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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 07.07.2012 um 20:51 Uhr | 0 Kommentare

Wein und seine Irrtümer

Man kann nicht genau sagen, warum es so viele Weinirrtümer gibt, Fakt ist aber, sie halten sich harnäckig und kommen in waren Flutwellen auf Händler und Gastronomen zu. Meiner Meinung nach entstehen diese Irrtümer dort, wo unwissende über Wein palavern, weil sie etwas verkaufen wollen. Und das sind genau die besonderen Exemplare der zuvor genannten Berufsgruppen. Natürlich, der überwiegende Teil der Händler und Gastronomen ist unschuldig und muss es ausbaden. Aber so ist es nun mal, ein klitze kleiner Gallenröhrling in einer Mahlzeit aus wunderbaren jungen Steinpilzen, macht das Essen einfach ungeneißbar. Da auch wir täglich mit Unmengen von Vorurteilen, Halbwahrheiten und Dummheiten aus allen Richtungen in Zusammenhang mit Wein konfrontiert werden, starten wir im Blog eine kleine Aufklärungsserie.

Unwarheit Nummer 1: 

Der Jahrgang entscheidet alles. Ich sage Ihnen, die Warheit und Unwarheit steckt hier im Detail. Man muß sich schon die Mühe machen und es einfach nur zu differenzieren. Ein bischen Dialektik hilft auch. Zunächst sei gesagt, der Jahrgang ist zunächst eine Zahl und die entscheidet sowieso nichts. Enscheidend ist, wie präsentierte sich das Jahr, wie war es mit Niederschlag und Sonnenstunden? Kam der Regen als er von den Reben gebraucht wurde, wann schien denn die Sonne im Winter und Frühjahr oder im Herbst? Diese und andere Faktoren bestimmen einen Jahrgang, sie sagen aber nichts über die Qualität eines Weines aus. Da ist nämlich noch der Winzer, der kann schon ein bischen nachhelfen. Sonne aus dem Sack heißt es da so schön, gemeint ist der Zuckersack und es ist sogar in den meisten Ländern erlaubt. Also, Sie merken schon unmengen von Faktoren, die zu beurteilen unglaublich komplex ist. Dann ist zu beachten, das es Gegenden auf unserer Erde gibt, die ein relativ konstantes Klima ohne bedeutende Schwankungen haben. Beispiele: Weine aus Mendoza in Argentinien ,  Süditalien oder aus Südspanien. Kaum Klimaschwankungen, Wüstenbedingungen mit wenig oder gar kein Regen, lassen Weine mit immer der gleichen Qualität zu, wenn der Winzer seine Sache ernst nimmt. Große Erzeuger mit der Möglichkeit auf verschiedene Lagen eines Gebietes zurück zu greifen, erzeugen meist konstanten gleich schmeckenden Wein, egal welcher Jahrgang. Dies trifft auch auf große Weine aus dem Bordeaux zu. Die Unterschiede  zeigen sich oftmals nur in der Lagerfähigkeit.

Wir beobachten, genau wie andere Händler auch, dass ein Jahrgang über den in der Fachpresse positiv gesprochen wird, wie zum Beispiel über den 2009 Bordeaux, dass diese Wahrheit auf alle Weine weltweit transferiert wird. Plötzlich wollen alle nur noch 2009, egal wo er herkommt und in welchen Mengen er produziert wird. Es ist doch vollkommen einleuchtend, dass ein Wein  der auf der ganzen Welt getrunken wird, nehmen wir mal Rothschild Weine von Torres oder Antinori, hier erwartet der geschätzte Weingenießer weltweit eigentlich immer höchste Qualität und er bekommt sie. Der Jahrgang spielt eigentlich nur bei den Topgewächsen eine Rolle und die sind eh sofort alle. Die Massenweine, die millionenfach abgefüllt und verkauft werden sind fast immer (99%) gleich. Sich hier auf einen Jahrgang fest zu legen, macht einfach keinen Sinn.  Wie nun damit umgehen. Wir trinken Wein in Punkto Jahrgang nach folgender Regel:

Jeder Tag Wein bis 8 €: bei Roten junge Weine  1-3 Jahre alt (Südfrankreich, Norditalien, Bordeaux AOC, La Mancha, Rioja, Apulien, Sardinien) bei Weißweinen jung, 1-2 Jahre alt (Deutschland, Süd Frankreich, Spanien am Meer, Portugal, Nord Italien, Umbrien, Apulien, Mallorca) . Bei Rosé mit ganz wenigen Ausnahmen so jung wie möglich, immer aktueller Jahrgang. Der Jahrgang dient nur als Orientierung.

Schon mal was Besonderes bis 20€ :  bei Roten  genußreife Weine  4-10 Jahre alt ( Riservas aus Spanien, Australien, Toskana, Sizilien, Piemont, Bordeaux Cru Bourgeois, Kalifornien)   Bei Weißweinen 2-6 Jahre alt (Burgund Ortsweine, Friaul, allgemein Weißweine die im Barrique ausgebaut werden)

Ich habe es in den Vorstand der Deutschen Bank geschafft, oder silberne Hochzeit, oder Wein für das Kind 2010 geboren,  wenn es Zwanzig wird, oder was Sie wollen. Natürlich auch eine schöne Erinnerung.
Jetzt spielt erstmals  die Zahl auf dem Etiket eine Rolle, 45 Mouton oder Petrus für den Bankvorstand. Für die Silberhochzeit: 87er Ornellaia aus der Doppelmagnum soll noch gut sein. Fürs Kind  käme je nach Brieftasche durchaus ein 2010 Bordeaux in Frage. Wir empfehlen da er ja 20 Jahre halten soll, Château Vieux Mazerat Saint Emilion Crand Cru, zwar auch über die Hundert, aber die Alternativen deutlich über 400 pro Flasche versteht sich.

Also, nochmals zum mitschreiben, Jahrgangsangaben sind hilfreich und im Zusammnehang mit einem hohen Preis noch hilfreicher. Wenn man einfach nur Wein trinken möchte, hat der Jahrgang eine beratende Funktion die uns sagt ob der Wein noch genießbar ist. Und da liegt der Hase im Pfeffer, woher soll ein Konsument das wissen. Bleibt nur einen zu fragen, der sich damit auskennt. Zum Beispiel uns.


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Rainer Albert Huppenbauer
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