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Autor: Stevie Huppenbauer | 07.04.2013 um 14:29 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinprobe bei Bernard Pawis 06.04.2013

Es war eigentlich wie immer und doch war alles anders. Dies lag vor allem, wie kann es anders sein, an den  vom Winzer präsentierten Weinen. Irgedwie habe ich  den Eindruck, dass sich der Primus von Saale - Unstrut rappelt, etwas zu verändern. Nach Aussen sichtbar an einigen neuen  Etiketten. Angeregt durch die neue Unterteilung der Weine im VdP  in Guts,- Orts und  Lagenweine ( Erste Lage/ Grosse Lage), vollzieht Bernard Pawis den Schritt hin zum romanischen Weinsystem. Ein bischen unsicher noch, die alten Zöpfe des deutschen Weinsystems müssen erst mal weggeräumt werden, aber doch konsequent. Der Ortswein wird im Moment noch ausgespart, er bedarf wohl noch etwas Zeit zum Nachdenken über Weinbergstruckturen des unsäglichen Großlagensystems, welches ja noch existiert. 
Zu den Weinen ist eigentlich nicht viel zu sagen. Sie bestimmen aus meiner Sicht,  ohne wenn und aber, das Qualitätsniveau im Anbaugebiet mit. Deutlich die Handschrift des Winzers und sein gelungenes Bestreben, höchsten Ansprüchen zu genügen. Die geladenen Gäste geraten,  ob der Vielfalt und den gebotenen Qualitäten, an die Grenzen ihrer Bewertungsfähigkeit im Einzelnen. Sie nehmen aber einen umwerfenden Gesamteindruck mit, der schwer zu toppen ist.  
Mein Wein des Abends ein Riesling, ein Neuankömmling im Sortiment des Winzers, der Riesling Bundsandstein. Die Anpachtung der Fläche in Naumburg, genannt Glocke, ist ein voller Erfolg. In einem voran gegangenen Blog hatte ich den Wein bereits beschrieben. Die erfolgte Namensänderung  und seine "Degradierung" vom Lagenwein zum Gutswein ist mir noch nicht ganz klar, aber ich kann ja fragen. Auf alle Fälle hat sich ehemals Naumburger Sonneck, nun Riesling Bundsandstein, noch einmal leicht verändert. Er wirkte auf mich noch eleganter und geschliffener als noch vor einem Monat. Dieser Riesling besitzt  für mich ein gewaltiges Potential und ich glaube, dass hier neben dem Edelacker eine Lage vorliegt, die deutlich größeres Potential besitzt.
Der Abend endete mit einer neverendig Story über objektive Tatsachen und ihre subjektive Wahrnehmung, wie auf dem Sofa von Maybrit Illner kurz vor der Bundestagswahl. Alle redeten, keiner hörte zu. Alle Genies unter den Diskutierenden fühlten sich mißverstanden. Der Satz des Abends dann von einem Gastronomen: " Die Leute merken eh nicht was sie trinken, Hauptsache es ist aus der Region und bezahlbar". Dieser Satz war die Antwort auf die Feststellung, dass es mehr unterdurchschnittliche Qualitäten von der Unstrut als Topweine gibt. Na dann Prost.
Tags: Weingut Pawis, Jungweinprobe, VdP, Riesling, Naumburg, Saale-Unstrut
Autor: Stevie Huppenbauer | 27.03.2013 um 14:09 Uhr | 0 Kommentare

Die Pro Wein 2013 ist Geschichte

Die Pro Wein in Düsseldorf ist vorrüber und alle freuen sich auf das nächste Jahr. Mit welcher Währung dann bezahlt wird weiß noch niemand, und so wie die Stimmung in Düsseldorf war, interessiert das auch kaum jemanden. Das Motto: "Gesoffen wird immer"  lies dann auch das Schreckgespenst Inflation gar nicht erst in die Halle.
Was es Neues gibt kann ich gar nicht genau sagen, es war eigentlich wie immer. Volles Haus bei den deutschen Winzern, besonders beim VdP war das Gedränge am größten. Den zweiten Platz in Punkto Besucherzahl würde ich an den besten deutschen Weinimporteur Weinwolf und Weinland Ariane Abayan vergeben. Geruhsame Nachmittage beim großen Rest. Kontaktpflege allenthalben und ein paar Neuentdeckungen hier und da.
Auffallend war die Präsenz der griechischen Produzenten, die man geschickt dort platziert hat, wo die meisten Leute lang musten, wenn sie die VdP Winzer aufgesuchen wollten. Neben den Griechen dann aber ein wirkliches Highlite, Slowenien. Die Weißweine von Dveri Pax sind eine Wucht. Wobei das eigentlich nicht verwunderlich ist, steckt doch eine Menge Kapital aus der Steiermark in diesen Betrieben. Damit ist nicht nur Geld gemeint. Auch das Know How der Weine aus der Südsteiermark war deutlich schmeckbar.
Beim VdP war natürlich ein Besuch bei Reinhard Löwenstein von der Terrassenmosel erste Bürgerpflicht. Die Pflicht wurde wie immer zur Lust. Der Meister eigentlich wie  immer in großer Fahrt, wenn es um die Weinqualität und die Kapitalismuskritik geht. Man kann es nicht beschreiben, es ist ganz einfach, gepaart mit den für mich besten Rieslingen Deutschlands, ein Gesamtkunstwerk was er da macht. Über seine Weine  noch viele Worte zu verlieren ist müßig, sie sind einfach sehr gut und bestimmen den Takt deutscher Weine kräftig mit.
Ein weiterer Höhepunkt dann das Treffen mit Alessandra Casini Bindi Sergardi und Marchese Luca de Ferrari. Gelöster und freundschaftlicher kann man nicht empfangen werden. Die wiederunm beeindruckenden Weine  von der schönsten Weinmacherin Italiens aus dem Chianti Classico und dem bescheidenen Marchese aus Montepulciano helfen einen über so manchen Flopp der Messe gut hinweg.
Wie in jedem Jahr so auch in diesem,  war die angebotene gastronomische Versorgung preislich auf dem Nivieau des Adlon und geschmacklich auf Kioskniveau am Baumarkt. Klar, es sind da viele Leute zu versorgen, aber wenigstens Betriebskantinenniveau sollte angestrebt werden.
Was bleibt ? Es bleibt der Eindruck, dass es mit Ausnahme der großen  Abfüllerkonzerne wie Rotkäppchen oder aus Südfrakreich, kaum noch schlechte Weine gibt. Man muß sie wirklich suchen.
 
Tags: Pro Wein, Allesandra Cassini, Bindi Sergardi, Luca de Ferrari, Boscarelli, Riesling, Heymann Löwenstein
Autor: Stevie Huppenbauer | 09.03.2013 um 16:03 Uhr | 0 Kommentare

Rieslinge von Saale Unstrut Weingut Pawis

Eine Weinprobe mit Bernard Pawis ist immer etwas Besonderes. Zum einen die familiäre Atmosphäre, das großartige Ambiente und die noch großartigeren Weine.
Zur Verkostung standen die Fünf  2012-er  Rieslinge des Weingutes Pawis. Bernard Pawis ist einer der wenigen Winzer, der dem Riesling vom Neubeginn an große Beachtung schenkte. Das zahlt sich jetzt aus. Riesling ist eine der widerstandsfähigsten Reben und gehörte damit im quantitativ kleinen Jahr 2012 zu den Gewinnern.  Die Rebe hat, anders als die Burgunder, den Kälteschock im Februar und die Trockenheit im Mai  / Juni sehr gut verkraftet. Die nun vorliegenden Ergebnisse sind ein Zeugnis einer großen Weißweinrebe, die beim überzeugten Riesling - Winzer Pawis zur Höchstform  aufläuft.
Nun die Verkostung: Der Riesling Kabinett trocken ist der Basisriesling. Eine kleine Partie wurde spontan vergoren, beide  Teile zeigten sich jugendlich mit gehaltvoller Säure. Ein geradliniger bodenständiger Saale - Unstrut - Wein, der durch seine Jugendlichkeit zu überzeugen weiß. Nr. 2, der Ortswein Riesling Freyburger Muschelkalk, punktet mit Zitrus und bestechender Mineralität, im Moment noch etwas impulsiv wird er in der Flaschenreifung ausgewogener werden.
Die Lagenweine  Freyburger Mühlberg Riesling und Naumburger Sonneck Riesling stifteten bei mir zunächst reichlich Verwirrung, vor allem Sonneck. Aber der Reihe nach. Der trocken ausgebaute Freyburger Mühlberg Riesling erinnert an längst vergangene Zeiten. Die fetten Jahre 2000 bis 2008 brachten diese Rieslinge schon einmal hervor. Getragene saftige Orangenfrucht und würzige Mineralität machen diesen Riesling zu einem echten Geschmachserlebnis. Den  aus dem Naumburger Sonneck stammende Riesling, konnte ich, da wir blind verkosteten, nicht als Lagenwein erkennen. Für mich war es das Große Gewächs, aber es fehlte etwas Charakteristisches vom Edelacker. Dennoch war dieser Riesling für mich das Geschmackserlebnis schlecht hin. Eine unglaubliche Ausgewogenheit, an keiner Stelle zu viel oder gar zu wenig. Dieser Riesling hat alles, was man von einem deutschen Spitzenwein erwartet. Eine Ausnahme macht er doch, und das wird sein Preis sein. 13,50 € für einen Riesling dieser Qualität ist eigentlich ein Witz. Zum Schluß das Große Gewächs vom Freyburger Edelacker, auch in diesem Jahr wieder ein Wein, der den Namen Grand Cru verdient. Natürlich klassische Rieslingnoten auf deren Genuß wir noch bis September warten müssen, aber bereits jetzt offenbart sich seine ganze Klasse im Bouquet mit reifen Steinobst, Saftigkeit  und mineralischer Dekadenz. Er ist, jawohl das gebe ich zu, unanständig gut. Es ist mein Riesling, wie ich ihn mag.
 
Tags: Pawis, Riesling, Mineralität, Großes Gewächs, Freyburger Mühlberg, Naumburger Sonneck,
Autor: Stevie Huppenbauer | 08.03.2013 um 12:34 Uhr | 0 Kommentare

Wein von Jolie und Pitt ab sofort im Handel

Zunächst mal 100000 Flaschen Rosé, dann ein Weißwein und im nächsten Jahr ein Roter. Die Weine stammen vom Sommerquartier der Familie in Südfrankreich. Gemacht hat die Weine die Familie Perrin, der Rhônewinzer ist laut eigenen Angaben mit der Familie Pitt & Jolie befreundet. Der Rose ist ein Cuvée und hört auf den schönen Namen Miraval. Der Verkaufspreis der ersten Flaschen lag bei  ca. 16 €. Für eienen Wein aus Südfrankreich ein durchaus stolzer Preis. Warten wir ab was daraus wird, und wann Victoria und David Beckham nachziehen. Übrigens einer der erste "Kulturwinzer " dieser Region heißt Gingher Backer. Backer war der Schlagzeuger der Cream. Für die jungen unter uns, so etwas wie heute Red Hot Chilli Peppers. Auch soll der Fleisch gewordene französische Emigrant und Putinfreund Gerard Depardieu dort gesehen worden sein.
Um sich einen Eindruck über die Qualität der Region zu verschaffen, empfehlen wir Weine von Gerard Bertrand, das  machen wir, weil der einfach der Beste ist.


 
Tags: Rosé, Angelina Jolie, Brad Pitt, Gingher Backer, Cream, Gerard Bertrand, Red Hot Chilli Peppers
Autor: Stevie Huppenbauer | 07.03.2013 um 21:07 Uhr | 0 Kommentare

Lunae, Etichetta Grigia, Vermentino 2012

Wein zum rein beißen, mein Freund Blasl würde sagen, schön das es so etwes gibt. Und in der Tat, unter 10 € ist so ein Wein eher selten. Die Frische ist buchstäblich, endloser Abgang eines klasse Vermentinos, wie es nur wenige gibt. Der Wein überrascht und macht glücklich. Trinkt ihn bis zum Ende des Herbstes und wartet auf den neuen Jahrgang. Darin liegt sein Reiz. Seine Jugend. Und wir alten Säcke freuen uns doch auch auf den Frühling. Ich kann Euch sagen nicht nur wegen dem Spargel und der Sonne, nein, auch wegen der Röcke. Natürlich nur nebensächlich. Ach so, der Wein der ist frisch eingetroffen und kann bestellt werden. Los geht es, für schöne 9,85.
Tags: Lunae, Colli di Luni, Vermentino, Herbst, Frühling