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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 03.07.2017 um 22:59 Uhr | 0 Kommentare

Restaurantkritik Ratskeller Naumburg

Wie es sich für einen Ratskeller gehört, befindet sich der Naumburger im Rathauskomplex. Direkt am wunderschönen Marktplatz der Stadt, ist das Lokal zu finden.  Einige Außenplätze und natürlich der langgezogene Gewölberaum bieten eine gastliche Atmosphäre, sieht man mal von der gewählten Beleuchtung ab.
Der Ratskeller bietet eine wirkliche Besonderheit, beherbergt er doch in seinen Räumen eine eigene Brauerei. Entsprechend schmackhaft ist das Bier. Das restliche gastronomische Konzept lautet: Gut bürgerlich und geht davon aus, dass neunzig Prozent der Gäste vermutlich nur einmal im Leben dort einkehren. In der Tat ist es wie bei allen derartigen Häusern weltweit, der Tourist ist König, der Gast muss warten. Da auch der Tourist Gast ist, wartet der natürlich auch. Für alle, die die warteten, gab es heute für die Wartezeit auf das Essen einen Kümmerling oder wahlweise einen Kaffee aufs Haus.  
Der Koch wäre neu und kennt sich noch nicht so aus, so die Begründung. Da ich nun aber schon dreimal dort zu Gange war, muss der Koch ganz schön oft wechseln. Nun gut, ich bekam nach rund fünfzig Minuten das bestellte Essen. Da außer mir noch etwa fünfundzwanzig Personen anwesend waren, stellte sich mir die Frage: Wie lange muss man wohl warten, wenn es hier voll ist. Vorsichtige Schätzung 150 Plätze.
Nun gut der Kritik zum Warten, zum Essen. Ich hatte eine Grillhaxe, die war in Ordnung, das Kraut ebenfalls. Bei den Knödeln war der „Kautschukanteil“ ein wenig hoch. Für die optische Hygiene auf dem Teller wäre sehr zu empfehlen, dass der Senfbehälter nicht in der Sauce schwimmt. Das gab es nicht mal bei der HO.  Lobenswert, der Wirt gibt kleineren Winzern, wie Roland Bähler aus Freyburg eine Möglichkeit, Weine zu präsentieren. Nebenbei bemerkt, Bählers Weine sind ein Geheimtipp. Sehr gut, aber sehr rar. Das Servicepersonal im Salzburger Dirndl ist sehr bemüht die Wartezeit zu erleichtern. Stellt sich die Frage, muss es denn ein Alpendirndl sein?  Wir leben doch in Mitteldeutschland, wie wäre es mit thüringer Trachten, das ist nicht ganz so weit hergeholt.  Der Koch war, so wie es an dem Abend aussah, Einzelkämpfer und damit nicht unmittelbar fürs Warten verantwortlich. Er war sichtlich bemüht und unterstützte den etwas überforderten Service beim servieren der Speisen. Ach ja die Preise, die sind wohl eher dem Eingangs genannten Konzept geschuldet. Die wenigsten sind öfter zu Gast, sie wohnen einfach zu weit weg. 

Rainer Albert Huppenbauer
03.07.2017
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 28.06.2017 um 21:23 Uhr | 0 Kommentare

Restaurantkritik Gasthof Zufriedenheit in Naumburg

Restaurantkritik  „Gasthof Zufriedenheit“ in Naumburg
 
Wenn ich in ein Restaurant gehe, will ich es schön haben. Andere wollen essen bis sie platzen. Wieder andere wollen sparen. Für alle, die es schön haben wollen, gibt es in der Stadt Naumburg (Saale) kurz vor dem Dom ein Hotel und Restaurant, das nicht nur regionale Maßstäbe setzt. Ich war jetzt drei Mal zu Gast und erlaube mir, meine Meinung darüber kund zu tun.
 
Um es vorweg zu nehmen, es war jedes Mal ein schönes Erlebnis. Aber der Reihe nach. Das Haus wurde im März 2017 nach rund zwei Jahren Bauzeit eröffnet. 
Ein Berliner Unternehmer steht dahinter und wird wohl auch in der nächsten Zeit als Mäzen zur Verfügung stehen müssen. Nicht etwa weil die Qualität nicht stimmt ist das so, sondern gerade weil der Qualitätsanspruch sich in einer Region behaupten muss, die derlei noch nicht kennt, wohl aber dringend nötig hat. Sicher, es gibt manch gute Adresse an den Flüssen der Weinregion und der Kulturlandschaft aber keine hat es bisher weder versucht noch vermocht, einen Anspruch in dieser Güte zu etablieren. Das Zauberwort heißt Sterneküche, wenn auch im Moment noch ohne Stern.
Nun habe ich schon viele Ansprüche erlebt und gehofft, dass in Punkto Qualität eines Restaurants sich etwas tut. Leider verlief das bisher immer im Sande, weil die Besitzer, seien es nun die des Hotels Edelacker oder die der Naumburger Hotels der CK Gruppe, abwinken obwohl sie in der Lage wären, Gleiches zu leisten. Sie wissen und können es eventuell nicht besser. Einzig das Hotel Unstruttal in Freyburg ist gastronomisch, auch ohne Mäzen, nun in guter Gesellschaft. Ein Ansporn, im Weinsegment etwas zu tun, sollte sich rasch bis nach Freyburg herum sprechen.
 
Zum Restaurantbesuch ist mithin nicht viel zu sagen. Gekonnte Kreationen, minimalistisch auf dem Punkt. Die Vorspeisen, wir hatten beim letzten Besuch während des Kirschfestes Jacobsmuscheln auf Thymianpürée an einem Kirschsud.
Sehr deliziös und die Muscheln zergingen am Gaumen. Die Hauptgänge zum einen eine Variation aus Königsberger Klopsen mit Flusskrebsen und einen Klassiker, Kalbsschnitzel mit lauwarmen Kartoffelsalat.  Beides unwiderstehlich und so portioniert, dass wir glücklich nach Hause gehen konnten. 
 
Das Personal, noch in einer „Findungsphase“, ist motiviert und wird kleinere Defizite,  betrachtet man es im Zusammenhang mit dem jugendlichen Alter des Restaurants, in Kürze abgelegen, davon bin ich überzeugt.
Bleibt die Weinkarte, ein regionales Novum, in der das wirklich Beste der Region in Reih und Glied mit großen Weinen von deutschen und europäischen Spitzenerzeugern steht. Das Ambiente ist mediterran, der Innenhof römisch und dennoch modern. Kein bisschen zu viel oder zu wenig. Alles im Einklang mit zufriedener Gastlichkeit.
Eine lohnende Adresse für alle, die es schön haben wollen.  

Rainer Albert Huppenbauer, 28.06.2017  

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.06.2017 um 22:01 Uhr | 0 Kommentare

Hotel zur alten Schmiede - Restaurantkritik Teil 2 ein Jahr später!

Irgendwie hatte ich es im Blut, einer Menge Menschen habe ich die "Alte Schmiede" in Naumburg empfohlen. Als meine Nichte dann im März ihre Geschichte von total zähen Ochsenbäckchen erzählte, wurde ich mißtrauisch.
Eine Leipziger Touristengruppe, der ich ebenfalls im letzten Jahr die Schmiede empfahl, fühlte sich gar verscheissert. Also ging ich heute, 12.06.2017 selber hin.
Zunächst wie gewohnt das Positive: Die Weinkarte hat sich geändert. Das Weingut Herzer findet nicht mehr statt. Bravo möchte man rufen. Aber es ist wie immer, so eine richtige Weinkarte ist es nach wie vor nicht. Keiner der wirklich wichtigen, und guten Erzeuger aus Naumburg ist zu finden. Weder Gussek noch Hey oder Lützkendorf. Das Landesweingut als Alibi, der Rest zweite und dritte Reihe aus Zeitz und Bad Sulza. Dass die Winzervereinigung präsent ist, versteht sich in dieser Gemengelage von selbst. ( GEIZ IS"S"T und TRINKT GEIL)
Zum Essen: Nichts ist vom letzten Jahr übrig geblieben. Keine Handschrift mehr. Naumburger Allerlei. Vermutlich hat der Koch gewechselt, oder er war im Urlaub. Die Suppe, Kartoffel - Apfelrahmsuppe eine schöne Idee, die Umsetzung zu Sauer. Die Rinderroulade war trocken und hatte genau den Biss, den man sich nicht wünscht.  Die Sauce passabel, die extra bestellten Kartoffelspeckplätzchen hatten zu viel Öl gesehen und waren fettig. Die zweite gewählte Beilage (Bohnen und Tomaten) waren das Beste am Gericht.
Das Personal war flink, freundlich und sehr bemüht, es behaglich zu machen. Angesprochene Mängel wurden entschuldigt. 
Alles in allem, mal abgesehen von den Ansprüchen des Hoteleigners und dem wirklich sehr bemühten, aber verunsichert wirkenden Service, ist die vier Sterne  Ausweisung  für die Gastronomie des Hauses in keiner Weise mehr gerechtfertigt.  
Warum sich in einer so kurzen Zeit eine solche Entwicklung ereignet hat, sollte der, der an der Spitze des Hauses steht mal hinterfragen. Im Übrigen, nur einhundert Meter weiter im Steinweg befindet sich der Gasthof Zufriedenheit. Da finden Sie all dass, was die Schmiede nicht bietet. Einfach mal hingehen. Alles auf den Punkt, auch ohne Stern.
Ein altes Sprichwort sagt: Der Fisch .... und so weiter. Ich glaube das Küchenpersonal der Schmiede will und kann besser. Aber was soll es, wenn es der Kopf sparen will. Das Haus könnte eine dringend nötige Bereicherung der Szene in Naumburg sein. Wie gesagt es könnte und auch finanziell wäre es möglich. Doch es ist neues Geld und kein konservatives, es fehlt an Geschmack in der Chefetage. Schade, im letzten Jahr dachte ich der Knoten ist geplatzt. Tja und da die obere Etage auch noch beratungsresistent ist, wird der untere Durchschnitt wohl bleiben. Hat auch sein Gutes, da gibt es dann im Lindenring neben der "Auspsanne zum Alten Krug" und der kurdischen Pizzeria gleich nebenan, drei mal Gastronomie auf Augenhöhe. 

Rainer Albert Huppenbauer
12.06.2017
     
Tags: Naumburg, Hotel zur alten Schmiede
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.05.2017 um 14:54 Uhr | 0 Kommentare

Der Burgunder - König

Genau weiß ich nicht ob ihm diese Wertung gefällt, wohl eher nicht. Dennoch fällt mir nichts Besseres ein. König und nicht Papst, denn Päpste wechseln, Könige eher nicht. Und da der einzige Feind der Monarchen die Revolution ist, sollte man, da keine in Sichtweite ist, davon ausgehen: Der König bleibt, stürzen kann ihn keiner.
Jedenfalls nicht in der Sparte der Burgunder. Und ich glaube zu wissen, wie Kollegen seine Arbeit beurteilen und schätzen.
 
Ein Weingut mit ca. 10 Hektar Rebfläche und einer für hiesige Verhältnisse kaum zu überschauenden Vielfalt an Burgundern. Straff, ja fast preußisch und doch frankophil gegliedert, werden Lagenweine mit unglaublichem Potential erzeugt.
Konkret gibt es, alles in allem aktuell siebzehn verschiedene Burgunderweine.
Weißburgunder sind es fünf, Grauburgunder ebenso fünf Weine.
Ein Frühburgunder vom Naumburger Göttersitz und fünf Spätburgunder. Alle Weine unterscheiden sich von einander nicht nur durch ihre Herkunft, sondern auch durch ihren Ausbau. Gussek und seine Kellermeisterin Hella Päger behalten die Übersicht, ja ich gebe es zu, mir fällt es manchmal schwer. Aber wenn ich dann die langsam gereiften Lagenweine trinke, fällt jeder Zweifel nach dem ersten Schluck ab.
Derzeit verkauft Gussek seine 2015er Weine. Bei den Burgundern ist noch kein einziger 2016er auf dem Markt. Die Weine fangen jetzt an sich zu öffnen und ihre volle Kraft und Eleganz zu entfalten. Beim Spätburgunder sind noch einige 2013er zu haben, die noch eine lohneswerte Zeit vor sich haben. Zehn bis fünfzehn Jahre ohne Probleme. Ich werde mich disziplinieren müssen. Die Weißen, also Grau- und  Weißburgunder sind in allen Segmenten, sei es bei den Ortsweinen oder den Lagenweinen gerade dabei, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Aber auch hier gilt, gut Ding will Weile haben. Besonders die Weine mit Holzkontakt haben noch einiges an Leben und Geschmack vor sich.
Man kann Andre Gussek nur gratulieren. Umso mehr, da wir in einer Zeit arbeiten und leben, in der jeder alles sofort will. Es ist schön, dass mal was alle ist. Gusseks System der Lagentreue und Vielfalt fördert genau das. 
Tags: Burgunder, Gussek
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 22.04.2017 um 16:05 Uhr | 0 Kommentare

Die Weinbruderschaft von Saale-Unstrut schreitet zur Tat

Die Weinbruderschaft Saale-Unstrut e.V. lobt seit vielen Jahren einen Ehrenpreis der Bruderschaft aus.
In insgesamt vier Kategorien werden Sieger ermittelt. Diese Kategorien sind: Weißweine trocken mit einer Restsüße von neun Gramm pro Liter. Eine weitere Kategorie beinhaltet Weiß- und Rotweine die als klassisch trocken bezeichnet werden. Diese dürfen eine Restsüße von maximal vier Gramm pro Liter haben. Es schließen sich die Rotweine trocken  und die restsüßen Weine ab neun Gramm Restsüße pro Liter an.
Insgesamt werden durch die Bruderschaft in diesem Jahr einundvierzig Weine aus fünf Jahrgängen in Blindverkostung bewertet. Das Bewertungssystem ist einfach und übersichtlich. Die niedrigste Bewertung ist minus fünf, die höchste plus fünf Punkte. Der Wein mit den meisten Punkten bekommt den Preis in der jeweiligen Kategorie. Zum Ernst der Sache gehört jedoch auch, dass der Höchstbewertende und der Juror mit der niedrigsten Bewertung eine Begründung liefern müssen. Dieser Umstand allein, macht diese Wahl besonders und wohl auch zu einem weinkulturellen Höhepunkt des jeweiligen Weinjahres. Wie man hören konnte, so waren schon Debatten im Gange, die selbst legendäre Bundestagsreden in den Schatten stellten, bei denen Herbert Wehner und Franz Josef Strauß aneinander gerieten.
 
Die Auswahl der Weine wird durch die Winzer getroffen. Prinzipiell darf jeder Winzer Weine einstellen. In diesem Jahr beteiligten sich insgesamt zwölf Winzer an dem Prozedere. Die meisten Weine stellt die Winzervereinigung aus Freyburg.  
Wenn man bedenkt, dass das in etwa nur fünfzehn Prozent der Winzerschaft ist, so stellt sich doch die ein oder andere Frage, warum einige große Namen fehlen. Andererseits nutzen nur sehr wenige kleinere und zum Teil noch nicht so bekannte Winzer diese Plattform. Natürlich, die Bewertung ist hart, ganz sicher härter und objektiver als bei der DLG Preisverstreuung, aber sie ist natürlich auch sehr aussagekräftig. Eventuell scheut ja der eine oder andere Winzer, der sich zum Beispiel mit erhaltenen  Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei der DLG oder der Gebiesweinprämierung den Hof pflastern kann, gerade die doch relativ große Objektivität  dieses Bewertungssystem. Allein durch die Vielzahl der Juroren ist eine relativ große mathematische Sicherheit gegeben, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit der Beste prämiert wird.    
 
Na dann, seien wir gespannt, wem in diesem Jahr der Ministerpräsident Thüringens die Ehrenpreise überreichen wird. Nach meinem Kenntnisstand wird die Überreichung der Preise abwechselnd in Erfurt und Magdeburg, durch die jeweiligen Ministerpräsidenten vorgenommen.      

Rainer Huppenbauer
22.04.2017
 




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Rainer Albert Huppenbauer
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