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Autor: Stevie Huppenbauer | 09.09.2012 um 11:59 Uhr | 0 Kommentare

Österreichischer Neologismus, Parker, Kampanien und die Mafia

Da haben wir es mal wieder, der Herr Frontmann kennt sie alle. Die, die 1 000 000 Flaschen im Jahr verkaufen und die kleinen Weinhändler mit den großen Überaschungen im Regal, die die Weine von den Großen kaufen. Bei den Großen holt man sich die Trends ab und hat auch sofort einen parat. Männer trinken dicke, fette, alkoholreiche Weine, die Herr Parker erfunden hat. Der Weinhändlerfreund ist traurig über so viel Einfalt der Weintrinker. Zuckt mit den Achseln und veröffentlicht jeden Kommentar Parkers auf seiner Shop Seite im Orginalton. Das machen alle. Oder sagen wir mal fast alle.   Auch der Guru, unser aller Direktor vom Schifffahrtpatentamt, trinkt gern fette Toskaner, die sind zwar nicht in Mode (so ein Quatsch, wer bestimmt was Mode ist?), aber was soll man machen? Vermutlich ist es der Wein seines eigenen Gutes, natürlich im Barrique ausgebaut, natürlich 14 Vol % Alkohol und   auch die  verschnittenen  Reben   (Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Petit Verdot und Cabernet Franc) deuten natürlich darauf hin, dass man nichts, aber auch gar nichts von Parker hält.  Was völlig neues soll es sein, da müssen dann auch die Beatles herhalten.
Und wäre das nicht alles schon genug, nun endeckt er auch noch die "Sonderweinzonen Europas", freilich als Erster. Was sind eigentlich Sonderweinzonen? Dieses  Wort ist für mich Neologismus frei nach LTI . Und geben Sie mal Sonderweinzonen bei Google ein, sie werden überrascht sein was Sie finden. Sie finden nichts, außer einen Artikel in einer Zeitung. Für Herrn Direktor jedoch sind  es das unbekannte  Languedoc, Portugals Duero und die "völlig unbekannten Weine aus dem italienischenKampanien". * Gibt es noch ein anderes Kampanien?  Also das kann man nun wirklich nicht mehr ernst nehmen. Für mich ist das Verarsche.  Aber es kommt noch dicker, 8 - klässler Logik, Kampanien = Mafia. Und unser Patentamtleiter  hebt den kampanischen Wein aus der Versenkung. Na mal ehrlich, wie spät war es, als Sie diesen Unfug verfasst haben? Zum Wein an sich ist nichts zu sagen, der ist  klasse und mit  knapp 20 € ein wirkliches Schnäppchen. 
Doch dann kommt es wieder durch bei ihm, er gräbt sich selbst eine Grube, er bemüht die Weinführer, um die Klasse des Weins zu unterstreichen. Gut gemacht denkt er sich vermutlich, damit  ist Parker außen vor, der ist schließlich Weinkritiker.   Was unterscheidet nun die erwähnten, nicht genannten Weinführer von Parker im Anliegen? Ich glaube, gar nichts.

Tags: LTI, Kampanien, Mafia, Neologismus
Autor: Stevie Huppenbauer | 27.08.2012 um 11:41 Uhr | 0 Kommentare

Ein lustiger Schifffahrtpatentamtleiter erklärt seinen Stil

Jeder darf über Wein sagen was er will, auch wenn er genau weiß, dass es eigentlich Mumpitz ist. So oder ähnlich steht es in der Zeitung in der unser lustiger Direktor einen Artikel verfasst hat. Und nun das Beste, er hat Recht. Im Grunde ist dem nichts hinzuzufügen, wäre da nicht so eine trotzige Besessenheit, der Oberlehrer sein zu wollen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich beneide den lustigen Taucher nicht um die Kolumne. Jede Woche trendy sein, ist auch nicht leicht. Aber warum denn immer so selbstherrlich?  Wein ist doch was Schönes und seine Vielfalt auch, also hat er doch schöne Worte verdient. Und nur um die Szene der glückseeligen Spinner zu bedienen, schmeckt ein Wein nach eingerittenen Damensattel? Oder wie im Falle des Direktors nach Frau Gabi Mayer oder gespültem Aschenbecher.  Worum es geht?  Es geht um Show und je abstruser die ist, um so besser wird verkauft. Weinjournalismus hat seine Unschuld  schon lange verloren, daran hat der Direktor keine Aktie. Das war lange vor ihm.  Was soll nun eine arme Sau wie ich machen, wenn ich Wein im Internet verkaufen will. Ich muß den Wein beschreiben, weil ja keiner kosten kann.  Und da habe ich die Wahl zwischen Bevormundung ala Tiefseetaucher und den Charakteristiken, die einen Wein ausmachen und damit mehr oder weniger bekannt sind. 
In diesem Zusammenhang fällt mir ein Artikel ein, den ich mal in einem Jazzjournal über Louis Amstrong gelesen habe. Ein Journalist schrieb darin 1959 folgendes: " Das Herz möchte einem brechen, wenn man sieht, wie ein Genie... sich zur Freude eines größtenteils aus Laien zusammengesetzten Publikums zum Hanswurst macht. Diese Grimasssen, dieses dauernde Händeschütteln mit Trummy Young nach jedem Solo... dieser Einkriegezeck um das Piano während des Tiger Rag, zu dem das Publikum frenetisch brüllt, diese kaum geschmackvollen Gags , die bei jedem Konzert wiederholt werden - all dies dient doch nur dazu, mit komerziellen Mitteln eine an sich schon große Popularität noch größer zu machen.... Ich frage mich ob man es wohl wagen würde, eine solche Show eingefleischten Gegnern des Jazz zu zeigen, die dann bestimmt ein für allemal davon überzeugt wären, dass Jazz und Zirkus ein und dasselbe sind." 
Das Fazit, man sollte sich treu bleiben und das machen,was man am besten kann. Für den einen heißt das auf den Pudding hauen und für den anderen  viele kleine Brötchen backen. 
Und der Herr Tietseetaucher? Ja, der hat seinen eigenen Wein, der soll schmecken wie ein Beatles Song, Get back, etwa, versteht jeder. Wenn das mal nicht dasselbe ist wie kroatische Sonne und so weiter. 

Tags: Louis Amstrong, Beatles,
Autor: Stevie Huppenbauer | 07.08.2012 um 11:38 Uhr | 0 Kommentare

Er hat es wiedermal gewusst!

Jawohl der 2010 Jahrgang ist sauer, hat er gesagt und zwar noch bevor alle anderen es gesagt haben.  Natürlich es gibt Ausnahmen, aber die sind teuer und nicht verkauft.  So etwa war es in der Zeitung zu lesen. Was mir bei dem U Boot Kommandanten so gegen den Strich geht, ist diese Art, sich  selbst in den Rücken zu fallen. Etwas verkürzt, die deutschen  Weine aus 2010 sind Mist, ja natürlich gibt es auch in diesem Jahr große Weine, etwas anderes hat er nie behauptet. Überhaupt hat es der U-Bootsoldatenschreiber  mit seinen Kollegen. Die schreiben nur über die Kleinen und abgefahrenen Bio Winzer. Die Großen  werden nicht beachtet. Und nun kommt er und stellt es richtig. 3 Wochen vorher verfasst er aber selbst eine Lobhudelei auf einen der 5000 Flaschen, natürlich nur besten Stoffes füllt. Na was denn nun? Warum immer diese marxistische  Polemik gegen die Kollegen?  Alle wissen doch schon, dass Herr Nudelholz, oder wie er heißt, der Beste ist. Mein Tip, so unter Männern, beschreiben Sie Weine, sagen Sie wer ihn verkauft und lassen Sie es sich gut bezahlen. Das machen wir alle so. Hören Sie auf, auf Messias zu machen.
Was den 2010 betrifft, war es so wie in jedem Jahr, die guten Winzer haben tolle Weine gemacht, die nicht so guten Winzer das was sie immer machen, Weine die auch getrunken werden. Und noch etwas war wie immer, die richtig Guten der Regionen waren schnell alle. Also jedenfalls dort wo ich her komme. Versuchen Sie mal einen 2010 Uhlen Roth Lay von Heymann - Löwenstein zu kriegen. Oder ein großes Gewächs von Bernard Pawis von der Unstrut.
Na egal, ich freue mich schon auf nächsten Sonntag und auf die Zeitung mit der Fußballseite. Prost, ich trinke gerade einen schönen Weißburgunder Spätlese 2011 von Pawis. Der 2010 war alle.

Tags: Roth Lay Uhlen, Heymann Löwenstein, Bernard Pawis, Saale Unstrut, Weißburgunder
Autor: Stevie Huppenbauer | 08.07.2012 um 10:37 Uhr | 0 Kommentare

Er hat es wieder getan!

Einen Wein  beschreiben zu können ist ein großes Glück. Der Leiter vom Berliner Hochwasserinformationszentrum ist so ein Glückspilz. Er hat die Fähigkeit  zu abstrahieren und den Geschmack auf den Punkt zu bringen. Aber warum nasser Karton und nasse Kalkwand. Soll ich jetzt einen Schuhkarton wässern, den auffressen, nur  um zu wissen was gemeint ist. Nasse Kalkwand, "aber natürlich", habe ich neulich in einem Forum unsäglicher Spinner gelesen: "das sind Metaphern die man benutzt um Eindrücke zu erhöhen". Das ist keine Metapher das ist intulektuelle Spinnerei. Eine Metapher ist für mich "ich schicke dich in die Wüste" oder  " sie brach ihm das Herz" aber doch nicht nasser Karton und Wein.  Zum Hobbiwinzer Durst an sich, kann ich nicht viel sagen. Ich glaube jedoch, dass es Wein ist,den die Welt nicht braucht. Und zum Glück sind es ja auch nur 5000 Pullen. Bei der Menge der aus der Pfalz kommenden Weine gehe ich ohnehin davon aus, dass es jede Menge Ähnlichkeiten zu Bestehenden gibt. Der Schreiber bemüht dann noch Mythen, den Rock`n Roll etwa und fertig ist der Kult? Für mich ist es  egozentrische Hühnerkacke die nichts bewirkt. Da zeigt es einer den Profis. Kann doch jeder. Der Wein wird in den sozialen Medien gefeiert wie die Reinkarnation von Jimi Hendrix "see you next  weekend under the Rainbow Bridge", du kommst doch? Wir poosten.  

Ich sehe das ungefähr so,  wenn morgen ein Schreiner auf einen Schrottplatz ein Flugzeug baut, das also unglaublich komfortabel und sicher ist, die Sitze aus feinsten Kalbsleder sind , jeder der Passagiere  eine eigene Stewardess hat und man kann in Champagner baden ( mit der Stewardess) würde ich trotzdem mit Lufthansa fliegen. Insofern hat der Direktor recht: "Man lobt gern das Besondere und kauft doch das Gewöhnliche."  Ich alter konservativer Sack möchte ergänzen: Meistens ist das auch gut so.

Allen einen schönen Sonntag.

 

Tags: Schuhkarton, Hobbywinzer, Jimy Hendrix,
Autor: Stevie Huppenbauer | 15.07.2015 um 11:49 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut schreibt Geschichte - Kulturakademie Naumburg

Am 14.07.2015 fand im Naumburg eine Beratung der Kulturakademie Naumburg mit den Seminarleitern der Herbstseminare 2015 statt. Ein kurzes Resümee der 2014er Seminare unterstreicht die Erkenntnis - der Boden ist da, die Arbeit beginnt.
Das Ziel der Akademie die Region, ihre Geschichte, die Kunstschätze, den Wein  und ihre Macher interessierten Bürgern hautnah zu vermitteln, ist in dieser Art einmalig in Deutschland. Da ich selbst als Seminarleiter fungiere, freue ich mich auf die kommenden Seminare. Das Weinseminar wird  sich in diesem Jahr ausschließlich mit Saale-Unstrut-Wein befassen. Da ich im März 2015 ein Buch veröffentlicht habe, das den Weinanbau an Saale-Unstrut auf neue Weise nahe bringt, stelle ich diese Schrift jedem Seminarteilnehmer gern als Seminargrundlage zur Verfügung. Sie können sich auf unterhaltsame, entspannte Stunden im Seminar und bei Winzerbesuchen freuen. Im Detail erhalten Sie den Ablauf mit Ihren Seminarunterlagen. Sie werden Weine probieren und die Spezifik des Saale-Unstrut-Terroirs kennenlernen. Ich führe Ihnen den schmeckbaren Unterschied zwischen Naumburger, Freyburger und Höhnstedter Weinen direkt auf die Zunge und verspreche ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung für das 3 tägige Seminar finden Sie hier: KLICK  
Tags: Naumburger Kulturakademie, Weinseminar, Saale-Unstrut-Wein