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Autor: Stevie Huppenbauer | 11.03.2012 um 13:11 Uhr | 0 Kommentare

Rieslingfeuerwerk bei Jungweinprobe auf Weingut Pawis

Am 10.03.2012 fand auf dem Weingut der Familie Pawis eine, aus meiner Sicht, denkwürdige Jungweinprobe statt. Bernard Pawis und sein kleines familiäres Weinteam präsentierten Weine, die in Ihrer Gesamtheit zum Besten zählt, was ich je getrunken habe.  Eine Kollektion von Weinen am oberen Limit ohne Ausfälle, aus denen die Rieslinge noch herausragen. Sicher, die Natur hat es in 2011 mit den Saale Winzern gut gemeint, aber dennoch spürt man bei jedem Wein dieser Jahreskollektion die unverwechselbare Handschrift von Bernard Pawis. Es ist diese Ausgewogenheit und Komplexität gepaart mit Frische, Frucht und Feingliedrigkeit im Duft und am Gaumen, die seine Weine kennzeichnen.

Es ist eine beinah philosophisch zu nennende Herangehensweise die da praktiziert wird. In den Weinen der Familie Pawis wird traditionelles ebenso gepflegt wie modernes, gutes bewahrt und weiter entwickelt, unnötiges abgelegt.

Es sind Saale-Unstrut Weine und sie haben doch Merkmale großer  Weine anderer Breiten ohne zu verfälschen, ein Silvaner ist ein Silvaner und kein Orvieto, wie manchmal in Franken zu schmecken. Großes Kino auch in diesem Jahr wieder die Burgunder, die noch etwas Zeit brauchen, vor allem und naturgemäß der Spätburgunder. Aber man kann sichauf rosige Zeiten mit diesen Weinen freuen.

Die anderen Roten von Regent und  Portugieser zum  Dornfelder und Zweigelt ist alles besser, als man es schlicht weg von Saale Unstrut erwartet. Allen Zweiflern, ich gehörte selbst lange dazu sei gesagt, probieren sie den Pawis Zweigelt oder den Dornfelder aus dem Barrique, sie werden überrascht sein.

Alles in allem, von den einfachen Qualitäten bis hin zu den Topweinen und nicht zu vergessen die drei Auslesen zum Teil spontan vergoren, erwartet uns ein Pawis Jahrgang, wie er in seiner Gesamtheit für mich noch nie besser war. Herzlichen Glückwunsch und Danke für diese Weine.

Tags: Jungweinprobe, Weingut Pawis, Bernard Pawis, Kerstin Pawis, Saale- Unstrut Weine
Autor: Stevie Huppenbauer | 04.03.2012 um 18:30 Uhr | 0 Kommentare

Fastenzeit ohne Alkohohl, aber nicht ohne Wein

So genau weiß ich gar nicht wie das bei den Protestanten mit der Fastenzeit zu geht. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Luther Fasten gut fand. Wie dem auch sei, es wird gefastet, meistens nicht aus Glaubensgründen, eher der Gesundheit wegen.

Da aber nunmal trinken von Saft auch in der Fastenzeit erlaubt ist, weil gesund, hat der größte spanische Winzerbetrieb Torres den Natureo erfunden. Natürlich nicht nur für die Fastenzeit, es gibt dieses wohlschmeckende Weingetränk, dass sich immer größerer Beliebtheit erfreut, dass ganze Jahr über und kaum zu glauben, aber wahr,  er schmeckt.

Also ihr Fastenjünger, wir haben ihn und ihr könnt ihn kaufen. Das warten auf Ostern wird nicht so lang, die Gesundheit leidet auch nicht, freut euch auf Natureo

Tags: Torres, Natureo, Fastenzeit, Martin Luther, Gesundheit, Protestanten
Autor: Stevie Huppenbauer | 26.02.2012 um 13:41 Uhr | 0 Kommentare

Kultur, Wein und kulinarisches

Die Winzerbetriebe Hey und Pawis bereichern auch in diesem Jahr wieder die kulturelle Landschaft zwischen Naumburg und Freyburg. Mit vielfälltigen Veranstaltungen locken beide Betriebe Wein und Kunstliebhaber gleichermaßen auf die Weingüter. 

Höhepunkte dieser Veranstaltungen sind auf dem Weingut Pawis die Veranstaltungen " Kultur und Gut" auf denen sich Spitzenköche mit Menüfolgen und Künstler unterschiedlicher Genres präsentieren. 

Termine 14.04.2012 und 25.08.2012.

Unser Tipp

Am 25.08.2012 kocht Ralf Kannegießer vom Schloßrestaurant Droyßig. Das sollte man nicht versäumen. Kreativität und regionale Bodenständigkeit bei der Produktauswahl überzeugen jeden Gourmet. Kannegießer fängt dort an zu kochen, wo andere glauben fertig zu sein.

Weiterhin zu erleben auf dem Weingut Pawis

04.08.2012 Weißweinparty

08.09.2012 Große Rieslingprobe

07.07.2012 Wein, Jazz und Barbeque

weitere info unter  www.weingut-pawis.de


Das Weingut Hey hat in den letzten Jahren immer versucht, eine Symbiose aus Wein und Kultur zu formen. Auch in diesem Jahr hat die Familie Hey wieder einige feine Veranstaltungen geplant.

Besonders erwähnt seien hier die literarischen Momente in Form von Lesungen. So zum Beispiel am

16.06.2012 "Maria, ihm schmeckt`s nicht"  gelesen von Schauspieler und Regisseur Paul Sonderegger . Dazu kocht der "Dauergastkoch des Weingutes"  Antonio von der Trattoria Gallo Nero, ein feines Menü.

Weitere ausgewählte Termine:

07.07. und 08.09.2012 Sommertheater (Gastspiele des Naumburger Theaters)

27.07.2012 Alles Riesling oder was?

29.09.2012 Mittsommernachts - Träumerei

Weitere info unter www.weinguthey.de

Im Übrigen warten beide Betriebe in diesem Jahr erstmals mit einem spontan vergorenen Riesling auf. Man darf sich freuen und trauern zu gleich,  die Qualitäten sind  einzigartig , die Mengen eher bescheiden.

Allein es gewagt zu haben, ist allemal mehr wert, als nur auf die Sonne zu warten. Dank an beide  für wirklich große Weine.

Tags: Weingut Pawis, Weingut Hey, Kultur und Gut, Maria, ihm schmeckt´s nicht, Riesling, Naumburger Theater, Schloßrestaurant Droyßig, Bernd Kannegießer, Trattoria Gallo Nero,
Autor: Stevie Huppenbauer | 10.02.2012 um 16:34 Uhr | 0 Kommentare

10 Fragen an .... heute, Matthias Hey

1. Frage

Zur Person Matthias Hey

Am 07.10.1982 in Schkeuditz bei Leipzig geboren. Neben kurzen Zwischenstopps in Leipzig und Mecklenburg-Vorpommern im beschaulich-ländlichen Mücheln/Geiseltal aufgewachsen. Seit 1999 Besuch der Landesschule Pforta bei Naumburg. Ab 2003 bis 2005 Studium in der Studienrichtung Weinbau und Oenologie an der Fachhochschule Wiesbaden in Geisenheim. Von 2005 bis 2007 Studium an der Universitá degli Studi di Udine. 2008 Abschluss des Studiums mit einem Doppeldiplom Dipl.-Ing.(FH) für Weinbau und Oenologie und dem italienischen Universitätsabschluss Laurea in viticoltura ed enologia. Auszeichnung der Diplomarbeit mit dem Karl-Bayer-Preis. Seit 2007 wieder in Naumburg. 2008 Gründung des Weinguts Hey.   

2. Frage

Warum Winzer?

Wenn man so wie ich nicht aus einer Winzerfamilie stammt, ist der Weg zum Winzerberuf nicht gerade nahe liegend. Und so waren es bei mir einige Zufälle, die mich auf diesen Weg geführt haben. Ich besuchte die Landesschule Pforta in der Nähe von Naumburg und in dieser Zeit entdeckten auch meine Eltern ihre Liebe für diese Region, die ich nun auch meine Heimat nenne. Meine Eltern Reinhard und Sigrun waren und sind ausgesprochene Weinliebhaber. In Naumburg erfüllte sich Ihr Traum von einem eigenen kleinen Weingut. 2001 kauften sie einen malerisch gelegenen Steillagen-Weinberg in der Lage Naumburger Steinmeister samt Gebäuden. Dieses verwilderte Stück Land erforderte die Kraft der ganzen Familie und so lernte auch ich die Arbeit im Weinberg kennen, was es heißt Reben zu schneiden, wie mühsam es ist einen Rebstock zu Pflanzen und wie über das Jahr hinweg Natur und Reben sich entwickeln. 2002 machte ich mein Abitur und nun stand die große Frage im Raum „Was nun?“. Für mich war es nicht ganz leicht diese Frage zu beantworten, da verschieden Interessen für Literatur, Philosophie und Medizin und seit einiger Zeit auch die Arbeit im Weinberg miteinander konkurrierten. Letztendlich war der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung Winzer zu werden derjenige, dass ich etwas nicht zu kopflastiges machen wollte sondern etwas bei dem ich mit meinen Händen arbeiten kann. Also etwas Ursprüngliches, nah an der Natur.

Wobei die anderen Interessen  nun ihren Ausdruck in einem umfangreichen Kulturprogramm finden. Ganzjährig finden im Weingut Lesungen, Konzerte und kulinarische Weinproben statt.  

3. Frage

Ihr Lieblingswein aus eigener Produktion und international ?

Eigene Produktion:

Es ist immer schwierig auf die Frage nach dem Lieblingswein aus der eigenen Produktion zu antworten, da hinter jedem Wein eine Idee steht. Ein Gast sagte mir mal, dass meine Weine da Sie so viel Pflege, Ideenreichtum und Geduld erfordern  ja fast so was wie Kinder für mich wären. Den Vergleich fand ich gut. Nun haben Sie Kinder? Und dann sagen Sie mal welches ihrer Kinder sie am meisten Lieben. Schwierig oder?

Was ich aber sagen kann ist, dass im Naumburger Steinmeister Weißburgunder Barrique besonders viele Ideen, Geduld und ein besonderes Weinerlebnis stecken, die diesem Wein sein Gesicht gegeben haben. Daher ist dieser Wein aus meinem Sortiment für mich ein ganz besonderer Wein.

International: 2003er Refosco von Le Vigne di Zamó (Friaul)

 

4. Frage

Was bedeutet für Sie Terroir Wein?

Terroir bedeutet für mich, dass die Lage und der Boden auf dem die Rebstöcke gedeihen zum Ausdruck kommen, d.h. schmeckbar sind. Wir besitzen ausschließlich Steillagen-Weinberge in der Lage Naumburger Steinmeister. Diese sind geprägt durch ihre Muschelkalkböden. Am unverwechselbarsten kommt für mich die Ausprägung des Terroirs bei unseren Rieslingen zur Geltung. Das sind für mich Terroir Rieslinge bei denen man jedes Jahr aufs Neue ganz klar die Lage schmecken kann. Kein Mosel oder Rheingau-Riesling, nein! Eindeutig ein Steinmeisterriesling.

 

5. Frage

Warum erstmals Spontangärung?

Das Thema Spontangärung hat mich schon sehr lange interessiert. In meiner Zeit in Italien habe ich erste praktische Erfahrungen damit gemacht. Nicht jedes Jahr eignen sich die Trauben für eine spontane Vergärung. Dieses Jahr waren die Voraussetzungen gegeben das „Risiko Spontangärung“ einzugehen. Hefen  Die Trauben waren vollreif und gesund. Daher war es nun soweit, dass ich eine Riesling Spätlese spontan vergären lies. Das Ergebnis ist atemberaubend und so denke ich, dass es in Zukunft mehr spontanvergorene Wein vom Weingut Hey geben wird.

6. Frage

Ihr Verhältnis zum Barrique Ausbau

Nun, hier muss ich sagen, dass ich da eindeutig durch meine Zeit in Italien geprägt bin. Unsere Rotweine, ausgenommen vom Portugieser, reifen komplett über den Zeitraum von 12 Monaten im traditionellen Barriquefass. Meine Erfahrung ist, dass dadurch und durch lange Maischestandzeiten bei den Rotweinen auch an Saale- und Unstrut Rotweine mit Dichte, Komplexität und südlichem Charme hergestellt werden können. Bei den Weißweinen gibt es nur beim Weißburgunder eine Variante, die im Barriquefass nach französischem Vorbild vergoren wird und dort für etwa drei Monate reift. Kurz gesagt, nicht jeder Wein sollte in ein Barrique kommen, aber viele der großen Weine dieser Welt sind nichts anderes als eben Barriqueweine und das nicht ohne Grund!

7. Frage

Weine im Supermarkt, Ihre Meinung

Weine im Supermarkt ist eine schwierige Sache. Ich kaufe dort keinen Wein. Denn die Weine die dort stehen sind anonym, man kann sie nicht probieren und eine kompetente Beratung gibt es meistens auch nicht. Daher lieber zum Fachhändler oder zum Winzer direkt gehen. Denn die kennen jeden Ihrer Weine und die Persönlichkeiten und die Geschichten die hinter den Weinen stehen. 

8. Frage

Ihre Weinempfehlung zum Spargel (eigene Produktion)

Ganz klar. Unser 2011er Gutedel Gutswein trocken!

9. Frage

Was halten Sie von Weinen aus Übersee?

Weine aus Übersee haben mittlerweile eine große Bedeutung in der Weinwelt. Das was man in Deutschland meist kennt sind Überseeweine riesiger Weingüter, die nach industriellen Maßstäben erzeugt werden. Das Problem ist, sie sind geschmacklich oft sehr gut und vom Preis-Leistungsverhältnis noch besser. Für traditionelle Weingüter, wie wir es sind ist das eine Herausforderung denn neben dem Geschmack unserer Weine, der überzeugen muss, müssen wir auch kommunizieren was unsere Weine besonders macht. Das sind Handarbeit statt vollmechanisierte Traubenverarbeitung, das sind traditionelle Verfahren der Weinbereitung statt Chips und Schönungsmittel, das sind unsere historischen Steillagen auf denen unsere Rebstöcke gedeihen statt Quadratkilometer große Monokulturen. Aber es wäre unfair zu sagen, dass alle Weine aus Übersee Massenweine sind, das nicht, aber leider viele. Daher ist es wichtig zu hinterfragen was man da gerade im Glas hat. 

10. Frage

Was würden Sie mit Ihrem Wein niemals machen?

Mit Cola mischen!!!

 

 

 

 

 

Tags: Mattias Hey, Terroir, Barrique, Rotwein, Spontangärung, Naumburger Steinmeister, Weine im Supermarkt, Spargel und Wein, Gutedel
Autor: Stevie Huppenbauer | 27.01.2012 um 11:21 Uhr | 0 Kommentare