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Autor: Stevie Huppenbauer | 24.06.2016 um 23:32 Uhr | 0 Kommentare

Der Wein und die EU

Ja die Britten haben die Nase voll, wenn auch nur knapp die Hälfte, aber immerhin.
Für den britischen Wein hat das keine Auswirkungen, weil es ja im Prinzip keinen gibt. Für die europäischen Weinerzeuger schon, aber im Grunde, wird sich das alles irgendwie einpegeln. Die Britten trinken viel Wein und von daher wird der Weinversand irgendwann ein bisschen schwieriger, ich denke es wird nicht ganz so krass wie in die Staaten, da die Britten keinen Binnenmarkt schützen müssen. Aber einfacher wird es auf keinen Fall, da würde nur die komplette Auflösung der EU Strukturen etwas bringen. Vor allem dann,  wenn jeder einzelne Staat die Hoheit über seine Weinerzeugung zurück erlangt. Dann kann sich an Saale-Unstrut zum Beispiel niemand mehr dahinter verstecken, dass das alles in der EU festgelegt ist. Dieser kastrierte Blödsinn aus dem einen oder anderen Mund  zeugt doch nur von Unkenntnis und planloser Faulheit, etwas verändern zu wollen.
In einer Broschüre der Gebietsweinwerbung habe ich neulich gelesen, dass der Freyburger Schweigenberg ein großartiges und vor allem einmaliges  Zeugnis  deutscher Weinkultur darstellt. Wenn dem so ist, dann stellt sich die Frage, warum ein so einmaliges Wein-Kultur-Denkmal nicht auch so heißen darf. Als Einzellage gibt es dieses Denkmal nämlich nicht, da heißt es Freyburger Edelacker. "Ändern könne  man das nicht, weil die Lagen ja schließlich bei der EU so eingetragen sind". Was ist das bloß für eine verdammte bürokratische Sch…. Aus weintechnischer Sicht  wäre die Auflösung der EU ein Segen. Und im Grunde trifft das für alle Wirtschaftszweige zu. Wozu benötigen wir ein EU Parlament in dem ausgediente Politiker und Wirtschaftsfunktionäre sich das Hinterteil  vergolden? Regeln aus der Zeit des kalten Krieges werden angewendet nur damit alles so bleibt wie es ist. Und für Ahnungslosigkeit, Faulheit und Machtgeilheit im Jahr rund 300.000,00 Euro zu kassieren, ohne Verantwortung zu tragen, ist schon eine krasse Leistung. Völlig klar, dass all die, die da abkassieren an der EU in ihrer Gänze nicht rütteln wollen, inklusive Herr Henkel und Frau von Storck. Aber, und das ist die gute Nachricht, es wird sich nicht aufhalten lassen. Na und, dann zeigen wir eben an den Grenzen unsere Pässe, oder auch nicht, den das Schengener Abkommen zwischen den EU Ländern kann doch einfach bestehen bleiben. Und Importzölle lassen wir auch einfach weg und schon ist alles wie immer  nur ohne die bürokratische Übereinkunft für Dauerfaule, die sich in einem Parlament das Gesäß breit sitzen. Wenn sie überhupt erscheinen. 
Um wieder auf den Wein zurück zu kommen, es ist gar nicht auszudenken, wie viele neue Ideen entstehen können und darüber bestimmen die , die es zu verantworten haben. Natürlich muss es kontrolliert werden, aber eben vor Ort und nicht in Brüssel.
Die Auswirkungen sind fast nicht zu ertragen, Qualität als Maß der Dinge. Die Flächen werden kleiner und effizienter, der Profiteur ist der Konsument. Der EU-Parlamentarier, den gibt es dann nicht mehr. Schöne Utopie? Ich hoffe nicht. Es lebe der Brexit. Das größte historische Ereignis seit dem Prager Frühling, der einzig wirklichen Revolution in den  letzten 150 Jahren. Sorry Leipzig, wir waren nur die Vollstrecker der Ideen von Prag. Blasen wir der EU das Licht aus und feiern wir unser Europa ohne Grenzen vom Atlantik bis zum Ural, von Irland bis zum Bosporus. Dem Wein wird es gefallen und mir auch. Es lebe Europa.

Rainer Albert Huppenbauer 

Autor: Stevie Huppenbauer | 23.06.2016 um 14:13 Uhr | 0 Kommentare

Der Plan des Christoph Lindner

Christoph Lindner kam im komplizierten Jahr 2010 in das Landesweingut nach Kloster Pforta. Mit grundsolider Ausbildung als Winzer  und abgeschlossenem Studium in der Tasche, landete er im gebeutelsten Weinkeller der Region. Ein Hochwasser hinter und das nächste vor sich, begann er als Kellermeister seinen Plan zu verwirklichen. Nach und nach sammelte er die Erfahrungen ein und führte einige seiner Weine an die Spitze der regionalen Weine. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, er weiß was er will, er definiert sich ein Ziel, das er verantwortungsbewusst verfolgt. Mit Ausnahme der Hochwassergefahr besteht im Moment kein Grund zur Besorgnis. Der Keller ist Dank der Eigentumsverhältnisse, der wohl am besten ausgestattete Keller an Saale-Unstrut. Barrique aus besten französischen Hölzern aus dem Limousin und, damit das Geld im Land bleibt, die großen Fässer von einheimischen regionalen Erzeugern wie Familie Romberg.

Die Weine bekommen die Zeit und Ruhe die sie benötigen, vom 2015er Jahrgang sind bislang nur die Gutsweine gefüllt. Ich möchte nun nicht zu viel ausplaudern, aber bei den vorgenommenen Fassproben waren schon einige Knaller dabei. Der Weißburgunder Barrique, schon sehr schön rund und dem Jahrgang geschuldet, feingliedriger und eleganter als sein Vorgänger. Auch auf den Grauburgunder darf man sich freuen. Die beiden Rieslinge haben sich noch nicht komplett entschieden wo es hingeht, aber auch hier ein schöner Schritt nach vorn. Da ich in meinem neuen Buch ein Porträt von Christoph Linder schreiben werde, möchte ich hier den Beitrag mit dem Wunsch schließen, dass die politischen Veränderungen im zuständigen Ministerium nicht da weiter machen, wo die Vorgänger schon versagt haben.

Der zuständigen Ministerin möchte man folgendes  zurufen: Schaffen Sie den Aufsichtsrat ab, und wenn es die Landesusancen schon fordern, dass es so ein Gremium gibt, dann ändern Sie die Usancen. Dieses Weingut stellt sich gerade neu auf, tolle junge Menschen üben verantwortungsvolle Arbeit aus. Die Weingärten sind grandios in Schuss – das war nicht immer so. Treffen sie, liebe Frau Ministerin, Entscheidungen für die jungen Menschen, die dort arbeiten und hier bleiben wollen. Ein Mann wie Christoph Lindner, um nur ein Beispiel zu nennen, könnte mit seinem Wissen und seinem Talent überall auf der Welt arbeiten. Nirgendwo müsste er Angst haben, dass nach eine Woche Regen ein Fluss durch seinen Keller fließt. Liebe Frau Prof. Dr. Dalbert, tun sie etwas, dass diese Jugend im Land bleibt, sie haben es versprochen und dafür habe ich sie auch gewählt.

Rainer Albert Huppenbauer           

Autor: Stevie Huppenbauer | 06.06.2016 um 22:52 Uhr | 0 Kommentare

Bestes vom Süßen See - Weingut Born


Das Weingut Born gehört, so sagt man, zu den Urgesteinen der Saale-Unstrut-Weingüter. Der Haken ist, es fühlt sich anders an. Urgestein hat was Althergebrachtes und Langweiliges an sich. Genau das ist dieses Weingut nicht. Wir sollten Urgestein anders definieren.
Natürlich, die Borns sind ein Generationen Betrieb, seit kurzem mit eindeutiger Perspektive in die Zukunft nach Elisabeth und Jochen. Da gehen sie wohl wieder mit mir durch - das macht der Wein, beide Hauptpersonen des Familienweingutes sind so herrlich jung, dass sich das Nachdenken über die nächste Generation noch nicht lohnt? Andererseits: Time is running fast.
Nun gut, vor kurzem hatte ich die Möglichkeit in einer Privataudienz bei Jochen Hinderer, den 2015er Jahrgang zu probieren. Einige Proben noch im Fass bzw. Tank, den Rest der bereits gefüllten Weine habe ich heimlich probiert. Mein globales Urteil: Es ist eine große Freude diese Weine zu trinken. Unkompliziert, geradlinig und sehr präzise. Das gilt für alle Weine. Mit präzise meine ich das, was ich von einem Saale-Unstrut-Wein erwarte (lebendig-elegant, mineralisch, feingliedrig). Alle Weine erfüllen diesen Anspruch. Der Winzer, hin und wieder noch etwas grüblerisch in der eigenen Bewertung seiner Ergebnisse, kann sich ruhig mal auf die Schulter klopfen. Nicht etwa weil er Papa wird, sondern weil beide (Elisabeth Born und Jochen Hinderer) einen, dem Potential des Jahrgangs entsprechenden Wein in die Flaschen bringen. Zu guter Letzt, sozusagen das Sahnehäubchen, einige wenige Flaschen Sauvignon Blanc, der alle Zweifler nach einer Stunde straft. Ein toller Wein, der mit etwas Luft zu einem wirklichen Geschmackserlebnis wird. Ganz am Rande fällt mir ein, dass es seit diesem Jahr eine neue schmucke Vinothek gibt und weitere bauliche Veränderungen mit schwäbischem Geschick in Arbeit sind. Viel Glück der Familie, macht weiter so. 

Impressionen


Die neue Vinothek



Jochen Hinderer und Elisabeth Born


Rainer Albert Huppenbauer 06.06.2016

 
Tags: Weingut Born, Saale-Unstrut-Wein, Höhnstedt
Autor: Stevie Huppenbauer | 30.04.2016 um 01:06 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinproben bei Gussek und Hey!

Ha, werden einige sagen, ist doch völlig klar, der verkauft die Weine von den beiden und muss es gut finden, was die in die Flaschen füllen. Nein muss er nicht. Aber, mit kurzem Abstand betrachtet, war das schon was Besonderes, was die beiden da auf die Flaschen brachten. Gussek nüchtern, elegant und arbeitend. Hey suchend, fragend und jugendlich . Beide, wie beim Simultanschach, präzise wie ein Uhrwerk.  Zwei Weinstile die aufeinander losgehen wie Walther Mathau und Jack Lemmon in ihren besten Tagen. Das männliche Traumpaar der Filmindustrie, zu Hause an Saale-Unstrut.  In der Tat, beide schenken sich nichts und demonstrieren eher die gleiche Lässigkeit der beiden vermutlich besten Akteure Hollywoods. Im Detail heißt das, zwei Typen, zwei Weinstile,  eine Seele.  Zum Glück sind Hey und Gussek noch am Leben. Meine beiden anderen Freunde der guten Unterhaltung besuche ich später. Noch ist die Zeit nicht gekommen.
Die Weine des 2015er Jahrgangs beider Winzer markieren einen Einschnitt in der Saale-Unstrut-Weingeschichte. Es ist schön das erleben zu dürfen. Matthias Hey  hat diesem Jahrgang gar eine literarisch schöne Empfindsamkeit beigefügt, die so nicht zu erwarten war, fällig war sie längst. Ja Matthias, man darf Frau Merkel eine Holzziege nennen. Aber nicht das ist das Bemerkenswerte, es ist dein geglückter Versuch, etwas ganz anderes zu machen,  eigentlich ist es das Normale. Die Neugier wie Du schreibst. Sich öffnen. Das bist DU. Es ist dein Weg, dein Wein und deine Stimme. Es ist ein Segen für uns Trinker. Andre Gussek lebt das anders aus: Weise und prinzipiell, weniger fragend, die Antwort denoch suchend, ein Angebot.    Eben als Andre Gussek,der Weindenker, der Kunstliebhaber. Und so gesehen freue ich mich eure Bekanntschaft gemacht zu haben. Wieder etwas dazu gelernt. Was soll ich über die Weine sagen? In beiden Fällen gnadenlos, präzise und einnehmend. Mehr gibt es nicht zu berichten. Lesen Sie meine Beschreibungen.
 
Rainer Albert Huppenbauer
30.04.2016      

Autor: Stevie Huppenbauer | 27.04.2016 um 11:39 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Vinothek eröffnet Weinhandlung in Naumburg/Saale


"STEINWEG NEUN" in Naumburg / Saale noch 50 Meter bis zum DOM!

Was Amazon kann, kann ich auch. Genau wie der Internet - Dino Amazon, nur eben etwas kleiner, eröffnen wir am 14.05.2016 einen stationären Weinhandel. Früher sagte man einfach Weinhandlung dazu. Wir haben uns dazu entschlossen, weil sich daraus für unseren Internethandel zusätzliche Möglichkeiten ergeben, die Internetplattformen Vinamundi.de und Saale-Unstrut-Vinothek bekannter zu machen. Zum anderen möchten wir mit der Vinothek im Naumburger Steinweg, mit einer niveauvollen und fachlich hoch qualifizierten Weinberatung, in einem schönen Ambiente, einen Beitrag zum Ansehen der Saale-Unstut-Weine leisten. Die Weinhandlung wird die Möglichkeit bieten, die Weine auch zu probieren und eine kleine, zum Wein passende Speiseauswahl - Antipasti und Tappas zu genießen. Darüberhinaus werden durch unsere Einkaufsmöglichkeiten in den großen europäischen Weinländern verschiedene Delikatessen wie Öle, Oliven etc. angeboten. Zusätzlich zum Saale-Unstrut-Weinangebot werden Weine aus allen deutschen Weinanbaugebieten vertreten sein. Eine kleine, aber feine Auswahl internationaler Weine, sowie ausgewählte, hochwertige Spirituosen sind ebenfalls vorgesehen.  Zu guter Letzt möchte ich mein Wissen über Wein in Form von Seminaren, moderierten Weinproben, kleineren kulinarischen Weinabenden mit Gästen wie Köchen und  Winzern gern weitergeben. Zum Konzept gehören ebenfalls kulturelle Veranstaltung mit mir persönlich bekannten, namhaften Künstlern, die bei einem Gläschen Saale-Unstrut-Wein über ihr Schaffen, sei es nun aus Film, Musik, Literatur oder Malerei berichten.
Meine Familie und ich freuen uns  auf die Umsetztung des Konzeptes, dass es so in der Region noch nicht gibt. Wir erachten es für das Ansehen der Saale-Unstrut-Region, ihrer Kultur und ihrer Weine für wichtig, dass der Wein im Kontext bekannter Persönlichkeiten erwähnt wird, und so über die regionalen Grenzen hinausstrahlen kann. Alle anderen Projekte, zum Beispiel Saale-Unstrut-Supreme, Aktivitäten mit dem bekannten Eventkoch Daniel Dittmar, mein Saale-Unstrut-Buch und natürlich der Versandhandel werden weiter vorangebracht. In der Weinhandlung beabsichtigen wir, die Weine der Winzer anzubieten, mit denen wir in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben. Hinzukommen die Weine von Wolfram Proppe, ausgewählte Weine vom Weinbau Bobbe und weiterer Anbieter,  von deren Qualitäten ich überzeugt bin.
Am Pfingssamstag, 14.05.2016 um 12.00  Uhr erfolgt der Startschuss. 
Rainer Albert Huppenbauer 27.04.2016


 
 
Tags: Saale-Unstrut-Vinothek