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Autor: Stevie Huppenbauer | 21.04.2012 um 15:05 Uhr | 0 Kommentare

Inderkontinetalrakete und Brunello, wir erläutern den Zusammenhang

Ja die Inder; im Jahr 2008 war es, da fingen die Menschen mit dem sympatischen Lächeln und dem auffälligen Kopfschmuck an, sich für den edlen Wein aus Montalcino zu interessieren.  Große Einkaufstour, nicht nur in Flaschen, auch das eine oder andere Weingut soll den Besitzer gewechselt haben. Und nun das, da haben die sich einfach eine Inderkontinentalrakete gebastelt und in den Weltraum geballert. Einfach so, ohne jemanden zu fragen.  Wir können uns das nur so erklären, die indische Regierung und die Generäle der Armee wollen damit sagen: "Finger weg von unserem Brunello, er schmekt uns so gut, dass wir bereit wären, den Planeten in Schutt und Asche zu legen, wenn wir ihn nicht mehr bekommen."

Hier unser Fingerzeig an die Mächtigen dieser Erde,  rückt den Brunello raus sonst gibt es bald keinen mehr. Wir werden uns bescheiden und eben nur noch Rosso di Montalcino trinken. Ehrenwort liebe Rakentbauer.  

Tags: Brunello di Montalcino, Indien, Rakete, Rosso di Montalcino
Autor: Stevie Huppenbauer | 21.04.2012 um 12:30 Uhr | 0 Kommentare

Gemeinsame Jungweinprobe Saale Unstrut und Sachsen

Die gemeinsame Jungweinprobe von Winzerbetrieben aus Sachsen, Thüringen und Sachsen Anhalt fand in diesem Jahr im Lichthof der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg statt.

Um es Vorweg zu nehmen, diese Jungweinprobe war eine gelungene Leistungsschau der ostdeutschen Winzer.

Die Besten

Der zweite große Eindruck, die Topbetriebe der letzten Jahre (Schloss Proschwitz, Bernard Pawis und Lützkendorf) konnten ihre Positionen festigen. Aber, und das sei ausdrücklich erwähnt, zu diesen 3 Betrieben gesellen sich nach und nach Winzer, die auf absoluter Augenhöhe Weine präsentierten, die jeglichen Anforderungen an außergewöhnliche Weine genügen.

Dazu gehören vor allem Weingut Hey und das Weingut Gussek gefolgt vom Weingut Böhme und dem Gleinaer Weingut Böhme. Alle diese Winzer, sowohl die 3 VdP Weingüter, als auch die letztgenannten haben ihren unverkennbaren Stil gefunden und erzeugen Jahr für Jahr konstant, die besten Qualitäten der Region.

Aus den angebotenen Weinen der Anbaugebiete ragten für uns die Weiß - und  Grauburgunder, die Riesling Spätlesen und die Traminer noch heraus. Legendär auch in diesem Jahr die Scheurebe von Schloß Proschwitz.

Unser Team, insgesamt 5 Verkoster, war sich einig, dass die angebotenen Qualitäten dieser Betriebe mit zum besten gehört, was in den letzten 15 Jahren an Weinen in der Region erzeugt wurde.

Die Endeckungen  

Hier sind uns vorallem 4 Betriebe aufgefallen, die mit einfachen gut strukturierten Weinen punkten konnten. Dazu gehöhren die Betriebe Born aus Höhnstedt, mit klassischen Saale - Unstrut Gewächsen fast ohne Restsüße.Leider war das Weingut nur mit einem Riesling Kabinett vertreten. Das Weingut Hubertus Triebe aus Würschwitz mit einem hervorragenden Bacchus QbA. Das Weingut Matyas aus Sachsen mit einem ausgezeichneten Müller Thurgau. Einen guten Eindruck geprägt von Frische und Mineralität hinterließen auch die Weine vom Weingut Zahn aus Thüringen.

Die  konnten es schon besser 

In der Weinwelt  unserer Tage ist es oft so,  dass die Erzeuger mit den größten Flächen die besten Ergebnisse erzielen können, weil sie variabel sind. Von ihren großen Flächen und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten profitieren die besten Weingüter der Welt. Sei es im Bordeaux, dem Burgund oder in Übersee. Sie schöpfen aus unterschiedlichen Bodenverhältnissen und unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen.                                                               

An der Saale hellem Strande ist es nicht so. Die großen Betriebe wie Herzer, Thürkind, Deckert,  die Winzervereinigung Saale - Unstrut,  und das 50 ha große Staatsweingut Klosterpforta könnten unserer Meinung nach, allein vom Potential ihrer Lagen, deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Sie machen natürlich keine schlechten Weine, aber der Abstand dieser Weingüter zu den Qualitäten der oben genannten ist enorm.

Die Enttäuschung

Das die Manschaft, um Prinz zur Lippe es versteht hervoragende Weine zu erzeugen, muß man nicht erwähnen. Welcher Teufel aber nun einen erfolgreichen Weinerzeuger reitet einen 50ha großen Rübenacker zu bereben, bleibt sein Geheimnis. Die vorgelegten Weine, unter dem Wappen des Prinzen und dem Namen Weinhaus Weimar, blieben weit hinter dem eigenen Qualitätsanspruch zurück. Und ehrlich gesagt, sie haben auch nicht geschmeckt. Einzig die typische Nase des Sauvignon Blanc ließ ein bischen Freude aufkommen. Danach war nichts was im Gedächtnis blieb. Flach und oberflächlich beschreibt es wohl am besten. Mag sein, dass auf Grund der jährlichen Massenaufläufe von Touristen aus Asien und dem Rest der Welt in Weimar der Wein ein Erfolg wird, besser wird er dadurch nicht. Allein der Transport von Weimar nach Dresden, wo die Trauben verarbeitet werden, ist mir ein Rätsel. Die Qualität muß einfach leiden. 

Sei es drum, der Wein von der Lage "Bahnlinie Kromsdorf" wird verkauft werden und die Weimarer lieben ihn heute schon. Na dann Prost.  

Résumé

Unsere Toperzeuger Die Top10 des Jahrgangs 2011

1. Weingut Pawis

2. Schloß Proschwitz

3. Weingut Hey

4. Weingut Gussek

5. Weingut Lützkendorf

6. Gleinaer Weingut Böhme 

7. Weingut Böhme Kirchscheidungen

8. Weingut Born

9. Weingut Jan Ullrich Seußlitz

10. Weingut Matyas, Weingut Zahn

Bei den Weinen haben wir uns auf die "populären" beschränkt und dennoch zur Kenntnis genommen, dass die Experimentiefreudigkeit ein sehr hohes qualitatives Niveau erreicht hat.

Kategorie bester Wein von den vorliegenden Weinen bei der Jungweinprobe:

Müller Thurgau

Sachsen: Weingut Matyas und Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Hubertus Triebe

Riesling Spätlese

Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Weingut Bernard Pawis und Weingut Hey

Weißburgunder QbA

Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Weingut Uwe Lützkendorf

Weißburgunder Prädikatswein

Sachsen: nicht vergeben

Saale Unstrut: Weingut Bernard PawisWinzerhof Gussek und  Weingut Hey

Grauburgunder Prädikatswein

Sachsen: Schloß Proschwitz

Saale Unstrut: Winzerhof Gussek für Jahrgang 2010 Barrique und Weingut Bernard Pawis

Traminer QbA

Sachsen: Weinbau Frédéric Fourré

Saale Unstrut: nicht vergeben

Traminer Prädikatswein

Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz

Saale  Unstrut: Weingut Klaus Böhme und Weingut Uwe Lützkendorf

Rotwein:

Winzerhof Gussek für 2009 Spätburgunder Barrique

 

Die Top 3 Weine der Verkostung

1. Weißburgunder - Grauburgunder Cuvée Nr. 1 Weingut Hey

2. Weißburgunder Spätlese trocken Weingut Bernard Pawis

3. Grauburgunder 2010 Barrique Winzerhof Gussek

Allen viel Spaß beim Verriß unserer Meinung. Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion.

Tags: Prinz zur Lippe, Weingut Pawis, Jungweinprobe, Weingut Matyas, Weingut Böhme, Weingut Gussek, Weingut Hey, Weingut Born
Autor: Stevie Huppenbauer | 14.04.2012 um 11:54 Uhr | 0 Kommentare

51° nördlicher Breite oder der Wein der aus der Kälte kam!

Nein liebe Weinfreunde, das Weinanbaugebiet Saale - Unstrut liegt nicht am Nordpol! Obwohl man in den kalten Februartagen dieses Jahres, durchaus  davon ausgehen konnte. Bis zu minus 30°C in einigen Tallagen des Anbaugebietes, setzten den Reben erheblich zu. Ob es letztlich zu großen Ausfällen führen wird, ist derzeit noch im Ungewissen.

Aber der Winter ist nunmal nicht abzuschaffen, auch noch so hartnäckige Versuche, durch das anpflanzen von Kirschlorbeer, Lavendel und Olivenbäumen in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends, die Natur zu überlisten, schlugen fehl. Der Kirschlorbeer wird allerorten ausgegraben, der mediterran leuchtende und riechende Lavendel hat schon im letzten Winter den Geist aufgegeben und die Olivenbäume wollen einfach nicht tragen.

Man kann sagen, das Projekt warmer Winter ist gescheitert. Kläglich.

Aber mal Spass beiseite, es ist seit ungefähr 1000 Jahren so, so lange wird an Saale Unstrut Wein angebaut, die Winter können unerbittlich hart sein und die Arbeit im Weinberg von Jahren zu nichte machen. Da hilft nichts, außer den Wein, an den  rund um Freyburg zu erkennenden Terrassierungen und Steillagen wieder heimisch zu machen. Der letzte Winter hat erneut zu erkennen gegeben, dass sich Schäden in den Steillagen in den Grenzen hielten, die für die Winzer zu verkraften sind.  Tallagen hingegen, dort wo die Kälte steht, haben doch sehr gelitten.  

Nun den Winzern aus der Deckung zu zu rufen: "urbanisiert die verwilderten Steillagen" ist genau so törricht, wie sie aufzufordern, die Weinberge zu beheitzen.  Was also tun? Ich sehe es so, Weinproduktion gepaart mit Tourismus und Rekultivierung alter brachliegender Steillagen entlang der Unstrut ist möglich, weil es wirtschaftlich sinnvoll ist und eine Kulturlandschaft verschönert, die wiederum mehr Touristen lockt.  Die Verluste der Winzer werden geringer und sind nicht mehr Existenz bedrohend.

Mein Vorschlag an die Winzer, lasst das Gerede um die Vermarktung des 51° und ladet die Politik ein, gemeinsam einen Weg zu definieren, der allen nützt. 

Es geht nicht darum, zusätzliche Rebflächen zu schaffen, vielmehr ertragsgefährdete Lagen aufzugeben und die traditionellen Steillagen wieder zu beleben. Natürlich, das geht nur mit öffentlichen Mitteln und die sind dem vernehmen nach knapp. Aber, anstatt holländische Schweinemastanlagen, Agrargroßindustrie und Aktien von Lebensmittelkonzernen zu subventionieren, wären Prämien oder Zuschüsse für Winzer, die ein Stück Kulturlandschaft rekultivieren, ein probates Mittel Zukunft zu sichern. Arbeitsplätze entstehen dann von ganz allein.

Tags: Weinanbaugebiet Saale - Unstrut, Weinbau im Norden, Lavendel, Steillagen, Terrassierung
Autor: Stevie Huppenbauer | 03.04.2012 um 07:53 Uhr | 0 Kommentare

Es wird kalt zu Ostern, aber es gibt ja Wein und Schokolade

Die uns bekannten Geschichten beider Genussmittel können unterschiedlicher nicht sein. Schokolade (Kakao) wurde überhaupt erst am Anfang des 16.JH von den Spaniern nach Europa gebracht. Erst weitere 250 Jahre später, durch die Entwicklung von Rudolph Lindt aus Bern, wurde die erste Milchschokolade hergestellt. Wein hingegen, war zu dieser Zeit schon ein paar tausend Jahre in "vieler Munde".

So ist es also auch nicht verwunderlich, das zaghafte Versuche Wein und Schokolade geneinsam zu genießen, wohl in der Mitte des letzten Jahrhunderts begannen und erst um die Jahrtausenwende, zum Thema der Weinfreaks wurden.

Und für alle die es noch nicht wissen, bietet Ostern den perfekten Anlaß es doch mal zu versuchen. Für wirklichen Genuß sollte man folgende Regeln beachten:

Rotweine die Rebsortenrein ausgebaut werden, etwa Merlot, Tempranillo, Garnacha und Zweigelt  enthalten neben beerigen Aromen oftmals auch Düfte von zartbitter Schokoladen. Zu diesen Weinen bieten sich also dunkle Schokoladen an, um einen harmonischen Geschmack zu erreichen.

Zu Schokoladen mit sehr hohem Kakaoanteil (90-99%) empfehlen sich Eisweine und Auslesen aus roten Trauben oder Weine aus sehr warmen Regionen, die sehr taninhaltig sind.  

Bei Schokoladen mit wenig Kakao, also etwa eine normale Vollmilchschokolade, empfehle ich eine Liason mit edelsüßen Weißweinen.

Schokoladen des heutigen Trends, etwa 60% Kakaoanteil können sehr gut zu fruchtbetonten Rotweinen etwa von der Rhone oder aus dem Burgund und natürlich aus Italien und Spanien  passen.

Dazwischen gibt es natürlich viele Grauzonen, die es zu erkunden gilt.

Viel Spaß dabei und fröhliche Ostern



Tags: Kakao, Schokolade, Rudolph Lindt, Rotwein, edelsüße Weine
Autor: Stevie Huppenbauer | 31.03.2012 um 09:24 Uhr | 0 Kommentare

Bordeaux 2009 kommt in die Regale

Der 2009 Jahrgang an der Gironde ist nach Auffassung aller Weinpäpstinnen und Weinpäpste das vermutlich Beste, was es seit dem 1982 Jahrgang gegeben hat. Die logische Konsequenz dieser Einschätzungen ist, die Weine dieses Jahrgangs werden rar und teuer sein.

Immerhin, 19 Weine wurden mit 100 Parker Punkten bewertet, und so quasi noch vor der S Klasse aus Sindelfingen, zum Importstar Nummer 1für China und Indien.

Aber liebe Freunde, für uns bleiben ja noch die vermeintlich "Kleinen", mit deren Preisen zwischen 10 und 50€ man vermutlich die zahlungskräftige, 400 Mio. große Mittelschicht beider Länder, wohl beleidigen würde.

Das schöne daran ist, dass auch diese Weine, ob nun links oder rechts der Gironde etwas von dem haben, was man gemein hin als "Großen Wein" bezeichnet. Freuen wir uns also auf diesen Jahrgang und genießen wir ihn so, wie es Europäer immer taten, in Demut und Freude und nicht in der Badewanne. Und wer die Möglichkeit hat, sich die eine oder andere Flasche mehr zu leisten, sollte es tun, man kann Weine steuerfrei vererben, oder ? Sei es drum, wir werden uns auf maximal 10 -15 Weine dieses Jahrgangs beschränken und ausführliche Angaben zur Lagerung etc. machen.

Tags: Parker, 100 Punkte, Gironde, Jahrgang 1982, Jahrgang 2009