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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.12.2017 um 12:06 Uhr | 0 Kommentare

Jahrgang 2017, neue Weinführer , Gussek zeigt sein Holz

In den letzten Wochen ist eine ganze Menge passiert und so möchte ich in meinem heutigen Blog ein wenig auf die Ereignisse eingehen.
Beginnen möchte ich mit dem Abschluss der Lese. Fast über all strahlende Gesichter, der Jahrgang 2017 wird ein großes Jahr. Für die Einen, wie man immer wieder lesen kann, die Freude über Masse. Für die Anderen eine Herausforderung, die gelesenen Trauben in Form zu bringen. Der Irrtum beginnt in der Lobpreisung der Mostgewichte. Natürlich, die waren selbst bei großen Mengen überdurchschnittlich. Nun ist es an den Winzern etwas daraus zu machen.
In der Spitze, bei den Betrieben die wir anbieten, ist vor allem mit einer Rotweinqualität zu rechnen, die bis dato so noch nie zu verzeichnen war. Bei den frühen Reben schon mal, je nach Lage, ein bisschen mehr Alkohol. Die Burgunder und Rieslinge lassen Weine zu, die wir so noch nicht kennen. Es wird ganz sicher nicht alles trocken ausgebaut werden. Aber es ist nun einmal Wein und der verlangt nach Individualität des Jahrgangs nicht nach Gleichmacherei. Und sie werden es erleben,  der eine oder andere trockene Riesling mit 14,5 Vol%  erblickt das Licht der Welt. Das wird überall dort so sein, wo man sich scheut in den halbtrockenen Bereich zu gehen. Aber warum eigentlich nicht, also sowohl das Eine, als auch das Andere. Wichtig ist, dass die harte Arbeit des Sommers in den Flaschen spürbar wird. Nicht jeder wird das schaffen.
Mein Fazit, ein großes Jahr mit großen Weinen, vielen Tücken und obwohl es nicht sein müsste, durchschnittlicher Massenware, die meinen ziemlich besten Freund vermutlich in den journalistischen Rosenmontag treibt, dieser kennt keinen Aschermittwoch. Alles wird wie immer grandios sein.
 
Was gab es noch, ach ja die Weinführer sind erschienen. Ein neuer, ganz in ROT von der Vinum mit alten Texten und Bildern genau so unerfreulich wie das Jahr davor, als er noch GRÜN war. Einen neuen GRÜNEN (Gault Millau) gibt es auch. Viel verbessert, neue Texte weil neue Tester und neuer Verlag. Bleibt zu hoffen das die eingegangenen Kompromisse:
Gussek ist Spitze weil er die Frucht nicht zu sehr betont, Pawis das Gleiche, nur anders herum, sich relativieren. Nun ja, nobody is perfekt. Und schließlich bleibt es Geschmacksache. Beide Winzer haben es verdient, nur an den Begründungen sollte man feilen. Zum Beispiel: Alles zu seiner Zeit. Und schließlich geht es ja auch ums Geschäft. Auch als Master of Wine hat man so seine Verpflichtungen. Aber Wackerbart mit sächsischer Höchstpunktzahl? Ein Schelm der böses dabei denkt.
 
So ereignisreich die Wochen waren haben sie doch einen wirklichen Höhepunkt vorzuweisen.
Nein, nicht die mit schwindenden Besucherzahlen kämpfende Freyburger Sommerwiesn, genannt Freyburger Winzerfest ist gemeint. Es ist eine beinah nicht zu bemerkende Weinprobe im Winzerhof Gussek. Die Barriqueweinprobe, klein, fein und überzeugend. Am ersten Adventswochenende 2017 fand sie statt und war eine Demonstration großartiger Qualitäten des Teams von Andre Gussek. Die aktuellen Jahrgänge im Rot und Weißweinbereich, alle samt aus dem Barrique, ließ keine Fragen offen. Die Jahrgänge 2015 und 2016 standen im Mittelpunkt. Alle samt große Weine mit vier Spitzen:
 
2015er Weißburgunder OIE vom Kaatschener Dachsberg
2016er Grauburgunder Dachsberg
2016er Frühburgunder Göttersitz und der
18 Monate im Barrique gereifte Spätburgunder Dachsberg 2015.
 
Nun ich freue mich auf Weihnachten und auf den 2017er Jahrgang, der ja bereits in den Startlöchern steht. Ihnen eine schöne Zeit.

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 23.08.2017 um 12:28 Uhr | 0 Kommentare

Das Freyburger Winzerfest 2017 naht, mit ihm die erste Geschmacklosigkeit

Vom Freyburger Winzerfest kann man halten was man will, aber mein Ding ist es nicht. Zu viel beliebiges Volksfest denn Weinfest. Und so geht es dann auch singend und lärmend zur Sache. Längst tot geglaubte Persönlichkeiten des DDR Fernsehens und seiner Schlagerparade kommen regelmäßig zu Wort (Gesang). Das war noch nie mein Ding und wird es wohl auch nicht werden. Fröhlich sein und singen ist wohl eine Tugend, aber in diesem Zusammenhang die Skulptur von Uta von Ballenstedt – die bekannteste Stifterfigur im Naumburger Dom, auf die Weinbembel des diesjährigen Winzerfestes zu drucken, ist dann auch an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Mein Vorschlag wäre, ich möchte auch konstruktiv sein, warum nicht ein Bildnis von Siegfried Boy beim Bade in der Unstrut mit der Weinkönigin? Natürlich gab es das nicht, aber Uta stand ja auch nie vor dem Toskanahäuschen im Schweigenberg. In sofern wäre es nur gerecht, dem noch amtierenden Weinbaupräsidenten ein weiteres Denkmal zu setzen. Ein Fass mit seinem Bildnis hat er ja schon. Bedenkt man die Verdienste des Weinbaupräsidenten, wäre es nur recht und billig, ihm derlei Ehrung zu kommen zu lassen.
Nun gut, ich wünsche dem diesjährigen Freyburger Weinfest ein gutes Gelingen, den teilnehmenden Winzern gute Umsätze und den Gästen frischen Wein.   
Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Siegfried Boy
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 19.04.2016 um 19:12 Uhr | 2 Kommentare

Der VdP fordert von der Politik Reformen im deutschen Weinbau

Der VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) fordert vor dem Hintergrund der Märzwahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg eine Neuordnung der Weingesetze nach dem Grundsatz: Je enger die angegebene Herkunft – umso höher die Qualitätsanforderungen. Im Klartext, wenn ich es richtig verstehe, möchte der VDP sein eigenes System der Land auf, Land ab vor sich hinwurstelnden Winzerschaft überhelfen. Im Grunde ist es auch richtig, dass engste geografische Bezeichnungen die Bereichs- und Großlagenbezeichnungen ablösen sollen. Aber genau hier liegt der "Catch 22" * in der deutschen Weinlandschaft. Das ist bei weitem nicht die Lösung des Problems. Wem nutzt es denn, wenn die Politik nun per Gesetz vorschreibt, welche Bezeichnungen erlaubt sind und welche nicht. Es nutzt nur denen, die zwar Weine aus einer bestimmten Lage produzieren, die dann auf dem Etikett steht, die aber keinen definierten Qualitätsstandard besitzt. 
Eine Lösung muss deutlich tiefer gehen. Wer eine bestimmte Lagenbezeichnung nutzen will, muss sich bestimmten Qualitätsanforderungen im gesamten Prozess des Weinausbaus unterwerfen. Das fängt mit der Lesemenge und der Arbeit im Weinberg an und hört mit dem Ausbau im Keller bei bestimmten Weinen auf. Diese Anforderungen werden mehrheitlich bestimmt. Und wer sich diesem Anforderungen nicht beugt, kann die geografischen Bezeichnungen eben nicht tragen.  Und damit nun niemand denkt, ich habe es vollends an der Waffel, dem sei gesagt, das ist ein weltweiter Standard. Nur eben nicht in Old Germany. Oder eben nur ein bischen. Das heißt für Saale-Unstrut, will ein Erzeuger Saale-Unstrut-Wein auf das Etikett schreiben, was ja bereits eine geografische Bezeichnung ist, dann reicht eben nicht mehr aus, dass der Wein in der geografisch definierten Region wächst und soundsoviel Grad Oechsle hat. Qualitätsanforderungen müssten her. Und je enger die geografische Region ist, umso höher die Anforderungen. Also wer zum Beispiel die Bezeichnung Naumburger Riesling verwenden will, hat sich bestimmten  Regeln zu beugen, oder er darf die Bezeichnung nicht verwenden. Die Einzellagen, je kleiner gefasst umso besser, setzen dann den Schlusspunkt mit den höchsten Anforderungen. Dieses, leider nicht von mir erfundene System, ist für einen Konsumenten die sicherste Möglichkeit zu überprüfen, was ist Qualität und was ist Fusel. Vermutlich werde ich es aber nicht mehr erleben, dass so ein einfaches und vernünftiges System an der Saale hellem Strande Einzug hält. So etwas bräuchte eine Mehrheit unter den Winzern und jemanden der es voran bringt. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, zu viele Interessen werden berührt und die wenigsten sind bereit, sich dem Prinzip der demokratischen Mehrheit und dem Qualitätsgedanken zu unterwerfen. Schade eigentlich. Genau hier sehe ich die Notwendigkeit, dass Vereine wie der Weinbauverband, der Weinbruderschaft und anderer Meinungsträger Zeichen setzten und sich nicht nur damit befassen, wer beim Umzug zum Winzerfest vorn weg läuft (stark übertrieben aber irgendwo habe ich mal gelesen, in der Übertreibung liegt die Verdeutlichung).   

* Catch 22 ist ein Roman des Amerikaners Joseph Heller, der zwar über den zweiten Weltkrieg handelt, aber durchaus auf die Situation in der Weinbranche in Deutschland anwendbar ist. Catch 22 ist im Buch eine Regel, die strengenommen nicht existiert, dennoch glauben alle daran und sie wird zur letzten Instanz. 
Das Buch ist sehr zu empfehlen.

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: VDP, Saale-Unstrut
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.05.2015 um 16:36 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe bei Andre Gussek am 01.05.2015 und Schlußbemerkungen!

Es war beschaulich und aufregend. Beschaulich, weil zur gleichen Zeit der Freyburger Weinfrühling tobte (ich hatte Platz) und aufregend, weil die Qualität der Weine eine Demonstration Naumburger Winzerkunst offenbarte, die ich diesem Jahrgang niemals zugetraut hätte. Das Gussek und sein familiäres Team Wein machen beherrschen ist nicht neu, dass er sich aber so derartig abhebt, ist ein starkes Zeichen für den qualitätsbewußten Verbraucher. Das Geheimnis ist im Grund keines, falls jemand die Frage stellt wie macht der das denn? Es ist etwas, was für jeden Winzer selbstverständlich sein sollte: Sorgfalt während der Lese. In diesem Jahr war es besonders wichtig und besonders nötig, wollte man qualitativ hochwertige Weine erzeugen. Das wollen ja bekanntermaßen alle, wie ich immer wieder hören durfte, dennoch sind die qualitativen Unterschiede zur Masse der Erzeuger derart deutlich, dass ich auf weitere Kommentare verzichten muss.
Und wenn ich den Schluß meiner Verkostungs(tor)tour jetzt auf einen Nenner bringen möchte, dann ist eben  der Titel "Alles trinkbar und manches Spitze" - oder so ähnlich - von einem der noch viel lernen muss, eine unzulässige Veralgemeinerung der Problematik des Jahrgangs 2014.  Und wenn wir schon mal dabei sind, Spitze kommt mit ganz wenigen Ausnahmen nur von den Winzern, die auch in der Klassifizierung meines Buches Saale-Unstrut / vina mediterranea ganz oben stehen. Auch da hat der eine oder andere mal einen erklärungswürdigen Wein an Deck, aber eben nur einen und nicht die Masse des Sortiments in Herbstlaub gelber Farbe. 
Gussek brauchte mir nichts zu erklären, nur ein Silvaner aus der BIN Reihe, ich glaube 88, war so ein Kandidat. Der Grund, dieser Silvaner war wie von einem anderen Stern. Andre Gusseks zufriedenes Lächeln ließ die Erinnerung an Chaostage während des Winzerfestes wie einen Schneball im Hochofen verdampfen. Und wer weiß, wie Andre Gussek da aus sah, kann es verstehen. Bei der gesamten Kollektion von Gussek wird  sehr präzise die Rebstilistik in den Vordergrund gestellt. Diese in Verbindung mit den Lagen macht eben den Unterschied. Bei den Rieslingen, ich habe schon darüber geschrieben, wird es so derartig deutlich, dass man sich eigentlich nur noch freuen kann. Alles andere in gewohnt höchster Qualität die für sich und damit für Gussek spricht.
Das Andre Gussek auch in diesem Jahr wieder einen Gast hatte, hätte ich fast unterschlagen, allerdings zu Unrecht. Denn das aus Radebeul stammende Weingut "DREI Herren", präsentierte ebenfalls viel Klasse. Es lohnt sich mal wieder in Sachsen einzufallen, bevor es die Potsdamer und Berliner tun.
  
 
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.05.2015 um 16:36 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe bei Andre Gussek am 01.05.2015 und Schlußbemerkungen!

Es war beschaulich und aufregend. Beschaulich, weil zur gleichen Zeit der Freyburger Weinfrühling tobte (ich hatte Platz) und aufregend, weil die Qualität der Weine eine Demonstration Naumburger Winzerkunst offenbarte, die ich diesem Jahrgang niemals zugetraut hätte. Das Gussek und sein familiäres Team Wein machen beherrschen ist nicht neu, dass er sich aber so derartig abhebt, ist ein starkes Zeichen für den qualitätsbewußten Verbraucher. Das Geheimnis ist im Grund keines, falls jemand die Frage stellt wie macht der das denn? Es ist etwas, was für jeden Winzer selbstverständlich sein sollte: Sorgfalt während der Lese. In diesem Jahr war es besonders wichtig und besonders nötig, wollte man qualitativ hochwertige Weine erzeugen. Das wollen ja bekanntermaßen alle, wie ich immer wieder hören durfte, dennoch sind die qualitativen Unterschiede zur Masse der Erzeuger derart deutlich, dass ich auf weitere Kommentare verzichten muss.
Und wenn ich den Schluß meiner Verkostungs(tor)tour jetzt auf einen Nenner bringen möchte, dann ist eben  der Titel "Alles trinkbar und manches Spitze" - oder so ähnlich - von einem der noch viel lernen muss, eine unzulässige Veralgemeinerung der Problematik des Jahrgangs 2014.  Und wenn wir schon mal dabei sind, Spitze kommt mit ganz wenigen Ausnahmen nur von den Winzern, die auch in der Klassifizierung meines Buches Saale-Unstrut / vina mediterranea ganz oben stehen. Auch da hat der eine oder andere mal einen erklärungswürdigen Wein an Deck, aber eben nur einen und nicht die Masse des Sortiments in Herbstlaub gelber Farbe. 
Gussek brauchte mir nichts zu erklären, nur ein Silvaner aus der BIN Reihe, ich glaube 88, war so ein Kandidat. Der Grund, dieser Silvaner war wie von einem anderen Stern. Andre Gusseks zufriedenes Lächeln ließ die Erinnerung an Chaostage während des Winzerfestes wie einen Schneball im Hochofen verdampfen. Und wer weiß, wie Andre Gussek da aus sah, kann es verstehen. Bei der gesamten Kollektion von Gussek wird  sehr präzise die Rebstilistik in den Vordergrund gestellt. Diese in Verbindung mit den Lagen macht eben den Unterschied. Bei den Rieslingen, ich habe schon darüber geschrieben, wird es so derartig deutlich, dass man sich eigentlich nur noch freuen kann. Alles andere in gewohnt höchster Qualität die für sich und damit für Gussek spricht.
Das Andre Gussek auch in diesem Jahr wieder einen Gast hatte, hätte ich fast unterschlagen, allerdings zu Unrecht. Denn das aus Radebeul stammende Weingut "DREI Herren", präsentierte ebenfalls viel Klasse. Es lohnt sich mal wieder in Sachsen einzufallen, bevor es die Potsdamer und Berliner tun.
  
 
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