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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 21.05.2020 um 12:17 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut Weinmeile 2020

Gebeutelt sind wir wohl alle, aber was hilft es, wenn jedes Wort der Regierung als Gesetz gehandhabt wird. Irgendwie gab`s das schon mal, oder? Und nun hat es auch noch die Weinmeile erwischt. Eigentlich am Ende der Aufregung gelegen, hätte man wohl ein Auge zudrücken können, hört man bisweilen. Natürlich den Winzern, die dieses Event ins Leben gerufen haben, entgehen eine Menge Einnahmen, die Sie nach der Krise dringend gebraucht hätten. Das gilt umso mehr, da sich vor 10 Tagen die Aussichten auf ein erfolgreiches Jahr 2020 quasi in einer Kaltluftfront in ein großes Nichts auflösten.
Was die Weinmeile an sich angeht, bin ich eher zweigeteilt. Auf der einen Seite die Ökonomie, auf der anderen Seite die jedes Jahr größer werdende Besucherschar und die damit verbundenen Probleme. Wer schon mal Weinmeilengast war, weiß wovon ich rede. Ich würde mir wünschen, dass der Verein, bestehend aus den teilnehmenden Winzern, das zuletzt völlig aus dem Ruder gelaufenen Konzept überdenkt. Wein und seine Erzeuger sollten wieder im Mittelpunkt stehen. Zurück zu den Anfängen. Wein verdient Beschaulichkeit, Gelassenheit, Gemütlichkeit und Respekt. Nichts davon war in den letzten Jahren zu spüren, am wenigsten Respekt. Es gab alles, was auf so ein Fest nicht gehört. Für derlei Dinge gibt es genügend Feste, Fußballspiele und Partys die das Gegenteil von dem sind, was ein Weintrinker sich wünscht. Ich hoffe sehr, dass man die Pause nutzt, um wenigstens mal darüber nachzudenken, wie dieses großartige Ansinnen wieder zu dem wird, was es sein wollte. Ich bin gern bereit mich da einzubringen.
 Tags: Saale-Unstrut-Weinmeile, Bad Kösen, Gussek, Hey
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.05.2020 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Das grassierende Ding und was an Saale-Unstrut so passiert ist!

Ab und an ist es auch ganz gut, wenn man einfach mal die Klappe hält. Das habe ich nun eine ganze Zeit lang gemacht, um mich mit voller „Wucht“ zurückzumelden. 
Keine Angst so schlimm wird es nicht. Aber in den letzten Wochen ist an Saale-Unstrut eine Menge passiert. Und das Meiste hatte nichts mit dem grassierenden, wie hieß das Ding noch mal, zu tun. Es  geht einfach nur um Wein. Also dieses Ding hat natürlich auch den Winzern und uns Händlern zu schaffen gemacht. Da aber kein richtiges Ende in Sicht ist, macht es keinen Sinn, ständig darüber zu reden. Eins nun doch noch, hüten Sie sich vor Menschen, die sich in diesem Ding siehlen, wie ein Wildschwein in seiner persönlichen Suhle. Diese Menschen kennen fast jeden der das Ding hatte und hat, waren selbst vom Ding befallen oder mindestens in Quarantäne. Sie tragen auch beim Rauchen eine Maske und meiden, so berichten sie jedenfalls, öffentliche Plätze. Essen und Trinken können Sie nicht, da das Essen vom Ding kontaminiert sein könnte und die Maske eine Essenseinnahme nicht zulässt, und sie damit schützt. Sie werden also verdursten oder verhungern. Sie tun das auch, um in die Opferzahlen des Dings aufgenommen zu werden. Heldentod. Sie waren Clever und haben sich bereits als WUHAN abgeriegelt wurde, mit Klopapier und Windeln (man weiß ja nie wie lange es  dauert) eingedeckt, ja so dachten sie damals. Die meisten von denen waren ganz normale Menschen (meist jüngere) die nichts zu berichten gehabt hätten, hätte es nicht dieses Ding gegeben. Ich kenne zum Glück nur einen solchen Fall. Noch lebt er, aber durch das verweigern der Nahrung sieht er sehr schlecht aus.

Nun zum Wein:
Das Wetter
Dass das Wetter gerne mal verrückt spielt, ist eine alte Weisheit. Im Moment, so hat man den Eindruck, immer öfter. Kaum merklich in den Städten und dem ländlichen Raum, sanken in der Nacht vom 4. zum 5. Mai die Temperaturen in einigen Weinbergen an Saale-Unstrut unter die kritische Grenze von Minus 3 Grad. Das Ergebnis ist zum Teil verheerend. Die schlimmsten Erfrierungen hat es in Thüringen und westlich von Freyburg in Weischütz gegeben. Einige Winzer sind davon betroffen. Für den neuen Jahrgang wird das bedeuten, dass in diesen Bereichen mit einer kleinen Ernte zu rechnen ist. Man muss zu dem abwarten, wie der Reben mit dem Umstand umgehen.

Die Weine und anderes Geschehen
Der 2019er Jahrgang ist nun allgegenwärtig und zeigt bei den üblich Verdächtigen sehr gute Ergebnisse. Die Prognose einer Probierkolonne unter der Ägide eines „älteren aber leicht besoffenen Herrn“, der jetzt unter falschen Namen in der Regionalbeilage des Naumburger Tageblattes zu Worte kommt, war wie immer: Zucker her. Nachlesen kann man das im Weinbeobachter. Doch was soll`s, die Jungs werden es nicht mehr lernen, also zurück zu denen die es können. 
Bei dem einen oder anderen Winzer aus dem Kreis der oben genannten hat es sichtbare Veränderungen gegeben. Neue Outfits bei Hey und Böhme&Töchter, neue Webseite bei Gussek und viele Kleinigkeiten, die meinen Optimismus nähren, dass unsere Region, vor allem die Breitengrad 51 Winzer, qualitativ einen Schritt nach vorn tun werden. Zu nennen sind die positiven Veränderungen im Landesweingut Kloster Pforta im personellen Bereich. Sowohl der Kellermeister, der mit seinem zweiten erfolgreichen Jahrgang (2018/2019) echte Prämissen setzt, als auch der neue Geschäftsführer, der mit Ruhe und vor allem Sachverstand "regiert", was im gebeutelten Staatsweingut dringend benötigt wurde.
Andre Gussek bereitet derzeit seine 2018er Rieslinge auf die Markteinführung vor. Von den Lagen Göttersitz, Dachsberg und Steinmeister kommen 3 exzellente Rieslinge, die es so hier noch nie gab. Dazu sind bei Gussek Weine (Blauer Zweigelt, Spätburgunder) in der Pipeline die neue Maßstäbe setzen werden. Ein Wein wird allerdings Gusseks Geheimnis bleiben, lassen Sie sich überraschen.
Bei Bernard Pawis mischt nach kleinen Ausreißversuchen nun Christian Pawis mit, der sich gleich mal mit der Lagenproblematik des Spitzenerzeugers befasst.
Matthias Hey nun mit Traubenadler, hat sich entscheidend vergrößert. Fast drei Hektar  wurde in Weischütz aufgerebt und so ein wichtiger Grundstein für eine solide ökonomische Perspektive gelegt.
Bei Wolfram Proppe wurde ebenfalls neues Land kultiviert. Dazu der Ausbau des Gutes in Löberschütz, der  wohl den Winzer und seine Familie noch eine Weile beschäftigen wird. Mir gefällt das maßvolle Vorgehen der „Proppes“, man lässt die Kirche im Dorf und macht alles Schritt für Schritt.
Bei Marika Sperk (Böhme&Töchter) ist ein wichtiger Schritt vollzogen worden. Die Familie geeint und das Werk von Frank Böhme und seinem nun schon 84 jährigen Vater, der immer noch nicht wegzudenken ist, strahlt auf mich eine unglaubliche Zuversicht aus. Dazu wurde eine neue Steillage im Freyburger Schweigenberg mit Riesling, Chardonnay und Spätburgunder aufgerebt.  Gut so, man setzt auf hochwertige Weine, manchmal noch mit Ecken und Kanten, aber ihnen gehört die Zukunft die gerade beginnt. DieZeit wird es erweisen, genau diese drei Rebsorten werden das Qualitätsbewußtsein im oberen Segment der Zukunft bestimmen.  

So das war es dann erstmal bleiben Sie durstig und freuen Sie sich auf den Sommer.
      

 
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 24.10.2019 um 12:28 Uhr | 0 Kommentare

Good bye poor Boy… ein Nachwort

Im Grunde muss man schon den Hut ziehen, wenn jemand 27 Jahre ein Ehrenamt ausübt.  Aber eben nur im Grunde. Nicht in jedem Fall ist damit nur „Dankeschön“ gemeint. So ist es auch beim scheidenden Weinbaupräsidenten. Manchmal ist es eben auch so, dass der Beifall ertönt, wenn man froh ist, dass einer „fertig hat“. Nicht immer sind Beifall und lobende Worte auch tatsächlich mit Anerkennung einer Leistung verbunden. Wie das im Fall Boy liegt, kann man nur erahnen: ( na das wurde aber auch Zeit, den Absprung verpasst oder gar, der muss weg), sind nur einige Äußerungen, die ich nach der viel beachteten Rede von S.Boy im Kreise der Weinbruderschaft auch von Personen hörte, die ihm nahestehen. Aber, bemerkenswert ist seine Zeit als Weinbaupräsident auf jeden Fall. Und so kann ich folgenden Satz, mit dem Siegfried Boy im Verweis auf seine Nachfolge (A.Zieger) in seiner Abschiedsrede zitiert wird, voll und ganz verstehen: …“ der (Zieger)  den Verband auch weiterhin mit Herzblut und Aktionismus führen“ wird.
Für mich widerspiegelt  die Wortwahl genau das, was eben die Verbandsarbeit in den letzten Jahren ausmachte, Boy´s Aktionismus. Über Aktionismus wird reichlich debattiert. In verschiedensten Quellen, wie hier von Wikipedia findet man folgende Erklärung des Wortes: „Der Begriff Aktionismus unterstellt betriebsames, unreflektiertes oder zielloses Handeln ohne Konzept, um den Anschein von Untätigkeit oder Unterforderung zu vermeiden oder zu vertuschen. Aktionismus kann auch bedeuten, dass viele Projekte diskutiert oder begonnen, aber nicht zu Ende geführt werden. Der Begriff steht auch für unorganisierte politische oder soziale Aktionen, die zwar eine Veränderung bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse bezwecken, deren Ziele aber weder genau definiert noch zu Ende gedacht und deren Konsequenzen meist nicht bedacht sind.“
"Quelle Wikipedia"

Geht es also noch schlimmer, wenn ein scheidender Präsident, zweifelsfrei mit Verdiensten um den Weinbau an Saale-Unstrut, seinem Nachfolger den Aktionismus, der den Verband zur verunglückten „ein Mann Show“  werden ließ, als Führungsstil empfiehlt?
Dass auch Herzblut angesprochen wird, macht die Sache nicht besser. Ich denke sogar, in der Kombination mit Aktionismus, eher noch schlimmer. Und mit Verlaub, wenn der nun "gekrönte" Albrecht Zieger, der ja bekanntermaßen die Winzervereinigung Freyburg zum Abfüller ausbauen möchte (im eigenen finanziellen Interesse wohlgemerkt), da sei zumindest die Frage gestattet, ob er denn wirklich der Richtige ist? Im Sinne von Siegfried Boy`s Worten auf alle Fälle. Im Sinne der Entwicklung der Weinbauregion sind Zweifel angebracht.

 Tags: Siegfried Boy, Albrecht Zieger
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 26.09.2019 um 14:05 Uhr | 0 Kommentare

Lese 2019 und jede Menge neue Weine in der First Class von Saale-Unstrut

Ja da bin ich mal wieder, nach einer schöpferischen „Ruhephase“ , in der ich zwei Projekte begonnen habe, also Ruhe ist auch anders, aber was soll es.

Die Lese 2019 fördert zu Tage, was die Natur so alles bewegen kann. Rund um Naumburg und Freyburg wenig Niederschlag und entsprechend gering sind die Lesemengen. Von 30-50 Prozent weniger ist die Rede, am deutlichsten wohl in einer der trockensten europäischen Lagen rund um Höhnstedt. Die Steillagen in Naumburg und Freyburg mit ebenso wenig Ausbeute wie am Süßen See. Ganz anders in Thüringen, hier hört man relativ viel Zufriedenheit  über die Mengen. Der Grund ist leicht erklärt, es hat dort einfach mehr geregnet.
Über die Qualitäten kann man im Moment nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass der 2019er Jahrgang mal wieder so eine Quantitätdelle ist, bei dem der Winzer nich automatisch auf hohe Qualität verweisen kann. Nach den Topjahren 2015/16/17 und teilweise 2018 ist das aber auch normal. Hoffen wir auf einen Winter mit Schnee, dass die Erde vor allem im Großraum Burgenlandkreis Feuchtigkeit aufnehmen kann und sich ein normaler Level einstellt. Was die Quantitäten des 2019er Jahrgangs betrifft, hat das zwar keine Auswirkungen, aber so schlimm ist das auch nicht, denn die Keller sind in den meisten Fällen noch recht gut mit 2017/18 gefüllt und der muss ja auch getrunken werden, zumal einige Weine des 2017er Jahrgangs jetzt erst richtig erwacht sind.

Was sonst noch passierte? Nun önologisch ist es eine ganze Menge. Derzeit kommen bei den Winzern Weine in den Handel, die mich regelmäßig ins Verzücken versetzen. Einige davon möchte ich Ihnen gern an das Herz legen:
Neben den Breitengradweinen des BG 51 sind rund um diese einige Gewächse erst in den letzten Tagen gefüllt wurden.

Gussek
Das Gussek mit seiner 2017er Weißburgunder Riege vermutlich den Vogel abschießt verwundert mich nicht. Naumburger Sonneck aus dem Edelstahl und dem Barrique mit viel Klasse, die noch vom Weißburgunder Kaatschener Dachsberg übertroffen wird. Dieser Wein, der im Edelstahl gereift ist zeigt nochmals deutlich auf, das 2017 das Burgunderjahr war. Da die meisten Weine diese Jahrgangs bereits ausgetrunken sind, kann man nur empfehlen sich für schlanke 15,00 Euro  ein paar Pullen zu sichern. Der Riesling vom Dachsberg aus dem gleichen Jahr kam zu BG 51 Ehren und hat alle Zeit der Welt. Gleiches gilt für den BG 51 Zweigelt aus diesem Jahr.
Mit dem 2018er Jahrgang hat es noch ein wenig Zeit, außer man ist Grauburgunderfan. Der Grauburgunder vom Göttersitz (Drei Sterne) ist im Lagensegment der deutlichste Wein des 2018er Jahrgangs. Grandiose Aromenvielfalt gepaart mit feingliedriger Mineralität und reichlich Alkohol lassen einen Wein über die Zunge laufen, den es so hier noch nicht gab. Elegant und mit der Handschrift von Michel Rolland ( Wichtigster Vertreter der „Alkoholphilosophie“, wo es passt). Fast alles was dieser Mann von großen Weinen fordert, ist in diesem Burgunder vereint.

Hey  
Dass ein technischer Defekt auch gute Seiten haben kann, habe ich gestern Abend (25.9.19) erfahren. Zum einen haben sein Weisser Hey und der feine Gutedel damit wohl erstmals „übersommert“ und zum anderen, kamen einige zum Teil unerwartete Weine auf den Tisch, bei denen mir das Herz aufging. Das Matthias Hey den Riesling beherrscht ist bekannt. Völlig unaufgeregt legt er nun nach seinem gelungenem Ortswein den Lagenwein Steinmeister vor. Pittoresk kommt er daher, das war der Vorgänger ebenfalls. Hier allerdings, auch dem Jahrgang geschuldet?: ist bereits am Anfang das Holz sehr gut eingebunden. Das passierte bei den Vorgängern erst später. Ein sehr reif wirkender und runder Riesling der  mit feinen Aromen von Pfirsich, Grapefruit, etwas Blutorange und leichtem Karamell im Abgang doch sehr überzeugt.
Eine Neuheit im Weingut ist die Lage  Karsdorfer Hohe Gräte. Hier legt der Winzer eine Auslese vom Silvaner vor, die ich zwei Minuten nach dem Genuss eines Glases wie folgt beschrieben habe:
„Silvaner vom Feinsten. Süße Aromen bändigen das Säuremonster, die Säure verleiht dem Wein die Struktur die er braucht, um seine Charakteristik und die seiner Herkunft (Saale-Unstrut) nicht zu verlieren. Die Auslese zeigt das Talent des Winzers und die Möglichkeiten des Saale-Unstrut-Terroirs zu derlei komplexen Weinen. Der Wein übt schon jetzt eine große Anziehungskraft auf mich aus, die sich schlecht beschreiben lässt. Es ist für meinen Geschmack, das Beste was man im Jahrgang 2018 aus dieser Rebe machen konnte.“ Mit 25 Euro ist diese Auslese zu den günstigen Weinen zu rechnen. Man sollte den Wein wie ein Händel Oratorium genießen: Einmal im Jahr.

Böhme&Töchter
Da kommt etwas auf uns zu, nicht nur in Flaschen. Viel Können und familiärer Zusammenhalt lassen die Träume einer der sympathischsten Winzerfamilien die ich kenne, wahr werden. Danke Frank.
Die Weine der Jugend, die ja eigentlich auch schon keine mehr ist, reißen bemerkenswerte  Gräben, soll ich nun sagen auf oder ein? Ich weiß es nicht, denn die Zeiten ändern sich gerade. Noch nicht ganz am Ziel, aber auf den Weg dahin, werden Weine entstehen, die diese Region dringend braucht. Ein solcher Wein reifte ein Jahr in einem Tonneau aus französischer Eiche. Noch etwas unschlüssig schlägt der gerade Mal in diese und mal in die andere Richtung aus. Aber er wird, möglicher Weise ein Wein der Zukunft. Ich halte den Riesling für eine Lagerung der nächsten zehn Jahre für geeignet. Er beginnt sich bereits zu entfalten und sein Wunderwerk zu verrichten. Den Traminer, auch in diesem Jahr als BG 51 gekürt, muss man nicht mehr hervorheben. Es reicht schon ihn einfach zu nennen. Kein Winzer an Saale-Unstrut macht besseren trockenen Traminer. Legendär der 2015er BG51.
Und nicht zu letzt noch ein Satz zu den „Kleinen“. Fantastischer Kerner und zwei tolle Spätburgunder mit Lagenspezifik, wie ich sie so nicht oft erlebt habe. Ein Jahr, eine Rebsorte, zwei Lagen, zwei völlig unterschiedliche Weine.

Wolfram Proppe  
Im Jahr 2016 hat er den Test gemacht und einen Wein kreiert den es so hier nicht oft, oder sogar noch nie gab. Er nannte ihn „Striking Wine“. Zu Deutsch ein auffälliger Wein. Und das war er. Nun im Jahr 2019 ist er wieder da, diesmal ein 2018er. Es handelt sich um eine Cuvée aus Pinot Blanc und Chardonnay der als BG 51 geehrt wurde. Für mich, alle vorgenannten und noch folgenden Weine und deren Erzeugen mögen mir verzeihen, der Weißwein des Jahres 2018. Einer muss es sein. Natürlich subjektiv und eine Art Zangengeburt, weil die Auswahl noch nie so groß war.  Schon im eigenen Lager ein Wein der diesen Titel auch verdient hätte: Chardonnay Qualitätswein Golmsdorfer Gleisburg. Hier meine Urteil:
"Tja, was habe ich nicht schon alles über den 2018er Jahrgang geschrieben und nun dieser Chardonnay. Niemals hätte ich diesen Wein im "hohen Norden" verortet. Südfrakreich ja, Nappa Valley völlig klar, aber Thüringen? Ein Kraftpaket, nicht ganz trocken, aber es macht den Unterschied, ob einer weiß was tut und der Andere sich freut, Wein füllen zu dürfen. Proppe macht einen Chardonnay, der nicht trocken werden wollte und hat einen Wein gemacht, der wohl so so schnell nicht wiederkommt. Extrakt ohne Pause, Mineralität die diese gewisse Etwas hat, was man charismatisch nennt. Sie hebt den Zucker empor und holt ihn wieder runter. Das Holz deutlich spürbar und vor allem notwendig, schließt den Reigen mit karamellisierten Noten die ihre größte Klasse in 10 Jaher haben werden. Da bin ich 73 Jahre alt, schön das man sich noch auf was freuen kann."

Kloster Pforta
Schon viel gesagt und geschrieben. Kein Weingut der Region treibt mich mehr um als das Staatsweingut mit all seinen Schicksalsschlägen. Das in dem Geschäft dieser Größenordnung die Kellermeister  eine gewisse Bedeutung haben, bewies bereits Christoph Lindner. Der „Neue“ nun der Franke Olaf Stintzing,  hat seinen Einstand gegeben und zwar mit Volldampf. Herausragend  aus einer geschlossenen Kollektion, die vom Gutswein bis in die Lageweine eine der großen Überraschungen des 2018er Jahrgangs war. Das Sahnehäubchen oben drauf habe ich wie folgt beschrieben: „Eine Gebietsneuheit, der erste im Steinfass ausgebaute Burgunder von Saale-Unstrut ist für mich eine schöne Neuentdeckung. Kraftvolle Gelbfruchtaromen und starke mineralische Komponenten machen den Wein zu etwas Besonderem. Sehr elegant, eher an einen Mersault erinnernd, als an einen deutschen Weißburgunder. Salzige Fruchtnoten, Länge und beachtliche Nuancen von gelben Früchten, die lange an der Lippe kleben. Mithin einer, wenn nicht der beste Weißburgunder des Jahrgangs 2018 an Saale-Unstrut.  Und noch etwas,  einer der schönsten, wenn auch sanierungsbedürftigsten Weinberge der Region, hat eine neue, grandiose Spitze. Es ist ein Wein von internationalem Format.“
Mehr sollte man darüber nicht sagen.

Weingut Pawis    
Die neuen Großen Gewächse habe ich noch nicht probiert. Aber das ist auch nicht tragisch, denn es gibt etwas Neues beim Meister aus Zscheiplitz. Es ist die Wiedergeburt von einem seiner größten Wünsche. Dieser Wunsch betrifft sein Erbe. Wer ist in der Lage mit der Bürde des bekanntesten Winzers von Saale-Unstrut umzugehen? Mit einem Geniestreich in Form eines Rieslings ist diese Frage nun, so hoffe ich, ein für allemal beantwortet. Der Physiker ließ die Physik Physik sein, probierte etwas aus, legt den Zauberlehrling vor und studiert nun Weinbau in Mainz.
Sein Riesling heißt eben Zauberlehrling und wurde von mir so beschrieben:
"Wenn der Vater mit dem Sohn einen Bummel macht ....", na und so weiter, dann kann es passieren, dass der Sohn dem Vater zeigt wie es früher so war, oder umgekehrt? In diesem Fall macht der zukünftige Önologe mit dem Lesegut seines Vaters einen Wein, der so in Zscheiplitz noch nie in Flaschen kam. Der Name Zauberlehrling hat damit zwei wichtige Ansätze: Den "Lehrling" Christian Pawis und den Zauber, den Riesling und was der so alles kann. Spontane Vergärung und im Gegenteil zu Vaters (Bernard Pawis) "Blumigkeit" im Bukett, nüchternes zurückhaltendes Riesling "Petrol", das auf Großes hoffen lässt. Ein Wein für Rieslingpuristen, mit allem was man sich wünscht, wenn man diese Rebsorte mag. Weiter so junger Mann. Dem Vater gefällt es, möglich, dass er diesen Stil durchaus fortsetzt.    

Weingut Born
Man kann sagen von der Sonne gebeutelt. Wenig Masse aber das was da ist, gereicht der Weinbaufamilie zur Ehre. Zweimal BG 51 (Riesling und Zweigelt) und ein Wein der meine Sinne kitzelt und so manchem den Angstschweiß auf die Stirn. Es ist ein Sauvignon Blanc, den sich dieser oder jener gern so wünscht wie aus Chile? Süd Afrika? Nein jetzt hab ich es, Neuseeland. Aber genau das ist eben nicht hier und von daher stellt sich die Frage: Warum sollte ein Wein von Saale-Unstrut nach Neuseeland schmecken?  Also lassen wir mal die Kirche im Dorf Höhnstedt und freuen uns über den gelungensten Saale-Unstrut Sauvignon Blanc der Neuzeit an Saale Unstrut.

Was sonst noch passierte!
Das Beste zum Schluss, am 05.10.2019 können Sie von 15.00-21.00 Uhr in unserer Vinothek im Steinweg meine Favoriten probieren. Bitte anmelden, da auch gekocht wird.
Und nun noch das Allerbeste: Die Krönung der Weinkönigin an Saale-Unstrut wird 2020 von einem neuen Weinbaupräsidenten vorgenommen. Da hofft man, das der Zwerg neben dem nun bald ehemaligen Präsidenten noch ein bisschen die Kurve kriegt. Na geheiratet hat er schon mal. Wohl aber eher der Zweckmäßigkeit halber. Da möchte man nicht Frau sein.
Der musste jetzt aber auch sein.

Rainer Albert Huppenbauer
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 18.04.2019 um 13:35 Uhr | 0 Kommentare

Kloster Pforta, der neue Jahrgang 2018, alles passt!

Und mir nichts dir nichts, fängt alles von vorne an!

Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn der Wind dreht. Das Landesweingut Kloster Pforta, kann eine Lied davon singen. Da es aber nicht singen kann, es ist aus Stein mit viel Herzblut vieler Generationen, bekommt das eben noch ungeliebte Kind einer ganzen Region die zweite, dritte ... Luft.

Spürbar ist es im Glas bei jedem Schluck. Der neue Geschäftsführer brauchte einen neuen Kellermeister und hat ihn gefunden. Ich hoffe sehr, nach der Probe der neuen Weine des 2018er Jahrgangs, dass der Mann, ich weiß nicht mal wie er heißt, ein Weilchen aushält. Der Region wird das gut tun. Alles was ich bisher getrunken habe war spürbar durchdacht. Ein Gefühl kommt bei mir auf, dass da etwas wächst, was die Region dringend braucht. Qualität in der Breite des Gutsweinsegmentes, die fehlt eben. Natürlich gibt es hochwertige Gutsweine, aber eben nicht in der Masse und nicht im Einzelhandel. Die Dominanz der Winzervereinigung, mit teils "verkorksten" Weinen ist im Breitensegment einfach zu groß. Damit ist es, so wie ich es sehe, irgendwann vorbei. Es wird etwas dauern, aber der frische Wind wird zum Monsun werden und all das wegspülen, was die ewigen Zweifler behaupten. Wenn nun auch noch ein Neubau gelingt, dann ist das Glück perfekt. Drei Charaktere vom Geschäftsführer, über Kellermeister und Franziska Zobel für den Weinbau, werden, da bin ich mir sicher, die Region herausfordern.
Es gibt Leute, so wie die Breitengradwinzer (zumindest einige), die das freut. Andere sehen es eher skeptisch, ja sogar neidisch, wieder andere begreifen gar nicht, was da gerade losgeht. Ich jedenfalls drücke die Daumen und hoffe das auch der positive Altherrengeist eines Prof. Schumann (Ex Geschäftsführer und Projektleiter Neubau, stimmt doch noch, oder?) auch einen Schluck aus der Pulle bekommt.
Na dann, Saale-Unstrut wird erwachsen, einen sehr großen Anteil an der neuen Geschichte wird durch den Fortbestand und die Weinqualität von Kloster Pforta bestimmt.

 Tags: Kloster Pforta



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