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Rainer Albert Huppenbauer, 07.12.2020 um 18:45 Uhr
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Ein Märchen und die Wahrheit über einen Wolf, Herr Balzereit ist von uns gegangen...

Leider zu früh geistig verstorben, Wolf-Dietrich Balzereit atmet nicht mehr!

(Teil 1, Ein Märchen über ein Tageblatt und seinen ehemals wichtigsten Streiter für Weingerechtigkeit.)

Da fragt man sich doch, wie konnte es geschehen. Der schwergewichtigste Geist in der Beurteilung von Weinen an Saale-Unstrut hat sich, so mir nichts dir nichts, aus dem Staube gemacht. Er ließ uns hier hängen mit unserem doch eher bescheidenen Wissen über Weinqualität. Ihm allein war es vergönnt, darüber Urteil zu sprechen. In wahrhaft preisverdächtigen literarischen Schöpfungen, mein Wortschatz reicht nicht aus, um es auch nur annähernd zu treffen, ließ er uns wissen, was Sache ist. Jedes Wort hatte Klang und Substanz, pointiert gesetzt, ließ seine Genialität in der Beschreibung von Wein, Landschaft und Weipolitik, uns alle zu Würmern werden. Wir sahen zu ihm auf, atmeten in seiner Nähe vor allem seine geistige Größe, der Rest seiner Düfte ließ uns kalt. Viel zu früh von uns gegangen, kritzelt nun ein unwissender Vertreter in seine angesehen Kolumne. Ein gewisser Frank Nowak hat sich aufgemacht, uns die Weisheit des Weines zu verkünden. Zu seiner Ehrrettung muss man gleichwohl sagen, dies geschah nicht ganz freiwillig. Es wird berichtet, als der Verlagsleiter und der Redaktionsleiter vom brutalen Ende des Weinkönigs Balzereit hörten und vor lauter Fassungslosigkeit über dessen geistiges Ableben, zwei Flaschen von einem aus der Pfalz zugewanderten Berggorilla tranken, endete dies mit großer Übelkeit.
Die aufkommende Übelkeit, des aus dem Jahre 2017 stammenden Grauburgunders war jedoch nicht dem Alkohol, sondern wohl mehr, dem damals in den Weinen des eingewanderten Höhlenbewohners vorherrschenden muffigen Geschmack, nach Zahnarztspülung zuzuschreiben.
Sei es wie es sei, in diesem Zustand liefen beide ziellos durch eine mitteldeutsche Weinmetropole und fanden schließlich jenen Nowak vor einem Discounterweinregal. Sofort wussten beide, ja das ist unser Mann. Und so dürfen wir, die Kleingeister, die wir balzereitsche Lyrik gewohnt waren, alle vier Wochen  die journalistischen Kostbarkeiten eines Herrn Nowak bewundern. Am Anfang seiner schreiberischen Karriere verfasste er so Sachen, die man schon wusste und man schaute nicht so genau hin. Nun aber diese Kolumne: „Fremde Trauben“.
Hier startet er den Versuch, in die ihm viel zu großen Balzereitschuhe zu schlüpfen.
Niemals  hätte Wölfchen, ja ich durfte als einer der wenigen seinen Kosenamen verwenden, auch nur einmal den Versuch unternommen die Winzerschaft gegeneinander auszuspielen. Dieser Nowak tut es. Vermutlich ist es eine Trotzreaktion, weil ihm niemand zuhört. Niemand, außer der Pfälzer Berggorilla. Und so wertet er die Handlungen von Winzern. Er redet nicht etwa über Qualität, hat den ein oder anderen Wein nicht einmal probiert und maßt sich bisweilen an, zu befinden, wer was machen darf. Das ihm dabei Fehler unterlaufen, ist bei seiner Sicht auf die Dinge wohl normal. Weinhaus Pawis z.B. gibt es in jedem Jahr. Immer ist alles korrekt bezeichnet.
Für mich ist das was Bernard Pawis mit seinem Weinhauslabel macht, konsequent. Jeder, es sei denn man ist auf irgendetwas neidisch oder komplett blind, kann es an den Etiketten erkennen und zwar auf der Vorderseite. Da steht dick und fett die Rebsorte darunter, „Deutscher Wein“ und Abfüller. Über Riesler kann man sicher streiten, aber nicht Urteil sprechen. Das ist die Sache des Winzers.
Was also bitte, lieber Herr Nowak, was ist daran nicht konsequent? Und was ist der Unterschied zu einem Fantasienamen. Oder macht die Wahl zum Fantasienamen etwa den moralisch besseren Winzer? Liest man Ihren Artikel könnte man es glauben. Letztlich ist es aber die Sache jedes Winzers selbst. Die Winzer nun gegeneinander auszuspielen und das Handeln der Winzer, die Trauben oder Most dazukaufen, in einem moralischen Kontext zu verankern ist nur dann erlaubt, wenn der  Winzer gegen Gesetze oder Anstand verstößt. Zum Beispiel, wenn er die gleichen Preise wie für seine eigenen, an Saale-Unstrut gewachsenen Weine fordern würde. Und genau das macht Bernard Pawis nicht. Der Unterschied ist nicht nur im anderen Etikett zu erkennen, sondern auch und zwar deutlich, im Preis spürbar. Wenn dann auch noch die Qualität stimmt, nicht alles entspricht meinem Geschmack, aber es sind blitz saubere Weine, die die Handschrift von Pawis tragen und damit in einem solchen Jahr wie 2020 eine Berechtigung haben. Andere Winzer zu benennen, die nicht den Weg gehen, oder gehen mussten wie Pawis, Hey, Zahn und viele andere, ist nicht legitim. Ihre Verluste sind vermutlich deutlich kleiner. Die Streuung war nicht gleichmäßig. Für mich, lieber Herr Nowak, ist das eine miese Nummer.
Nun wie gesagt, Herrn Balzereit (Wölfchen) wäre derlei stümperhafte Betrachtung niemals aus der Feder geflossen. Sein geistiges Ableben hinterlässt daher eine schmerzliche Lücke.
Den beiden Hauptverantwortlichen der Zeitung sei ans Herz gelegt, diese Lücke nicht mit Schreiberlingen zu schließen, die nicht über die nötige Sachkenntnis, dem Weine würdig  verfügen. Herr Nowak, soll doch Filme machen, das kann er ganz gut.
Ende des Märchens.

Teil 2 Die Wahrheit über Nowak und Balzereit.

Herr Noack ist Herr Balzereit, aber Herr Balzereit ist nicht Herr Nowak. Oder umgekehrt.
Herr Balzereit lebt, telefoniert und schreibt wie eh und je. Man sagt, sein Arbeitgeber, der MDR hätte Einwände gegen die Tätigkeit von Herrn Balzereit beim Tageblatt. Hier kommt nun Herr Nowak ins Spiel, der ist auch beim MDR, allerdings als freier Mitarbeiter, also selbstständig tätig. Der leiht Balzereit kurzer Hand seinen Namen für die Kolumne, die dann auch noch „Wahrheit im Wein“ postuliert.
Er tut das aus ritterlichem Grund, damit Herr Balzereit seinen Arbeitsplatz beim MDR nicht gefährdet, so sagt man. Ich kann das nicht beurteilen, kenne die Gründe nicht,  aber jeder der an Saale-Unstrut etwas mit Wein zu tun hat, lacht über die Posse. So wird sie wohl der Wahrheit entsprechen.  Ob das mit dem MDR stimmt, kann nur Herr Balzereit beantworten.
Warum das Tageblatt das mitmacht, wird wohl deren Geheimnis bleiben. Der angeschissene wäre in dem Fall der MDR. Und wer dann unter falschen Namen indirekt und zwischen den Zeilen kritisiert, dass Winzer an Saale-Unstrut „fremde Trauben“ verarbeiten, die das aber öffentlich und gesetzeskonform kommunizieren, der ist für mich ein medizinischer Fall. Das ist krank und nicht weit weg von Donald Trump und seiner Theorie vom Wahlbetrug. Es hat die gleichen kranken Wurzeln.

Das Beste zum Schluss!

Wenn jemand einen Kommentar schreiben möchte, dann wird dieser nur veröffentlicht, wenn eine nachprüfbare gültige Mailadresse und der bürgerliche Name des Besitzers der Adresse genannt werden. Der bürgerliche Name wird veröffentlicht. Die Mailadresse nicht und nach Überprüfung sofort gelöscht. Noch mal deutlicher: Etwa „wuffimaus 2006“ oder „Roberto 100 Tanzbein“ etc. sind keine bürgerlichen Namen. Ich weiß, das Internet ist anonymer Spielplatz für viele Gestörte, aber mein Internet, das ich zu verantworten habe, ist es eben anders. Das kann man gut finden, oder auch nicht.

Rainer Albert Huppenbauer, 
 

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