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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 14.03.2017 um 15:42 Uhr | 1 Kommentar

Matthias Hey der Jahrgang 2016, jede Menge Pferdemist und ein Sommergetränk!

Die Sonne blinzelte durch die Märzwolken, brachte ein wenig Wärme herüber und lud förmlich zu einer kleinen Verkostung am Fuße des Steinmeisters ein. Gegenstand waren die frisch gefüllten Guts- und Ortsweine von Matthias Hey.
Um es vorweg zu nehmen, Matthias Hey hat diesen Jahrgang, der sich für ihn, auf Grund der trockenen Steillage deutlich schwieriger darstellte als für seine Kollegen, souverän gemeistert. Und so ist es wie immer, wenn einer weiß was er will und sein Handwerk beherrscht, wird das Optimale erreicht. Aber zur Verkostung und worauf Sie sich freuen können.
In der Flasche ist die vierte Auflage des Weissen Hey, wie in jedem Jahr eine Weißweincuvée die frisch und elegant ist. Diesmal entschied sich Matthias Hey für Silvaner und Riesling. Alles sehr schön in Balance mit viel Trinkspaß. Der Riesling dominiert mit seiner Frische (Mineralität) und einer süßlich wirkenden Zitrusfrucht (Ananas). Der Silvaner ergänzt diese Note sehr schön mit kräuteriger Substanz und etwas grüner Banane. Der Wein wird ab Anfang April zu kaufen sein.
 
Der Weißburgunder Gutswein besticht durch viel Rasse, Gelbfruchtaromen und diese für Matthias Heys Weine oft typische Lebendigkeit. Auch hier alles in Balance, von nichts zu viel oder zu wenig. Der Wein steht am Gaumen und glänzt mit großartiger Mineralität.
 
Der Gutedel, hier die erste Füllung, es folgt eine zweite, wie immer eine Bank. Saubere, helle Farbe mit feinen Reflexen, erdige Gelbfrucht nicht aufdringlich weil mineralisch.
 
Der Müller-Thurgau stellt klar, dass er eine trockene Lage wie den Steinmeister nicht bevorzugt. Was daraus gemacht wurde ist ein unterhaltsamer Wein zum wegschlürfen.
 
Der Rose wie in jedem Jahr aus Zweigelt und Portugieser. Feinste und vor allem feingliedrige Frucht. Deutliche Erdbeere und leichte Bittermandel die am Gaumen verschmelzen. Ein Wein mit viel Frische. Gilt auch für das Auge, Lachsrosa wie es sein muss.
 
Ach der Riesling, ich erinnere mich an die Zeit kurz nach der Lese, als auch Matthias Hey die Sorgenfalten im Gesicht standen. Die Diva forderte den Winzer heraus und der nahm diese Herausforderung an. Ergebnis ein Riesling Gutswein, der nicht so recht ins Saale-Unstrut-Muster passen will, eher ein bisschen Rhein-Mosel-Schiefer. Ein graziler Dinnerwein und Starter für feine Menüabende, den Sie an heißen Tagen lieben werden. Er passt zur Eröffnung der Grillsaison und zum Grillen überhaupt. 
Der Riesling Muschelkalk ist so wie ich mir das vorstelle. Mineralische kräuterige Grundsubstanz im Einklang mit warmen Zitrusaromen, alles in Balance, spritzig, gehaltvoll und sehr süffig.
 
Dass Matthias Hey Rotwein kann ist bekannt. Hin und wieder zaudert er mit sich, aber das gereicht Ihm zur Ehre. Der 2015er Zweigelt, den er als Gutswein auf den Markt bringen wird, ist ein feines Beispiel im Umgang mit dieser Rebe. Komplex, etwas Backpflaume, leichte vanillige Aromen und etwas Brombeere charakterisieren einen feinen Rotwein, der bereits jung getrunken werden darf, aber auch noch Zeit hat, auf das Treffenste.

Und dann noch eine Reminiszenz an eine der liebsten Fernsehsendungen der Deutschen aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren. Die hieß „Zum blauen Bock“ und machte Apfelwein (Äppelwoi)  bekannt.
Matthias Hey hat ein paar Apfelbäume auf dem Areal und machte erstmals Apfelwein. Und ich sage Ihnen, er stellte die Pulle hin (ohne Etikett versteht sich) und grinste mir wie Schelm ins Gesicht, weil ich ja Wein vermutete. Ich sagte: Tut mir leid, ich weiß nicht was das ist. Da freute er sich noch mehr und lüftete das Geheimnis. Ich verspreche Ihnen, Sie werden mit diesem Sommertrunk 8 Vol% ne Menge Spaß haben. Frisch, kein bisschen langweilig und garantiert einzigartig.

 
Der zweite Teilabschnitt im Steinmeister "BIODYN" 

Ja da wäre noch der Pferdemist. Vermutlich das Beste, was Reben passieren kann.
In der ersten Fläche, in der so verfahren wurde, wächst Weißburgunder. Nun auch beim Zweigelt diese Mühe. Der Sinn ist einfach erklärt, der Wein und die Natur rücken näher zusammen. Dem Wein und damit uns Konsumenten tut es gut. 

Rainer Albert Huppenbauer


Ganz links der Apfelwein

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 14.10.2012 um 10:54 Uhr | 0 Kommentare

Die Donau hat Hochwasser und einer verliert dabei sein Gedächtnis

Erklärung Nummer eins, vor dem Hochwasser 
"Noch so ein Unding ist der "Alltagswein". Ganze Gemeinden von Weinenthusiasten suchen in Blogs und Internetforen nach dieser Eier legenden Wollmilchsau. Der Alltagswein ist meist rot und soll wie ein guter Bordeaux schmecken, aber nur ein Zehntel kosten. Und er soll auch kein Kopfweh machen. Ein Wein also, der nach mehr schmeckt, aber die Geldbörse schont, wenn man ihn täglich trinken will. Doch trinken die meisten Deutschen zu Hause nicht täglich Wein. So leeren sich die Kisten der Alltagsweine innerhalb von zwölf Monaten statt innerhalb von zwölf Tagen."

Erklärung Nummer zwei, nach dem Hochwasser
"Da ist zunächst einer meiner Lieblings-Alltagsweine. Er kommt aus dem Haus Antinori und war lange Zeit der "Chianti Classico Riserva" des Hauses. Heute ist der Rotwein namens "Villa Antinori" zum einfachen Landwein (IGT) heruntergestuft, was in Italien kein Nachteil ist, sondern nur eine wohlüberlegte, strategische Maßnahme – ein paar der besten und teuersten Weine Italiens sind in dieser Kategorie beheimatet."

Das ist wie bei meiner 85 - jährigen Schwiegermutter, die erzählt auch jeden Tag was anderes. Der Unterschied ist nur, bei ihr ist es als Krankheit diagnostiziert und  in den hellen Momenten will sie Bus fahren.  Von Schreiben in einer  Zeitung hält sie gar nichts.
Tags: Antinori, Chianti Classico, IGT,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 04.02.2017 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Tasting - Das Fazit

Das erste Weintasting ist Geschichte und eine interessante dazu!
Dass ich mit Zweigelt und Spätburgunder begonnen habe ist dem Umstand geschuldet, dass ich es leid bin erklären zu müssen, dass es an Saale-Unstrut gute Rotweine gibt.
Um es vorweg zu nehmen, es gibt welche, allerdings und das ist die Einschränkung, nicht viele. Die guten Weine konzentrieren sich bei den üblich Verdächtigen und die, sagen wir es mal lieb, nicht so guten auch. Das Dumme daran ist, die nicht so guten sind auf Grund ihrer Menge in der Wahrnehmung der Republik durch die Vertriebswege der Winzervereinigung im Lebensmittel-einzelhandel (LEH) zu finden. Das prägt das Urteil.

Zur Veranstaltung: Dafür dass es so etwas noch nicht gab, war das Interesse recht groß. In einer Region mit „breiten Hintern“ – sinnbildlich, vom sitzen auf dem eigenen Sofa verursacht und der Freude auf große Massenveranstaltungen, die nicht für klaustrophobische Menschen gedacht sind, habe ich mich in aller Bescheidenheit über die Resonanz gefreut. Vertreten war ein breit gefächertes Publikum vom überraschten Laien bis hin zu vinophilen Giganten. Was herauskam war ein Bild, das ich wie folgt beschreiben möchte:
 
Blauer Zweigelt  
 
Neun Weine von Saale-Unstrut, ein Wein aus Württemberg, sechs Weine aus Österreich waren am Start. Es wurde deutlich, dass der von Karl Haidle vorgelegte Zweigelt aus Württemberg eine Sonderstellung besitzt. Nicht umsonst wurde der Wein mit dem deutschen Rotweinpreis geehrt.
Ich bezeichne den Haidle mal für Blauen Zweigelt als das Ziel eines jeden, der mit dieser Rebe  arbeitet. Anwesende gestandene Winzer sahen das auch so. Dann zwei  Weine bei denen die Meinungen ebenfalls fast einhellig waren:
Gussek 2013, Breitengrad 51 und Hey 2013, Breitengrad 51. In der Diskussion dann die Weine von Kloster Pforta BG 51, Born, Zahn, Kracher (ÖST), Topf (ÖST) und Glatzer (ÖST) mit jeweils gleichem Jahrgang 2013 und 24 Monate Barriqueausbau. Das Pendel schlug sehr breit aus, jeder Wein hat seine Berechtigung, so die Meinungen, es war halt Geschmackssache. Bei den jüngeren Jahrgängen 2014 und 2015 auch eine deutlich Sprache, viel rundes, kein Ausfall. Weine die Spaß machen und jung am besten sind von Hillinger(ÖST) 2015, Domäne Wachau (ÖST), Zahn 2015, Pawis 2015, Böhme&Töchter 2015.
Dann folgten Bründelmayer (ÖST) 2014 und die Freyburger Winzervereinigung mit einem 2015er aus Weimar. Den letzten beiden merkte man an, dass es viel Wein werden sollte. Die letzten beiden sind, um mit dem seeligen Opa Born zu sprechen, so genannte Klingelweine. Man stellt sie auf den Tisch, wenn es klingelt und man nicht weiß wer vor der Tür steht. Die guten Weine trinkt man allein.
 
Spätburgunder
Auf dem Tisch standen zwanzig Weine die zum Teil auf einem Niveau waren, dass man so in dieser Vielfalt vermutlich nur ein oder zweimal im Leben geboten bekommt. Es zeigte sich, wie differenziert diese Rebe ist,  wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Die Meinungen waren auf der einen Seite einhellig, auf der anderen sehr kontrovers. Einhellig, dass es derzeit nur einen Saale-Unstrut-Erzeuger beim Spätburgunder gibt, der Anschluss hat und durchaus mithalten kann. Dies betrifft Andre Gussek. Weiterhin einhellig in Punkto Saale-Unstrut-Wein die Meinung zum Spätburgunder der Winzervereinigung:
Dieser Wein, eine Spätlese vom Höhnstedter Kelterberg 2015 bestätigt alle Vorurteile die es gegen Rotweine von Saale-Unstrut gibt. Es gab sogar empörte Meinungen von Weintrinkern, die der Winzervereinigung durchaus wohlgesonnen sind und den Geschäftsführer anrufen wollten.  Ich habe diesen Wein abgehakt und in die Rubrik, Weine die die Welt nicht braucht abgelegt. Das eigentlich bedauerliche daran, der Erzeuger bewirbt diesen Wein als Premiumsegment auf der Web Seite. Wer den Wein probierte, hatte dazu jede Menge Fragen. Wie es zu so einem Ausfall kommt, ist für mich vollkommen klar. Es liegt in dem Prinzip der Vergütung in der Winzervereinigung, bezahlt wird nicht nach Qualität sonder nach Quantität des Lesegutes. Und spätestens hier wird der Interessenkonflikt deutlich, der größte Traubenproduzent bestimmt personell auch die Genossenschaft. Da sind die Kellermeister machtlos.
 
Nun zu den Kontroversen. Hier reichte es von na ja, bis das Beste was ich je getrunken habe. Es betraf fast jeden Wein aus dem Gastsegment. Am meisten polarisierte Louis Jadot aus dem Burgund mit dem Côte de Nuits Villages AOC, einem Ortswein. Die meisten positiven Kritiken ernteten die beiden Spätburgunder Ikonen Friedrich Becker (PFALZ) und Jean  Stodden (AHR). Es schloss sich der Spätburgunder vom Assmanshäuser Höllenberg von Kloster Eberbach und Dreissigacker (Rheinhessen) mit seinem „Wunderwerk“ an.
In der Diskussion mit weit auseinander gehenden Meinungen zwei Pfälzer (Rings und Koch - deutscher Rotweinpreis Spätburgunder) sowie Klumpp (Baden) und die beiden Weine aus Norditalien von Lunelli (Trento) und der Cantina Terlan (Südtirol).  
Bei den Saale-Unstrut-Gewächsen war die Dominanz von Gussek deutlich. Es folgen Matthias Hey, Böhme & Töchter, Pawis und Frölich Hake. Bei Bernard Pawis und Volker Frölich war deutlich zu spüren, dass ihr Stil besonders denen gefiel, die ehrlich zugaben, jetzt nicht die großen Spätburgunderfans zu sein.
Mit in Reih und Glied stand auch ein Spätburgunder der qualitativ auch die Kenner sehr überraschte: Spätburgunder Luisenberg 2012 von Familie Weigel. Es sei betont, dass der Wein von Andre Gussek bereitet wird. Die wichtigste Voraussetzung für einen solchen Wein ist gewissenhafte Arbeit im Weinberg, so wie sie von Familie Weigel geleistet wird. Sorgfalt beim Lesegut ist besonders beim Spätburgunder von Nöten. Über das Gegenbeispiel von Winzervereinigung sind genug Worte gewechselt.
 
Fazit, ich werde derlei Veranstaltungen wiederholen, weil sie für eine qualitative Entwicklung von Saale-Unstrut-Wein wichtig sind. Das die angemeldete und nicht erschienene Weinkönigin nicht da war, ist zu verschmerzen. Prost Eurer Hoheit.
Grüßen Sie den König. 

Für alle die keine Gelegenheit hatten die Veranstaltung zu besuchen empfehlen wir unsere Weinpakete Spätburgunder und Zweigelt. KLICK


Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Blauer Zweigelt, Spätburgunder
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 18.01.2017 um 21:30 Uhr | 0 Kommentare

Weintasting Zweigelt/Spätburgunder

Weintasting in der Saale-Unstrut-Vinothek in Naumburg! Was erwartet den Besucher?
Zunächst sei mal betont, dass es so etwas noch nicht gab. Es ist ein Experiment, bei dem eigentlich jeder der etwas mit Wein zu tun hat, dabei sein sollte.
Dieses Tasting mit Blauem Zweigelt und Spätburgunder wird zeigen, wer wo steht. Im Ergebnis wird stehen: Welcher Saale-Unstrut-Wein kann sich mit deutschen Spitzenweinen messen und wo steht der Rotwein Mitteldeutschlands überhaupt.
Nicht jeder nimmt Teil, aber die wichtigsten Erzeuger dann doch. Der eine oder andere wie zum Beispiel Klaus Böhme hat beide Rebsorten nicht im Programm und wird daher fehlen.
Andere haben sie im Programm und wollen sich nicht vergleichen lassen. Nun gut, das ist jedem seine Sache.
Freuen können sich die Besucher auf einen ungezwungenen, weil langgezogenen Verkostungszeitraum an zwei Tagen. Jeweils ab zwölf Uhr ist geöffnet und das Probieren kann beginnen.
Hier eine noch nicht vollständige Auswahl der Weine die im Tasting stehen:
 
Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut
Winzerhof Gussek, Breitengrad 51, Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey,Breitengrad 51, Naumburger Steinmeister 2013
Landesweingut Kloster Pforta  Breitengrad 51, Saalhäuser 2013
Weingut Born Höhnstedter Kelterberg 2013
Weingut Bernard Pawis Blauer Zweigelt Barrique 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Holzfass 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Barrique 2013
Freyburger Winzervereinigung Weimarer Poetenweg 2015
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Zweigelt „R“  VDP. GROSSE LAGE   2013
 
Wachau
Domäne Wachau  Zweigelt Terrassen  2014
 
Niederösterreich
Weingut Bündlmayer  Zweigelt   2014
Weingut Johann Topf  Zweigelt Strassertal  2013
 
Burgenland
Weinlaubenhof Kracher  Zweigelt  2013/14
Weingut Leo Hillinger   Zweigelt 2015
 
Carnuntum
Weingut Glatzer  Zweigelt Rebencuvée 2013
 
Spätburgunder Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut

Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey Naumburger Steinmeister  2013
Weingut Frölich-Hake  Breitengrad 51 2013
Weingut Böhme&Töchter  Zscheiplitzer Himmelreich 2015
Weingut Pawis Spätburgunder Barrique  2015
Freyburger Winzervereinigung Höhnstedter Kelterberg 2015
Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg  2015
Weingut Grober Feetz Spätburgunder alte Reben 2014
Familie Weigelt Spätburgunder Barrique 2012/2013
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Schnaiter Burghalde GG  2013
 
Pfalz
Weingut Bernhard Koch  Pinot Noir Reserve   2013
(Deutscher Rotweinpreis 2016)
Weingut Rings Kallstadter Steinacker 1. Lage VdP 2014
Weingut Friedrich Becker Spätburgunder B VdP 2013

Baden
Weingut Klumpp  Bruchsaler Rothenberg  2013
 
Ahr
Weingut Jean Stodden Spätburgunder JS  2013

 
Rheingau
Kloster Eberbach Assmannshäuser Höllenberg  2014
 
Rheinhessen
Weingut Dreissigacker  Spätburgunder Wunderwerk  2013
 
Frankreich
Burgund

Louis Jadot Côte de Nuits Villages AOC  2012
 
Italien
Trentino

Tenuta Margon Trentino Pinot Nero DOC 2013
 
Südtirol
Cantina Terlan  Montigl Pinot Noir DOC Riserva  2014
 
Der eine oder andere Wein wird noch dazu kommen, so dass man sich ein umfangreiches Bild über die Leistungsfähigkeit der einheimischen Weine machen kann.
 
Noch einmal die Eckdaten:
28./29.01.2017 Beginn jeweils ab 12.00 Uhr
Saale-Unstrut-Vinothek, Naumburg, Steinweg 09
Eintritt: 29,00 Euro
Bitte Anmelden  Karten: Hier

Rainer Albert Huppenbauer

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.01.2017 um 14:38 Uhr | 0 Kommentare

Im Wein liegt Wahrheit, meist stimmt das!

In Vino veritas. 
Aber nicht immer kann man sich darauf verlassen. Sobald große bedruckte Scheine ins Spiel kommen, ist dann ganz schnell Schluss mit lustig. Die Formen gehen von Fälschungen berühmter, mithin teurer Weine und auch ganz simpler Chianti Classico, die schon einmal apulischen Ursprungs in Florenz eine wundersame Wandlung vollzogen. Über Nacht wurde aus Primitivo Sangiovese und aus drei Euro sieben. Es flog auf und Aldi musste sich erklären.
Man erklärte sich aber nicht, sondern verklagte die, die diese Betrügereien begingen. Aldi wusste von nichts. Ich glaube dabei blieb es.
In der jüngeren Vergangenheit ragen zwei Personen aus dem ganzen Sumpf heraus. Zum einen der Fälscher und Betrüger Rudy Kurniawan, der überführt wurde, Weine in einem Wert von über zwanzig Millionen Euro nachempfunden zu haben. Wie das geht? Es ist in Grunde ganz einfach, der Ansatz ist die menschliche Gier und der Drang nach einem Schnäppchen. Das ist derselbe Reflex wie an der Tankstelle. Nur eben mit dem Unterschied, das war der Ansatz von Kurniawan, dass er wusste, dass die Weine die er fälschte, in den seltensten Fällen getrunken werden. Teurer Wein wurde in den letzten dreißig Jahren zum Prestige für Russen, Chinesen und reiche Inder. Er wurde zum Spekulationsobjekt für reiche Amerikaner und Europäer und somit zum Abschuss frei gegeben. Nun könnte man sagen, die erste Gruppe, die den Wein horten, um ihren Status aufzupolieren, merken ohnehin nicht was sie trinken, da trifft es sie nicht so hart. Wichtig für Sie ist das Etikett.
Bei den anderen ist die Kenntnis des Inhalts der Flaschen die Voraussetzung dafür, dass sie windige Spekulanten mit Geld bewerfen nur um etwas zu besitzen, was einen Mehrwert wie ein Goldbarren oder eine Aktie erzielen kann. Das auch da Prestigegewinn mitspielt, ebnet es den Weg für den Betrug. Quasi ist es ein Renditeversprechen (Gier) in Kombination mit ich hab was, was du nicht hast (Ansehen / Prestige). Und hier sind wir beim zweiten Aufsehen erregenden Fall der letzten Jahre. Der kalifornische Weinhändler Fox betrieb einen noblen Weinkeller mit Namen „Premier Cru“. Er sammelte Geld ein, kaufte für die Geldgeber unanständig teure Weine und verließ sich darauf, dass niemand die Flaschen zählen wird, die tatsächlich im noblen „Keller“ lagern. Kunden die ihre Weine bezahlten und trinken wollten wurden hingehalten nach dem gleichen Schema wie bei einem Kreditbetrug. Tja und nun ist es geplatzt, dass Gejammer in der Welt derer die keine Spiegel besitzen groß. Haben Sie Mitleid werden Sie fragen? Nein habe ich nicht, denn ein solcher Betrug hat zwei Seiten einer Medaille. Und das immer wieder jemand, ob nun beim sieben oder dreitausend Euro teuren Wein auf Betrug herein fällt, liegt an der Gier der Betrüger und der der Betrogenen gleichmaßen.  
In dem Zusammenhang fällt mir ein Kriminalroman ein den ich vor kurzem gelesen habe. "Tödliche Tropfen" von Jacob Stein beschreibt einen Teil dieser Szene mit einer schönen Geschichte rund um einen Mord auf dem Frankfurter Flughafen. Das Ende nicht vorhersehbar und doch logisch: Es gibt andere Dinge in der Welt des Betruges, mit denen man noch mehr Geld verdienen kann. Den vom Autor gelegten Fährten folgt man gern, etwa zur ukrainischen - oder Russenmafia, der Weinfälscherei inklusive. Aber es kommt ganz, ganz anders. Ich kann das kurzweilige Büchlein nur empfehlen. Zum Schluss sei betont, hüten Sie sich vor Allem was günstig erscheint und eigentlich viel teurer sein sollte. Es macht keinen Sinn. Sie werden immer verlieren.

Rainer Albert Huppenbauer 




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