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Vina Mundi Online Shop > Blog > Suche > Breitengrad 51

Autor: Stevie Huppenbauer | 20.07.2017 um 13:11 Uhr | 1 Kommentar

Breitengrad 51, die Weine sind gekürt!

Die Winzer des Vereins haben unter Beteiligung von fünf Gastjuroren ihre Spitzenweine gekürt. Mit dabei auch die beiden „NEUZUGÄNGE“ Andre Zahn und Wolfram Proppe der beiden gleichnamigen Weingüter, wenngleich in diesem Jahr noch nicht mit Weinen, die zu bewerten waren, dabei .


v.li.n.re.: Volker Frölich, Jochen Hinderer (Born) Andre Gussek, Christoph Lindner (LWG), Matthias Hey,
Wolfram Proppe, Andre Zahn,

Was herauskam ist ein in vielen Teilen überraschendes Ergebnis und zeigt, dass jung gefüllte Weine selbst die Winzer die sie eingestellt und „gemacht“ hatten, vor das Problem stellten, ihren eigenen Wein zu erkennen. Und ich muss zugeben, so anstrengend wie in diesem Jahr, war es noch nie. Aber die Kehrseite: Ich habe viel dazu gelernt.
Das lag zum einen an der Kürze der Zeit in der die 24 Weine, inklusive Piraten (Weine die nicht von den Winzern des Vereins stammen) zu probieren waren. Alles wie immer in Blindprobe, bei der die Weine in neutrale Flaschen gefüllt, nur mit einer Nummer versehen wurden. Da ich selbst Mitglied der „Jury“ bin, erlaube ich mir die nun folgende Anmerkung:
Das wichtigste Ergebnis ist, dass es eine handvoll Weine auf Anhieb geschafft haben, zwei weitere nach kontroverser Diskussion, das begerhrte Siegel tragen zu dürfen. Wie viele und welche davon nun am 12.08.2017 in Pforte präsentiert werden, ist den Winzern überlassen. Eines möchte ich schon verraten, zwei glatte Durchläufer (prämierte Weine) bei Weiß- und Rotwein diesmal nur vom Weingut Böhme & Töchter aus Gleina. 


 
Ich hatte den Eindruck, dass sich dieser wichtige Tag für die teilnehmenden Winzer zwischen Tür und Angel abspielte. „In einer Stunde müssen wir mit der Probe durch sein“ so die Aufgabenstellung.  Dann die Auswertung und eine Auflösung der „Versammlung“ mit Schallgeschwindigkeit, so dass man Annehmen musste, der eine oder andere hatte Angst, dass Donald Trump Hand in Hand mit Angela Merkel in Roßbach auftaucht. Und das will nun wirklich keiner sehen, außer Putin eventuell, aber der kam auch nicht.  
Und so bot mir Volker Frölich eine Havanna Zigarre an, wir tranken den ein oder anderen wirklich guten Wein und genossen den milden Abend in Roßbach. 
Schade dass sich niemand mehr Zeit nimmt, mal was in Ruhe zu machen. Das war auch an diesem Abend sehr auffallend.
Zu den Weinen ist zu sagen, dass das vorgelegte Niveau dem Anspruch gerecht wurde. Eine Überraschung für mich war ein Wein der von Wolfgang Proppe vorgelegt wurde. Eine Cuvée aus Chardonnay und Pinot Blanc, der, geht es nach der Satzung des Vereins, wohl kein Breitengradwein werden kann, da Chardonnay vom Verein als nicht gebietstypisch eingestuft wird. Man sollte aus meiner Sicht darüber und über den Bewertungsmodus mal reden. Es geht nur schwanger oder nicht schwanger, ein bisschen schwanger, so sagt der Volksmund, gibt es nicht.
Nun gut der Rede, freuen wir uns auf die Präsentation am 12.08.2017 in Pforte, die neben den prämierten Weinen einiges bereit hält. Unter anderem die erstmalige Einbindung der neuen Vereinsmitglieder. Die Palette ist breiter, die Schlacht offen. 
 
Rainer Albert Huppenbauer, Juli 2017 
Tags: Breitengrad 51,
Autor: Stevie Huppenbauer | 04.02.2017 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Tasting - Das Fazit

Das erste Weintasting ist Geschichte und eine interessante dazu!
Dass ich mit Zweigelt und Spätburgunder begonnen habe ist dem Umstand geschuldet, dass ich es leid bin erklären zu müssen, dass es an Saale-Unstrut gute Rotweine gibt.
Um es vorweg zu nehmen, es gibt welche, allerdings und das ist die Einschränkung, nicht viele. Die guten Weine konzentrieren sich bei den üblich Verdächtigen und die, sagen wir es mal lieb, nicht so guten auch. Das Dumme daran ist, die nicht so guten sind auf Grund ihrer Menge in der Wahrnehmung der Republik durch die Vertriebswege der Winzervereinigung im Lebensmittel-einzelhandel (LEH) zu finden. Das prägt das Urteil.

Zur Veranstaltung: Dafür dass es so etwas noch nicht gab, war das Interesse recht groß. In einer Region mit „breiten Hintern“ – sinnbildlich, vom sitzen auf dem eigenen Sofa verursacht und der Freude auf große Massenveranstaltungen, die nicht für klaustrophobische Menschen gedacht sind, habe ich mich in aller Bescheidenheit über die Resonanz gefreut. Vertreten war ein breit gefächertes Publikum vom überraschten Laien bis hin zu vinophilen Giganten. Was herauskam war ein Bild, das ich wie folgt beschreiben möchte:
 
Blauer Zweigelt  
 
Neun Weine von Saale-Unstrut, ein Wein aus Württemberg, sechs Weine aus Österreich waren am Start. Es wurde deutlich, dass der von Karl Haidle vorgelegte Zweigelt aus Württemberg eine Sonderstellung besitzt. Nicht umsonst wurde der Wein mit dem deutschen Rotweinpreis geehrt.
Ich bezeichne den Haidle mal für Blauen Zweigelt als das Ziel eines jeden, der mit dieser Rebe  arbeitet. Anwesende gestandene Winzer sahen das auch so. Dann zwei  Weine bei denen die Meinungen ebenfalls fast einhellig waren:
Gussek 2013, Breitengrad 51 und Hey 2013, Breitengrad 51. In der Diskussion dann die Weine von Kloster Pforta BG 51, Born, Zahn, Kracher (ÖST), Topf (ÖST) und Glatzer (ÖST) mit jeweils gleichem Jahrgang 2013 und 24 Monate Barriqueausbau. Das Pendel schlug sehr breit aus, jeder Wein hat seine Berechtigung, so die Meinungen, es war halt Geschmackssache. Bei den jüngeren Jahrgängen 2014 und 2015 auch eine deutlich Sprache, viel rundes, kein Ausfall. Weine die Spaß machen und jung am besten sind von Hillinger(ÖST) 2015, Domäne Wachau (ÖST), Zahn 2015, Pawis 2015, Böhme&Töchter 2015.
Dann folgten Bründelmayer (ÖST) 2014 und die Freyburger Winzervereinigung mit einem 2015er aus Weimar. Den letzten beiden merkte man an, dass es viel Wein werden sollte. Die letzten beiden sind, um mit dem seeligen Opa Born zu sprechen, so genannte Klingelweine. Man stellt sie auf den Tisch, wenn es klingelt und man nicht weiß wer vor der Tür steht. Die guten Weine trinkt man allein.
 
Spätburgunder
Auf dem Tisch standen zwanzig Weine die zum Teil auf einem Niveau waren, dass man so in dieser Vielfalt vermutlich nur ein oder zweimal im Leben geboten bekommt. Es zeigte sich, wie differenziert diese Rebe ist,  wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Die Meinungen waren auf der einen Seite einhellig, auf der anderen sehr kontrovers. Einhellig, dass es derzeit nur einen Saale-Unstrut-Erzeuger beim Spätburgunder gibt, der Anschluss hat und durchaus mithalten kann. Dies betrifft Andre Gussek. Weiterhin einhellig in Punkto Saale-Unstrut-Wein die Meinung zum Spätburgunder der Winzervereinigung:
Dieser Wein, eine Spätlese vom Höhnstedter Kelterberg 2015 bestätigt alle Vorurteile die es gegen Rotweine von Saale-Unstrut gibt. Es gab sogar empörte Meinungen von Weintrinkern, die der Winzervereinigung durchaus wohlgesonnen sind und den Geschäftsführer anrufen wollten.  Ich habe diesen Wein abgehakt und in die Rubrik, Weine die die Welt nicht braucht abgelegt. Das eigentlich bedauerliche daran, der Erzeuger bewirbt diesen Wein als Premiumsegment auf der Web Seite. Wer den Wein probierte, hatte dazu jede Menge Fragen. Wie es zu so einem Ausfall kommt, ist für mich vollkommen klar. Es liegt in dem Prinzip der Vergütung in der Winzervereinigung, bezahlt wird nicht nach Qualität sonder nach Quantität des Lesegutes. Und spätestens hier wird der Interessenkonflikt deutlich, der größte Traubenproduzent bestimmt personell auch die Genossenschaft. Da sind die Kellermeister machtlos.
 
Nun zu den Kontroversen. Hier reichte es von na ja, bis das Beste was ich je getrunken habe. Es betraf fast jeden Wein aus dem Gastsegment. Am meisten polarisierte Louis Jadot aus dem Burgund mit dem Côte de Nuits Villages AOC, einem Ortswein. Die meisten positiven Kritiken ernteten die beiden Spätburgunder Ikonen Friedrich Becker (PFALZ) und Jean  Stodden (AHR). Es schloss sich der Spätburgunder vom Assmanshäuser Höllenberg von Kloster Eberbach und Dreissigacker (Rheinhessen) mit seinem „Wunderwerk“ an.
In der Diskussion mit weit auseinander gehenden Meinungen zwei Pfälzer (Rings und Koch - deutscher Rotweinpreis Spätburgunder) sowie Klumpp (Baden) und die beiden Weine aus Norditalien von Lunelli (Trento) und der Cantina Terlan (Südtirol).  
Bei den Saale-Unstrut-Gewächsen war die Dominanz von Gussek deutlich. Es folgen Matthias Hey, Böhme & Töchter, Pawis und Frölich Hake. Bei Bernard Pawis und Volker Frölich war deutlich zu spüren, dass ihr Stil besonders denen gefiel, die ehrlich zugaben, jetzt nicht die großen Spätburgunderfans zu sein.
Mit in Reih und Glied stand auch ein Spätburgunder der qualitativ auch die Kenner sehr überraschte: Spätburgunder Luisenberg 2012 von Familie Weigel. Es sei betont, dass der Wein von Andre Gussek bereitet wird. Die wichtigste Voraussetzung für einen solchen Wein ist gewissenhafte Arbeit im Weinberg, so wie sie von Familie Weigel geleistet wird. Sorgfalt beim Lesegut ist besonders beim Spätburgunder von Nöten. Über das Gegenbeispiel von Winzervereinigung sind genug Worte gewechselt.
 
Fazit, ich werde derlei Veranstaltungen wiederholen, weil sie für eine qualitative Entwicklung von Saale-Unstrut-Wein wichtig sind. Das die angemeldete und nicht erschienene Weinkönigin nicht da war, ist zu verschmerzen. Prost Eurer Hoheit.
Grüßen Sie den König. 

Für alle die keine Gelegenheit hatten die Veranstaltung zu besuchen empfehlen wir unsere Weinpakete Spätburgunder und Zweigelt. KLICK


Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Blauer Zweigelt, Spätburgunder
Autor: Stevie Huppenbauer | 18.01.2017 um 21:30 Uhr | 0 Kommentare

Weintasting Zweigelt/Spätburgunder

Weintasting in der Saale-Unstrut-Vinothek in Naumburg! Was erwartet den Besucher?
Zunächst sei mal betont, dass es so etwas noch nicht gab. Es ist ein Experiment, bei dem eigentlich jeder der etwas mit Wein zu tun hat, dabei sein sollte.
Dieses Tasting mit Blauem Zweigelt und Spätburgunder wird zeigen, wer wo steht. Im Ergebnis wird stehen: Welcher Saale-Unstrut-Wein kann sich mit deutschen Spitzenweinen messen und wo steht der Rotwein Mitteldeutschlands überhaupt.
Nicht jeder nimmt Teil, aber die wichtigsten Erzeuger dann doch. Der eine oder andere wie zum Beispiel Klaus Böhme hat beide Rebsorten nicht im Programm und wird daher fehlen.
Andere haben sie im Programm und wollen sich nicht vergleichen lassen. Nun gut, das ist jedem seine Sache.
Freuen können sich die Besucher auf einen ungezwungenen, weil langgezogenen Verkostungszeitraum an zwei Tagen. Jeweils ab zwölf Uhr ist geöffnet und das Probieren kann beginnen.
Hier eine noch nicht vollständige Auswahl der Weine die im Tasting stehen:
 
Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut
Winzerhof Gussek, Breitengrad 51, Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey,Breitengrad 51, Naumburger Steinmeister 2013
Landesweingut Kloster Pforta  Breitengrad 51, Saalhäuser 2013
Weingut Born Höhnstedter Kelterberg 2013
Weingut Bernard Pawis Blauer Zweigelt Barrique 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Holzfass 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Barrique 2013
Freyburger Winzervereinigung Weimarer Poetenweg 2015
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Zweigelt „R“  VDP. GROSSE LAGE   2013
 
Wachau
Domäne Wachau  Zweigelt Terrassen  2014
 
Niederösterreich
Weingut Bündlmayer  Zweigelt   2014
Weingut Johann Topf  Zweigelt Strassertal  2013
 
Burgenland
Weinlaubenhof Kracher  Zweigelt  2013/14
Weingut Leo Hillinger   Zweigelt 2015
 
Carnuntum
Weingut Glatzer  Zweigelt Rebencuvée 2013
 
Spätburgunder Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut

Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey Naumburger Steinmeister  2013
Weingut Frölich-Hake  Breitengrad 51 2013
Weingut Böhme&Töchter  Zscheiplitzer Himmelreich 2015
Weingut Pawis Spätburgunder Barrique  2015
Freyburger Winzervereinigung Höhnstedter Kelterberg 2015
Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg  2015
Weingut Grober Feetz Spätburgunder alte Reben 2014
Familie Weigelt Spätburgunder Barrique 2012/2013
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Schnaiter Burghalde GG  2013
 
Pfalz
Weingut Bernhard Koch  Pinot Noir Reserve   2013
(Deutscher Rotweinpreis 2016)
Weingut Rings Kallstadter Steinacker 1. Lage VdP 2014
Weingut Friedrich Becker Spätburgunder B VdP 2013

Baden
Weingut Klumpp  Bruchsaler Rothenberg  2013
 
Ahr
Weingut Jean Stodden Spätburgunder JS  2013

 
Rheingau
Kloster Eberbach Assmannshäuser Höllenberg  2014
 
Rheinhessen
Weingut Dreissigacker  Spätburgunder Wunderwerk  2013
 
Frankreich
Burgund

Louis Jadot Côte de Nuits Villages AOC  2012
 
Italien
Trentino

Tenuta Margon Trentino Pinot Nero DOC 2013
 
Südtirol
Cantina Terlan  Montigl Pinot Noir DOC Riserva  2014
 
Der eine oder andere Wein wird noch dazu kommen, so dass man sich ein umfangreiches Bild über die Leistungsfähigkeit der einheimischen Weine machen kann.
 
Noch einmal die Eckdaten:
28./29.01.2017 Beginn jeweils ab 12.00 Uhr
Saale-Unstrut-Vinothek, Naumburg, Steinweg 09
Eintritt: 29,00 Euro
Bitte Anmelden  Karten: Hier

Rainer Albert Huppenbauer

Autor: Stevie Huppenbauer | 23.12.2016 um 15:13 Uhr | 2 Kommentare

Das Jahr 2016 an Saale-Unstrut

2016 - Der Versuch eines Resümees
Es sei erwähnt, dass ich nicht vor habe Dinge die uns alle berühren hier zu bearbeiten. Schließlich sind wir im Krieg und da soll man lieber die Fresse halten die Politik betreffend. Auch will ich mir nicht anmaßen über Dinge zu schreiben, die anderer Leute Feld sind. Dennoch gestehe ich, dass es mir schon manchmal in den Händen juckt, der einen oder anderen Politikpfeife mal was ins Stammbuch zu schreiben. Aber was soll es, er/sie liest es ja doch nicht.
Meine kleine Welt ist der Wein und diese Welt ist doch sehr groß, so dass ich mich ganz schön anstrengen muss es richtig zu machen. Also nehme ich ein Stück dieser großen Weinwelt heraus und denke so bei mir, dass ist mein Auftrag. Es ist Saale-Unstrut-Wein mit allen seinen Träumern, Genies, Handwerkern und Pfeifen. Es geht um Träume, Streiche, das Bodenständige und das Versagen. Erwarten Sie nicht, dass ich das was nun folgt erläutere oder erkläre. Es ist meine Sicht und die kann falsch sein.
 
Das Jahr 2016 war ein spannendes Jahr. Es brachte den 2015er Weinjahrgang auf den Markt und offenbart bei den Rotweinen und zum Teil bei den Weißweinen eine bestechende Qualität. Vergessen wir dabei nicht, dass es auch in diesem Jahrgang nicht möglich war, das gesamte qualitative Niveau des Weinbaus an Saale-Unstrut zu stärken. Weine von Genies und Träumern stehen einer Übermacht von absurden Qualitäten gegenüber. Die Chancen waren für alle gleich, genutzt haben sie nur wenige. Der größte Produzent von Saale-Unstrut-Wein, die Winzervereinigung in Freyburg verbessert mit neuen Etiketten zwar ihr Image, die Weinqualität ist davon überwiegend nicht betroffen. Machen Sie den Test, trinken Sie einen Portugieser 2015 von Klaus Böhme oder Andre Gussek und den 2015er Portugieser der Winzervereinigung. Schlagartig wissen Sie was ich meine. Schade, es wäre möglich gewesen.
 
Die Weinpolitik
So man dieses Wort überhaupt benutzen kann, denn Politik macht hier keiner, höchstens für sich. Die nächsten Wahlen stehen im Januar 2017 an und ich wette mal, dass alle „Bewerber“ für das Präsidium und den Beirat des Weinbauverbandes auch gewählt werden. Ich würde mich sogar bei den Prozenten festlegen: Neunundneunzig Prozent. Ein bisschen erinnert es zwar an längst vergangene Zeiten, aber wenn man bedenkt, dass es in den großen, wohl aber ehemaligen Volksparteien ähnliche Tendenzen gibt, dann ist es wohl einfach nur der Zahn der Zeit. Dennoch, das Ende ist in Sicht.
Im nächsten Jahr wird es an dem einen oder anderen Weinberg ein Schildchen geben, auf dem die Weinbergslage den Touristen vorgestellt wird. Es gab einen sechsstelligen Betrag zur Unterstützung touristischer Aktivitäten vom Steuerzahler. Der überwiegende Teil davon wird wohl für Planungsleistungen an ein dem Weinbaupräsidenten nahestehendes Planungsbüro gehen. Na da bleibt die Kohle wenigstens in der Familie. Natürlich, so wurde berichtet, gab es eine Ausschreibung die das Landratsamt vorgenommen hat. Insofern ist natürlich alles rechtens.  Die meisten Winzer jedenfalls halten von dem Vorgang nicht sonderlich viel. Und schwierig wird es zu dem auch. Was steht nun bitte auf dem Schild vor dem Schweigenberg? Die Antwort eines Präsidiumsmitgliedes war: Das müssen wir mal sehen. Also er meinte damit nicht, dass auf dem Schild steht: Das müssen wir mal sehen. Er meinte, er weiß es noch nicht.
Noch bekloppter wird es beim Naumburger Steinmeister und dem Freyburger Mühlberg. Jeder weiß wo der Steinmeister ist. Und doch beansprucht ein vermutlich geografisch nicht so bewanderter Winzer diese Lagenbezeichnung, weil sie so in der Weinbergsrolle eingetragen ist. Diese Lage könnte auch Südpol heißen, aber der Winzer dachte sich als er Steinmeister beantragte, das glaubt ja dann doch niemand. Nur Eiswein ist auf die Dauer auch tröge.  Beim Freyburger Mühlberg wird es dann ganz komisch. Rein theoretisch bräuchte man vier Schilder, denn dieser Weinberg ist etwa so groß wie das Mont Blanc Massiv, wenn man den Eintragungen in der Weinbergsrolle folgt. Aber was soll man tun, das Gremium (eine Person) hat entschieden und nun wird es durchgezogen. Ob es Sinn macht ist vermutlich allen Beteiligten rille, Hauptsache alle können so weiter machen wie bisher. Die Konsumenten interessiert es ohnehin nicht. Wichtig ist der Wein schmeckt. So die Argumentation, die ich mir von einem anhören durfte, der drei Millionen Flaschen Saale-Unstrut-Wein unter die Menschen bringen muss. Es stellt sich mir daher die Frage, wenn es also niemanden interessiert, wozu dann die Schilder?
 
Meine Lieblingsweine vom Jahrgang 2015
 
Matthias Hey, Riesling Qualitätswein trocken, Naumburger Steinmeister, Breitengrad 51
Andre Gussek, Weißburgunder Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg
Andre Gussek, Grauburgunder Qualitätswein trocken Kaatschener Dachsberg  ***
Böhme & Töchter, Chardonnay Qualitätswein trocken, Freyburger Schweigenberg
Weingut Klaus Böhme Portugieser Qualitätswein trocken, Dorndorfer Rappental
Gussek, Grüner Silvaner Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg, BIN 89
Böhme &Töchter, Traminer Qualitätswein trocken, Freyburger Schweigenberg, Breitengrad 51
Wolfram Proppe, Cabernet Blanc Spätlese, trocken, Golmsdorfer Gleisburg
Wolfram Proppe, Cabernet Jura Qualitätswein trocken, Golmsdorfer Gleisburg
Uwe Lützkendorf, Traminer Auslese, Karsdorfer Hohe Gräte
Weingut Born, Winzersekt Blanc d` Noir, Brut
Weingut Böhme & Töchter, Winzersekt Riesling, Brut      
 
Meine zehn Verkaufsschlager vom Jahrgang 2015
 
1.   Matthias Hey, Weißweincuvée „Weisser Hey“ Qualitätswein trocken
2.   Klaus Böhme, Weißburgunder Qualitätswein trocken, Gutswein
3.   Bernard Pawis, Müller Thurgau Qualitätswein trocken, Gutswein
4.   Weingut Born, Riesling Qualitätswein trocken, Höhnstedter Ortswein
5.   Weingut Böhme & Töchter, Chardonnay Qualitätswein Freyburger Edelacker, trocken
6.   Wolfram Proppe, Cabernet Blanc Spätlese trocken
7.   Landesweingut Kloster Pforta, Riesling Qualitätswein, feinherb
8.   Andre Gussek, Weißburgunder Qualitätswein trocken,  Muschelkalk Naumburger Wein
9.   Matthias Hey, Riesling Qualitätswein trocken, Naumburger Steinmeister, Breitengrad51
10. Klaus Böhme, Bacchus Qualitätswein trocken, Gutswein
 
Meine Empfehlungen für 2017
 
Wolfram Proppe, Chardonnay Qualitätswein trocken, Golmsdorfer Gleisburg, 2016
Wolfram Proppe, Bacchus Qualitätswein trocken, Golmsdorfer Gleisburg, 2016
Klaus Böhme, Veitstanz Rotweincuvée Qualitätswein trocken, 2015
Bernard Pawis, Grauburgunder Qualitätswein Muschelkalk, trocken 2016
Matthias Hey, Weißburgunder Qualitätswein Naumburger Steinmeister, trocken 2015
Andre Gussek, Riesling Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg *** 2015
Andre Gussek, Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg 2013 BG51
Matthias Hey, Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken, Naumburger Steinmeister, 2013 BG51
Bernard Pawis, Riesling Qualitätswein trocken, Freyburger Edelacker GG, 2015
Landesweingut Kloster Pforta, Blauer Zweigelt Qualitätswein „Alte Reben“  trocken 2013
Andre Zahn, Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken, Kaatschener Dachsberg 2015
Böhme&Töchter, Weißburgunder Qualitätswein trocken, Freyburger Schweigenberg 2015

Ich wünsche allen Lesern eine frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Rainer Albert Huppenbauer

Autor: Stevie Huppenbauer | 15.07.2016 um 14:16 Uhr | 0 Kommentare

Das große Finale - Breitengrad 51- die Gekürten stehen fest.

Es hatte nichts vom Gelage im großen Filmklassiker "Das große Fressen"  mit Marcello Mastroianni, Phillippe Noiret und Michel Piccoli. Dennoch wird es Geschichte schreiben. Erstmals traute man sich die Rieslinge zu. Vor gut drei Jahren habe ich die Frage gestellt: Liebt Riesling Saale-Unstrut?  Dass nun in der Breitengrad 51 Verkostung 2016 erstmals Rieslinge im Mittelpunkt standen sollte als Indiz gelten, dass es so ist. In aller gebotener Kürze werde ich nun aber nichts mehr verraten. Mit einer Ausnahme, dass alle Gäste und Freunde des Vereins Breitengrad 51 bei der Vorstellung der prämierten Weine am 13.08.2016, auf ihre Kosten kommen werden. Die finale Verkostung am 14.07.2016 fand diesmal im Weingut Frölich-Hake statt. Die anwesenden Winzer und Gäste hatten ein hartes Programm zu absolvieren, waren doch 22 Weine zu bewerten. Neben den von den Winzern eingestellten Weinen zur Prämierung wurden wieder deutsche Spitzenweine eingeschleust, die selbst einen hohen Anspruch haben. Die Jury bestehend aus den Winzern des Vereins und einer „kritischen Masse“ bestehend aus Weinexperten wie Klaus Böhme vom gleichnamigen Saale-Unstrut-Weingut, Theresa Stenzel von der Sommelier Union, Christian Wilhelm - Sommelier im Leipziger Restaurant Falco, Matthias Dathan – Sommelier und Gault Millau Tester, Alexander Lehwald – Weinbeisserei in Markkleeberg, Sabine Thomalla – Weinhandel Cuvée in Halle und meine Person.
Es war nun schon die dritte Prämierung an der ich teilnehmen durfte und es war fast wie immer. Bis zu letzt wurde vorbereitet und das blieb auch diesmal nicht ohne Folgen. Der eine oder andere Wein wollte nicht zur Ruhe kommen und hatte es schwer. Zum Glück entschied sich die Runde auf eine Diskussion der einzelnen Weine bevor das Ergebnis bekanntgegeben wurde. Dabei konnten Missverständnisse ausgeräumt werden. Niemand kann den Winzern das abnehmen. Sie bestimmen den Füllzeitpunkt und der war bei dem einen oder anderen Wein einfach zu spät. Die Irritationen, waren auch für geübte Verkoster nicht vollends zu bewältigen. Aber und das zeichnete die Runde aus, sie war  in der Lage und professionell genug, Klarheit zu schaffen. Schön wäre es, wenn man zukünftig dem wirklich großen Anlass mehr Vorbereitungszeit widmen würde.
Die Ergebnisse sind für alle Betriebe vorzeigbar, auch wenn nicht alle Träume aufgingen. Bei den Weißweinen, diesmal, und ich sage endlich, ein großer Rieslingabend. Überzeugen konnte aber auch der eine oder andere  Burgunder und Traminer. Bei den Rotweinen wurde deutlich, dass zwei Winzer und ihre Stile, vor allem beim Zweigelt, große Dominanz aufweisen. Dies sind: konservativ, zeitlos, frankophil (Gussek) und norditalienisch, verspielt, Trend setzend (Hey).  Die leisen, obwohl mir gefallenden Zwischentöne, hatten es schwer. Da half auch mein Wohlwollen nichts. Freuen wir uns auf die Weine, die dann ab August in den Handel kommen und auch auf die Gewächse, denen die ganz große „Ehre“ nicht zuteil wurde.
 
Rainer Albert Huppenbauer, Juli 2016

Impressionen

Matthias Hey, Marika Böhme, Christoph Lindner (LWG), Jochen Hinderer (WG Born), Andre Gussek, Volker Frölich


Klaus Böhme, Andre Gussek, Josephine Markwitz (LWG)


Christian Wilhelm und Theresa Stenzel 


Kim Le Than bei der Auswertung


Christian Wilhelm, Theresa Stenzel und Matthias Dathan


Spannung

 




 
Tags: Breitengrad 51, Finale Verkostung