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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 25.07.2012 um 12:40 Uhr | 0 Kommentare

Weinirrtümer, die Dritte, Weine aus dem Holzfass schmecken nach Holz

Die Frage die sich mir dabei immer stellt, warum sollte ein Winzer einen Wein in einem teuren Holzfass  ausbauen? Damit er danach nach Holz schmeckt? Allein hieran merkt man, dass es wohl nicht das Ziel eines Holzfassausbaus sein kann, den Konsumenten Holztöne zu verkaufen. Aber bitte schön, wie schmeckt denn Holz? Versuchen Sie es mal zu beschreiben. Sie werden feststellen, dass es sehr schwer  ist, es auf den Punkt zu bringen. Natürlich hat der Holzausbau eine Charakteristik besonders dann, wenn es sich um so genannte Barriques handelt.  Aber denken wir nur an früher, seit ca. 6000 Jahren trinken Menschen Wein, zunächst sicherlich, und das beweisen Funde aus der Antike, in Stein oder Tongefäßen. Noch heute, zum Beispiel in Spanien und Italien, werden Weine im Betontank ausgebaut. So zum Beispiel bei Morrisfarms in Massa Marittima. Der Holzausbau  im Mittelalter, hat bis heute in großen, bis zu 10000 Liter Fässern, Tradition. So werden unter anderem bei  Bindi Sergardi  oder bei Col D´Orcia die Weine nach dieser Tradition erzeugt. Erst im letzten Jahrhundert begann die Weinproduktion industrielle Züge anzunehmen. Edelstahl hält Einzug, weil es dem Winzer enorm die Arbeit erleichtert. Allerdings geht eben in diesem Prozeß ein Stück Weinbautradition verloren. Aber so ist es nun einmal. Um aber dennoch Weine mit traditionellen Charakter zu erzeugen, greifen viele Winzer, besonders bei Ihren Spitzenprodukten, zum Barrique. Diese Fässer kosten je nach Erzeugerland zwischen 300 und 600 €. Das Fass erfüllt im wesentlichen zwei Aufgaben: 1. Durch die Gerbstoffe der Eiche  erreicht der Wein Langlebikeit und da die Fässer ein wenig Luft an den Wein lassen, anders als im Edelstahl, entwickelt sich der Wein bereits im Fass. 2. Die dosierte Sauerstoffzufuhr im Barrique und vom Winzer gewünschte Rösttöne der Eiche, ermöglichen die Stärken der jeweiligen Traubensorten, etwa Cabernet Sauvignon oder Merlot  besser heraus zu arbeiten. Was schmeckt man also wenn man einen gut gemachten Wein aus dem Barrique trinkt, etwa einen Weißburgunder von Bernard Pawis, man schmeckt kein Holz, man fühlt es,  weil die ohnehin feinen Aromen dieser Traube noch stärker, ohne zu überpowern, wahrgenommen werden. Der Wein wird geschmeidig und cremig. Diesen Weinen, auch große Bordeaux, Burgunder, Weine aus dem Piemont, der Toskana oder aus  Übersee, sollte man Zeit geben. Es macht eben keinen Sinn, diese Weine, viele von Ihnen sind bessere Geldanlagen als Gold, zu jung zu trinken. Halber oder gar kein Genuß, stumpfe Zähne, so dass man Macky Messer raspeln kann. Aber wer will das schon, wenn man 50 oder mehr Euro hin geblättert hat? Und genau hier ist der Punkt, den viele Weinfreunde als Holzgeschmack empfinden. Schuld daran tragen auch viele Weine - vorallem schlecht gemachte Chardonnay - die den Eichenchips zur Vortäuschung des Barrigue zum Opfer vielen. Das sind Weine die alles haben, außer Klasse. Die Kunst des Winzers besteht darin, ausgewogene Weine zu erzeugen. In diesem Zusammenhang muss ich jetzt an eine Porschewerbung denken. Ein Carrera wird von einem Mittelklassewagen mit 161 km/h  und 4700 u/min überholt. Der Fahrer des Mittelklassewagens freut sich. Der Fahrer des Carrera fährt mit 2200 u/min 160 km/h, er freut sich auch.  


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