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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 02.04.2016 um 20:00 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinprobe Weingut Böhme & Töchter 02.04.2016

Über Frank Böhmes Vermögen sehr guten Wein zu machen, habe ich des öfteren berichtet. Spätestens seit das Weingut als Böhme & Töchter  firmiert, kommt man nicht umhin, eben auch die Famile in die Berichterstattung einzubeziehen. Ehefrau Heike, Franks Eltern und die Töchter Marika und Toska sowie die Schwiegersöhne Sandro und Carlo sind Teil des Erfolges. Frank Böhme weiß darum. Die nun in diesem Jahr in der Jungweinprobe des 2015er Jahrgangs vorgelegten Weine sind kein Produkt eines Einzelnen. Alle Mitglieder der Familie haben einen Beitrag, wie auch immer geleistet. In dieser Art ist das in der gesamten Region einzigartig.
Die Weine des 2015er Jahrgangs im Weißweinbereich erfüllen all das, was man sich unter einem deutschen Spitzenwein vorstellt - mal mehr mal weniger. Im Detail heißt das: Zwei grandiose Rieslinge,  ein Orts- und ein Lagenwein mit derart charakteristischen Zügen beim Ortswein und einem Anklang von Moderne beim Lagenwein, dass man hin und her gerissen ist. Ich für meinen Teil tendiere zum durchgegorenen Ortswein. Meine Frau eher zum Lagenklassiker. Der Müller-Thurgau sehr gut, ein wenig trockener brächte noch mehr Biss, aber das ist Geschmacksache. Bacchus im bekannten und beliebten Böhmestil mit etwas  Restsüße, sehr charmant. Gutedel und Silvaner grundsolide, was soll man erwarten, es sind Tischweine und in beiden Fällen genau dafür gemacht. Ich will auch keinen Gutedel, über den ich philosophieren soll wie über einen Château Yquem 1945.
Die Weißburgunder, bisher von allem was ich in der Region probiert habe, zeigen die Böhmeweine die ausgeglichenste Substanz in Bezug auf die Säure. Mit anderen Worten, weniger als bei anderen. Wir werden sehen, wie sich das in einem halben Jahr darstellt, ich bin sehr gespannt. Einer der ganz großen Momente dieser Weinprobe der Chardonnay. Ich habe den Eindruck, dass mit zunehmenden Alter der Reben der Freyburger Schweigenberg  für den Chardonnay ein perfektes Terroir bietet. Der Wein hat eine schöne Zukunft. Blanc de Noir und Rosé, zwei weitere Kracher. Beide vorzüglich, besonders der Rose mit viel Rasse. Keine Fruchtlimonade. Die Roten, ja die Roten, hier wäre es aus verkaufpolitischen Gesichtspunkten besser gewesen, auf die Präsentation zumindest des Portugiesers zu verzichten. Aber des Winzers Wille soll geschehen, und wir Kritiker wissen ohnehin alles besser. All denen, die den Wein nicht verstanden haben sei gesagt, er wird sich entwickeln. Nehmen sie mal Bob Dylan, auch der sah früher ganz anders aus. Spaß beisete, der Wein braucht Zeit und wenn man diesen Stil will, bitte schön warten. Ob er sich je richtig öffnet, weiß nur der Wein allein. Ich werde es beobachten und berichten. T&M immer eine Bank, wenn auch hier deutlich die Jugend zu spüren ist. Alles in allem, das kompakteste Gesamtbild seit ich diese Weine schätze und trinke.

Impressionen:

 
Weinmajestäten mit Frank Böhme

Marika, Toska und mein Freund Robin

Marika und Toska mit den Königlichen

Heike Böhme und Majestäten beim sammeln zum Fototermin

Chef"Koch" Carlo mit Ehefrau Toska

.. es gab nicht nur Wein!  
Tags: Frank Böhme, Böhme & Töchter
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 28.03.2016 um 11:44 Uhr | 0 Kommentare

Jungweinprobe Weingut Pawis 19.03.2016

Wie in jedem Jahr beginnen im Frühjahr die Jungweinproben in den Winzerbetrieben. Meist macht der den Anfang, der auch zu erst den neuen Jahrgang gefüllt hat. Das ist auch logisch. Da es beim 2015er Jahrgang alle ein wenig eiliger mit dem Füllen hatten als sonst, begann der, der immer vorn ist. Bernard Pawis hat den inoffiziellen Anfang gemacht und verblüffte, zumindest die, die etwas schmecken.  Da ich zu Letzteren zähle war die Freude groß. Von der Gutsweinriege bis zu den „Großen Gewächsen“ eine durchweg sehr hohe Qualität, die der Geschwindigkeitsfanatiker da vorlegt. Die Rieslinge sind in diesem Jahr eine Klasse für sich, bei Pawis zwar immer gut, ich kann mich jedoch seit 2005 an keinen Jahrgang erinnern, der das so eindeutig demonstriert hat. Gleichsam die Burgunder in Grau und Weiß.  Als schreibender Händler habe ich es nicht leicht, zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Ich verkaufe die Weine und soll sie bewerten. In den letzten Jahren fiel mir das beim regionalen Musterknaben Bernard Pawis nicht immer leicht, es unter einen Hut zu bringen. Kompromisse mussten her. Der 2015er Jahrgang ist frei von Zweifeln und Fragen, seine großen Weine sind zurück und waren doch nie weg.
Eine Bemerkung noch zu den Grauburgundern. Diese Domaine von Pawis  hat ihren Ursprung in den Anfangsjahren des kleinen Weingutes der Eltern in den Ehraubergen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der erste Wein den ich der Familie um 1993 abgekauft habe, ein Grauburgunder war.  Vater Herbert Pawis war einer der ersten Winzer, der auch auf Grauburgunder setzte. In diesem Jahr legt Bernard Pawis drei Grauburgunder vor. Es ist  auch das Jahr des Abschiedes von Herbert Pawis. Er verstarb im März 2016. Diese Grauburgunder sind sein Denkmal.
Grauburgunder Muschelkalk als Gutswein, Grauburgunder Zscheiplitzer Himmelreich , 1. Lage VdP und ein zu erwartendes „Großes Gewächs“ vom Freyburger Edelacker aus den Ehraubergen. Alle drei sind begeisternde Geschöpfe und markieren eindeutig den Anspruch, deutscher Spitzenwein zu sein. 
Tags: Weingut Pawis, Grauburgunder, Herbert Pawis
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 27.03.2016 um 20:44 Uhr | 0 Kommentare

Daniel Dittmar Kochschule 1.Akt -25.03.2016

Über Herrn Dittmar`s  (Koch) Qualitäten etwas zu schreiben könnte im Prinzip ziemlich einfach sein. Man druckt eine Liste von den Personen ab, von denen er europaweit als Privatkoch engagiert wird. Das Problem ist nur, die stehen nicht gern in der Zeitung. Definitiv können Sie damit Boris Becker, Verona …Dingsbums (Namen vergessen), Oliver Pocher und so weiter ausschließen.  Denn die würden es erlauben. Da auch mir nicht getraut wird – zu Recht wie ich finde, kenne auch ich keinen, für den er heimlich schafft.   Und im Grunde ist es auch „wurscht“. Was ich weiß, auf Messen kommt schon mal der eine oder andere Fernsehkoch vorbei, der sich über den Andrang bei DD wundert. Am 25.03.2016 hat er nun in seinem eigenen Kochstudio, das tagsüber als Bistro fungiert, die ersten „Kochschüler“ verzaubert. Seine Show ist im Prinzip keine, er ist  selbst die Show. Die teilnehmenden Gäste fertigen gemeinsam ein Menü, dass vom Anspruch her eher in der Klasse von Gastronomie angesiedelt ist, die man nicht so oft besucht – also unsereiner. Damit es den Gästen auch so richtig Spaß macht, hat Herr Dittmar mich gefragt, ob ich die Weine dazu empfehlen will. Ich wollte. Zu Beginn gab es ein Gläschen feinsten Cremant. Wein des Abends war der Weisse Hey vom gleichnamigen Winzer. Das Menü begleiteten dann Kirchner/Pfalz, Heymann-Löwenstein von der Mosel, nochmal Hey mit einem 2011 Zweigelt und schließlich Gusseks grandioser Traminer. 
 
Wein des Abends:
Weisser Hey, Weingut Matthias Hey, Qualitätswein 2015.
 
Hier das Menü und die Weine
 
Im Parmesankörbchen angerichtet...Rote Bete, Rauke, sautierte Rinderfiletstreifen
& Espuma von der Süßkartoffel
  
Weißburgunder Stadtmauer Weingut Kircher, Pfalz
Qualitätswein trocken, 2014

 
2.
Tom yum soup mit Zitronengras, Lemonblätter, Riesengarnelen
& Kurkuma

Riesling Schieferterrassen Weingut Heymann-Löwenstein, Mosel
Qualitätswein trocken, 2014

3.
Sous Vide gegartes Rinderfilet auf reduzierter Rotwein-Balsamico Jus – Kartoffel Papaya Praline &
gezuckertes tourniertes Gemüse

Blauer Zweigelt Weingut Hey, Saale-Unstrut
Qualitätswein, trocken 2011

 
4.
Geschäumte Mascarpone-Erdbeer-Creme mit Biskuit & Karamell

Roter Traminer Winzerhof Gussek, Saale-Unstrut
Qualitätswein, 2015  

 
Und wer nun denkt, dass er für diese Demonstration Lotto spielen muss, hat sich geirrt. 99,00 Euro pro Person, ja das Wasser war auch mit drin, das Ambiente sowieso. Also Leute, stürmt diesen Laden, ich hatte schon lange nicht mehr einen so guten Abend. Und wenn Sie mich treffen wollen ….

Rainer Albert Huppenbauer

Impressionen vom 25.03.2016: Das beste vom Rind...


Die Tafel


Die Küche

Der "Meister him self"

In Action

Nur vom Feinsten

Geht doch!

Blauer Zweigelt 2011 - extrem lecker

Stil und Schluss!


 
 
Tags: Kochschule Daniel Dittmar, Weisser Hey
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.03.2016 um 20:46 Uhr | 0 Kommentare

Winzerweine im Angebot

Man sollte sich ja nicht über Mitbewerber direkt äußern, aber manchmal überkommt es einen doch. Neulich habe ich sogar bei Herrn Kössler, für mich einer der solidesten Weinhändler Deutschlands, wenn auch mit prominenter Unterstützung der "Zahnstocher" Marktführer, so etwas wie: Na so geht das aber nicht gelesen. Es ging um Reinhard Löwenstein und sein Auftritt als Winzer bei Vicampo. Im Grunde ist es ja wirklich jedem seine Sache, wenn aber ein Weinhändler damit wirbt, das er Winzerweine verkauft, dann sollte man mal was sagen. Vermutlich hebt die Bezeichnung Winzerweine darauf ab, dass es ja auch industriell hergestellte Weine gibt (freundlich interprätiert). Dennoch ist es demagogischer Scheiß und zwar derselbe, wie ihn bestimmte Parteien im Wahlkampf benutzen: Deutsche zuerst! Der Ductus ist der gleiche. Nur Winzer machen Wein, zumindest geht man davon aus. Der Begriff Winzerwein ist Klamauk. Bezweckt wird den Unwissenden vorzugaugeln, wir haben das, die anderen nicht. Es ist ein verdammter Blödsinn, der, wenn die Winzer die da mitmachen,  erkennen worauf es hinausläuft, sich wieder dem ehrlichen Geschäft zuwenden, wie eine Seifenblase zerplatzt. Ich bin bereit darauf zu wetten.
Jemand hat mal zu mir gesagt: "Wissen Sie was das einfachste auf der Welt ist? Vor dem Kölner Dom 100 Euro hochzuhalten die mir nicht gehören und zu rufen, wer verkauft mir was?" 
 
Rainer Albert Huppenbauer   

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 31.01.2016 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Naturwein - der Schluß

Im Grunde ist es so, dass das Motto: "Jeder nach seinem Gusto oder seiner Fasson" auch auf Orange Wines zutrifft. Und nur damit ich nicht falsch verstanden werde, möchte ich klarstellen, dass mir egal ist, was der Einzelne so in sich reinschüttet. Das ist und bleibt jendem seine Sache.  Wenn aber wie aus dem Nichts, ein selbsternannter avantgardistischer Mob keinen Zweifel daran lässt, dass "Narurwein" oder "Orange Wines" das Einzige ist, was eine Daseinsberechtigung besitzt, sollte man sich zu Wort melden.
Ich habe nichts gegen folgende Dinge: Spontane Vergärung mit reb- und kellereignen Hefestämmen, biologischen Weinanbau ohne den Einsatz von künstlichem Dünger und Pestizieden, unfiltrierte Weine, Weinausbau in Tongefäßen, ich bin für möglichst wenige Fremdeinflüsse (Zucker, Schwefel, Gelantine usw.), ich mag Winzer in Holzpantoffeln. Ich trinke gern gealterte Weine.
Was ich nicht mag sind Weine oder weinähnliche Getränke, die aus nur einem einzigen Grund gemacht werden, eine Zielgruppe zu bedienen. Im Fall von "Naturweinen" sind es Menschen die nicht tollerieren, das man diese Art von Wein eventuell nicht mag. Gegen das Produkt an sich, wenn auch der Name falsch gewählt ist, denn "Naturwein" gibt es nicht, habe ich nichts. Das ist jedem seine Sache. Das Erstaunliche an diesem derzeitigen Hype ist, dass er plötzlich in aller Munde ist. Gegeben hat es diese Art Wein zu bereiten schon immer. Jetzt aber hat es den Handel und damit die Gelddruckmaschine erreicht. Die Presse, Veranstalter von Weinmessen, große und kleine Weinhändler springen auf den fahrenden Zug auf und lassen uns wissen, was Sache ist. Manfred Klimek, wer hätte das gedacht, zunächst dagegen, dann aber doch bei ausgewählten Erzeugern dafür, lässt uns wissen, was wir trinken sollen: "Wenn schon, dann nehmen Sie doch den". Ein Schelm wer dabei daran denkt, dass das ohne Knete abgeht.
Irgendwann ist das wieder vorbei, jeder der wollte hat seinen Schnitt gemacht. Orange Wines wird es auch in zwanzig Jahren noch geben, darüber berichten wird wohl niemand mehr. Es wird so sein, wie es vor zehn Jahren war, ein experimentierfreudiger Winzer hat einen Wein ohne, oder mit nur geringen Eingriffen, in Flaschen gefüllt. Interessant, oder? Denken Sie jetzt auch an den Reissack in China.

Rainer Albert Huppenbauer   



Mitglied im Händlerbund

Rainer Albert Huppenbauer
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T. +49(0)3445-6592819

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