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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 22.01.2016 um 19:44 Uhr | 0 Kommentare

Naturweine, ein Widerspruch in sich!

Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern, aber wenn ich denn schon danach gefragt werde, was ich davon halte, dann will ich das weinigstens beantworten. Gar nichts, ist die Antwort. Das wiederum kann man allein so nicht stehen lassen und schon bin ich mitten drin. Naturwein an sich gibt es nicht. Von daher ist die Wortwahl definitiv irreführend. Wein ist und bleibt ein Produkt der Zivilisation, denn die Rebe hat nicht das Ziel zu Wein zu werden. Ihr Ziel ist die Fortpflanzung. Diesen Urtrieb macht sich der Mensch zu nutze. Die Reben werden kultiviert, Rebgärten anlegt und gepflegt. Es ist der gleiche Vorgang wie bei Weizen oder Mais.  Die Früchte der Rebe, ihre Trauben, werden auspresst, der gewonnene Most wird vergoren und als Wein in Flaschen gefüllt. Ja ich weiß, das klingt trivial, aber so ist es nunmal. Im Keller greift der Mensch ebenfalls ein, um aus dem Most Wein zu machen. Da ändert sich nichts dran, auch wenn das die Heerscharen der unsäglichen Spinner und Weintrend jagende Metropolenbewohner Berlins, so nicht wahrhaben wollen.
Nehmen wir den europäischen Weinbau, von den Naturreben ist nichts mehr übrig, da der gesamte Weinbau des old Europe auf reblausresistenten Stecklingen aus Amerika basiert. Und wer will bitte behaupten, dass das die Rebe allein gemacht hat. Unzählige neue Rebsorten sind durch das Eingreifen des Menschen entstanden. Auch diese Reben, so kann man beobachten, werden für den so genannten Naturwein verwendet.   
Eine Definition was Naturwein denn nun sein soll gibt es auch, aber die ist so schwammig, das es nicht lohnt, sie weiter unter die Lupe zu nehmen. Viele der dort geforderten Bestimmungen können sein, müssen aber nicht. Nur in der Hardcore Variante soll der Winzer auf Schwefeln verzichten und den Wein in Betoneiern oder Amphoren in der Erde vergraben. Was in den meisten Fällen herauskommt ist ungenießbare Brühe. Und da "Naturwein" noch nicht avantgardistisch genug ist, verwendet die Fanbrigade die Bezeichnung Orange Wines. Der kann aber auch weiß sein, völlig Wurst. Für mich ist diese ganze Bewegung nicht im Geringsten fortschrittlich sondern genau das Gegenteil. Der Weinyuppie feiert sich, hält sich für hip und  für die Avantgarde. Dabei ist er doch nur einer kleingeistigen Posse zum Opfer gefallen. Zugeben kann man das nicht. Denn die meisten dieser Weine sind oxydativ und schmecken wie alte Bohnensuppe. Fehltöne sind der Urknall. So muss Wein sein. Was ist das nur für ein Blödsinn? 

Warum Wein und nicht Auto? 
 

Tja das ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann in unserer Überfluß- und Überdrussgesellschaft der nächste Hype losgetreten wird und vermutlich die gleichen Personen dann den Teslaroadster als Naturauto feiern. Oder war das schon?   
Der Wein ist dran, weil er das Getränk der Zeit ist. Das Auto muss noch warten. Können Sie sich noch an die Molekularküche erinnenern?  Oder nehmen Sie mal die Musik ein Trend jagt den nächsten. Die Nachkommen von Madonna kann man schon gar nicht mehr zählen und an Sie erinnern? Wie hieß die noch mal? Man vergißt es, weil es Leute sind die einfach nichts zu sagen haben. Aber Mozart, Bach, Dylan und die Beatles sind immer da.
Bisher ist Wein ohne Spinner im großen Maße ausgekommen. Der Winzer machte Wein, der sollte schmecken und sauber sein. Das reicht den selbsternannten, dogmatischen und ins esoterische abgleitenden Erneuerern der Weinkultur nicht. Sie halten sich für  provokannt, lutschen ihr Thema Orange Wines den ganzen Tag aus, und sind doch angepasster als Sie und ich.  

Rainer Albert Huppenbauer
   
           
Tags: Naturwein, Orange Wines
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 31.01.2016 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Naturwein - der Schluß

Im Grunde ist es so, dass das Motto: "Jeder nach seinem Gusto oder seiner Fasson" auch auf Orange Wines zutrifft. Und nur damit ich nicht falsch verstanden werde, möchte ich klarstellen, dass mir egal ist, was der Einzelne so in sich reinschüttet. Das ist und bleibt jendem seine Sache.  Wenn aber wie aus dem Nichts, ein selbsternannter avantgardistischer Mob keinen Zweifel daran lässt, dass "Narurwein" oder "Orange Wines" das Einzige ist, was eine Daseinsberechtigung besitzt, sollte man sich zu Wort melden.
Ich habe nichts gegen folgende Dinge: Spontane Vergärung mit Reb- und kellereignen Hefestämmen, biologischen Weinanbau ohne den Einsatz von künstlichem Dünger und Pestizieden, unfiltrierte Weine, Weinausbau in Tongefäßen, ich bin für möglichst wenige Fremdeinflüsse (Zucker, Schwefel, Gelantine usw.), ich mag Winzer in Holzpantoffeln. Ich trinke gern gealterte Weine.
Was ich nicht mag sind Weine oder weinähnliche Getränke, die aus nur einem einzigen Grund gemacht werden, eine Zielgruppe zu bedienen. Im Fall von "Naturweinen" sind es Menschen die nicht tollerieren, das man diese Art von Wein eventuell nicht mag. Gegen das Produkt an sich, wenn auch der Name falsch gewählt ist, denn "Naturwein" gibt es nicht, habe ich nichts. Das ist jedem seine Sache. Das Erstaunliche an diesem derzeitigen Hype ist, dass er plötzlich in aller Munde ist. Gegeben hat es diese Art Wein zu bereiten schon immer. Jetzt aber hat es den Handel und damit die Gelddruckmaschine erreicht. Die Presse, Veranstalter von Weinmessen, große und kleine Weinhändler springen auf den fahrenden Zug auf und lassen uns wissen, was Sache ist. Manfred Klimek, wer hätte das gedacht, zunächst dagegen, dann aber doch bei ausgewählten Erzeugern dafür, lässt uns wissen, was wir trinken sollen: "Wenn schon, dann nehmen Sie doch den". Ein Schelm wer dabei daran denkt, dass das ohne Knete abgeht.
Irgendwann ist das wieder vorbei, jeder der wollte hat seinen Schnitt gemacht. Orange Wines wird es auch in zwanzig Jahren noch geben, darüber berichten wird wohl niemand mehr. Es wird so sein, wie es vor zehn Jahren war, ein experimentierfreudiger Winzer hat einen Wein ohne, oder mit nur geringen Eingriffen, in Flaschen gefüllt. Interessant, oder? Denken Sie jetzt auch an den Reissack in China.

Rainer Albert Huppenbauer   
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.09.2018 um 11:27 Uhr | 0 Kommentare

Die Weinwelt in diesen Tagen

Jeden Tag erreicht uns eine Flut von Meldungen über alle möglichen Ereignisse in der Welt.
Jeder verantwortliche Politiker rund um den Globus, jetzt sogar Horst Seehofer, twittert seine Meinung in die Welt hinaus, um sie vier Tage später richtig zu stellen. In der Weinbranche geht es in diesem Punkt deutlich gesitteter zu. Wenige Skandale, viele nüchterne, gute Meldungen über Menschen und Wein.
Ich habe mir gedacht, dass ich ab sofort, einmal pro Woche die wichtigsten Meldungen die mich über verschiedenste Quellen erreichen zusammenfasse und diese für sie aufschreibe. Natürlich auch mit der einen oder anderen Wertung.

Die Lese 2018
Die beste Meldung die ich in dieser Woche erhielt, kam von Reinhard Löwenstein. Kurz und knapp: Am Mittwoch (19.09.18) fangen wir an mit lesen. Es sieht sehr gut aus.
Auch an der Mosel war es sehr trocken, dennoch nicht so trocken wie in Mitteldeutschland. Aber die letzten Wochen haben hier wie dort erstaunliches hervorgebracht. Eine Lese die es vermutlich so noch nicht gab. Der überwiegende Teil der Trauben in deutschen Landen ist derart gesund, dass die zu erwartenden Ausfälle durch die Trockenheit kompensiert werden.
Es gibt defacto keine faulen Trauben. Dies legt sich auf die Qualität und die Menge, da nichts aussortiert werden muss. Auch aus anderen Ländern in denen vor zwei Monaten noch deutlich Zurückhaltung angesagt war scheint sich alles zu relativieren. Erstmals hat zum Beispiel Apulien in der Erntemenge Venetien den Rang abgelaufen. Nur aus Apulien wurden elf Mio.
Hektoliter Wein gemeldet. Die Primotivo Fangemeinde wird es freuen, nicht nur der Qualität wegen.
Geringere Lesemengen, im Vergleich zu den Vorjahren, gab es nur in Südafrika und Australien.

Familie Moueix verkauft Anteile von Petrus:
Aus Frankreich wird derweil auch ein Rekord vermeldet. Das ca. elf Hektar große Weingut Château Petrus hat einen neuen Mitinhaber. Die Besitzerfamilie Moueix hat zwanzig Prozent der Anteile an einen südamerikanischen Investor für stolze zweihundert Millionen Euro verkauft. Da das Unternehmen Petrus rund eine Milliarde Euro wert ist, entspricht das einem Hektarpreis von rund achtundachtzig Millionen Euro.

Das Winzerfest an Saale-Unstrut:
Aber weg von den Superlativen, zurück an die Saale. In der letzten Woche fand in Freyburg das traditionelle Winzerfest statt. Eine neue Weinkönigin wurde gekrönt und ein wenig Licht, durch die in diesem Jahr teils gewollten, teils nicht so gewollten personellen Veränderungen im Weinbauverband, ist am Ende des Tunnels zu sehen. Und wenn man es in diesem Gremium (Weinbauverband) schafft, das Winzerfest wieder Winzerfest werden zu lassen, dann ist doch schon viel erreicht.
Ich frage mich, was macht ein Boxer in einem Winzerumzug? Irgendwie passt Wein und Boxer nicht so richtig zusammen. Das ist Klamauk, bestenfalls Karnevalsniveau. Dafür fehlten die Winzer fast vollständig im Umzug. Ein neues Konzept muss her, weg vom allgemeinen Volksfest hin zum vinophilen Ereignis das Menschen den Saale-Unstrut-Wein näher bringt. Ein bisschen Volksfest ist ja nicht schlecht, aber nur Volksfest mit Weinbegleitung ist nicht gut für das Image. Und eventuell machen ja dann auch die verlorenen Söhne (Weingüter), die das Fest in großer Zahl meiden, wieder mit.  
Rainer Huppenbauer

P.S.Bitte beachten Sie, dass wenn Sie einen Kommentar verfassen, dass dieser anonym nicht veröffentlicht wird. Völlig gleichgültig wie er geschrieben ist (pro oder contra). Wenn man eine Meinung hat, sollte man auch dazu stehen.
Tags: Château Petrus, Heymann Löwenstein, Freyburger Winzerfest
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.09.2018 um 17:15 Uhr | 0 Kommentare

Nun geht er auch noch unter die Dichter… Denker wäre besser!

Offensichtlich angefressen sollte man nicht über Wein schreiben. Der bedeutendste schreibende Fußballer aller Zeiten hat ein Problem. Er hält den einen oder anderen Winzer der „Breitengradler 51“ für einen elitären Spinner. Wirft Elitedenken in den Raum, vergisst Gusseks Grauburgunder und entwickelt Superlative wie Monument, um es wieder gut zu machen. Er bestimmt wie ein Traminer und Wein überhaupt zu schmecken hat, ein Chardonnay den er gern kaufen würde ist in den falschen Händen, und schon wird ein vom Holz erschlagener Garagenwein das Non plus Ultra.  Nun weiß man nicht in welchem Zustand so eine journalistische Kostbarkeit verfasst worden ist. Eventuell sollte so ein Zeitungsverlag (Naumburger Tageblatt)  mal Pustefixgebläse der Polizei austeilen, um der Sache auf den Grund zu gehen.  
Woher der ganze Frust kommt ist leicht erklärt, er darf nicht mitmachen bei der Auswahl. Also beschränkt er sich auf`s Motzen, möglichst so: Lobt, wo nichts zu loben ist, so dass keiner merkt wie angefressen er ist. Man will ja auch im nächsten Jahr wieder angebrochene Flaschen in das Auto laden und auf der Gästeliste stehen. Das der Beitrag über die Breitengradveranstaltung in  Pforte dann auch mehr von den Winzern bestimmt wird, die als Gäste eingeladen waren (über zwei Drittel des Beitrages) deutet darauf hin, das erkennen nicht nur Therapeuten: Hier fühlt sich einer unverstanden. Tja!
Hier der Artikel
Rainer Albert Huppenbauer

P.S. Für alle die einen Kommentar verfassen wollen, den Namen nenen und eine Mailadresse und schon seid ihr dabei.   Einträge mit rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen, wie gestern empfangen, sind allerdings ausgeschlossen. Einfache Regel, oder? 
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 01.09.2018 um 14:54 Uhr | 0 Kommentare

Griechischer Wein aus Sachsen?

Als Udo Jürgens dereinst vom griechischen Wein sang, war der „Junginvestor“ Hans Albrecht Zieger noch gar nicht geboren. Schade eigentlich, denn das Lied enthält einige Aspekte, die auch auf jr. Zieger zutreffen könnten:

Sie sagten sich immer wieder
Irgendwann geht es zurück
Und das Ersparte genügt zu
Hause für ein kleines Glück
Und bald denkt keiner mehr daran
Wie es hier war.*

Na klar ist das weit hergeholt, aber wenn ein Vater in einem von der Sächsischen Zeitung veröffentlichten Interview seinen Sohn als Investor bezeichnet, der nun, so meine Auslegung, den von Skandalen gebeutelten sächsischen Weinbau retten soll, gibt es unter irgendeinem Hut beträchtliche Defizite.
Aber zum Thema des Interviews mit Zieger Senior.
Wenn man es liest und genauer betrachtet, hat man hinterher mehr Fragen als vor der Lektüre. Zieger vermeidet es zum Beispiel Namen und Funktionen zu nennen. Die Namen die genannt werden, der seines Sohnes und der von Jörg Erdmann werden in einem Kontext benutzt, der den Leser auf eine falsche Fährte lenkt.
Ein Beispiel: Natürlich hat Jörg Erdmann Weinbau und Önologie studiert und in den beiden Staatsweingütern von Sachsen und Sachsen Anhalt (Kloster Pforta, Wackerbarth) gearbeitet.
Der Hacken ist nur, seine Tätigkeiten in beiden Weingütern fanden niemals im Weinkeller statt. Sein Arbeitsplatz war doch eher das Büro.
Nun ist er Kellermeister eines Betriebes mit 35 Hektar Rebfläche. Mit Verlaub, das ist für einen Mann mit Null Kellererfahrung eine ziemliche Herausforderung. Ich gehöre nicht zu denen, die da scherzhaft bemerken: „Der hat nur deshalb nicht im Keller gearbeitet, weil er eine Kartoffel nicht von einer Weintraube unterscheiden kann.“ Dass er aus Sachsen stammt hat Zieger Senior nicht erwähnt. Jeder der jedoch den Artikel in der SZ liest glaubt, oh ein Mann mit großer Erfahrung. Und so kann man davon ausgehen, dass Zieger jr. da wohl eingreifen wird, denn der hat Erfahrung mit derlei Größenordnungen. Ob das nun wieder mit seiner Arbeit als Geschäftsführer der Freyburger Winzervereinigung vereinbar ist, muss der Aufsichtsrat selbiger beurteilen. Und da liegt der Hase bereits das zweite Mal im Pfeffer.
Der Aufsichtsratsvorsitzende ist der im Interview nicht namentlich erwähnte Rechtsanwalt aus Halle. Der heißt Silbersack und hält genau wie Zieger 33,333 % Anteile an der Meissner Weinbaugesellschaft. Er ist also genau wie der, den er eigentlich beaufsichtigen soll, im gleichen Boot. Da es in der Absatzsituation auch noch ein Interessenkonflikt ist, der die Winzervereinigung in Freyburg benachteiligen könnte, kann man sich den Aufsichtsrat der Freyburger Winzervereinigung eigentlich klemmen. Er ist wohl oder übel befangen. Denn pfeift er seinen Geschäftsführer zurück, schadet er sich privat. Eigentlich ist aus dieser Konstellation nur ein Rücktritt einer der beiden Seiten (Geschäftsführer oder Aufsichtsratsvorsitzender) die Lösung.
Tritt Zieger jr. zurück, würde der Text von Udo Jürgens wieder stimmen.
Der dritte im Bunde mit gleichen Anteil hat bereits gewechselt, im Artikel der SZ als Geschäftsmann aus Halle bezeichnet. Der Mitgründer der Gesellschaft heißt Scharr und ist als Unternehmensberater mit Scharr & Collegen in Leipzig ansässig. Zu den von Herrn Scharr beratenen Unternehmen gehören sowohl die Winzervereinigung in Freyburg als auch die Unternehmen von Georg Prinz zur Lippe, besser bekannt als Schloss Proschwitz.

(Bei Herrn Scharr handelt es sich um einen Mitgründer und vermutlich ehemaligen Geschäftsführer der Weinbaugesellschaft Meißen, am 10.08.2018 verkaufte Herr Scharr seine Geschäftsanteile an Herrn Thomas Göhler aus Halle. Dieser verdient sein Geld mit  komplett anderen Geschäften. Ich erwähne das, weil im Interview gefragt wird, warum ein Investor schon wieder ausgeschieden ist. Die Antwort ist nichtssagend (persönliche Gründe). Da in genau dieser Zeit, wie wenig später bekannt  wurde, die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Siegfried Boy bereits im Raum standen und diese seine Entlassung als Vorstand der Gleinaer AG bewirkten, Herr Scharr nicht für voreilige Schnellschüsse bekannt ist, sondern als wohlüberlegender seriöser Geschäftsmann, gehe ich davon aus, dass sich Scharr distanziert hat, um seinen Ruf nicht zu schädigen.  Nicht bekannt ist, ob Siegfried Boy geschäftlich involviert ist. Ich gehe davon aus, das Boy als stiller Gesellschafter,  Bürge oder sogar als Finanzierer fungiert. Natürlich ist dies nur meine persönliche Meinung und die ist im Moment noch nicht belegbar. Sie kann aber auch falsch sein.)


Der Kursiv und in Klammern gesetzte Teil ist bezüglich der Handlungsgründe von Herrn Scharr und der Funktion von Herrn Boy rein spekulativ. Einzig die Vorwürfe gegen Boy und seine Entlassung als Vorstand der Gleinaer AG entsprechen den Tatsachen.

Irgendwie drängt sich mir aber bei der Betrachtung der handelnden Personen so ein Hirngespinst auf. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Da kann man nur hoffen, dass der Weinskandal von vor drei Jahren in Sachsen tatsächlich auf Schlamperei basiert.
Denn glaubt man den Aussagen einiger sächsischer Winzer, so öffnete dieser Skandal der neu geschaffenen Meissner Weinbaugesellschaft (ehemals Weindomäne Meißen GmbH) erst Tür und Tor. Da ich nicht unter die Verschwörungstheoretiker falle, glaube ich ganz fest daran, dass es Schlamperei, nicht Absicht war.
Weitere Teile des Interviews befassen sich dann mit dem Wein der gemacht werden soll. Es kommt die Philosophie der Betreiber zur Sprache. Zieger sen. erwähnt, dass mehrere Millionen in Technik investiert wurden und dass sechs Arbeitskräfte die 35 Hektar bewirtschaften sollen. Mal so unter uns, das ist ne richtige Aufgabe und so mancher Winzer mit 60% geringerer Rebfläche kann sich ein Scheibchen abschneiden. Sparen geht immer. Alles soll schlank bleiben, da wird auf jegliche Aktivität im Verkauf verzichtet. Wie das geht wurde nicht erwähnt. Es sei denn, man hat schon einen Abnehmer. Natürlich möchte man auch die sächsischen Winzer unterstützen, in dem man ihnen Trauben verkauft. Der Hauptteil der Trauben wird, so Zieger Senior, zu Qualitätswein in Zadel verarbeitet. Das Ziel ist es, so Reinhold Zieger, hohe Qualität zu günstigen Preisen zu verkaufen. Wie das geht hat er ebenfalls nicht erwähnt. Dass es nicht geht, weiß jeder. Natürlich ist Qualität reine Ansichts- und Geschmachssache. .
Also was hat man vor? Hier wird es dann ganz einfach, die Weine werden, auch das erwähnte Zieger, im Lebensmitteleinzelhandel gestreut. Meine Vermutung ist, die Firma Mack & Schühle wird der Distributor sein. Da wäre es ein Abwasch mit den Weinen der Winzervereinigung. Auch hier wird der überwiegende Teil der Weinproduktion von Mack & Schühle im LEH vertrieben.
Die Rechnung ist denkbar einfach. Aus 35 Hektar Rebanlagen darf man in Deutschland ca. 420.000 Flaschen a 0,75 Liter Deutschen Qualitätswein pro Jahr abfüllen. Jeder kann sich also selbst ausrechnen, was da unter dem Strich bleibt.

Bei einer Abgabe an den Distributor von drei Euro netto pro Flasche erzielt man 1.260.000,00 Euro netto Ertrag. Abzüglich der Kosten (inkl. Kapitaldienst) von geschätzten 750.000 Euro bliebe ein Rohertrag vor Steuer von rund 500.000 Euro im Jahr.
(Die verwendeten Zahlen sind lediglich Annahmen des Verfassers, da noch keine Zahlen vorliegen. Ich beziehe mich hierbei auf Aussagen und Zahlen anderer Winzer Sachsens über deren Ertrags- , Umsatz- und Gewinnkalkulationen.) 


Mag sein, dass es hier und da Abweichungen geben wird, Jahrgänge relatvierend wirken, es vor allem nicht sofort erreicht wird,  aber das erklärte Ziel ist es schon. Denn wir sprechen über Finazgeschäfte nicht über Weinbau. Der Weinbau ist nur das Mittel. Und da hat Herr Zieger Recht, je größer die Fläche und schlanker der Betrieb, desto größer ist der Gewinn. Wir haben es hier also nicht mit Weinbauern, sondern mit Finanzspekuklanten zu tun. (Ein normal arbeitender Weinbaubetrieb hätte bei der Größenordnung mindestens 20 Mitarbeiter.)  Die wichtigsten Voraussetzungen um Geld zu vermehren sind, und das bestätigt Zieger Senior, schlanke Personalkosten und Verzicht auf alles, was den Weintrinkern spaß macht. Hat man dann auch noch jemanden der diese 420.000 Flaschen kauft und in Deutschland verteilt, ist eigentlich der Segen perfekt. Ja klar, man muss und kann offensichtlich als Vater eines Finanzinvestors damit Leben, dass der dann erzeugte Wein das Mittagsprogramm von RTL 2, das Jungelcamp und wie sie alle heißen mit Erdnussflips und Jogginganzug zum Erlebnis macht.
Na dann Prost Familie Zieger!

Rainer Albert Huppenbauer

*Songtext von Griechischer Wein © BMG Rights Management

 Tags: Hans Albrecht Zieger, Reinhold Zieger, Freyburger Winzervereinigung



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