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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 07.04.2013 um 18:53 Uhr | 0 Kommentare

Philosophie und Wein

Oft, wenn ich Leute über Wein reden höre, fällt folgender Satz: "Das ist ja schließlich Geschmackssache  und subjektiv". Objektive Kriterien, also Gegebenheiten die nur schwer zu verändern sind, kommen in dieser Denke nicht vor. Im Prinzip soll mit Geschmachssache in Verbindung mit subjektiv suggeriert werden, Bewertungen von Wein sind ungültig, weil sie nicht objektiv sind. Die Tragik liegt im Detail. Es sind einfach zu viele Unwissende unterwegs, die der Meinunug sind, etwas von Wein zu verstehen. Meistens Journalisten oder wie im Falle von  DLG Preisen  Bauern. Objektive Fakten, zu denen auch ein ausgeprägter Geschmack zählt werden ausgeblendet. Es schmeckt, dann gibt es Gold, es schmeckt nicht so, dann gibt es Bronze. Jeder kriegt was ab. Trauben,  FFF, Großer deutscher Rieslingpreis in 6 Varianten mit 6 Siegern. Oft findet der Sieger des einen Preises, beim anderen Preis nicht mal Erwähnung. Was sagt also so ein Preis über die Qualität eines Winzers und seines Weines aus? Nichts. Es geht nur um Marketing und Verkauf. Es wird ein Klientel bedient, wie in der Strombranche.

Aber zurück zu objektiv und subjektiv. Was ist am Weingeschmack eigentlich objektiv? Nichts? Falsch! Wie wäre es mit den Bodenverhältnissen, dem Wetter, der Rebsorte, Kellertechnik, der Jahrgang, all das und vieles mehr sind objektive Kriterien zur Beurteilung von Weinen. Daran ist nichts subjektiv. Danach schmeckt der Wein.

Was nun folgt ist der Geschmack des Menschen. Ich habe erlebt, das Gastronomen einen trinkreifen Mouton Rothschild einfach nicht verstanden haben. "Schmeckt nicht. Da schmeckt ein einfacher Wein viel besser". Noch komplizierter wird es bei großen roten Burgundern. Wo liegt die Ursache dafür?  Im Grunde ist es ganz einfach. Unser Geschmack unterliegt Schwankungen und entwickelt sich ständig. Mal in diese, mal in die andere Richtung.  Die wichtigste Voraussetzung dafür, große Weine zu schätzen ist, sich zu öffnen.  Das ist wie mit Mozart und Dieter Bohlen, wie Reinhard Löwenstein mal formulierte.  Am besten wird es wohl klar, wenn man sich in die Kindheit und Jugend zurück denkt. Bohnenkaffee, Bier einfach nur bitter empfunden. Schmecken muß und kann man lernen, genau wie Lesen, Schreiben und Lieben. Am Anfang steht die Bereitschaft es auch zu wollen, sich zu öffnen ohne dabei den Preis zu betrachten.

Um es abzuschließen, Geschmack ist, das weiß ein jeder, subjektiv. Geht ein Tester eines Weins nur nach seinen subjektiven Empfindungen, dann sollte er das besser sein lassen. Da auch noch Lobbyarbeit und in den meisten Fällen persönliche Ressentiments eine große Rolle spielen, ist die von großen Verlagen vorgenommene Bewertungsarbeit im Grunde grober Unfug. Viele reden über Terroir  wie seiner Zeit Erich Honecker und Helmut Kohl über Perestroika. Beide haben es nie begriffen. Es ist daher so, dass die getroffenen Bewertungen, die meistens auf rein subjektiver Beurteilung entstehen, eigentlich nur Verkaufshilfen im besten Fall darstellen.

Meine Quintessenz: Eine Bewertung eines Weins ist immer auf objektive Umstände angewiesen. Dazu zählt auch der subjektive Geschmack weil es möglich ist, den Geschmack zu entwickeln. Sollte einer Lust verspühren dem nicht  zuzustimmen, würde ich mich auf eine Diskussion freuen.  
Tags: subjektiv, objektiv, Wein, Mouton Rothschild, Reinhard Löwenstein

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