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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.09.2018 um 11:27 Uhr | 0 Kommentare

Die Weinwelt in diesen Tagen

Jeden Tag erreicht uns eine Flut von Meldungen über alle möglichen Ereignisse in der Welt.
Jeder verantwortliche Politiker rund um den Globus, jetzt sogar Horst Seehofer, twittert seine Meinung in die Welt hinaus, um sie vier Tage später richtig zu stellen. In der Weinbranche geht es in diesem Punkt deutlich gesitteter zu. Wenige Skandale, viele nüchterne, gute Meldungen über Menschen und Wein.
Ich habe mir gedacht, dass ich ab sofort, einmal pro Woche die wichtigsten Meldungen die mich über verschiedenste Quellen erreichen zusammenfasse und diese für sie aufschreibe. Natürlich auch mit der einen oder anderen Wertung.

Die Lese 2018
Die beste Meldung die ich in dieser Woche erhielt, kam von Reinhard Löwenstein. Kurz und knapp: Am Mittwoch (19.09.18) fangen wir an mit lesen. Es sieht sehr gut aus.
Auch an der Mosel war es sehr trocken, dennoch nicht so trocken wie in Mitteldeutschland. Aber die letzten Wochen haben hier wie dort erstaunliches hervorgebracht. Eine Lese die es vermutlich so noch nicht gab. Der überwiegende Teil der Trauben in deutschen Landen ist derart gesund, dass die zu erwartenden Ausfälle durch die Trockenheit kompensiert werden.
Es gibt defacto keine faulen Trauben. Dies legt sich auf die Qualität und die Menge, da nichts aussortiert werden muss. Auch aus anderen Ländern in denen vor zwei Monaten noch deutlich Zurückhaltung angesagt war scheint sich alles zu relativieren. Erstmals hat zum Beispiel Apulien in der Erntemenge Venetien den Rang abgelaufen. Nur aus Apulien wurden elf Mio.
Hektoliter Wein gemeldet. Die Primotivo Fangemeinde wird es freuen, nicht nur der Qualität wegen.
Geringere Lesemengen, im Vergleich zu den Vorjahren, gab es nur in Südafrika und Australien.

Familie Moueix verkauft Anteile von Petrus:
Aus Frankreich wird derweil auch ein Rekord vermeldet. Das ca. elf Hektar große Weingut Château Petrus hat einen neuen Mitinhaber. Die Besitzerfamilie Moueix hat zwanzig Prozent der Anteile an einen südamerikanischen Investor für stolze zweihundert Millionen Euro verkauft. Da das Unternehmen Petrus rund eine Milliarde Euro wert ist, entspricht das einem Hektarpreis von rund achtundachtzig Millionen Euro.

Das Winzerfest an Saale-Unstrut:
Aber weg von den Superlativen, zurück an die Saale. In der letzten Woche fand in Freyburg das traditionelle Winzerfest statt. Eine neue Weinkönigin wurde gekrönt und ein wenig Licht, durch die in diesem Jahr teils gewollten, teils nicht so gewollten personellen Veränderungen im Weinbauverband, ist am Ende des Tunnels zu sehen. Und wenn man es in diesem Gremium (Weinbauverband) schafft, das Winzerfest wieder Winzerfest werden zu lassen, dann ist doch schon viel erreicht.
Ich frage mich, was macht ein Boxer in einem Winzerumzug? Irgendwie passt Wein und Boxer nicht so richtig zusammen. Das ist Klamauk, bestenfalls Karnevalsniveau. Dafür fehlten die Winzer fast vollständig im Umzug. Ein neues Konzept muss her, weg vom allgemeinen Volksfest hin zum vinophilen Ereignis das Menschen den Saale-Unstrut-Wein näher bringt. Ein bisschen Volksfest ist ja nicht schlecht, aber nur Volksfest mit Weinbegleitung ist nicht gut für das Image. Und eventuell machen ja dann auch die verlorenen Söhne (Weingüter), die das Fest in großer Zahl meiden, wieder mit.  
Rainer Huppenbauer

P.S.Bitte beachten Sie, dass wenn Sie einen Kommentar verfassen, dass dieser anonym nicht veröffentlicht wird. Völlig gleichgültig wie er geschrieben ist (pro oder contra). Wenn man eine Meinung hat, sollte man auch dazu stehen.
Tags: Château Petrus, Heymann Löwenstein, Freyburger Winzerfest
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.09.2018 um 17:15 Uhr | 0 Kommentare

Nun geht er auch noch unter die Dichter… Denker wäre besser!

Offensichtlich angefressen sollte man nicht über Wein schreiben. Der bedeutendste schreibende Fußballer aller Zeiten hat ein Problem. Er hält den einen oder anderen Winzer der „Breitengradler 51“ für einen elitären Spinner. Wirft Elitedenken in den Raum, vergisst Gusseks Grauburgunder und entwickelt Superlative wie Monument, um es wieder gut zu machen. Er bestimmt wie ein Traminer und Wein überhaupt zu schmecken hat, ein Chardonnay den er gern kaufen würde ist in den falschen Händen, und schon wird ein vom Holz erschlagener Garagenwein das Non plus Ultra.  Nun weiß man nicht in welchem Zustand so eine journalistische Kostbarkeit verfasst worden ist. Eventuell sollte so ein Zeitungsverlag (Naumburger Tageblatt)  mal Pustefixgebläse der Polizei austeilen, um der Sache auf den Grund zu gehen.  
Woher der ganze Frust kommt ist leicht erklärt, er darf nicht mitmachen bei der Auswahl. Also beschränkt er sich auf`s Motzen, möglichst so: Lobt, wo nichts zu loben ist, so dass keiner merkt wie angefressen er ist. Man will ja auch im nächsten Jahr wieder angebrochene Flaschen in das Auto laden und auf der Gästeliste stehen. Das der Beitrag über die Breitengradveranstaltung in  Pforte dann auch mehr von den Winzern bestimmt wird, die als Gäste eingeladen waren (über zwei Drittel des Beitrages) deutet darauf hin, das erkennen nicht nur Therapeuten: Hier fühlt sich einer unverstanden. Tja!
Hier der Artikel
Rainer Albert Huppenbauer

P.S. Für alle die einen Kommentar verfassen wollen, den Namen nenen und eine Mailadresse und schon seid ihr dabei.   Einträge mit rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen, wie gestern empfangen, sind allerdings ausgeschlossen. Einfache Regel, oder? 
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 01.09.2018 um 14:54 Uhr | 0 Kommentare

Griechischer Wein aus Sachsen?

Als Udo Jürgens dereinst vom griechischen Wein sang, war der „Junginvestor“ Hans Albrecht Zieger noch gar nicht geboren. Schade eigentlich, denn das Lied enthält einige Aspekte, die auch auf jr. Zieger zutreffen könnten:

Sie sagten sich immer wieder
Irgendwann geht es zurück
Und das Ersparte genügt zu
Hause für ein kleines Glück
Und bald denkt keiner mehr daran
Wie es hier war.*

Na klar ist das weit hergeholt, aber wenn ein Vater in einem von der Sächsischen Zeitung veröffentlichten Interview seinen Sohn als Investor bezeichnet, der nun, so meine Auslegung, den von Skandalen gebeutelten sächsischen Weinbau retten soll, gibt es unter irgendeinem Hut beträchtliche Defizite.
Aber zum Thema des Interviews mit Zieger Senior.
Wenn man es liest und genauer betrachtet, hat man hinterher mehr Fragen als vor der Lektüre. Zieger vermeidet es zum Beispiel Namen und Funktionen zu nennen. Die Namen die genannt werden, der seines Sohnes und der von Jörg Erdmann werden in einem Kontext benutzt, der den Leser auf eine falsche Fährte lenkt.
Ein Beispiel: Natürlich hat Jörg Erdmann Weinbau und Önologie studiert und in den beiden Staatsweingütern von Sachsen und Sachsen Anhalt (Kloster Pforta, Wackerbarth) gearbeitet.
Der Hacken ist nur, seine Tätigkeiten in beiden Weingütern fanden niemals im Weinkeller statt. Sein Arbeitsplatz war doch eher das Büro.
Nun ist er Kellermeister eines Betriebes mit 35 Hektar Rebfläche. Mit Verlaub, das ist für einen Mann mit Null Kellererfahrung eine ziemliche Herausforderung. Ich gehöre nicht zu denen, die da scherzhaft bemerken: „Der hat nur deshalb nicht im Keller gearbeitet, weil er eine Kartoffel nicht von einer Weintraube unterscheiden kann.“ Dass er aus Sachsen stammt hat Zieger Senior nicht erwähnt. Jeder der jedoch den Artikel in der SZ liest glaubt, oh ein Mann mit großer Erfahrung. Und so kann man davon ausgehen, dass Zieger jr. da wohl eingreifen wird, denn der hat Erfahrung mit derlei Größenordnungen. Ob das nun wieder mit seiner Arbeit als Geschäftsführer der Freyburger Winzervereinigung vereinbar ist, muss der Aufsichtsrat selbiger beurteilen. Und da liegt der Hase bereits das zweite Mal im Pfeffer.
Der Aufsichtsratsvorsitzende ist der im Interview nicht namentlich erwähnte Rechtsanwalt aus Halle. Der heißt Silbersack und hält genau wie Zieger 33,333 % Anteile an der Meissner Weinbaugesellschaft. Er ist also genau wie der, den er eigentlich beaufsichtigen soll, im gleichen Boot. Da es in der Absatzsituation auch noch ein Interessenkonflikt ist, der die Winzervereinigung in Freyburg benachteiligen könnte, kann man sich den Aufsichtsrat der Freyburger Winzervereinigung eigentlich klemmen. Er ist wohl oder übel befangen. Denn pfeift er seinen Geschäftsführer zurück, schadet er sich privat. Eigentlich ist aus dieser Konstellation nur ein Rücktritt einer der beiden Seiten (Geschäftsführer oder Aufsichtsratsvorsitzender) die Lösung.
Tritt Zieger jr. zurück, würde der Text von Udo Jürgens wieder stimmen.
Der dritte im Bunde mit gleichen Anteil hat bereits gewechselt, im Artikel der SZ als Geschäftsmann aus Halle bezeichnet. Der Mitgründer der Gesellschaft heißt Scharr und ist als Unternehmensberater mit Scharr & Collegen in Leipzig ansässig. Zu den von Herrn Scharr beratenen Unternehmen gehören sowohl die Winzervereinigung in Freyburg als auch die Unternehmen von Georg Prinz zur Lippe, besser bekannt als Schloss Proschwitz.

(Bei Herrn Scharr handelt es sich um einen Mitgründer und vermutlich ehemaligen Geschäftsführer der Weinbaugesellschaft Meißen, am 10.08.2018 verkaufte Herr Scharr seine Geschäftsanteile an Herrn Thomas Göhler aus Halle. Dieser verdient sein Geld mit  komplett anderen Geschäften. Ich erwähne das, weil im Interview gefragt wird, warum ein Investor schon wieder ausgeschieden ist. Die Antwort ist nichtssagend (persönliche Gründe). Da in genau dieser Zeit, wie wenig später bekannt  wurde, die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Siegfried Boy bereits im Raum standen und diese seine Entlassung als Vorstand der Gleinaer AG bewirkten, Herr Scharr nicht für voreilige Schnellschüsse bekannt ist, sondern als wohlüberlegender seriöser Geschäftsmann, gehe ich davon aus, dass sich Scharr distanziert hat, um seinen Ruf nicht zu schädigen.  Nicht bekannt ist, ob Siegfried Boy geschäftlich involviert ist. Ich gehe davon aus, das Boy als stiller Gesellschafter,  Bürge oder sogar als Finanzierer fungiert. Natürlich ist dies nur meine persönliche Meinung und die ist im Moment noch nicht belegbar. Sie kann aber auch falsch sein.)


Der Kursiv und in Klammern gesetzte Teil ist bezüglich der Handlungsgründe von Herrn Scharr und der Funktion von Herrn Boy rein spekulativ. Einzig die Vorwürfe gegen Boy und seine Entlassung als Vorstand der Gleinaer AG entsprechen den Tatsachen.

Irgendwie drängt sich mir aber bei der Betrachtung der handelnden Personen so ein Hirngespinst auf. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Da kann man nur hoffen, dass der Weinskandal von vor drei Jahren in Sachsen tatsächlich auf Schlamperei basiert.
Denn glaubt man den Aussagen einiger sächsischer Winzer, so öffnete dieser Skandal der neu geschaffenen Meissner Weinbaugesellschaft (ehemals Weindomäne Meißen GmbH) erst Tür und Tor. Da ich nicht unter die Verschwörungstheoretiker falle, glaube ich ganz fest daran, dass es Schlamperei, nicht Absicht war.
Weitere Teile des Interviews befassen sich dann mit dem Wein der gemacht werden soll. Es kommt die Philosophie der Betreiber zur Sprache. Zieger sen. erwähnt, dass mehrere Millionen in Technik investiert wurden und dass sechs Arbeitskräfte die 35 Hektar bewirtschaften sollen. Mal so unter uns, das ist ne richtige Aufgabe und so mancher Winzer mit 60% geringerer Rebfläche kann sich ein Scheibchen abschneiden. Sparen geht immer. Alles soll schlank bleiben, da wird auf jegliche Aktivität im Verkauf verzichtet. Wie das geht wurde nicht erwähnt. Es sei denn, man hat schon einen Abnehmer. Natürlich möchte man auch die sächsischen Winzer unterstützen, in dem man ihnen Trauben verkauft. Der Hauptteil der Trauben wird, so Zieger Senior, zu Qualitätswein in Zadel verarbeitet. Das Ziel ist es, so Reinhold Zieger, hohe Qualität zu günstigen Preisen zu verkaufen. Wie das geht hat er ebenfalls nicht erwähnt. Dass es nicht geht, weiß jeder. Natürlich ist Qualität reine Ansichts- und Geschmachssache. .
Also was hat man vor? Hier wird es dann ganz einfach, die Weine werden, auch das erwähnte Zieger, im Lebensmitteleinzelhandel gestreut. Meine Vermutung ist, die Firma Mack & Schühle wird der Distributor sein. Da wäre es ein Abwasch mit den Weinen der Winzervereinigung. Auch hier wird der überwiegende Teil der Weinproduktion von Mack & Schühle im LEH vertrieben.
Die Rechnung ist denkbar einfach. Aus 35 Hektar Rebanlagen darf man in Deutschland ca. 420.000 Flaschen a 0,75 Liter Deutschen Qualitätswein pro Jahr abfüllen. Jeder kann sich also selbst ausrechnen, was da unter dem Strich bleibt.

Bei einer Abgabe an den Distributor von drei Euro netto pro Flasche erzielt man 1.260.000,00 Euro netto Ertrag. Abzüglich der Kosten (inkl. Kapitaldienst) von geschätzten 750.000 Euro bliebe ein Rohertrag vor Steuer von rund 500.000 Euro im Jahr.
(Die verwendeten Zahlen sind lediglich Annahmen des Verfassers, da noch keine Zahlen vorliegen. Ich beziehe mich hierbei auf Aussagen und Zahlen anderer Winzer Sachsens über deren Ertrags- , Umsatz- und Gewinnkalkulationen.) 


Mag sein, dass es hier und da Abweichungen geben wird, Jahrgänge relatvierend wirken, es vor allem nicht sofort erreicht wird,  aber das erklärte Ziel ist es schon. Denn wir sprechen über Finazgeschäfte nicht über Weinbau. Der Weinbau ist nur das Mittel. Und da hat Herr Zieger Recht, je größer die Fläche und schlanker der Betrieb, desto größer ist der Gewinn. Wir haben es hier also nicht mit Weinbauern, sondern mit Finanzspekuklanten zu tun. (Ein normal arbeitender Weinbaubetrieb hätte bei der Größenordnung mindestens 20 Mitarbeiter.)  Die wichtigsten Voraussetzungen um Geld zu vermehren sind, und das bestätigt Zieger Senior, schlanke Personalkosten und Verzicht auf alles, was den Weintrinkern spaß macht. Hat man dann auch noch jemanden der diese 420.000 Flaschen kauft und in Deutschland verteilt, ist eigentlich der Segen perfekt. Ja klar, man muss und kann offensichtlich als Vater eines Finanzinvestors damit Leben, dass der dann erzeugte Wein das Mittagsprogramm von RTL 2, das Jungelcamp und wie sie alle heißen mit Erdnussflips und Jogginganzug zum Erlebnis macht.
Na dann Prost Familie Zieger!

Rainer Albert Huppenbauer

*Songtext von Griechischer Wein © BMG Rights Management

 Tags: Hans Albrecht Zieger, Reinhold Zieger, Freyburger Winzervereinigung
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.08.2018 um 13:22 Uhr | 0 Kommentare

Präsentation Breitengrad 51 Jahrgang 2017 – Ein Resümee

Es war ein gelungener Abend, das Wetter ließ die Akteure bei schönen 25 Grad Celsius gewähren. Die Akteure, die vermeintlich besten Winzer  aus zwei Anbaugebieten, versammelten sich mit rund zweihundert Personen, die sich darauf freuten, deren gelungenste Kreationen zu probieren. Dass unter denen, die sich darauf freuten, die besten Weine der anwesenden dreizehn Winzer zu probieren auch der eine oder andere kampferprobte Weinmeilenbarde war, konnte man besonders am Ende nicht übersehen, aber es störte auch nicht. Die Anlage des Klosters ist sehr weitläufig, man konnte sich aus dem Wege gehen.  
Im Unterschied zu anderen Jahren moderierte ein Profi aus Halle an der Saale durch das Geschehen des Abends. Theo M. Lies brachte mit Routine und Gefühl für die Situation eine Struktur in die Veranstaltung, die dem Abend gut tat. Das ausgerechnet ein Winzer (Uwe Lützkendorf) mit einer halben Regierungserklärung dem Profi kurzeitig das Moderieren schwer machte, hat niemand gemerkt.
Die Musik, dies sei ausdrücklich angemerkt, machte den Rahmen perfekt. Das Kloster ist wie es ist, sehr, sehr schön und wohl aus zweierlei Sicht die beste Wahl. Sowohl der historische Hintergrund des Ortes für den Saale-Unstrut-Wein und seine Nutzung für den Wein an diesem Abend sind bemerkenswert.  Das Catering wurde dem Anlass und dem Eintrittpreis (79 Euro) gerecht und jeder der es wollte, hatte etwas davon. Und wer noch nie Jaguar gefahren ist, konnte einen professionellen Shuttleservice in Anspruch nehmen.

Die Winzer und ihre Weine

Wie in den letzten Jahren, so wurden auch am 11.08.2018 Gastwinzer eingeladen. Den weitesten Weg hatten die beiden sächsischen Vertreter des VdP. Georg Prinz zur Lippe (Schloss Proschwitz) und Klaus Zimmerling trugen mit ihren Weine zu einer feinen Bereicherung der Veranstaltung bei.

Einen nicht ganz so weiten Weg hatten deren VdP Kollegen von Saale-Unstrut. Bernard Pawis und Uwe Lützkendorf. Sie zeigten ein starkes Profil ihrer 2017er Weine. Der dritte im Bunde kam von der Unstrut. Roland Bähler, nicht für sich handelnd, sondern als Kellermeister des Kirchscheidunger Winzers Klaus Böhme, bereicherte er die Veranstaltung gemeinsam mit dem Nachwuchs der Winzerfamilie.

Die Hauptakteure waren vollzählig vertreten. Die beiden „Neuen“ das Weingut Zahn mit einem Weißburgunder als prämierten Breitengradwein und Wolfram Proppe mit seinem Chardonnay, der ebenfalls das Label Breitengrad 51 tragen darf, zeigten sich nach dem Einstand im letzten Jahr, nun auch 2018.
Die „Alten“  Matthias Hey, Volker Fröhlich, Jochen Born, Andre Gussek, Marika Sperk (Weingut B&T) und das Landesweingut Kloster Pforta waren neben anderen Gewächsen mit ihren Breitengrad 51 Weinen am Start. Ich habe die Weine nicht gezählt, die dem geneigten Publikum dargeboten wurden, aber ich habe viele von ihnen probiert. In Anbetracht der Menge hochwertigster Qualitäten, war Profitrinken (gurgeln und ausspucken) angesagt. Übrigens die beste Methode für den aufrechten Gang am Ende des Abends.
Hier nun meine Wertung der für mich besten Weine der jeweiligen Winzer an diesem Abend. In der Reihenfolge der Stände vom Eingang her beginnend:

Andre Zahn: Weißburgunder Kaatschener Dachsberg Breitengrad 51, 2017
Kloster Pforta: Weißburgunder Saalhäuser Breitengrad 51, 2017
Schloss Proschwitz: Grauburgunder Kloster Heilig Kreuz, 2016
Bernard Pawis: Riesling Große Lage Freyburger Edelacker, 2017
Klaus Böhme: Silvaner trocken „Alte Reben“ 2017
Böhme & Töchter: Chardonnay trocken, Freyburger Schweigenberg 2017
Uwe Lützkendorf: Riesling Große Lage Karsdorfer Hohe Gräte 2017
Fröhlich Hake: Riesling trocken, Gutswein 2017
Klaus Zimmerling: Gewürztraminer, Große Lage 2015
Andre Gussek: Weißburgunder, Naumburger Sonneck 2017 ;
Riesling Naumburger Steinmeister 2016; 
Blauer Zweigelt Kaatschener Dachsberg Breitengrad 51 2016
Jochen Born: Weißburgunder, Höhnstedter Kreisberg  Breitengrad 51 2017
Höhnstedter Riesling 2017
Matthias Hey: Riesling Naumburger Steinmeister Breitengrad 51 2017
Blauer Zweigelt Naumburger Steinmeister 2016
Wolfram Proppe: Chardonnay Breitengrad 51 2017

Die Inselfrage (sechs Weine, mehr passen nicht ins Boot).

Würde mir jemand die Inselfrage stellen, dann wären die folgenden Weine im Gepäck:
Proppe Chardonnay BG51, Hey Riesling BG51, Gussek Blauer Zweigelt Dachsberg BG51,
und Weißburgunder Sonneck 2017, Pawis Riesling Große Lage, Born Weißburgunder BG 51.  

Das Fazit

Der 2017er Jahrgang hat einiges in petto, was jetzt gerade erst beginnt in Erscheinung zu treten. Meine getroffene Vermutung wird sich bestätigen. Es ist der erste wirklich große Jahrgang an Saale-Unstrut. Die Zeit wird es zeigen, dass vor allem die Rieslinge, von denen die 2017er Weine Gusseks noch nicht mal gefüllt sind, den Anschluss an das deutsche Spitzenniveau erreicht haben. Die Rotweine und Burgunder nähern sich dieser Tendenz an.
Natürlich trifft das nicht auf die von der „schreibenden Langenweile“ im Naumburger Tageblatt gelobten Massenproduzenten und Außenseiter zu, sondern eben nur auf die handvoll Winzer, die sich dieser Herausforderung stellen. All diese waren an diesem Abend anwesend. Die klare Sprache der Qualität ist einfach. Sie erzählt uns etwas, was nur Winzer erreichen, die mit dieser Kostbarkeit (dem Wein) demütig verfahren. Ich glaube, es ist eine dreigeteilte Demut von Nöten, um derlei Freude ins Glas zu bringen. Die Demut gegenüber der Natur, dem Produkt und gegenüber dem Kunden, drückt sich eben am besten durch Qualität aus. Anders ist sie nicht zu messen. Beten und auspressen von Trauben bis der Arzt kommt hilft da nicht. Demut ist dann trotz beten nicht in Sicht. 

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Breitengrad 51 2017
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 15.07.2018 um 14:38 Uhr | 0 Kommentare

Gussek Riesling Steinmeister 2016 erhält 90 Punkte in „Best of Riesling“ vom Meinigerverlag

Nun kann man über Punktesysteme denken wie man will, aber bislang war mir kein trockener Wein von Saale-Unstrut bekannt, der im System Parker 90 Punkte erreichte. Von Rieslingen wollen wir da noch gar nicht sprechen. Dass es nun Andrè Gussek mit einem Riesling geschafft hat, überrascht mich eigentlich nicht. Der 2016er Riesling Steinmeister ist der zweite Jahrgang aus dieser dem Riesling geneigten Lage, dem Gussek ein langes Hefelager erlaubte. Das Ergebnis ist schmeckbar und offensichtlich haben das auch die Tester im Meinigerverlag erkannt. Der Siegerriesling in der Kategorie trocken erhielt 95 Punkte. Mit seinen 90 Punkten ist der Gussek Riesling in einer Liga mit Phillip Kuhn, dem Weingut Rings aus ersten Lagen des VDP und sogar einigen Großen Gewächsen aus dem 2016er Jahrgang. Nun könnte man sagen, ja schön und gut, aber was sagt das aus?
Ich glaube, dass die Idee, dass an Saale-Unstrut große Rieslinge wachsen können, ein kleines Stück voran gebracht wurde. Ich hoffe sehr, dass diese Bewertung neuen Schub in die Bewegung Breitengrad 51 bringt und die Diskussion, um eine sogenannte „Leitrebe“, neu befeuert. Ich halte gerade in Anbetracht der derzeitigen Witterungsverläufe, den Riesling dafür für geeignet. Betrachtet man die Wichtung des Rieslings in einigen Spitzenbetrieben Hey, Gussek, Pawis, Lützkendorf und jetzt auch Proppe, dann lässt das auf viel Gutes hoffen. Dem ersten mir bekannten 90 Punkte Riesling von Saale-Unstrut  und seinem Macher Andrè Gussek einen herzlichen Glückwunsch.

 Tags: Gussek, Riesling Steinmeister



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