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Autor: Stevie Huppenbauer | 30.03.2014 um 10:37 Uhr | 0 Kommentare

Über Sinn und Unsinn von Medaillen beim Wein

Da sind sie wieder die Gebietsgoldmedaillen. In einem Artikel auf der Internetseite des Weinbauverbandes Saale Unstrut habe ich gelesen: " Ganze acht Goldmedaillen waren unter den Gewinnern des gestrigen Tages. 31 mal wurde Silber und 21 mal Bronze vergeben. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und beweist die Qualität der Saale-Unstrut Weine." 
Ich muß dieser Aussage widersprechen. Die vergebenen Medaillen beweisen gar nichts. Qualität ist eine relative Kategorie, die nur wenn sie in ein Verhältnis gesetzt wird, wirklich Aussagekraft besitzt. Es gibt aber nun mal kein Verhältnis, da jeder Wein seperat, also ohne Vergleich bewertet wird. Und da einige der erfolgreichsten Winzer dieser Veranstaltung aus welchen Gründen auch immer fernbleiben,  muß man ihre Berechtigung in Zweifel ziehen. Das hat nichts damit zu tun, das die Juroren erfahrene Leute sind und es sich um gute Weine handelt. Es geht um den Ansatz und die Frage, was bewirkt eine solche Nabelschau? Ich will es Ihnen sagen. Sie bewirkt nichts. Die einzigen die von derlei Medaillen profitieren, sind untallentierte Weinverkäufer und Gastronomen. Da Winzer natürlich auch Verkäufer sind, stellen sich die teilnehmenden Betriebe aus meiner Sicht ein Armutszeugnis aus.
Aber ich meckere nicht nur, ich mache auch Vorschläge. Natürlich hat diese unzeitgemäße  Medaillenvergabe eine Geschichte. Warum macht man sich im Weinbauverband nicht mal Gedanken darum, wie man aus einer verstaubten Veranstaltung mit angeschlossener  Selbstbeweiräucherung eine moderne  Konsumentenveranstaltung macht. Dazu gehört nicht mal Mut, man sagt ganz einfach wir schaffen die Medaillen ab, einfach so und lassen die Konsumenten entscheiden. Die entscheiden es ja eigentlich schon, in dem gerade die, die keine Medaillen wollen, immer zuerst ausverkauft sind. Sicher es gibt auch Ausnahmen, aber die Tendenz ist eindeutig.Tags: Saale Unstrut, Weinverkäufer, Gastronomen
Autor: Stevie Huppenbauer | 29.03.2014 um 11:25 Uhr | 0 Kommentare

Saale Unstrut Jungweinproben: Weingut Pawis

Die Jungweinprobe beim Weingut Pawis ist Geschichte. Die vom Familienweingut präsentierten Weine der Jahrgänge 2013 und 2012 machten deutlich, dass uns ein Jahrgang erwartet, der aus meiner Sicht als Klassiker in die  Jahrgänge eingehen wird.
Ausnahmslos alle Weine des 13 Jahrgangs die Bernard Pawis vorgestellt hat entsprechen gemein hin dem, was man von einem Saale Unstrut Klassiker erwarten darf. Fruchtbetont, angemesene Säure und Leichtigkeit. Zusammengenommen ergibt diese Mischung Lebensfreude im Glas.
Wie immer bei Pawis führen die Rieslinge das Zepter. Mit Ausnahme des Riesling Bundsandstein von der Naumburger Glocke der noch in den Gärtanks blubbert, machten alle vorgelegten Rieslinge eine bella Figura. Die als Gutsweine angebotenen Rieslinge finden ihre Vollendung im Riesling Quarz. Außergewöhnliche Frucht aus Zitrus und Blutorange, auch etwas kristallienes mit einer feinen Spur Salz, viel Finesse und äußerst Filigran.  Eine weitere Entdeckung mit der der Winzer schon etwas überrascht, ist der oft, ein Schattendasein führende Kerner. Mit dem Bezug Muschelkalk überrascht der Kerner, in diesem Jahr etwas trockner mit einer glänzenden Mineralität und Feingliedrigkeit.
Die zur Verkostung vorgelegten Weißburgunder, davon der Weißburgunder Barrique als spontane Fassprobe, versprechen dem geneigten Weinpublikum viel Eleganz und Lebendigkeit. 
Ähnlich der Grauburgunder Muschelkalk, der im Vergleich zum Vorjahr nicht ganz so üppig, dafür etwas verspielter und grazieler daherkommt.
Bei den Roten hat der 2013 Zweigelt sehr gutes Potential aufzuweisen, so dass man sich auf den im November 2014 folgenden Barrique freuen darf. Die 2012 Bariquweine aus Spätburgunder und Dornfelder rundeten eine alles in allem hochwertige, in der Region schwer zu toppende Kollektion ab. Herzlichen Glückwunsch an Bernard Pawis und sein Team für diese aufregenden Weine.
 Tags: Pawis Jungweinprobe, Riesling Quarz, Riesling Muschelkalk
Autor: Stevie Huppenbauer | 16.03.2014 um 20:10 Uhr | 0 Kommentare

Klaus Böhme Bergstern, ein großer deutscher Riesling!

Die Rieslinggala 2014  von Vinamundi ist Geschichte. Es gab nur Gewinner. Eine großartige Veranstaltung mit einer Rieslingvielfalt die in Deutschlands Weinlandschaft ohnegleichen ist. Für uns als Veranstalter ist der Abend Geschichte, für die teilnehmenden Winzer ebenso.  Was bleibt ist der Eindruck, dass einige Saale Unstrut Rieslinge in einer Liga mitspielen, die zur deutschen Spitzenklasse gehört. Meine Entdeckung des Abends, Bergstern Auslese trocken 2011/2012 von  Klaus Böhme aus Kirchscheidungen. Wir machen weiter, die Rieslinge dieses Abends sind nur mit Mozarts "Serail" zu vergleichen. Wucht,  Eleganz, Erotic, Lebensfreude und Zeitgeist. Thats it.
 Tags: Mozart, Riesling, Böhme, Bergstern
Autor: Stevie Huppenbauer | 22.02.2014 um 17:00 Uhr | 0 Kommentare

Müller Thurgau 2013 von Böhme und Töchter

Wenn ich mal gerade nicht zu Hause bin und etwas von Müller Thurgau erzähle, habe ich es schwer. Alle haben diese langweiligen badischen Breitbandweine dortiger Winzergenossenschaften auf der Zunge. Das man Müller Thurgau auch trinken kann, ist den meisten Südost-, Nord - und Westdeutschen neu. 
Das Frank Böhme einen  ausgezeichneten Müller Thurgau macht ist hier in der Gegend bekannt.  Er und seine Töchter bereichern gerade die Saale Unstrut Weinwelt und sind im Gespräch. Der erste 2013 Wein den ich vor kurzem getrunken habe ist der Müller Thurgau des Weingutes. Und ich muß schon sagen, wenn ich einen Kreuzug für Saale Unstrut Wein machen würde, wäre dieser Wein mit dabei. Ob es nun am Herbst 2013, Frank Böhmes Sinn für Balance und Bodenständigkeit oder am Feingefühl von Winzertochter Marika liegt, habe ich noch nicht ergründet. Vermutlich von allem etwas. Auf alle Fälle ist dieser Müller Thurgau eine echte Wucht.  Feine gelbe Frühlingsfarbe fürs Auge, ob der Farbe dachte ich eigentlich, hoffentlich nicht so breit. Weit gefehlt, spitz und filigran (mineralisch) mit  Schmelz am Gaumen, gute Balance aus gelber Frucht, weißen Beeren, etwas tropisches und Länge. Freuen Sie sich mit mir über diesen schönen Wein. Vergessen Sie den letzten Satz, trinken Sie diesen Wein.
 Tags: Weingut Böhme & Töchter, Frank Böhme, Marika Böhme, Müller Thurgau
Autor: Stevie Huppenbauer | 22.02.2014 um 13:16 Uhr | 0 Kommentare

Weingut Born startet durch!

Man kann zu keiner Zeit der letzten 24 Jahre über die Weine des Höhnstedter Weingutes negatives berichten. Sie gehörten zum festen Bestandteil der Saale Unstrut Weinkultur. Solide, fast immer früh ausverkauft und bescheiden geblieben. Der Generationswechsel  im Gut ist vollzogen, Günter Born ein sorgsam genießender Patriarch lässt die Jugend machen. Ich kenne die Weine seit dem Beginn, die Geschichte des 1996 Portugiesers ist legendär, es war im Sommer darauf mein erfolgreichster Rosé aller Zeiten. Der nun vorliegende 2013 Jahrgang zeigt, dass Wein und Philosophie keine hohlen Floskeln sind.  Für mich, ist diese Herangehensweise an einen Weinstil , der regionale - und Gutsidentität und aktuellen Verbrauchergeschmack vereint schon Philosophie. Meine philosophische Lieblingskategorie lautet: Aufheben. Ich erkenne, den 3 - Fachen Sinn in diesem Jahrgang 2013. Aufheben im Sinne von:  Abschaffen was nicht so gut war , bewahren des Besten  und höher heben guter Seiten. Herzlichen Glückwunsch zum, für meinen Geschmack, bisher besten Jahrgang in der Geschichte des sympatischen Familienweingutes.Tags: Weingut Born, Saale Unstrut,