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Autor: Stevie Huppenbauer | 12.04.2014 um 13:16 Uhr | 0 Kommentare

Andreas Rings, Ende 20, Taff, Winzergott

Andreas Rings ist jetzt in dem Alter in dem man nicht erwarten muß, dass einer über den Dingen steht. Das es so etwas gibt ist natürlich hinlänglich bekannt. Mozart, Hendrix, die Beatles alle hatten Ihre größten Erfolge in diesem Alter. Es ist also falsch, dass Alter irgendetwas beweißt. So oder so. Was macht nun aber so einen Typen aus, der einen Plan von dem hat was er will, dass es mir kalt den Rücken runter läuft. Ich glaube es ist eine Kombination von einem hohen Maße  Verrücktheit, Gefühl, Glaube, Wissen und Handwerk. Die Runde war klein (5), die Weine bedeutend, die Aussage des Abends vom Pfälzer Gast war so simpel wie einleuchtend: "eigentlich will ich nur Riesling und Spätburgunder machen" . Im Grunde der Traum vieler Winzer, der Unterschied, Andreas Rings wird das durchziehen.
Die verkosteten Weine, egal ob Riesling vom Gutswein bis zum Weilberg und Kallstadter Saumagen eine Offenbarung. Dann ein 2010 Spätburgunder - defacto noch ein Gegenbeweis gegen das lächerliche gelabere der Weinyuppies vom schlechten Jahrgang.
Ich muß schon sagen, dass ich einen derartig dichten und doch grazilen, fast zerbrechlich wirkenden Wein, mit einer unglaublichen Länge, so noch nicht aus Deutschland getrunken hatte. Der Wein  stammt aus der Lage Gottesacker und wird, auf Grund von unsäglichen politischen Entscheidungen über Flächenbereinigung, demnächst gerodet. 
Dann kamen die beiden Kultweine aus der Lage "Schwarzes Kreuz" , zwei Bordeaux inspirierte Cuvée mit Charakter und Klasse.
Der abschließende 2005 Syrah, eine letzte Offenbarung. Die dann zur Ehrung des Winzers von Andre  Münster spendierte 1982 Château Léoville Poyferré und der von Holger Fröhlich herausgezauberte 1989 Mouton Rothschild verschafften dem Abend einen wirklich würdigen Abschluß. Das heißt ich bin dann gegangen, kenne daher den Ausgang noch nicht. Vielen Dank.Tags: Rings, Andreas Rings, Schwarzes Kreuz,
Autor: Stevie Huppenbauer | 07.04.2014 um 19:09 Uhr | 1 Kommentar

Menüabend auf Weingut Pawis am 05.04.2014



In regelmäßigen Abständen ( 2mal im Jahr ) veranstaltet das Weingut Pawis erstklassige Menüabende. So auch am 05.04.2014.
Zu Gast war der Eventkoch Daniel Dittmar aus Halle. Fangen wir mal hinten an. Die Gäste feierten den Mann und die Winzerfamilie wie Popstars. Sie bedankten sich so, für einen wirklich gelungenen Abend. Die musikalische Umrahmung mit der Leipziger Band Spanish Mode ( in kleiner Besetzung, Gesang und Klavier) war ebenfalls ein Treffer.
Das Menü, von Herrn Dittmar kreiert und  gekocht, bot im Zusammenspiel mit den Pawis Weinen Einiges.  

                  

                  

Die von Familie Pawis vorgenommene Weinauswahl wertete die ohnehin hochwertige Speisenfolge noch auf.
Begonnen hat es mit einem Tatar von Thunfisch, Apfel, Sellerie und Avokadocreme, der dazu gereichte Pawisklassiker Müller Thurgau erfüllte alle Erwartungen. Das rosa Schaumsüppchen mit fein würzigen Aromen wurde vom himbeerigen Rosali perfekt in Szene gesetzt. Dann Spargel, Erdbeeren und Jacobsmuschel im Parmesankörbchen. Der gewählte Riesling Muschelkalk glänzte bei so viel Frucht und Vielfalt. Das im Vakuum bereite Rinderfilet auf Zwiebelmarmelade und einer wunderbar bissfesten Kartoffelpraline brillierte mit dem 2011 Spätburgunder Barrique. Den Schlußpunkt setzte warmes Mousse au Chocolat mit Vanilleeis und Früchten. Die gereichte Weißburgunder Auslese machte den Sack zu.
In den Abräumpausen brillierte die Band Spanish Mode mit glasklarem Gesang. Die Weine wurden von Kerstin und Bernard Pawis  charmant, mit Witz und Überzeugtheit von der eigenen Qualität moderiert.

                   

Daniel Dittmar leitete den gelungenen Abend mit einer feinen Rede ein: "Ich sag dann mal Prost" verschwand in der Küche und legte los. An alle Beteiligten ein Dankeschön, für einen wirklich wunderbaren  Abend.


                 






 Tags: Weingut Pawis, Daniel Dittmar, Riesling Muschelkalk, Müller Thurgau, Weißburgunder Auslese, Spätburgunder
Autor: Stevie Huppenbauer | 05.04.2014 um 17:36 Uhr | 0 Kommentare

Saale Unstrut Jungweinproben Weingut Böhme & Töchter

Ein schöner Nachmittag dieser 05.04.2014. Bayern München hat verloren und Frank Böhme, seine Frau Heike und die Töchter präsentieren ein Angebot an Weinen, dass dem Trend der Region folgend Klassiker vorlegt, die dem geneigten Weinfreund kurzlebigen Genuß und wenn er es aushält, die eine oder andere Pulle wegpackt, auch noch Genuß in 5 Jahern garantiert. Eine durchweg am oberen Limit der Region agierende Kollektion von Weinen von denen 4 Weine besonders herausragten. Aus der Gutsweinriege, vollkommen klar der Müller Thurgau - siehe Blog -.  Breites Echo der Verkoster für den Ortswein Silvaner. Was dann kommt, ist eine Weißburgunder Spätlese "Freyburger Edelacker", die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Ich vergleiche die Jungweinprobe  jetzt mal mit Jimi Hendrix, da dudelt einer den ganzen Abend auf hohem Niveau, und dann spielt er Voodoo Child². Das Publikum rastet aus, erlebt Glücksgefühle und sucht den Rausch.  Und genau so ist das mit dem Weißburgunder.
Bravo für diesen Jahrgang und seine Höhepunkte. Die Roten sind mir mit Ausnahme des T&M noch etwas verschlossen. T&M aber, ein in Barrique Zweitbelegung kreierter Wein, ist mit das Beste, was ich je aus der Region Saale Unstrut im Rotweinbereich getrunken habe. Großes Kino eines "kleinen" Betriebes. Warten ist angesagt.
² Für die jüngeren unter Euch Lesern hier ein Link:http://www.youtube.com/watch?v=OdvkgWt-uew

 Tags: Saale Unstrut, Böhme & Töchter, Frank Böhme, Toska und Marika, Freyburger Edelacker
Autor: Stevie Huppenbauer | 03.04.2014 um 20:47 Uhr | 0 Kommentare

Spargel und Wein

Natürlich ein großes Thema. Zunächst braucht es frischen deutschen Spargel und dann gibt es Variationen die sind einfach Klasse.
In userem heutigen Fall, der erste Spargel aus dem Geiseltal der Familie Hindorf, der auf fetten Böden gedeiht und mühelos den Beelitzer Sandspargel in den Schatten stellt. Mineralisch und pikant kommt dieser Spargel daher. Unser Wein zum Spargel vorerst  Jose Pariente Sauvignon Blanc oder die großartigen Weißburgunder von Pawis, Hey, Böhme & Töchter, Klaus Böhme und Andre Gussek des Jahrgangs 2013. Genießen Sie mit voller Wucht, es ist einfach großes Kino. Tags: Spargel Hindorf, Geiseltal, Sauvignon Blanc, Pawis, Hey, Gussek
Autor: Stevie Huppenbauer | 01.04.2014 um 13:14 Uhr | 0 Kommentare

Saale Unstrut 2013 - Die Weißburgunder

Ich habe so den Eindruck, dass der 2013 Jahrgang an Saale Unstrut in so gar kein Schema der letzten Jahre passt. Im Grunde zeigt sich bei allen Weinen vom Riesling bis zum Müller Thurgau eine gewisse Säurelastigkeit. Und ich muß sagen, dass dieser Wesenszug der 2013 selbst beim Traminer, eher als säurearm bekannt,  eine gewisse Finesse hervorbringt, die ich schon verloren glaubte. Und nun plötzlich dieses Ergebnis. Mancher Winzer ist so gar nicht glücklich damit, andere loben gerade diese Geschmacksausbildung.
Bei den bisher von mir probierten Weißburgundern merkt man deutlich, dass die Winzer versucht haben gegenzusteuern. Was herauskam ist,  dass seit langem beste Weißburgunderergebnis von Saale Unstrut.  Leichte verspielte mineralische Weine mit nicht zu dominaten, aber dennoch präsenten Fruchtnoten. Bei den Gutsweinen von Hey, Pawis, Klaus Böhme und Born (mehr habe ich noch nicht probiert) spürt man deutlich diese Geschmachsrichtung. Natürlich, jeder Winzer hat seine Handschrift, aber der Gesamteindruck ist genau dieser. Diese Weine eignen sich als hervorragende Speisbegleiter, zum Spargel sowieso aber auch zum nicht durchgegarten Rinderfilet ebenso, wie zum Zander.
Die nächsten Proben stehen an und ich werde sehen ob sich der Trend bestätigt.Ich berichteTags: Weißburgunder, Hey, Pawis, Weißwein, Klaus Böhme