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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 04.05.2018 um 14:32 Uhr | 0 Kommentare

Gemeinsame Gebietsweinprobe Saale-Unstrut und Sachsen

Da kann man sagen was man will, die Kulisse der Rotkäppchen Sektkellerei macht etwas her. 
Aufgetafelt war der 2017er Jahrgang beider Anbaugebiete im Weißweinbereich, auch mit einigen „Ausbrechern“ älterer Jahrgänge. Bei den Rotweinen standen 2015 und 2016 auf den Tischen zur Probe bereit. Fangen wir mit dem Positivsten an, was diese Weinprobe mir bescherte:
Das in den letzten Jahren arg gebeutelte Weingut Herzer macht wieder Wein. Zumindest kann man das bei den eingestellten Weinen behaupten. Nicht nach meinem Geschmack, aber das ist ja subjektiv. Wichtig ist, dass die Fehler der letzten Jahre nicht wiederholt wurden.
Weiter ist positiv zu bemerken, dass der Jahrgang 2017 ein relativ geschlossenes Bild zeigt. Allerdings und das ist der Kritikpunkt daran, so richtige Saale-Unstrut-Weine gelangen den wenigsten Winzern. Man hat den Eindruck, dass die Winzerschaft, mit ganz wenigen Ausnahmen, dem Restzucker huldigt. Meine Damen und Herren Winzer, wenn ich norditalienische Weine oder Weine aus Südfrankreich trinken will, dann kaufe ich mir welche. Der Ehrgeiz mit Zucker zu Punkten, ist in dieser Region fehl am Platze. Und wenn ich schon mal dabei bin, Zucker sechs Gramm und Säure so ähnlich, lässt sich gut trinken, aber ich kann nicht jeden Tag Grillen. Diese Weine strengen mich zum Teil an.

Nun zu denen, die aus den oben genannten Rahmen herausfallen.
Ganz vorn in der Saale-Unstrut Stilistik ist Andre Gussek. Alle eingestellten Weine, so wie man sich das vorstellt. Trocken, mineralisch und feingliedrig. Herausragend der Freyburger Silvaner trocken aus einer kleinen Parzelle unterhalb der Neuenburg. Gleiches, außer die Lage; trifft auf seinen eingestellten Grauburgunder, den Riesling und Weißburgunder zu. Über die Rotweine muss man hier gar keine Worte verlieren. Höchstes Niveau.
Insgesamt die mit Abstand beste Kollektion.

Die Verfolger
Matthias Hey folgt mit einer überzeugenden Kollektion, bei der mir aus der 17er Reihe am besten der Weißburgunder Gutswein gefallen hat. Der Riesling Muschelkalk braucht noch Zeit wird sich aber entwickeln, der Blaue Zweigelt ist in der Tradition des schon ausverkauften Breitengrad 51 Weines der gleichen Rebsorte. "Knochen" trocken, stabiles seidiges Taningerüst mit viel Potential und großer Aromenvielfalt. Der Ausbau im Barrique ist gekonnt und stärkt den Wein. Der Wein wird in den nächsten zehn Jahren sein volles Potential entfalten. 
Kurz dahinter in der Spitzengruppe
Natürlich Lützkendorf, Pawis, Böhme & Töchter, Klaus Böhme, Zahn, Kloster Pforta mit sauberen Kollektionen deutlich über dem Durchschnitt. Allerdings mit kleinen Abstrichen, was den oben beschriebenen Eindruck betrifft.
Zwei kleine Ausreißer nach Oben dann zu guter letzt vom Weingut Frölich Hake. Natürlich kann man trefflich darüber streiten ob ein Riesling mit fast 14Vol % Alkohol opportun ist. Ich sage ja, wenn es Lagenweine sind. Diese beiden Weine vom Steinmeister und dem Edelacker haben ein saftiges Potential und mit Restzucker unter einem Gramm, sowie 8 Gramm Säure waren sie in meiner Wertung unter den zehn besten Weinen dieser Jungweinprobe. 

Das Hauptfeld wir aktiv vom Weingut Dr. Hage mit sehr ansprechenden Weinen dicht gefolgt vom Thüringer Weingut Bad Sulza angeführt. Im guten Mittelfeld auch Bobbe mit deutlichen Blick nach oben. Es folgen die Winzervereinigung, vor allem mit der Werkstück Linie, dann erst Thürkind und Deckert.  
Die Presse"konferenz":
Die Veranstaltung begann mit einer Pressekonferenz, in der niemand Fragen stellte, in der das Wort Qualität nicht einmal erwähnt wurde. Die Rede war von Liter (Millionen), Tonnen (auch wieder Millionen), Ertrag pro Hektar - als wären große Mengen das Beste, Regenwasser, Wetter und Huldigungen an den Weinbaupräsidenten bezogen auf sein fünfundzwanzig jähriges Jubiläum. Nun damit führt er in der Liste der großen Namen deutlich. Weder Kohl, noch Breschnew und sogar uns Erich (DDR) waren länger am Ruder. Man darf gespannt sein ob es Erdogan schafft, unseren Präsidenten zu überholen. Na dann auch von mir herzlichen Glückwunsch Herr Boy. Der beste Satz kam dann auch vom Weinbaupräsidenten Siegfried Boy, den er an die anwesenden sächsischen Gäste richtete: „Bei mir rennen sie Türen und Tore ein“.  Er vergaß das Wort offene.
Und er meinte damit (persönliche Auslegung von mir), schließt Euch „uns“ an, wir sind einmarschiert, um Eure Probleme zu lösen? Oder, macht ruhig so weiter - ihr werdet schon sehen. Das er dabei etwas mitleidig auf den Weinbaupäsidenten aus Sachsen herunterschate, hat außer mir niemand bemerkt. Die Pressekonferenz erinnerte mich dann auch im Großen und Ganzen an Pressekonferenzen des SED Politbüros. Es gab nicht viele und nur eine einzig wirklich gute und die basierte auf dem Schabowski Irrtum.

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.03.2018 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Der Jahrgang 2017 Rieslinge vom feinsten!

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, bei dem eine oder anderen Winzer, mal in den Keller zuschauen und zu probieren was auf uns da zukommt. Zu den Winzern die noch keine 2017er Weine gefüllt haben, gehören André Gussek und Matthias Hey. Fangen wir bei Letzterem an.
Es wird vermutlich drei trockene Rieslinge und zwei „Süße“, vermutlich eine Trockenbeerenauslese 2017 und Auslese 2017 geben. Die trockenen Rieslinge wieder als Muschelkalk vom Steinmeister und Buntsandstein aus dem Blütengrund. Beide Weine im Ortsweinsegment mit dem grauem Etikett. Dazu ein Riesling Lagenwein, der derzeit im Holz seiner Reifung entgegen geht. Hier ist nicht auszuschließen, dass der Wein als Breitengrad 51 „kandidieren“ wird. Einen Riesling mit grünem Etikett, also Gutswein wird es vermutlich nicht geben. Zu den Weinen selbst, Riesling Muschelkalk: Der Wein, ein typischer Steinmeister mit Würze und salzigem Extrakt, deutliche Grapefruit und grandiose Mineralität. Ein echter Charakterkopf. Ich denke langlebig, es lohnt sich ein paar Flaschen einzubunkern. Der Riesling Buntsandstein:  Wie immer geschmeidiger als sein Bruder, aber auch der mit verblüffender Mineralität. Geschmacklich viel Zitrus am Gaumen, etwas in Richtung Blutorange, im Abgang dann auch wie beim Muschelkalk eine angenehm frische, leicht bittere Grapefruitnote.
Der Riesling Steinmeister, ein verblüffender Charakter. Mineralität pur, salzige Fruchtaromen, die eher an Schiefer als an Muschelkalk erinnern. Das wird noch spannend. Der Wein, so würde ich ein Bild setzen, ist jetzt in seiner „vorpupertären“ Phase. Man sieht schon die Richtung, aber da wird noch eine Menge passieren. 
André Gussek ist nun auch nicht dafür bekannt besonders schnell zu sein. Das ist auch gut so.
Im Zeitalter von „wie kann ich meinem Schatten entkommen und wir telefonieren“ ist es beruhigend zu wissen, dass es auch anders geht. Die von mir probierten Rieslinge haben es in sich. Die Stilistik von Gussek ist immer anders als die von Matthias Hey. Und doch irgendwie ähnlich. Im Vergleich zu Matthias Hey sind Gusseks Rieslinge 2017 geschmacklich derzeit ohne Humor, Riesling pur. Alles was der „Volksgaumen“ an Riesling nicht schätzt, ist hier zu finden. Puristisch, kompromisslos Riesling. Ich wusste nicht, dass das hier an Saale-Unstrut geht. Der geplante Gutswein kommt aus Kaatschen vom Dachsberg vorderer Teil (nicht terrassiert). Druckvoll, gelbe Fruchtaromatik, die von Grapefruit abgerundet wird. Druck auf der Zunge und am Gaumen, aber doch weich. Der Riesling vom Göttersitz von noch relativ jungen Reben mit viel Extrakt und sehr stoffig.
Voller Mund, etwas Ananas leicht karamellisiert. Ich habe den Riesling nicht ganz so mineralisch empfunden wie die beiden Kaatschener Weine. Aber das ist relativ.
Der dritte im Bunde, Riesling vom Kaatschener Dachsberg, terrassierte Teil. Wieder komplett anders. Gleich zu Beginn baut der Wein viel Spannung auf, wirkt enorm intensiv und viel puristischer als die anderen beiden. Komplex mit viel Fruchtextrakt, etwas salzige Mineralität und sich langsam entwickelnder Frucht. In Blindverkostung (Mittelrhein oder Terrassenmosel), es wird spannend wie sich der Wein entwickelt. Der Riesling Steinmeister wurde mir "vorenthalten". 
In den nächsten Tagen beginnen nun die ersten Jungweinproben. Ich werde mich in diesem Jahr auf die Rieslinge und Weißburgunder sowie auf die 2016er Rotweine konzentrieren. Sie dürfen gespannt sein. 
Wann es die Rieslinge geben wird steht noch ein bisschen in den Sternen, Matthias Hey und Andre Gussek wollen es ausreizen und die Gunst der Stunde nutzen. Na denn, Vorfreude ist, so der Volksmund, die schönste Freude.
 
Rainer Albert HuppenbauerTags: Weingut Hey, Riesling 2017, Gussek Rieslingjahrgang
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 20.07.2017 um 13:11 Uhr | 1 Kommentar

Breitengrad 51, die Weine sind gekürt!

Die Winzer des Vereins haben unter Beteiligung von fünf Gastjuroren ihre Spitzenweine gekürt. Mit dabei auch die beiden „NEUZUGÄNGE“ Andre Zahn und Wolfram Proppe der beiden gleichnamigen Weingüter, wenngleich in diesem Jahr noch nicht mit Weinen, die zu bewerten waren, dabei .


v.li.n.re.: Volker Frölich, Jochen Hinderer (Born) Andre Gussek, Christoph Lindner (LWG), Matthias Hey,
Wolfram Proppe, Andre Zahn,

Was herauskam ist ein in vielen Teilen überraschendes Ergebnis und zeigt, dass jung gefüllte Weine selbst die Winzer die sie eingestellt und „gemacht“ hatten, vor das Problem stellten, ihren eigenen Wein zu erkennen. Und ich muss zugeben, so anstrengend wie in diesem Jahr, war es noch nie. Aber die Kehrseite: Ich habe viel dazu gelernt.
Das lag zum einen an der Kürze der Zeit in der die 24 Weine, inklusive Piraten (Weine die nicht von den Winzern des Vereins stammen) zu probieren waren. Alles wie immer in Blindprobe, bei der die Weine in neutrale Flaschen gefüllt, nur mit einer Nummer versehen wurden. Da ich selbst Mitglied der „Jury“ bin, erlaube ich mir die nun folgende Anmerkung:
Das wichtigste Ergebnis ist, dass es eine handvoll Weine auf Anhieb geschafft haben, zwei weitere nach kontroverser Diskussion, das begerhrte Siegel tragen zu dürfen. Wie viele und welche davon nun am 12.08.2017 in Pforte präsentiert werden, ist den Winzern überlassen. Eines möchte ich schon verraten, zwei glatte Durchläufer (prämierte Weine) bei Weiß- und Rotwein diesmal nur vom Weingut Böhme & Töchter aus Gleina. 


 
Ich hatte den Eindruck, dass sich dieser wichtige Tag für die teilnehmenden Winzer zwischen Tür und Angel abspielte. „In einer Stunde müssen wir mit der Probe durch sein“ so die Aufgabenstellung.  Dann die Auswertung und eine Auflösung der „Versammlung“ mit Schallgeschwindigkeit, so dass man Annehmen musste, der eine oder andere hatte Angst, dass Donald Trump Hand in Hand mit Angela Merkel in Roßbach auftaucht. Und das will nun wirklich keiner sehen, außer Putin eventuell, aber der kam auch nicht.  
Und so bot mir Volker Frölich eine Havanna Zigarre an, wir tranken den ein oder anderen wirklich guten Wein und genossen den milden Abend in Roßbach. 
Schade dass sich niemand mehr Zeit nimmt, mal was in Ruhe zu machen. Das war auch an diesem Abend sehr auffallend.
Zu den Weinen ist zu sagen, dass das vorgelegte Niveau dem Anspruch gerecht wurde. Eine Überraschung für mich war ein Wein der von Wolfgang Proppe vorgelegt wurde. Eine Cuvée aus Chardonnay und Pinot Blanc, der, geht es nach der Satzung des Vereins, wohl kein Breitengradwein werden kann, da Chardonnay vom Verein als nicht gebietstypisch eingestuft wird. Man sollte aus meiner Sicht darüber und über den Bewertungsmodus mal reden. Es geht nur schwanger oder nicht schwanger, ein bisschen schwanger, so sagt der Volksmund, gibt es nicht.
Nun gut der Rede, freuen wir uns auf die Präsentation am 12.08.2017 in Pforte, die neben den prämierten Weinen einiges bereit hält. Unter anderem die erstmalige Einbindung der neuen Vereinsmitglieder. Die Palette ist breiter, die Schlacht offen. 
 
Rainer Albert Huppenbauer, Juli 2017 
Tags: Breitengrad 51,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 04.02.2017 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Tasting - Das Fazit

Das erste Weintasting ist Geschichte und eine interessante dazu!
Dass ich mit Zweigelt und Spätburgunder begonnen habe ist dem Umstand geschuldet, dass ich es leid bin erklären zu müssen, dass es an Saale-Unstrut gute Rotweine gibt.
Um es vorweg zu nehmen, es gibt welche, allerdings und das ist die Einschränkung, nicht viele. Die guten Weine konzentrieren sich bei den üblich Verdächtigen und die, sagen wir es mal lieb, nicht so guten auch. Das Dumme daran ist, die nicht so guten sind auf Grund ihrer Menge in der Wahrnehmung der Republik durch die Vertriebswege der Winzervereinigung im Lebensmittel-einzelhandel (LEH) zu finden. Das prägt das Urteil.

Zur Veranstaltung: Dafür dass es so etwas noch nicht gab, war das Interesse recht groß. In einer Region mit „breiten Hintern“ – sinnbildlich, vom sitzen auf dem eigenen Sofa verursacht und der Freude auf große Massenveranstaltungen, die nicht für klaustrophobische Menschen gedacht sind, habe ich mich in aller Bescheidenheit über die Resonanz gefreut. Vertreten war ein breit gefächertes Publikum vom überraschten Laien bis hin zu vinophilen Giganten. Was herauskam war ein Bild, das ich wie folgt beschreiben möchte:
 
Blauer Zweigelt  
 
Neun Weine von Saale-Unstrut, ein Wein aus Württemberg, sechs Weine aus Österreich waren am Start. Es wurde deutlich, dass der von Karl Haidle vorgelegte Zweigelt aus Württemberg eine Sonderstellung besitzt. Nicht umsonst wurde der Wein mit dem deutschen Rotweinpreis geehrt.
Ich bezeichne den Haidle mal für Blauen Zweigelt als das Ziel eines jeden, der mit dieser Rebe  arbeitet. Anwesende gestandene Winzer sahen das auch so. Dann zwei  Weine bei denen die Meinungen ebenfalls fast einhellig waren:
Gussek 2013, Breitengrad 51 und Hey 2013, Breitengrad 51. In der Diskussion dann die Weine von Kloster Pforta BG 51, Born, Zahn, Kracher (ÖST), Topf (ÖST) und Glatzer (ÖST) mit jeweils gleichem Jahrgang 2013 und 24 Monate Barriqueausbau. Das Pendel schlug sehr breit aus, jeder Wein hat seine Berechtigung, so die Meinungen, es war halt Geschmackssache. Bei den jüngeren Jahrgängen 2014 und 2015 auch eine deutlich Sprache, viel rundes, kein Ausfall. Weine die Spaß machen und jung am besten sind von Hillinger(ÖST) 2015, Domäne Wachau (ÖST), Zahn 2015, Pawis 2015, Böhme&Töchter 2015.
Dann folgten Bründelmayer (ÖST) 2014 und die Freyburger Winzervereinigung mit einem 2015er aus Weimar. Den letzten beiden merkte man an, dass es viel Wein werden sollte. Die letzten beiden sind, um mit dem seeligen Opa Born zu sprechen, so genannte Klingelweine. Man stellt sie auf den Tisch, wenn es klingelt und man nicht weiß wer vor der Tür steht. Die guten Weine trinkt man allein.
 
Spätburgunder
Auf dem Tisch standen zwanzig Weine die zum Teil auf einem Niveau waren, dass man so in dieser Vielfalt vermutlich nur ein oder zweimal im Leben geboten bekommt. Es zeigte sich, wie differenziert diese Rebe ist,  wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Die Meinungen waren auf der einen Seite einhellig, auf der anderen sehr kontrovers. Einhellig, dass es derzeit nur einen Saale-Unstrut-Erzeuger beim Spätburgunder gibt, der Anschluss hat und durchaus mithalten kann. Dies betrifft Andre Gussek. Weiterhin einhellig in Punkto Saale-Unstrut-Wein die Meinung zum Spätburgunder der Winzervereinigung:
Dieser Wein, eine Spätlese vom Höhnstedter Kelterberg 2015 bestätigt alle Vorurteile die es gegen Rotweine von Saale-Unstrut gibt. Es gab sogar empörte Meinungen von Weintrinkern, die der Winzervereinigung durchaus wohlgesonnen sind und den Geschäftsführer anrufen wollten.  Ich habe diesen Wein abgehakt und in die Rubrik, Weine die die Welt nicht braucht abgelegt. Das eigentlich bedauerliche daran, der Erzeuger bewirbt diesen Wein als Premiumsegment auf der Web Seite. Wer den Wein probierte, hatte dazu jede Menge Fragen. Wie es zu so einem Ausfall kommt, ist für mich vollkommen klar. Es liegt in dem Prinzip der Vergütung in der Winzervereinigung, bezahlt wird nicht nach Qualität sonder nach Quantität des Lesegutes. Und spätestens hier wird der Interessenkonflikt deutlich, der größte Traubenproduzent bestimmt personell auch die Genossenschaft. Da sind die Kellermeister machtlos.
 
Nun zu den Kontroversen. Hier reichte es von na ja, bis das Beste was ich je getrunken habe. Es betraf fast jeden Wein aus dem Gastsegment. Am meisten polarisierte Louis Jadot aus dem Burgund mit dem Côte de Nuits Villages AOC, einem Ortswein. Die meisten positiven Kritiken ernteten die beiden Spätburgunder Ikonen Friedrich Becker (PFALZ) und Jean  Stodden (AHR). Es schloss sich der Spätburgunder vom Assmanshäuser Höllenberg von Kloster Eberbach und Dreissigacker (Rheinhessen) mit seinem „Wunderwerk“ an.
In der Diskussion mit weit auseinander gehenden Meinungen zwei Pfälzer (Rings und Koch - deutscher Rotweinpreis Spätburgunder) sowie Klumpp (Baden) und die beiden Weine aus Norditalien von Lunelli (Trento) und der Cantina Terlan (Südtirol).  
Bei den Saale-Unstrut-Gewächsen war die Dominanz von Gussek deutlich. Es folgen Matthias Hey, Böhme & Töchter, Pawis und Frölich Hake. Bei Bernard Pawis und Volker Frölich war deutlich zu spüren, dass ihr Stil besonders denen gefiel, die ehrlich zugaben, jetzt nicht die großen Spätburgunderfans zu sein.
Mit in Reih und Glied stand auch ein Spätburgunder der qualitativ auch die Kenner sehr überraschte: Spätburgunder Luisenberg 2012 von Familie Weigel. Es sei betont, dass der Wein von Andre Gussek bereitet wird. Die wichtigste Voraussetzung für einen solchen Wein ist gewissenhafte Arbeit im Weinberg, so wie sie von Familie Weigel geleistet wird. Sorgfalt beim Lesegut ist besonders beim Spätburgunder von Nöten. Über das Gegenbeispiel von Winzervereinigung sind genug Worte gewechselt.
 
Fazit, ich werde derlei Veranstaltungen wiederholen, weil sie für eine qualitative Entwicklung von Saale-Unstrut-Wein wichtig sind. Das die angemeldete und nicht erschienene Weinkönigin nicht da war, ist zu verschmerzen. Prost Eurer Hoheit.
Grüßen Sie den König. 

Für alle die keine Gelegenheit hatten die Veranstaltung zu besuchen empfehlen wir unsere Weinpakete Spätburgunder und Zweigelt. KLICK


Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Blauer Zweigelt, Spätburgunder
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 18.01.2017 um 21:30 Uhr | 0 Kommentare

Weintasting Zweigelt/Spätburgunder

Weintasting in der Saale-Unstrut-Vinothek in Naumburg! Was erwartet den Besucher?
Zunächst sei mal betont, dass es so etwas noch nicht gab. Es ist ein Experiment, bei dem eigentlich jeder der etwas mit Wein zu tun hat, dabei sein sollte.
Dieses Tasting mit Blauem Zweigelt und Spätburgunder wird zeigen, wer wo steht. Im Ergebnis wird stehen: Welcher Saale-Unstrut-Wein kann sich mit deutschen Spitzenweinen messen und wo steht der Rotwein Mitteldeutschlands überhaupt.
Nicht jeder nimmt Teil, aber die wichtigsten Erzeuger dann doch. Der eine oder andere wie zum Beispiel Klaus Böhme hat beide Rebsorten nicht im Programm und wird daher fehlen.
Andere haben sie im Programm und wollen sich nicht vergleichen lassen. Nun gut, das ist jedem seine Sache.
Freuen können sich die Besucher auf einen ungezwungenen, weil langgezogenen Verkostungszeitraum an zwei Tagen. Jeweils ab zwölf Uhr ist geöffnet und das Probieren kann beginnen.
Hier eine noch nicht vollständige Auswahl der Weine die im Tasting stehen:
 
Blauer Zweigelt Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut
Winzerhof Gussek, Breitengrad 51, Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey,Breitengrad 51, Naumburger Steinmeister 2013
Landesweingut Kloster Pforta  Breitengrad 51, Saalhäuser 2013
Weingut Born Höhnstedter Kelterberg 2013
Weingut Bernard Pawis Blauer Zweigelt Barrique 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Holzfass 2015
Weingut Zahn Blauer Zweigelt Barrique 2013
Freyburger Winzervereinigung Weimarer Poetenweg 2015
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Zweigelt „R“  VDP. GROSSE LAGE   2013
 
Wachau
Domäne Wachau  Zweigelt Terrassen  2014
 
Niederösterreich
Weingut Bündlmayer  Zweigelt   2014
Weingut Johann Topf  Zweigelt Strassertal  2013
 
Burgenland
Weinlaubenhof Kracher  Zweigelt  2013/14
Weingut Leo Hillinger   Zweigelt 2015
 
Carnuntum
Weingut Glatzer  Zweigelt Rebencuvée 2013
 
Spätburgunder Qualitätswein trocken
 
Saale-Unstrut

Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg 2013
Weingut Hey Naumburger Steinmeister  2013
Weingut Frölich-Hake  Breitengrad 51 2013
Weingut Böhme&Töchter  Zscheiplitzer Himmelreich 2015
Weingut Pawis Spätburgunder Barrique  2015
Freyburger Winzervereinigung Höhnstedter Kelterberg 2015
Winzerhof Gussek Kaatschener Dachsberg  2015
Weingut Grober Feetz Spätburgunder alte Reben 2014
Familie Weigelt Spätburgunder Barrique 2012/2013
 
Württemberg
Weingut Karl Haidle  Schnaiter Burghalde GG  2013
 
Pfalz
Weingut Bernhard Koch  Pinot Noir Reserve   2013
(Deutscher Rotweinpreis 2016)
Weingut Rings Kallstadter Steinacker 1. Lage VdP 2014
Weingut Friedrich Becker Spätburgunder B VdP 2013

Baden
Weingut Klumpp  Bruchsaler Rothenberg  2013
 
Ahr
Weingut Jean Stodden Spätburgunder JS  2013

 
Rheingau
Kloster Eberbach Assmannshäuser Höllenberg  2014
 
Rheinhessen
Weingut Dreissigacker  Spätburgunder Wunderwerk  2013
 
Frankreich
Burgund

Louis Jadot Côte de Nuits Villages AOC  2012
 
Italien
Trentino

Tenuta Margon Trentino Pinot Nero DOC 2013
 
Südtirol
Cantina Terlan  Montigl Pinot Noir DOC Riserva  2014
 
Der eine oder andere Wein wird noch dazu kommen, so dass man sich ein umfangreiches Bild über die Leistungsfähigkeit der einheimischen Weine machen kann.
 
Noch einmal die Eckdaten:
28./29.01.2017 Beginn jeweils ab 12.00 Uhr
Saale-Unstrut-Vinothek, Naumburg, Steinweg 09
Eintritt: 29,00 Euro
Bitte Anmelden  Karten: Hier

Rainer Albert Huppenbauer




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