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Autor: Stevie Huppenbauer | 27.08.2012 um 11:41 Uhr | 0 Kommentare

Ein lustiger Schifffahrtpatentamtleiter erklärt seinen Stil

Jeder darf über Wein sagen was er will, auch wenn er genau weiß, dass es eigentlich Mumpitz ist. So oder ähnlich steht es in der Zeitung in der unser lustiger Direktor einen Artikel verfasst hat. Und nun das Beste, er hat Recht. Im Grunde ist dem nichts hinzuzufügen, wäre da nicht so eine trotzige Besessenheit, der Oberlehrer sein zu wollen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich beneide den lustigen Taucher nicht um die Kolumne. Jede Woche trendy sein, ist auch nicht leicht. Aber warum denn immer so selbstherrlich?  Wein ist doch was Schönes und seine Vielfalt auch, also hat er doch schöne Worte verdient. Und nur um die Szene der glückseeligen Spinner zu bedienen, schmeckt ein Wein nach eingerittenen Damensattel? Oder wie im Falle des Direktors nach Frau Gabi Mayer oder gespültem Aschenbecher.  Worum es geht?  Es geht um Show und je abstruser die ist, um so besser wird verkauft. Weinjournalismus hat seine Unschuld  schon lange verloren, daran hat der Direktor keine Aktie. Das war lange vor ihm.  Was soll nun eine arme Sau wie ich machen, wenn ich Wein im Internet verkaufen will. Ich muß den Wein beschreiben, weil ja keiner kosten kann.  Und da habe ich die Wahl zwischen Bevormundung ala Tiefseetaucher und den Charakteristiken, die einen Wein ausmachen und damit mehr oder weniger bekannt sind. 
In diesem Zusammenhang fällt mir ein Artikel ein, den ich mal in einem Jazzjournal über Louis Amstrong gelesen habe. Ein Journalist schrieb darin 1959 folgendes: " Das Herz möchte einem brechen, wenn man sieht, wie ein Genie... sich zur Freude eines größtenteils aus Laien zusammengesetzten Publikums zum Hanswurst macht. Diese Grimasssen, dieses dauernde Händeschütteln mit Trummy Young nach jedem Solo... dieser Einkriegezeck um das Piano während des Tiger Rag, zu dem das Publikum frenetisch brüllt, diese kaum geschmackvollen Gags , die bei jedem Konzert wiederholt werden - all dies dient doch nur dazu, mit komerziellen Mitteln eine an sich schon große Popularität noch größer zu machen.... Ich frage mich ob man es wohl wagen würde, eine solche Show eingefleischten Gegnern des Jazz zu zeigen, die dann bestimmt ein für allemal davon überzeugt wären, dass Jazz und Zirkus ein und dasselbe sind." 
Das Fazit, man sollte sich treu bleiben und das machen,was man am besten kann. Für den einen heißt das auf den Pudding hauen und für den anderen  viele kleine Brötchen backen. 
Und der Herr Tietseetaucher? Ja, der hat seinen eigenen Wein, der soll schmecken wie ein Beatles Song, Get back, etwa, versteht jeder. Wenn das mal nicht dasselbe ist wie kroatische Sonne und so weiter. 

Tags: Louis Amstrong, Beatles,
Autor: Stevie Huppenbauer | 07.08.2012 um 11:38 Uhr | 0 Kommentare

Er hat es wiedermal gewusst!

Jawohl der 2010 Jahrgang ist sauer, hat er gesagt und zwar noch bevor alle anderen es gesagt haben.  Natürlich es gibt Ausnahmen, aber die sind teuer und nicht verkauft.  So etwa war es in der Zeitung zu lesen. Was mir bei dem U Boot Kommandanten so gegen den Strich geht, ist diese Art, sich  selbst in den Rücken zu fallen. Etwas verkürzt, die deutschen  Weine aus 2010 sind Mist, ja natürlich gibt es auch in diesem Jahr große Weine, etwas anderes hat er nie behauptet. Überhaupt hat es der U-Bootsoldatenschreiber  mit seinen Kollegen. Die schreiben nur über die Kleinen und abgefahrenen Bio Winzer. Die Großen  werden nicht beachtet. Und nun kommt er und stellt es richtig. 3 Wochen vorher verfasst er aber selbst eine Lobhudelei auf einen der 5000 Flaschen, natürlich nur besten Stoffes füllt. Na was denn nun? Warum immer diese marxistische  Polemik gegen die Kollegen?  Alle wissen doch schon, dass Herr Nudelholz, oder wie er heißt, der Beste ist. Mein Tip, so unter Männern, beschreiben Sie Weine, sagen Sie wer ihn verkauft und lassen Sie es sich gut bezahlen. Das machen wir alle so. Hören Sie auf, auf Messias zu machen.
Was den 2010 betrifft, war es so wie in jedem Jahr, die guten Winzer haben tolle Weine gemacht, die nicht so guten Winzer das was sie immer machen, Weine die auch getrunken werden. Und noch etwas war wie immer, die richtig Guten der Regionen waren schnell alle. Also jedenfalls dort wo ich her komme. Versuchen Sie mal einen 2010 Uhlen Roth Lay von Heymann - Löwenstein zu kriegen. Oder ein großes Gewächs von Bernard Pawis von der Unstrut.
Na egal, ich freue mich schon auf nächsten Sonntag und auf die Zeitung mit der Fußballseite. Prost, ich trinke gerade einen schönen Weißburgunder Spätlese 2011 von Pawis. Der 2010 war alle.

Tags: Roth Lay Uhlen, Heymann Löwenstein, Bernard Pawis, Saale Unstrut, Weißburgunder
Autor: Stevie Huppenbauer | 08.07.2012 um 10:37 Uhr | 0 Kommentare

Er hat es wieder getan!

Einen Wein  beschreiben zu können ist ein großes Glück. Der Leiter vom Berliner Hochwasserinformationszentrum ist so ein Glückspilz. Er hat die Fähigkeit  zu abstrahieren und den Geschmack auf den Punkt zu bringen. Aber warum nasser Karton und nasse Kalkwand. Soll ich jetzt einen Schuhkarton wässern, den auffressen, nur  um zu wissen was gemeint ist. Nasse Kalkwand, "aber natürlich", habe ich neulich in einem Forum unsäglicher Spinner gelesen: "das sind Metaphern die man benutzt um Eindrücke zu erhöhen". Das ist keine Metapher das ist intulektuelle Spinnerei. Eine Metapher ist für mich "ich schicke dich in die Wüste" oder  " sie brach ihm das Herz" aber doch nicht nasser Karton und Wein.  Zum Hobbiwinzer Durst an sich, kann ich nicht viel sagen. Ich glaube jedoch, dass es Wein ist,den die Welt nicht braucht. Und zum Glück sind es ja auch nur 5000 Pullen. Bei der Menge der aus der Pfalz kommenden Weine gehe ich ohnehin davon aus, dass es jede Menge Ähnlichkeiten zu Bestehenden gibt. Der Schreiber bemüht dann noch Mythen, den Rock`n Roll etwa und fertig ist der Kult? Für mich ist es  egozentrische Hühnerkacke die nichts bewirkt. Da zeigt es einer den Profis. Kann doch jeder. Der Wein wird in den sozialen Medien gefeiert wie die Reinkarnation von Jimi Hendrix "see you next  weekend under the Rainbow Bridge", du kommst doch? Wir poosten.  

Ich sehe das ungefähr so,  wenn morgen ein Schreiner auf einen Schrottplatz ein Flugzeug baut, das also unglaublich komfortabel und sicher ist, die Sitze aus feinsten Kalbsleder sind , jeder der Passagiere  eine eigene Stewardess hat und man kann in Champagner baden ( mit der Stewardess) würde ich trotzdem mit Lufthansa fliegen. Insofern hat der Direktor recht: "Man lobt gern das Besondere und kauft doch das Gewöhnliche."  Ich alter konservativer Sack möchte ergänzen: Meistens ist das auch gut so.

Allen einen schönen Sonntag.

 

Tags: Schuhkarton, Hobbywinzer, Jimy Hendrix,
Autor: Stevie Huppenbauer | 15.07.2015 um 11:49 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut schreibt Geschichte - Kulturakademie Naumburg

Am 14.07.2015 fand im Naumburg eine Beratung der Kulturakademie Naumburg mit den Seminarleitern der Herbstseminare 2015 statt. Ein kurzes Resümee der 2014er Seminare unterstreicht die Erkenntnis - der Boden ist da, die Arbeit beginnt.
Das Ziel der Akademie die Region, ihre Geschichte, die Kunstschätze, den Wein  und ihre Macher interessierten Bürgern hautnah zu vermitteln, ist in dieser Art einmalig in Deutschland. Da ich selbst als Seminarleiter fungiere, freue ich mich auf die kommenden Seminare. Das Weinseminar wird  sich in diesem Jahr ausschließlich mit Saale-Unstrut-Wein befassen. Da ich im März 2015 ein Buch veröffentlicht habe, das den Weinanbau an Saale-Unstrut auf neue Weise nahe bringt, stelle ich diese Schrift jedem Seminarteilnehmer gern als Seminargrundlage zur Verfügung. Sie können sich auf unterhaltsame, entspannte Stunden im Seminar und bei Winzerbesuchen freuen. Im Detail erhalten Sie den Ablauf mit Ihren Seminarunterlagen. Sie werden Weine probieren und die Spezifik des Saale-Unstrut-Terroirs kennenlernen. Ich führe Ihnen den schmeckbaren Unterschied zwischen Naumburger, Freyburger und Höhnstedter Weinen direkt auf die Zunge und verspreche ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung für das 3 tägige Seminar finden Sie hier: KLICK  
Tags: Naumburger Kulturakademie, Weinseminar, Saale-Unstrut-Wein
Autor: Stevie Huppenbauer | 08.07.2015 um 12:15 Uhr | 0 Kommentare

Bundestag beschließt Erweiterung der Rebfläche

Erwartungsgemäß hat der deutsche Bundestag die Rebflächenerweiterung beschlossen. Allerdings bleibt man unter den von Brüssel vorgegebenen 1% der Rebfläche. 0,3 Prozent, also rund 300 Hektar können zunächst 2016 und 2017 jährlich neu aufgerebt werden. Die Gründe warum man deutlich unter den 1% von der EU bleibt sind vielschichtig und aus deutscher Sicht logisch. Das Ziel den Weinmarkt zu lieberalisieren, wie von der EU angestrebt, findet in Deutschland nicht statt.  Dabei ist es wie immer, man weiß nicht ob die Gesetzesnovelle dem EU Recht entspricht. Eigentlich auch egal, zum Schluß macht eh jedes EU Land was es will, der deutsche Weinmarkt boomt, deutsche Weine sind gefragt wie nie, aber es ist wie immer, es boomt nicht bei jedem. Die Produktionsmenge ist schwankend, die Preise relativ hoch und wer seine Weine verkauft, der kann davon sehr gut leben. Aber nicht jeder verkauft seine Weine und so kommen Vertriebsschienen in Gang, die durch den Preisverfall  den Winzern langfristig eher schaden als nutzen. Billigsegmente der Discounter sind da nicht mal schuld, nein, es sind Umsatzblasen die gedreht werden, an denen der Handel nur minimal bis gar nicht verdient. Es geht nur um Verdrängung. Dies ist besonders im Internet zu beobachten,  aber auch der stationäre Einzeelhandel wie bei HAWESKO, der mit der deutlichen Erweiterung des Netzes von Jauqes Weindepot zusätzlich befeuert wird.
Mit einer zu großen Erweiterung der Rebfläche würde man zusätzlich Öl ins Feuer gießen. Man sieht, die europäischen Probleme sind nicht unbedingt deutsche, aber sich auf dem, was im Moment ist auzuruhen, widerspricht der kapitalistischen Produktionsweise und die ist nunmal nicht konstant. Es gibt Krisen und die machen auch um die deutsche Weinbranche keinen Bogen. Das einzige was hilft ist Qualität auf bestem Niveau, nur so kann ein Winzerbetrieb langfristig seine Zukunft sichern. 
Für Saale-Unstrut bedeudet diese Gesetzgebung ein vom Umwelt - und Landwirtschaftsminister Aikens prognostiziertes Wachstum von 10 Hektar jährlich. Herr Aikens hat dabei besonders an junge Winzer gedacht, ich glaube das hat ihm jemand eingeredet. Klar suchen die Fläche, aber jährlich 10 Hektar? Und vermutlich haben die Ansager der Region ihm gleich noch in den Mund gelegt, dass man so die Steillagen retten kann. Wenn man das will, dann muss man es fördern und so einen Anreiz bieten, dass brach liegende Steillagen, besonders in Freyburg, rekultiviert werden. Das macht die Stadt schön und fördert den Tourismus. Und der erwirtschaftet Steuern. Man sollte sich da ein Beispiel am 100 DM Begrüßungsgeld nehemen, Rund 2 Mrd DM wurden verschenkt und flossen direkt in die Kassen der Händler, von dort in die Wirtschaft und zum Finanzminister. Ein schöner Kreislauf.
Also Geld anfassen Herr Aikens, den (jungen) Winzern in die Hand geben, sie nicht zu Schuldnern machen, denn Schulden schmälern auch die Steuerlast. Nur so wird es was mit langfristig und der Region, der es ja schon jetzt recht gut geht?
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Onko Aikens,