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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 02.07.2016 um 13:24 Uhr | 0 Kommentare

Österreich macht den Wein international weiter wettbewerbsfähig!

Das österreichische Weingesetz von 2009 wurde überarbeitet und der ohnehin bestehende Wettbewerbsvorsprung gegenüber Deutschland deutlich vergrößert. Das wird bereits in kurzer Zeit Auswirkungen auch auf den deutschen Weinexport haben.In gebotener Kürze die wichtigsten Neuerungen aus einer Pressemitteilung der Österreich Weinmarketing GmbH, die mir die Weinjournalistin Heidi Diehl (Neues Deutschland, Yoopress, Weinfeder etc.) zur Verfügung gestellt hat.
Hier der Auszug aus der Pressemitteilung:
„Änderungen von Herkunftsangaben in Burgenland und Steiermark.
Große Schritte gelangen bei der besseren Abgrenzung von Weinherkünften. Zur Vermeidung von Doppelgleisigkeiten wurden die burgenländischen Weinbaugebiete Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland und Südburgenland abgeschafft. Künftig sollen alle Qualitätsweine des Burgenlandes das generische Weinbaugebiet „Burgenland“ auf dem Etikett aufweisen. Ausschließlich die gebietstypischen DAC-Weine dürfen darüber hinaus die Bezeichnung des jeweiligen spezifischen Weinbaugebiets tragen, also Neusiedlersee DAC, Leithaberg DAC, Mittelburgenland DAC oder Eisenberg DAC. Parallel dazu soll die Großlage „Südburgenland“ geschaffen werden, die die beiden bisherigen Großlagen „Pinkatal“ und „Geschriebenstein“ ersetzen soll. Im hügeligen Südosten Österreichs wurde das Weinbaugebiet „Süd-Oststeiermark“ im Rahmen der Novelle in „Vulkanland Steiermark“ umbenannt und somit begrifflich stärker geschärft.
Rückenwind für Rieden
Auch die Riedenabgrenzung, die aktuell in allen Weinbauregionen voll im Gang ist, erfuhr durch die Gesetzesnovelle neuen Schwung. Es wurde festgelegt, dass bei Weinen mit Lagenbezeichnung das Wort „Ried“ vor dem Namen der Lage auf dem Etikett stehen muss. Wenn künftig auf einem österreichischen Wein das Wort „Ried“ vor einer geografischen (topografischen) Bezeichnung steht, handelt es sich dabei um einen Wein aus einer gesetzlich definierten Einzellage. Damit sind Weine aus Einzellagen für den Konsumenten auf einen Blick von Markenweinen bzw. Weinen mit Pseudo-Herkunftsangaben unterscheidbar.
Das wachsende Bewusstsein für die Wichtigkeit klarer Herkunftssysteme fand auch in den Gebieten Kamptal, Kremstal und Traisental seinen Niederschlag: Die DAC-Weine dieser Gebiete wurden per Verordnung in ein richtungweisendes dreistufiges System „Gebietswein-Ortswein-Riedenwein“ eingegliedert, wobei bei der Einreihung der Weine in dieses System jeweils ein bestimmter Mindestalkoholgehalt einzuhalten ist.

Ausbruch exklusiv aus Rust
Spezielles Augenmerk galt zudem den österreichischen Prädikatsweinen, und hier im Besonderen dem Ausbruch. Mit Inkrafttreten der Gesetzesänderungen wurde der Begriff „Ausbruch“ als Trockenbeerenauslese definiert und im Sinne einer geschützten Herkunft exklusiv für den „Ruster Ausbruch“, also für Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust, reserviert. Andere Weine dürfen nicht mehr mit dem Begriff „Ausbruch“ bezeichnet werden.

Österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung
In einem mehrjährigen Diskussionsprozess hat das österreichische Sektkomitee gemeinsam mit dem Ausschuss der selbst versektenden Winzer in Zusammenarbeit mit den Experten des Weinbauverbandes, der Bundeswirtschaftskammer, der ÖWM und des Landwirtschaftsministeriums ein neues Reglement zur Höherpositionierung von österreichischem Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Sekt g.U.) erarbeitet. Darauf aufbauend wurde in der Gesetzesnovelle nun bestimmt, dass der Minister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in einer noch zu besiegelnden Verordnung alle Details zu Sekt g.U. festlegen kann.
Diese Ministerverordnung wird u. a. vorsehen, dass österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung ausschließlich mit den Begriffen „Klassik“, Reserve“ oder „Große Reserve“ in Verkehr gebracht werden darf. Dabei hat sich die Verkehrsbezeichnung aus der Kategorie (Qualitätsschaumwein oder Sekt), dem Namen der geschützten Ursprungsbezeichnung (nur Bundesland bei Klassik und Reserve, Bundesland und Gemeinde/-teil sowie ggf. Großlage oder Riede bei Großer Reserve) und aus den Begriffen „geschützte Ursprungsbezeichnung“ oder „g.U.“ zusammenzusetzen. Darüber hinaus wird  die Verordnung bzw. ihre Durchführungsbestimmungen auch Bedingungen zu Vinifikation, Lagerungszeit auf der Hefe sowie Alkohol- und Restzuckergehalt für die einzelnen Stufen festsetzen.

Österreichs Wein ist auf Schiene
Stillstand ist Rückschritt – nach diesem Motto arbeiten alle Verantwortlichen aktuell mit viel Engagement und positiver Energie daran, das einzigartige Profil des österreichischen Weins zu schärfen und damit seine Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des österreichischen Weins sind jedenfalls gestellt –  man darf gespannt sein, wohin die Reise in den nächsten Jahren führt.“
Soweit die Meldung.
Wenn schon nicht im Fußball, dann wenigstens beim Wein sind die österreichischen Erzeuger damit mehr als nur eine Nasenlänge vor Deutschland. Und wenn man bedenkt, dass es im Grunde nur darum geht, den Konsumenten beim Weinkauf Sicherheit zu geben, dann nötigt mir diese Entscheidung jede Menge Respekt ab. Deutschland und seine Anbaugebiete sind von solchen Veränderungen Lichtjahre entfernt, weil die Lobbyisten zum größten Teil alte Männer sind, die Veränderungen scheuen wie die Pest. An Saale-Unstrut wäre einiges möglich in dieser Beziehung. Aber hier ist es wohl ein biologisches Problem. Vorher wird niemand auch nur einen Schritt wagen, um das Großlagendesaster oder die geografische Verlagerung von Werder an der Havel, Weimar  an der Ilm und den Harz an Saale-Unstrut zu verändern. Und wenn dann schon die Geographie missbraucht wird, wie soll es da gelingen, dass die Nutzung der geographischen Bezeichnung „Saale-Unstrut“ auf den Weinetiketten an einheitliche Standards der Erzeugung und der Qualität der Weine gebunden wird? Für einen Schweden, Schweizer oder den wo auch immer herstammenden Weinfreund, wird es ein ewiges Rätsel bleiben. "Lassen wir ihn dumm sterben", wird sich mancher veränderungsunwillige Politiker und Weinbaufunktionär sagen. Wen interessieren schon die Schweizer? Das Problem ist nur, dass die meisten Exemplare dieser herrschenden Gattung ihr eigenes Konstrukt nicht verstehen, geschweige denn beherrschen. So gesehen wäre es besser, wenn die selbsternannten Bewahrer des Stillstandes möglichst bald in Bronze  gegossen oder Stein gemeißelt werden. Ihnen zu Ehren, uns  Konsumenten zum Nutzen. Sie müssten allerdings das Feld räumen, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Da war doch mal was.

Rainer Albert Huppenbauer
 
    
 
 
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Österreichische Weine, Weingesetze
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 24.06.2016 um 23:32 Uhr | 0 Kommentare

Der Wein und die EU

Ja die Britten haben die Nase voll, wenn auch nur knapp die Hälfte, aber immerhin.
Für den britischen Wein hat das keine Auswirkungen, weil es ja im Prinzip keinen gibt. Für die europäischen Weinerzeuger schon, aber im Grunde, wird sich das alles irgendwie einpegeln. Die Britten trinken viel Wein und von daher wird der Weinversand irgendwann ein bisschen schwieriger, ich denke es wird nicht ganz so krass wie in die Staaten, da die Britten keinen Binnenmarkt schützen müssen. Aber einfacher wird es auf keinen Fall, da würde nur die komplette Auflösung der EU Strukturen etwas bringen. Vor allem dann,  wenn jeder einzelne Staat die Hoheit über seine Weinerzeugung zurück erlangt. Dann kann sich an Saale-Unstrut zum Beispiel niemand mehr dahinter verstecken, dass das alles in der EU festgelegt ist. Dieser kastrierte Blödsinn aus dem einen oder anderen Mund  zeugt doch nur von Unkenntnis und planloser Faulheit, etwas verändern zu wollen.
In einer Broschüre der Gebietsweinwerbung habe ich neulich gelesen, dass der Freyburger Schweigenberg ein großartiges und vor allem einmaliges  Zeugnis  deutscher Weinkultur darstellt. Wenn dem so ist, dann stellt sich die Frage, warum ein so einmaliges Wein-Kultur-Denkmal nicht auch so heißen darf. Als Einzellage gibt es dieses Denkmal nämlich nicht, da heißt es Freyburger Edelacker. "Ändern könne  man das nicht, weil die Lagen ja schließlich bei der EU so eingetragen sind". Was ist das bloß für eine verdammte bürokratische Sch…. Aus weintechnischer Sicht  wäre die Auflösung der EU ein Segen. Und im Grunde trifft das für alle Wirtschaftszweige zu. Wozu benötigen wir ein EU Parlament in dem ausgediente Politiker und Wirtschaftsfunktionäre sich das Hinterteil  vergolden? Regeln aus der Zeit des kalten Krieges werden angewendet nur damit alles so bleibt wie es ist. Und für Ahnungslosigkeit, Faulheit und Machtgeilheit im Jahr rund 300.000,00 Euro zu kassieren, ohne Verantwortung zu tragen, ist schon eine krasse Leistung. Völlig klar, dass all die, die da abkassieren an der EU in ihrer Gänze nicht rütteln wollen, inklusive Herr Henkel und Frau von Storck. Aber, und das ist die gute Nachricht, es wird sich nicht aufhalten lassen. Na und, dann zeigen wir eben an den Grenzen unsere Pässe, oder auch nicht, den das Schengener Abkommen zwischen den EU Ländern kann doch einfach bestehen bleiben. Und Importzölle lassen wir auch einfach weg und schon ist alles wie immer  nur ohne die bürokratische Übereinkunft für Dauerfaule, die sich in einem Parlament das Gesäß breit sitzen. Wenn sie überhupt erscheinen. 
Um wieder auf den Wein zurück zu kommen, es ist gar nicht auszudenken, wie viele neue Ideen entstehen können und darüber bestimmen die , die es zu verantworten haben. Natürlich muss es kontrolliert werden, aber eben vor Ort und nicht in Brüssel.
Die Auswirkungen sind fast nicht zu ertragen, Qualität als Maß der Dinge. Die Flächen werden kleiner und effizienter, der Profiteur ist der Konsument. Der EU-Parlamentarier, den gibt es dann nicht mehr. Schöne Utopie? Ich hoffe nicht. Es lebe der Brexit. Das größte historische Ereignis seit dem Prager Frühling, der einzig wirklichen Revolution in den  letzten 150 Jahren. Sorry Leipzig, wir waren nur die Vollstrecker der Ideen von Prag. Blasen wir der EU das Licht aus und feiern wir unser Europa ohne Grenzen vom Atlantik bis zum Ural, von Irland bis zum Bosporus. Dem Wein wird es gefallen und mir auch. Es lebe Europa.

Rainer Albert Huppenbauer 

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 23.06.2016 um 14:13 Uhr | 0 Kommentare

Der Plan des Christoph Lindner

Christoph Lindner kam im komplizierten Jahr 2010 in das Landesweingut nach Kloster Pforta. Mit grundsolider Ausbildung als Winzer  und abgeschlossenem Studium in der Tasche, landete er im gebeutelsten Weinkeller der Region. Ein Hochwasser hinter und das nächste vor sich, begann er als Kellermeister seinen Plan zu verwirklichen. Nach und nach sammelte er die Erfahrungen ein und führte einige seiner Weine an die Spitze der regionalen Weine. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, er weiß was er will, er definiert sich ein Ziel, das er verantwortungsbewusst verfolgt. Mit Ausnahme der Hochwassergefahr besteht im Moment kein Grund zur Besorgnis. Der Keller ist Dank der Eigentumsverhältnisse, der wohl am besten ausgestattete Keller an Saale-Unstrut. Barrique aus besten französischen Hölzern aus dem Limousin und, damit das Geld im Land bleibt, die großen Fässer von einheimischen regionalen Erzeugern wie Familie Romberg.

Die Weine bekommen die Zeit und Ruhe die sie benötigen, vom 2015er Jahrgang sind bislang nur die Gutsweine gefüllt. Ich möchte nun nicht zu viel ausplaudern, aber bei den vorgenommenen Fassproben waren schon einige Knaller dabei. Der Weißburgunder Barrique, schon sehr schön rund und dem Jahrgang geschuldet, feingliedriger und eleganter als sein Vorgänger. Auch auf den Grauburgunder darf man sich freuen. Die beiden Rieslinge haben sich noch nicht komplett entschieden wo es hingeht, aber auch hier ein schöner Schritt nach vorn. Da ich in meinem neuen Buch ein Porträt von Christoph Linder schreiben werde, möchte ich hier den Beitrag mit dem Wunsch schließen, dass die politischen Veränderungen im zuständigen Ministerium nicht da weiter machen, wo die Vorgänger schon versagt haben.

Der zuständigen Ministerin möchte man folgendes  zurufen: Schaffen Sie den Aufsichtsrat ab, und wenn es die Landesusancen schon fordern, dass es so ein Gremium gibt, dann ändern Sie die Usancen. Dieses Weingut stellt sich gerade neu auf, tolle junge Menschen üben verantwortungsvolle Arbeit aus. Die Weingärten sind grandios in Schuss – das war nicht immer so. Treffen sie, liebe Frau Ministerin, Entscheidungen für die jungen Menschen, die dort arbeiten und hier bleiben wollen. Ein Mann wie Christoph Lindner, um nur ein Beispiel zu nennen, könnte mit seinem Wissen und seinem Talent überall auf der Welt arbeiten. Nirgendwo müsste er Angst haben, dass nach eine Woche Regen ein Fluss durch seinen Keller fließt. Liebe Frau Prof. Dr. Dalbert, tun sie etwas, dass diese Jugend im Land bleibt, sie haben es versprochen und dafür habe ich sie auch gewählt.

Rainer Albert Huppenbauer           

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.06.2016 um 22:52 Uhr | 0 Kommentare

Bestes vom Süßen See - Weingut Born


Das Weingut Born gehört, so sagt man, zu den Urgesteinen der Saale-Unstrut-Weingüter. Der Haken ist, es fühlt sich anders an. Urgestein hat was Althergebrachtes und Langweiliges an sich. Genau das ist dieses Weingut nicht. Wir sollten Urgestein anders definieren.
Natürlich, die Borns sind ein Generationen Betrieb, seit kurzem mit eindeutiger Perspektive in die Zukunft nach Elisabeth und Jochen. Da gehen sie wohl wieder mit mir durch - das macht der Wein, beide Hauptpersonen des Familienweingutes sind so herrlich jung, dass sich das Nachdenken über die nächste Generation noch nicht lohnt? Andererseits: Time is running fast.
Nun gut, vor kurzem hatte ich die Möglichkeit in einer Privataudienz bei Jochen Hinderer, den 2015er Jahrgang zu probieren. Einige Proben noch im Fass bzw. Tank, den Rest der bereits gefüllten Weine habe ich heimlich probiert. Mein globales Urteil: Es ist eine große Freude diese Weine zu trinken. Unkompliziert, geradlinig und sehr präzise. Das gilt für alle Weine. Mit präzise meine ich das, was ich von einem Saale-Unstrut-Wein erwarte (lebendig-elegant, mineralisch, feingliedrig). Alle Weine erfüllen diesen Anspruch. Der Winzer, hin und wieder noch etwas grüblerisch in der eigenen Bewertung seiner Ergebnisse, kann sich ruhig mal auf die Schulter klopfen. Nicht etwa weil er Papa wird, sondern weil beide (Elisabeth Born und Jochen Hinderer) einen, dem Potential des Jahrgangs entsprechenden Wein in die Flaschen bringen. Zu guter Letzt, sozusagen das Sahnehäubchen, einige wenige Flaschen Sauvignon Blanc, der alle Zweifler nach einer Stunde straft. Ein toller Wein, der mit etwas Luft zu einem wirklichen Geschmackserlebnis wird. Ganz am Rande fällt mir ein, dass es seit diesem Jahr eine neue schmucke Vinothek gibt und weitere bauliche Veränderungen mit schwäbischem Geschick in Arbeit sind. Viel Glück der Familie, macht weiter so. 

Impressionen


Die neue Vinothek



Jochen Hinderer und Elisabeth Born


Rainer Albert Huppenbauer 06.06.2016

 
Tags: Weingut Born, Saale-Unstrut-Wein, Höhnstedt
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 30.04.2016 um 01:06 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinproben bei Gussek und Hey!

Ha, werden einige sagen, ist doch völlig klar, der verkauft die Weine von den beiden und muss es gut finden, was die in die Flaschen füllen. Nein muss er nicht. Aber, mit kurzem Abstand betrachtet, war das schon was Besonderes, was die beiden da auf die Flaschen brachten. Gussek nüchtern, elegant und arbeitend. Hey suchend, fragend und jugendlich . Beide, wie beim Simultanschach, präzise wie ein Uhrwerk.  Zwei Weinstile die aufeinander losgehen wie Walther Mathau und Jack Lemmon in ihren besten Tagen. Das männliche Traumpaar der Filmindustrie, zu Hause an Saale-Unstrut.  In der Tat, beide schenken sich nichts und demonstrieren eher die gleiche Lässigkeit der beiden vermutlich besten Akteure Hollywoods. Im Detail heißt das, zwei Typen, zwei Weinstile,  eine Seele.  Zum Glück sind Hey und Gussek noch am Leben. Meine beiden anderen Freunde der guten Unterhaltung besuche ich später. Noch ist die Zeit nicht gekommen.
Die Weine des 2015er Jahrgangs beider Winzer markieren einen Einschnitt in der Saale-Unstrut-Weingeschichte. Es ist schön das erleben zu dürfen. Matthias Hey  hat diesem Jahrgang gar eine literarisch schöne Empfindsamkeit beigefügt, die so nicht zu erwarten war, fällig war sie längst. Ja Matthias, man darf Frau Merkel eine Holzziege nennen. Aber nicht das ist das Bemerkenswerte, es ist dein geglückter Versuch, etwas ganz anderes zu machen,  eigentlich ist es das Normale. Die Neugier wie Du schreibst. Sich öffnen. Das bist DU. Es ist dein Weg, dein Wein und deine Stimme. Es ist ein Segen für uns Trinker. Andre Gussek lebt das anders aus: Weise und prinzipiell, weniger fragend, die Antwort denoch suchend, ein Angebot.    Eben als Andre Gussek,der Weindenker, der Kunstliebhaber. Und so gesehen freue ich mich eure Bekanntschaft gemacht zu haben. Wieder etwas dazu gelernt. Was soll ich über die Weine sagen? In beiden Fällen gnadenlos, präzise und einnehmend. Mehr gibt es nicht zu berichten. Lesen Sie meine Beschreibungen.
 
Rainer Albert Huppenbauer
30.04.2016      




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Rainer Albert Huppenbauer
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