uns alle berühren hier zu bearbeiten. Schließlich sind wir im Krieg und da soll man lieber die Fresse halten die Politik betreffend. Auch will ich mir nicht anmaßen über Dinge zu schreiben, die anderer Leute Feld sind. Dennoch gestehe ich, dass es mir schon manchmal in den Händen juckt, der einen oder anderen Politikpfeife mal was ins Stammbuch zu schreiben. Aber was soll es, er/sie liest es ja doch nicht.
Meine kleine Welt ist der Wein und diese Welt ist doch sehr groß, so dass ich mich ganz schön anstrengen muss es richtig zu machen. Also nehme ich ein Stück dieser großen Weinwelt heraus und denke so bei mir, dass ist mein Auftrag. Es ist Saale-Unstrut-Wein mit allen seinen Träumern, Genies, Handwerkern und Pfeifen. Es geht um Träume, Streiche, das Bodenständige und das Versagen. Erwarten Sie nicht, dass ich das was nun folgt erläutere oder erkläre. Es ist meine Sicht und die kann falsch sein.
 
Das Jahr 2016 war ein spannendes Jahr. Es brachte den 2015er Weinjahrgang auf den Markt und offenbart bei den Rotweinen und zum Teil bei den Weißweinen eine bestechende Qualität. Vergessen wir dabei nicht, dass es auch in diesem Jahrgang nicht möglich war, das gesamte qualitative Niveau des Weinbaus an Saale-Unstrut zu stärken. Weine von Genies und Träumern stehen einer Übermacht von absurden Qualitäten gegenüber. Die Chancen waren für alle gleich, genutzt haben sie nur wenige. Der größte Produzent von Saale-Unstrut-Wein, die Winzervereinigung in Freyburg verbessert mit neuen Etiketten zwar ihr Image, die Weinqualität ist davon überwiegend nicht betroffen. Machen Sie den Test, trinken Sie einen Portugieser 2015 von Klaus Böhme oder Andre Gussek und den 2015er Portugieser der Winzervereinigung. Schlagartig wissen Sie was ich meine. Schade, es wäre möglich gewesen.
 
Die Weinpolitik
So man dieses Wort überhaupt benutzen kann, denn Politik macht hier keiner, höchstens für sich. Die nächsten Wahlen stehen im Januar 2017 an und ich wette mal, dass alle „Bewerber“ für das Präsidium und den Beirat des Weinbauverbandes auch gewählt werden. Ich würde mich sogar bei den Prozenten festlegen: Neunundneunzig Prozent. Ein bisschen erinnert es zwar an längst vergangene Zeiten, aber wenn man bedenkt, dass es in den großen, wohl aber ehemaligen Volksparteien ähnliche Tendenzen gibt, dann ist es wohl einfach nur der Zahn der Zeit. Dennoch, das Ende ist in Sicht.
Im nächsten Jahr wird es an dem einen oder anderen Weinberg ein Schildchen geben, auf dem die Weinbergslage den Touristen vorgestellt wird. Es gab einen sechsstelligen Betrag zur Unterstützung touristischer Aktivitäten vom Steuerzahler. Der überwiegende Teil davon wird wohl für Planungsleistungen an ein dem Weinbaupräsidenten nahestehendes Planungsbüro gehen. Na da bleibt die Kohle wenigstens in der Familie. Natürlich, so wurde berichtet, gab es eine Ausschreibung die das Landratsamt vorgenommen hat. Insofern ist natürlich alles rechtens.  Die meisten Winzer jedenfalls halten von dem Vorgang nicht sonderlich viel. Und schwierig wird es zu dem auch. Was steht nun bitte auf dem Schild vor dem Schweigenberg? Die Antwort eines Präsidiumsmitgliedes war: Das müssen wir mal sehen. Also er meinte damit nicht, dass auf dem Schild steht: Das müssen wir mal sehen. Er meinte, er weiß es noch nicht.
Noch bekloppter wird es beim Naumburger Steinmeister und dem Freyburger Mühlberg. Jeder weiß wo der Steinmeister ist. Und doch beansprucht ein vermutlich geografisch nicht so bewanderter Winzer diese Lagenbezeichnung, weil sie so in der Weinbergsrolle eingetragen ist. Diese Lage könnte auch Südpol heißen, aber der Winzer dachte sich als er Steinmeister beantragte, das glaubt ja dann doch niemand. Nur Eiswein ist auf die Dauer auch tröge.  Beim Freyburger Mühlberg wird es dann ganz komisch. Rein theoretisch bräuchte man vier Schilder, denn dieser Weinberg ist etwa so groß wie das Mont Blanc Massiv, wenn man den Eintragungen in der Weinbergsrolle folgt. Aber was soll man tun, das Gremium (eine Person) hat entschieden und nun wird es durchgezogen. Ob es Sinn macht ist vermutlich allen Beteiligten rille, Hauptsache alle können so weiter machen wie bisher. Die Konsumenten interessiert es ohnehin nicht. Wichtig ist der Wein schmeckt. So die Argumentation, die ich mir von einem anhören durfte, der drei Millionen Flaschen Saale-Unstrut-Wein unter die Menschen bringen muss. Es stellt sich mir daher die Frage, wenn es also niemanden interessiert, wozu dann die Schilder?
 
Meine Lieblingsweine vom Jahrgang 2015
 
Matthias Hey, Riesling Qualitätswein trocken, Naumburger Steinmeister, Breitengrad 51
Andre Gussek, Weißburgunder Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg
Andre Gussek, Grauburgunder Qualitätswein trocken Kaatschener Dachsberg  ***
Böhme & Töchter, Chardonnay Qualitätswein trocken, Freyburger Schweigenberg
Weingut Klaus Böhme Portugieser Qualitätswein trocken, Dorndorfer Rappental
Gussek, Grüner Silvaner Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg, BIN 89
Böhme &Töchter, Traminer Qualitätswein trocken, Freyburger Schweigenberg, Breitengrad 51
Wolfram Proppe, Cabernet Blanc Spätlese, trocken, Golmsdorfer Gleisburg
Wolfram Proppe, Cabernet Jura Qualitätswein trocken, Golmsdorfer Gleisburg
Uwe Lützkendorf, Traminer Auslese, Karsdorfer Hohe Gräte
Weingut Born, Winzersekt Blanc d` Noir, Brut
Weingut Böhme & Töchter, Winzersekt Riesling, Brut      
 
Meine zehn Verkaufsschlager vom Jahrgang 2015
 
1.   Matthias Hey, Weißweincuvée „Weisser Hey“ Qualitätswein trocken
2.   Klaus Böhme, Weißburgunder Qualitätswein trocken, Gutswein
3.   Bernard Pawis, Müller Thurgau Qualitätswein trocken, Gutswein
4.   Weingut Born, Riesling Qualitätswein trocken, Höhnstedter Ortswein
5.   Weingut Böhme & Töchter, Chardonnay Qualitätswein Freyburger Edelacker, trocken
6.   Wolfram Proppe, Cabernet Blanc Spätlese trocken
7.   Landesweingut Kloster Pforta, Riesling Qualitätswein, feinherb
8.   Andre Gussek, Weißburgunder Qualitätswein trocken,  Muschelkalk Naumburger Wein
9.   Matthias Hey, Riesling Qualitätswein trocken, Naumburger Steinmeister, Breitengrad51
10. Klaus Böhme, Bacchus Qualitätswein trocken, Gutswein
 
Meine Empfehlungen für 2017
 
Wolfram Proppe, Chardonnay Qualitätswein trocken, Golmsdorfer Gleisburg, 2016
Wolfram Proppe, Bacchus Qualitätswein trocken, Golmsdorfer Gleisburg, 2016
Klaus Böhme, Veitstanz Rotweincuvée Qualitätswein trocken, 2015
Bernard Pawis, Grauburgunder Qualitätswein Muschelkalk, trocken 2016
Matthias Hey, Weißburgunder Qualitätswein Naumburger Steinmeister, trocken 2015
Andre Gussek, Riesling Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg *** 2015
Andre Gussek, Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg 2013 BG51
Matthias Hey, Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken, Naumburger Steinmeister, 2013 BG51
Bernard Pawis, Riesling Qualitätswein trocken, Freyburger Edelacker GG, 2015
Landesweingut Kloster Pforta, Blauer Zweigelt Qualitätswein „Alte Reben“  trocken 2013
Andre Zahn, Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg 2015
Böhme&Töchter, Weißburgunder Qualitätswein trocken, Freyburger Schweigenberg 2015

Ich wünsche allen Lesern eine frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Rainer Albert Huppenbauer

Autor: Stevie Huppenbauer | 04.12.2016 um 13:15 Uhr | 0 Kommentare

Gussek ist auf dem Holzweg!

Andre Gussek wird von seinen Mitmenschen, ob seiner ruhigen Art und seiner vornehmen Zurückhaltung, hoch geschätzt. Gepaart mit seinem vinophilen Wissen und der Liebe zum Wein, ergibt das ein Bild von einem Winzer, das schwer zu kopieren ist. Die Weine sowieso. Am vergagenen Wochenende 02/03.12  fand nun bei Gussek die jährliche, so genannte  „Barriqueweinprobe“ statt. An zwei Tagen hatte man die Möglichkeit, sich mit dem aktuellen und vergangenen Schaffen des Winzers in Sachen Holz vertraut zu machen. Das Gussek einer der ersten Winzer der Region war, der sich dem Thema Barrique annahm ist hinlänglich bekannt. Das was da in den letzten zwei Tagen von Gussek geboten wurde, ist vermutlich in dieser Art "weltweit" einmalig.
Mir ist jedenfalls kein Winzer bekannt, der aus ein und demselben Lesegut eines Jahrgangs drei verschiedene Barriqueweine erzeugt.  
So zu erleben beim Grauburgunder vom Kaatschener Dachsberg. Den gibt es als Grauburgunder Barrique und 6,3 Gramm Restzucker pro Liter, Grauburgunder *** Holzfass mit 1,2 Gramm Restzucker pro Liter und einem auf der Maische vergorenem Grauburgunder mit 2,7 Gramm Restzucker. Letzterer trägt den Beinamen „Orange“, was sich allerdings mehr auf die Farbe denn auf den Trend bezieht. Alle drei eint vor allem, dass es sich um unterscheidbare, klar und präzise definierte Weine handelt, die zudem qualitative Maßstäbe definieren, die es beim Grauburgunder so an Saale-Unstrut noch nicht gab. Und selbst der Meister Gussek weiß, dass dieser 2015er Jahrgang etwas möglich machte, auf das wir seit 2003 warten mussten. Außer den Grauburgundern verwöhnten ein Silvaner „alte Reben“ und ein Weißburgunder Barrique die Sinne. Alle Weine, vom Silvaner über den Weißburgunder bis hin zu den Grauburgundern, bestimmen in diesem Segment die Gebietsspitze.
Bei den Rotweinen dann eine ähnliche Herangehensweise wie beim Grauburgunder. Es wird mit dem Holz gespielt ohne es zu übertreiben. Zu erkennen war, dass beim 2015er Jahrgang der Spätburgunder, Zweigelt und Portugieser einer grandiosen Zukunft entgegen gehen. Der Frühburgunder Göttersitz hat hier eine Sonderstellung. Er wirkt auf mich extrem verschlossen und wird sich eventuell in vier bis fünf Jahren zu erkennen geben. Die Roten der Jahrgänge 2013 und 2014 haben mich ebenso überzeugt. Der 2014er Zweigelt mit zwei Jahren im Barrique zeigt deutlich, dass es auch in diesem komplizierten Jahr möglich war anständige Rotweine zu machen. Natürlich nicht mit dem Potential des 2013er und schon gar nicht mit dem das 2015er Jahrgangs vergleichbar. Aber Spaß machte mir dieser Zweigelt dennoch. Man sieht bei diesem Wein deutlich, dass Gussek in diesem Fach weit vorweg ist. Ein schöner Ausklang dann mit einem Weißburgunder Barrique aus dem Jahrgang 2004. Ein ästhetischer Genuss aus einem guten, jedoch keinem herausragenden Jahr wie 2003 mit unglaublich präsenter Struktur, buttrigen und karamellisierten Noten gelber Früchte, kein bisschen müde mit straffer Säure und weichem Gaumenspiel.
Präsentiert wurde diese Veranstaltung durch Andre Gussek und seine Mitarbeiter in einem häuslichen Rahmen ohne Hast und mit viel Gelassenheit. Wichtig zu erwähnen ist weiterhin eine Perle des Betriebes, die sich gern im Schatten des Meisters bewegt und an solchen Tagen mit im Lichte steht. Gemeint ist Hella Päger die Kellermeisterin. Man würde ihr unrecht tun, wenn man sie als gute Seele des Weinkellers bezeichnet. Ich glaube, dass ihre unglaublich beständige Arbeit Andre Gussek den Freiraum schenkt, um eine solch qualitativ hochwertige Vielfalt in die Flaschen zu bekommen.
Danke für den entspannten Abend.
Tags: Gussek, Hella Päger