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Autor: Stevie Huppenbauer | 24.04.2016 um 12:37 Uhr | 0 Kommentare

Menü im Weingut Hey - beste Unterhaltung!

Ich gebe es zu, dass ich etwas skeptisch war. Aramark, ein großer Caterer und Betriebsversorger der seit kurzem für das Bankettessen bei Rotkäppchen tätig ist, kocht im Weingut Hey.  Zur Skepsis auf das was mich da erwartet kam dann die Kenntnis der Person Hey, und so ging ich hin.  Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Matthias Hey es zulässt, dass ein Essen serviert wird, dass den Weinen nicht gerecht wird. Alles fing an wie immer, es gab seinen Rosé als Aperitif,  viele erwartungsvolle Gäste und Lampenfieber bei den Akteuren. Was dann folgte, war dem Lampenfieber angemessen, große Bühne. Die Akteure, die auf dieser agierten, zauberten einen Abend, der mir ganz sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Alles war auf einander abgestimmt, die Weine die geboten wurden, extrem stimmig. Der Höhepunkt dieser Eintracht beim Dessert. Ich kann nicht genau sagen wie es gemacht wurde aber ich kann sagen, dass ich es selten erlebt habe, dass die Weinbegleitung eines Desserts so gut getroffen wurde. Aber der Reihe nach. Der Starter eine Geflügelessenz mit klassischer Struktur und poppigen Einlagen. Dazu einen der besten, weil mineralischsten Gutedel Deutschlands, aus dem Jahrgang 2015.  Dann der weintechnische Zwischengang Hey´s Riesling Buntsandstein 2015. Einfach großartig und eine perfekte geschmackliche Einstimmung auf Gang Zwei.
Das Fischchen was dann folgte, auf den Punkt gegart und in feiner Umarmung mit dem Weissen Hey 2015.  Es Passte perfekt.
Dann das Rind, ebenso wie der Fisch schnörkellos gut, wie es zu sein hat. Der Zweigelt 2012 mit viel Wucht machte es dem Rind nicht leicht, also habe ich erst gegessen und dann getrunken. Nach dem 2012 Zweigelt, dann „Hey`s Amarone“ Kreation von Saale-Unstrut. Jawohl Matthias, man muss die Kartoffeln so lange essen, so lange sie heiß sind. Und wenn sich in unserem kontinentalen Klima eine solche Chance ergibt, muss man zuschlagen. Dieser 2013er Blaue Zweigelt wird in die Weingeschichte der Region eingehen. Das bereits erwähnte Dessert, mit griechischem Jogurt, Eis und weiteren feinen Beigaben wurde mit der süßen Riesling  Auslese 2014 zum würdigen Schlusspunkt eines tollen Experimentes, und für alle Beteiligten ein wunderschöner Abend. Bleibt zu erwähnen, dass das engagierte Team der Firma Aramark, mit dem Düsseldorfer, aber etwas berlinernden Koch Rainer Sarrazin am Herd der Region Saale-Unstrut gut tut. Natürlich, Aramark als bedeutender Betriebsküchenspezialist  hat andere Aufträge zu bearbeiten. Sehr sympathisch ist jedoch, dass sich ein so großes Unternehmen auf derlei kleinformatige Events einlässt. Es zeigt, dass die Verantwortlichen des Unternehmens verstanden haben, ohne Spitze geht es nicht. Mit ihr geht es besser.
Danke für den schönen Abend an Matthias Hey und das Aramark Team um Erik Klemm und meine angenehmen Tischbegleiter.   
Rainer Albert Huppenbauer
24.04.2016

Impressionen

Die Karte


Das kochende Team 


Das Fischlein ...


Dessert 
Tags: Weingut Hey, Aramark
Autor: Stevie Huppenbauer | 18.04.2016 um 17:45 Uhr | 0 Kommentare

Gussek Edition für 25 Jahre Objekt 5 und 10 Jahre Ruine – Gastronomie im Objekt 5 in Halle an der Saale

Wenn Sie etwas über das Objekt 5 wissen wollen dann ist es das Beste, wenn Sie Markus Keitel direkt anrufen. Seine Handynummer lautet: 017... und so weiter. Nein, das Beste ist natürlich, so Sie nicht in Halle wohnen, die Webseite aufzurufen. Wohnen Sie in Halle, dann kennen Sie sicher die Adresse und haben auch schon das ein oder andere Konzert besucht. Dass es in der so genannten "Ruine" auch was zu Essen gibt, hat sich auch herumgesprochen. Die ohnehin umfassende Weinkarte ist nun in Vorbereitung der Jubiläen um zwei Positionen erweitert wurden.  
Andre Gussek, einer der besten Winzer der Region, brilliert mit zwei Weinen, die durch das Objekt 5 mit einem Sonderetikett versehen wurden. Der Rotwein vom Kaatschener Dachsberg, schlicht: ROTER DACHS gerufen, stammt aus dem Jahr 2014 und wird im beigefügten Schmucketikett sehr schön beschrieben. Der Weißwein ist eigentlich auch ein Roter, nur eben als Weißwein ausgebaut. Als BLANC DE NOIR aus dem Jahre 2015 kam er in die Flaschen. Der Wein wird ebenfalls im angehängten Etikett beschrieben. Überhaupt muss man sagen, dass die Symbiose aus taffen Weinen und kunstvollen Etiketten extrem gelungen ist. Und wenn ich schon mal dabei bin, dann möchte ich nicht nur zu der Weinauswahl gratulieren, sondern auch zu den beiden Jubiläen herzlich gratulieren. Da ich ein Mensch bin, der hin und wieder auch mal ein bisschen viel erzählt, möchte ich die Sache mit dem folgenden Bild abkürzen.


Für mich kann ich sagen, ja, ein paar der schönsten Erlebnisse in meinem noch jungen Leben waren das schon. Irre Konzerte, von denen ich zwar nicht jedes gesehen bzw. gehört habe, aber zumindest kennt man die Namen. Und wenn Sie nicht wissen wer Townes van Zandt ist, dann mal wieder „The Big Lebowsky“ ansehen, da singt er am Schluss des Films ein Lied.  
The National, Kroke, Big Brother and the Holding Company, Napoleon Murphy Brok,Giant Sand, Chris Farlowe, Jasper van`t Hof, Chuck Prophet, T.M Stevens, Silos, Cracker und hunderte andere haben dort gespielt und für unvergessliche Momente gesorgt. Das Größen wie Tom Waits oder Elvis Costello noch nicht da waren, liegt ganz einfach daran, dass die bis jetzt keiner gefragt hat. Kann ja noch werden.
 
Also Freunde, seid ihr irgendwann mal in Halle und wollt einen klasse Abend erleben, dann beteiligt euch an der Feier. Markus Keitel und sein Objekt 5 sind ein lohnendes Ziel. Die beiden Weine kann man im Objekt käuflich erwerben. In handlicher Tüte mit reichlich Beigaben sind 26,00 Euro für die Qualität des Inhaltes und der gewählten Ausstattung ein Schnäppchen. Zu dem sind die Weine limitiert und nur in diesem Jahr erhältlich.
 
Happy Birthday Objekt 5.
 
Rainer Albert Huppenbauer, 18.04.2016
Tags: Winzerhof Gussek, Objekt 5
Autor: Stevie Huppenbauer | 19.04.2016 um 19:12 Uhr | 2 Kommentare

Der VdP fordert von der Politik Reformen im deutschen Weinbau

Der VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) fordert vor dem Hintergrund der Märzwahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg eine Neuordnung der Weingesetze nach dem Grundsatz: Je enger die angegebene Herkunft – umso höher die Qualitätsanforderungen. Im Klartext, wenn ich es richtig verstehe, möchte der VDP sein eigenes System der Land auf, Land ab vor sich hinwurstelnden Winzerschaft überhelfen. Im Grunde ist es auch richtig, dass engste geografische Bezeichnungen die Bereichs- und Großlagenbezeichnungen ablösen sollen. Aber genau hier liegt der "Catch 22" * in der deutschen Weinlandschaft. Das ist bei weitem nicht die Lösung des Problems. Wem nutzt es denn, wenn die Politik nun per Gesetz vorschreibt, welche Bezeichnungen erlaubt sind und welche nicht. Es nutzt nur denen, die zwar Weine aus einer bestimmten Lage produzieren, die dann auf dem Etikett steht, die aber keinen definierten Qualitätsstandard besitzt. 
Eine Lösung muss deutlich tiefer gehen. Wer eine bestimmte Lagenbezeichnung nutzen will, muss sich bestimmten Qualitätsanforderungen im gesamten Prozess des Weinausbaus unterwerfen. Das fängt mit der Lesemenge und der Arbeit im Weinberg an und hört mit dem Ausbau im Keller bei bestimmten Weinen auf. Diese Anforderungen werden mehrheitlich bestimmt. Und wer sich diesem Anforderungen nicht beugt, kann die geografischen Bezeichnungen eben nicht tragen.  Und damit nun niemand denkt, ich habe es vollends an der Waffel, dem sei gesagt, das ist ein weltweiter Standard. Nur eben nicht in Old Germany. Oder eben nur ein bischen. Das heißt für Saale-Unstrut, will ein Erzeuger Saale-Unstrut-Wein auf das Etikett schreiben, was ja bereits eine geografische Bezeichnung ist, dann reicht eben nicht mehr aus, dass der Wein in der geografisch definierten Region wächst und soundsoviel Grad Oechsle hat. Qualitätsanforderungen müssten her. Und je enger die geografische Region ist, umso höher die Anforderungen. Also wer zum Beispiel die Bezeichnung Naumburger Riesling verwenden will, hat sich bestimmten  Regeln zu beugen, oder er darf die Bezeichnung nicht verwenden. Die Einzellagen, je kleiner gefasst umso besser, setzen dann den Schlusspunkt mit den höchsten Anforderungen. Dieses, leider nicht von mir erfundene System, ist für einen Konsumenten die sicherste Möglichkeit zu überprüfen, was ist Qualität und was ist Fusel. Vermutlich werde ich es aber nicht mehr erleben, dass so ein einfaches und vernünftiges System an der Saale hellem Strande Einzug hält. So etwas bräuchte eine Mehrheit unter den Winzern und jemanden der es voran bringt. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, zu viele Interessen werden berührt und die wenigsten sind bereit, sich dem Prinzip der demokratischen Mehrheit und dem Qualitätsgedanken zu unterwerfen. Schade eigentlich. Genau hier sehe ich die Notwendigkeit, dass Vereine wie der Weinbauverband, der Weinbruderschaft und anderer Meinungsträger Zeichen setzten und sich nicht nur damit befassen, wer beim Umzug zum Winzerfest vorn weg läuft (stark übertrieben aber irgendwo habe ich mal gelesen, in der Übertreibung liegt die Verdeutlichung).   

* Catch 22 ist ein Roman des Amerikaners Joseph Heller, der zwar über den zweiten Weltkrieg handelt, aber durchaus auf die Situation in der Weinbranche in Deutschland anwendbar ist. Catch 22 ist im Buch eine Regel, die strengenommen nicht existiert, dennoch glauben alle daran und sie wird zur letzten Instanz. 
Das Buch ist sehr zu empfehlen.

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: VDP, Saale-Unstrut
Autor: Stevie Huppenbauer | 15.04.2016 um 21:03 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinprobe Saale-Unstrut und Sachsen 2016

Am heutigen 15.04.2016 war es nun so weit, die große gemeinsame Jungweinprobe von Saale-Unstrut und Sachsen öffnete pünktlich um 11.00 Uhr  ihre Pforten für Händler, Journalisten und Weinkenner. Ab 14.00 Uhr dann auch für Konsumenten, die nicht nur aus den beiden Regionen kamen.
Ein wenig Unsicherheit herrschte bei den sächsischen Betrieben. Der Grund sind die erhöhten Pestizidwerte im Wein bei zwei Erzeugern von der Elbe. Die Gründe hier liegen auf der Hand, sparen am falschen Fleck. Einige Traubenerzeuger verwendeten Spritzmittel die für den Obstanbau verwendet werden und für Trauben nicht geeignet sind. Zudem sollen diese Mittel aus deutschen Nachbarländern stammen, wo man ja noch mal sparen kann.
 
Nun zur eigentlichen Präsentation in der ich mich ausschließlich mit den Saale-Unstrut-Weinen beschäftigt habe. Zunächst meine globale Wertung: Einer der besten Jahrgänge der letzten zwanzig Jahre, vergleichbar, wenn so etwas überhaupt geht, mit den Rekordjahren von 2005/2006. In der Breite eine geschlossenes Bild mit geringeren Ausfällen als in den letzten fünf Jahrgängen. Dennoch gab es welche. Der eine oder andere Wein machte mich schon unsicher, ob er denn tatsächlich aus 2015 stammte. Zu weit waren einige von der Spitze der Region weg, dass man es kaum glauben konnte. Die die immer überzeugen, überzeugten mich auch in diesem Jahr, dazu rückten einige näher an die „Großen Acht – G8“ heran. Die „G8“ sind nach meiner Feststellung an diesem Tag und die Erzeuger, deren Weine ich außerhalb dieser Probe bereits probiert habe:
Weingut Born, Weingut Klaus Böhme, Weingut Böhme & Töchter, Winzerhof Gussek, Weingut Hey, Weingut Pawis, Weingut Lützkendorf, Weingut Proppe – letzterer auf der Jungweinprobe leider nicht vertreten. Noch nicht probiert habe ich in diesem Jahr die Weine der Breitengradwinzer Volker Frölich und die Weine von Christof Lindner vom Landesweingut Kloster Pforta.  
Anschluss, wenn auch mit etwas Abstand an die Qualitäten dieser Winzer halten die beiden Thüringer Erzeuger Clauß und Zahn und Hendrik Bobbe, der wieder mit viel Konstanz und nun auch experimentellen Talent, schöne Qualitäten auf die Flasche gebracht hat. Zu dieser Gruppe der Verfolger rechne ich auch das Weingut Hubertus Triebe. Stabil und mit sauberen Weinen.
Alle Weingüter danach im relativ grünen Bereich mit hin und wieder dünner Decke und zu wenig Konstanz in der Gesamtproduktion. Ein Beispiel dafür wie ich das meine ist die Winzervereinigung Freyburg: Werkstück Weimar, die vier von mir probierten Weine passabel, mit einer tollen Spitze, einem wirklich sehr guten Müller-Thurgau. Die Freyburger Weine unter der Bereichsbezeichnung Schloss Neuenburg gelistet – alles vertreten von gut über passabel bis geht gar nicht. Und wenn ich schon mal dabei bin, was uns das Weingut Herzer mit diesen vorgelegten Weinen sagen will, ist für mich, um es höflich auszudrücken, unergründlich.  Wenn dieser „Zahnarztton“  gewollt ist, fällt mir nichts mehr ein. Tut mir Leid, aber das geht so nicht. Das fällt, ob der Größe und Präsenz des Betriebes, allen auf die Füße nicht nur denen, die ohnehin große Füße haben.
 
Ein Satz noch zum  spannendsten Moment dieser Weinprobe:
Die Blauen Zweigelt von Hey und Gussek. Was hier deutlich wird ist,  wie toll und unterschiedlich das Terroir an Saale und Unstrut von zwei komplett gleichen Ansätzen durch die Winzer umgesetzt wird. Hey: dunkles norditalienisches Rot, geschmacklich eher ein Ripasso aus der Amaroneregion. Straffes Tanningerüst mit bordelaiser Charakter, das einen Wein ergibt, den eigentlich niemand in einer Blindprobe der Region, aus der er kommt, zuordnen würde.
Ganz anders Gussek, farblich eher im Burgund angesiedelt. Verschlossen und frankophil durch und durch. Mit seidigen Tannin, ebenfalls straff und endlos lang. Auch hier, nicht an Saale-Unstrut zu vermuten. Ich denke wir müssen das ausdiskutieren. Diese beiden Weine allein rechtfertigen die Aussage, dass es möglich ist, auch im „kalten“ Norden Rotwein mit Klasse zu erzeugen.

Hinweis auf mein neues Buch: Ende Juli Anfang August erscheint die Fortsetzung meines Buches über Saale-Unstrut. In diesem Buch werde ich sehr ausführlich auf die Weine des Jahrgangs 2015 eingehen und Bewertungen vornehmen. Insgesamt habe ich bisher vom 2015er Jahrgang 106 Weine unterschiedlicher Erzeuger probiert und bewertet. Zum Schluß, Ende Mai werden es über 200 Weine sein. Es ergibt sich daraus ein sehr diffrenzierter Blick auf die Saale-Unstrut-Weinlandschaft. 

Rainer Albert Huppenbauer, 15.04.2016

     
Tags: Jungweinprobe 2016
Autor: Stevie Huppenbauer | 02.04.2016 um 20:00 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinprobe Weingut Böhme & Töchter 02.04.2016

Über Frank Böhmes Vermögen sehr guten Wein zu machen, habe ich des öfteren berichtet. Spätestens seit das Weingut als Böhme & Töchter  firmiert, kommt man nicht umhin, eben auch die Famile in die Berichterstattung einzubeziehen. Ehefrau Heike, Franks Eltern und die Töchter Marika und Toska sowie die Schwiegersöhne Sandro und Carlo sind Teil des Erfolges. Frank Böhme weiß darum. Die nun in diesem Jahr in der Jungweinprobe des 2015er Jahrgangs vorgelegten Weine sind kein Produkt eines Einzelnen. Alle Mitglieder der Familie haben einen Beitrag, wie auch immer geleistet. In dieser Art ist das in der gesamten Region einzigartig.
Die Weine des 2015er Jahrgangs im Weißweinbereich erfüllen all das, was man sich unter einem deutschen Spitzenwein vorstellt - mal mehr mal weniger. Im Detail heißt das: Zwei grandiose Rieslinge,  ein Orts- und ein Lagenwein mit derart charakteristischen Zügen beim Ortswein und einem Anklang von Moderne beim Lagenwein, dass man hin und her gerissen ist. Ich für meinen Teil tendiere zum durchgegorenen Ortswein. Meine Frau eher zum Lagenklassiker. Der Müller-Thurgau sehr gut, ein wenig trockener brächte noch mehr Biss, aber das ist Geschmacksache. Bacchus im bekannten und beliebten Böhmestil mit etwas  Restsüße, sehr charmant. Gutedel und Silvaner grundsolide, was soll man erwarten, es sind Tischweine und in beiden Fällen genau dafür gemacht. Ich will auch keinen Gutedel, über den ich philosophieren soll wie über einen Château Yquem 1945.
Die Weißburgunder, bisher von allem was ich in der Region probiert habe, zeigen die Böhmeweine die ausgeglichenste Substanz in Bezug auf die Säure. Mit anderen Worten, weniger als bei anderen. Wir werden sehen, wie sich das in einem halben Jahr darstellt, ich bin sehr gespannt. Einer der ganz großen Momente dieser Weinprobe der Chardonnay. Ich habe den Eindruck, dass mit zunehmenden Alter der Reben der Freyburger Schweigenberg  für den Chardonnay ein perfektes Terroir bietet. Der Wein hat eine schöne Zukunft. Blanc de Noir und Rosé, zwei weitere Kracher. Beide vorzüglich, besonders der Rose mit viel Rasse. Keine Fruchtlimonade. Die Roten, ja die Roten, hier wäre es aus verkaufpolitischen Gesichtspunkten besser gewesen, auf die Präsentation zumindest des Portugiesers zu verzichten. Aber des Winzers Wille soll geschehen, und wir Kritiker wissen ohnehin alles besser. All denen, die den Wein nicht verstanden haben sei gesagt, er wird sich entwickeln. Nehmen sie mal Bob Dylan, auch der sah früher ganz anders aus. Spaß beisete, der Wein braucht Zeit und wenn man diesen Stil will, bitte schön warten. Ob er sich je richtig öffnet, weiß nur der Wein allein. Ich werde es beobachten und berichten. T&M immer eine Bank, wenn auch hier deutlich die Jugend zu spüren ist. Alles in allem, das kompakteste Gesamtbild seit ich diese Weine schätze und trinke.

Impressionen:

 
Weinmajestäten mit Frank Böhme

Marika, Toska und mein Freund Robin

Marika und Toska mit den Königlichen

Heike Böhme und Majestäten beim sammeln zum Fototermin

Chef"Koch" Carlo mit Ehefrau Toska

.. es gab nicht nur Wein!  
Tags: Frank Böhme, Böhme & Töchter