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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 04.02.2017 um 13:21 Uhr | 0 Kommentare

Tasting - Das Fazit

Das erste Weintasting ist Geschichte und eine interessante dazu!
Dass ich mit Zweigelt und Spätburgunder begonnen habe ist dem Umstand geschuldet, dass ich es leid bin erklären zu müssen, dass es an Saale-Unstrut gute Rotweine gibt.
Um es vorweg zu nehmen, es gibt welche, allerdings und das ist die Einschränkung, nicht viele. Die guten Weine konzentrieren sich bei den üblich Verdächtigen und die, sagen wir es mal lieb, nicht so guten auch. Das Dumme daran ist, die nicht so guten sind auf Grund ihrer Menge in der Wahrnehmung der Republik durch die Vertriebswege der Winzervereinigung im Lebensmittel-einzelhandel (LEH) zu finden. Das prägt das Urteil.

Zur Veranstaltung: Dafür dass es so etwas noch nicht gab, war das Interesse recht groß. In einer Region mit „breiten Hintern“ – sinnbildlich, vom sitzen auf dem eigenen Sofa verursacht und der Freude auf große Massenveranstaltungen, die nicht für klaustrophobische Menschen gedacht sind, habe ich mich in aller Bescheidenheit über die Resonanz gefreut. Vertreten war ein breit gefächertes Publikum vom überraschten Laien bis hin zu vinophilen Giganten. Was herauskam war ein Bild, das ich wie folgt beschreiben möchte:
 
Blauer Zweigelt  
 
Neun Weine von Saale-Unstrut, ein Wein aus Württemberg, sechs Weine aus Österreich waren am Start. Es wurde deutlich, dass der von Karl Haidle vorgelegte Zweigelt aus Württemberg eine Sonderstellung besitzt. Nicht umsonst wurde der Wein mit dem deutschen Rotweinpreis geehrt.
Ich bezeichne den Haidle mal für Blauen Zweigelt als das Ziel eines jeden, der mit dieser Rebe  arbeitet. Anwesende gestandene Winzer sahen das auch so. Dann zwei  Weine bei denen die Meinungen ebenfalls fast einhellig waren:
Gussek 2013, Breitengrad 51 und Hey 2013, Breitengrad 51. In der Diskussion dann die Weine von Kloster Pforta BG 51, Born, Zahn, Kracher (ÖST), Topf (ÖST) und Glatzer (ÖST) mit jeweils gleichem Jahrgang 2013 und 24 Monate Barriqueausbau. Das Pendel schlug sehr breit aus, jeder Wein hat seine Berechtigung, so die Meinungen, es war halt Geschmackssache. Bei den jüngeren Jahrgängen 2014 und 2015 auch eine deutlich Sprache, viel rundes, kein Ausfall. Weine die Spaß machen und jung am besten sind von Hillinger(ÖST) 2015, Domäne Wachau (ÖST), Zahn 2015, Pawis 2015, Böhme&Töchter 2015.
Dann folgten Bründelmayer (ÖST) 2014 und die Freyburger Winzervereinigung mit einem 2015er aus Weimar. Den letzten beiden merkte man an, dass es viel Wein werden sollte. Die letzten beiden sind, um mit dem seeligen Opa Born zu sprechen, so genannte Klingelweine. Man stellt sie auf den Tisch, wenn es klingelt und man nicht weiß wer vor der Tür steht. Die guten Weine trinkt man allein.
 
Spätburgunder
Auf dem Tisch standen zwanzig Weine die zum Teil auf einem Niveau waren, dass man so in dieser Vielfalt vermutlich nur ein oder zweimal im Leben geboten bekommt. Es zeigte sich, wie differenziert diese Rebe ist,  wer sein Handwerk versteht und wer nicht. Die Meinungen waren auf der einen Seite einhellig, auf der anderen sehr kontrovers. Einhellig, dass es derzeit nur einen Saale-Unstrut-Erzeuger beim Spätburgunder gibt, der Anschluss hat und durchaus mithalten kann. Dies betrifft Andre Gussek. Weiterhin einhellig in Punkto Saale-Unstrut-Wein die Meinung zum Spätburgunder der Winzervereinigung:
Dieser Wein, eine Spätlese vom Höhnstedter Kelterberg 2015 bestätigt alle Vorurteile die es gegen Rotweine von Saale-Unstrut gibt. Es gab sogar empörte Meinungen von Weintrinkern, die der Winzervereinigung durchaus wohlgesonnen sind und den Geschäftsführer anrufen wollten.  Ich habe diesen Wein abgehakt und in die Rubrik, Weine die die Welt nicht braucht abgelegt. Das eigentlich bedauerliche daran, der Erzeuger bewirbt diesen Wein als Premiumsegment auf der Web Seite. Wer den Wein probierte, hatte dazu jede Menge Fragen. Wie es zu so einem Ausfall kommt, ist für mich vollkommen klar. Es liegt in dem Prinzip der Vergütung in der Winzervereinigung, bezahlt wird nicht nach Qualität sonder nach Quantität des Lesegutes. Und spätestens hier wird der Interessenkonflikt deutlich, der größte Traubenproduzent bestimmt personell auch die Genossenschaft. Da sind die Kellermeister machtlos.
 
Nun zu den Kontroversen. Hier reichte es von na ja, bis das Beste was ich je getrunken habe. Es betraf fast jeden Wein aus dem Gastsegment. Am meisten polarisierte Louis Jadot aus dem Burgund mit dem Côte de Nuits Villages AOC, einem Ortswein. Die meisten positiven Kritiken ernteten die beiden Spätburgunder Ikonen Friedrich Becker (PFALZ) und Jean  Stodden (AHR). Es schloss sich der Spätburgunder vom Assmanshäuser Höllenberg von Kloster Eberbach und Dreissigacker (Rheinhessen) mit seinem „Wunderwerk“ an.
In der Diskussion mit weit auseinander gehenden Meinungen zwei Pfälzer (Rings und Koch - deutscher Rotweinpreis Spätburgunder) sowie Klumpp (Baden) und die beiden Weine aus Norditalien von Lunelli (Trento) und der Cantina Terlan (Südtirol).  
Bei den Saale-Unstrut-Gewächsen war die Dominanz von Gussek deutlich. Es folgen Matthias Hey, Böhme & Töchter, Pawis und Frölich Hake. Bei Bernard Pawis und Volker Frölich war deutlich zu spüren, dass ihr Stil besonders denen gefiel, die ehrlich zugaben, jetzt nicht die großen Spätburgunderfans zu sein.
Mit in Reih und Glied stand auch ein Spätburgunder der qualitativ auch die Kenner sehr überraschte: Spätburgunder Luisenberg 2012 von Familie Weigel. Es sei betont, dass der Wein von Andre Gussek bereitet wird. Die wichtigste Voraussetzung für einen solchen Wein ist gewissenhafte Arbeit im Weinberg, so wie sie von Familie Weigel geleistet wird. Sorgfalt beim Lesegut ist besonders beim Spätburgunder von Nöten. Über das Gegenbeispiel von Winzervereinigung sind genug Worte gewechselt.
 
Fazit, ich werde derlei Veranstaltungen wiederholen, weil sie für eine qualitative Entwicklung von Saale-Unstrut-Wein wichtig sind. Das die angemeldete und nicht erschienene Weinkönigin nicht da war, ist zu verschmerzen. Prost Eurer Hoheit.
Grüßen Sie den König. 

Für alle die keine Gelegenheit hatten die Veranstaltung zu besuchen empfehlen wir unsere Weinpakete Spätburgunder und Zweigelt. KLICK


Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Blauer Zweigelt, Spätburgunder
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Rainer Albert Huppenbauer
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