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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.09.2018 um 11:27 Uhr | 0 Kommentare

Die Weinwelt in diesen Tagen

Jeden Tag erreicht uns eine Flut von Meldungen über alle möglichen Ereignisse in der Welt.
Jeder verantwortliche Politiker rund um den Globus, jetzt sogar Horst Seehofer, twittert seine Meinung in die Welt hinaus, um sie vier Tage später richtig zu stellen. In der Weinbranche geht es in diesem Punkt deutlich gesitteter zu. Wenige Skandale, viele nüchterne, gute Meldungen über Menschen und Wein.
Ich habe mir gedacht, dass ich ab sofort, einmal pro Woche die wichtigsten Meldungen die mich über verschiedenste Quellen erreichen zusammenfasse und diese für sie aufschreibe. Natürlich auch mit der einen oder anderen Wertung.

Die Lese 2018
Die beste Meldung die ich in dieser Woche erhielt, kam von Reinhard Löwenstein. Kurz und knapp: Am Mittwoch (19.09.18) fangen wir an mit lesen. Es sieht sehr gut aus.
Auch an der Mosel war es sehr trocken, dennoch nicht so trocken wie in Mitteldeutschland. Aber die letzten Wochen haben hier wie dort erstaunliches hervorgebracht. Eine Lese die es vermutlich so noch nicht gab. Der überwiegende Teil der Trauben in deutschen Landen ist derart gesund, dass die zu erwartenden Ausfälle durch die Trockenheit kompensiert werden.
Es gibt defacto keine faulen Trauben. Dies legt sich auf die Qualität und die Menge, da nichts aussortiert werden muss. Auch aus anderen Ländern in denen vor zwei Monaten noch deutlich Zurückhaltung angesagt war scheint sich alles zu relativieren. Erstmals hat zum Beispiel Apulien in der Erntemenge Venetien den Rang abgelaufen. Nur aus Apulien wurden elf Mio.
Hektoliter Wein gemeldet. Die Primotivo Fangemeinde wird es freuen, nicht nur der Qualität wegen.
Geringere Lesemengen, im Vergleich zu den Vorjahren, gab es nur in Südafrika und Australien.

Familie Moueix verkauft Anteile von Petrus:
Aus Frankreich wird derweil auch ein Rekord vermeldet. Das ca. elf Hektar große Weingut Château Petrus hat einen neuen Mitinhaber. Die Besitzerfamilie Moueix hat zwanzig Prozent der Anteile an einen südamerikanischen Investor für stolze zweihundert Millionen Euro verkauft. Da das Unternehmen Petrus rund eine Milliarde Euro wert ist, entspricht das einem Hektarpreis von rund achtundachtzig Millionen Euro.

Das Winzerfest an Saale-Unstrut:
Aber weg von den Superlativen, zurück an die Saale. In der letzten Woche fand in Freyburg das traditionelle Winzerfest statt. Eine neue Weinkönigin wurde gekrönt und ein wenig Licht, durch die in diesem Jahr teils gewollten, teils nicht so gewollten personellen Veränderungen im Weinbauverband, ist am Ende des Tunnels zu sehen. Und wenn man es in diesem Gremium (Weinbauverband) schafft, das Winzerfest wieder Winzerfest werden zu lassen, dann ist doch schon viel erreicht.
Ich frage mich, was macht ein Boxer in einem Winzerumzug? Irgendwie passt Wein und Boxer nicht so richtig zusammen. Das ist Klamauk, bestenfalls Karnevalsniveau. Dafür fehlten die Winzer fast vollständig im Umzug. Ein neues Konzept muss her, weg vom allgemeinen Volksfest hin zum vinophilen Ereignis das Menschen den Saale-Unstrut-Wein näher bringt. Ein bisschen Volksfest ist ja nicht schlecht, aber nur Volksfest mit Weinbegleitung ist nicht gut für das Image. Und eventuell machen ja dann auch die verlorenen Söhne (Weingüter), die das Fest in großer Zahl meiden, wieder mit.  
Rainer Huppenbauer

P.S.Bitte beachten Sie, dass wenn Sie einen Kommentar verfassen, dass dieser anonym nicht veröffentlicht wird. Völlig gleichgültig wie er geschrieben ist (pro oder contra). Wenn man eine Meinung hat, sollte man auch dazu stehen.
Tags: Château Petrus, Heymann Löwenstein, Freyburger Winzerfest
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 20.09.2012 um 12:13 Uhr | 0 Kommentare

Wein als Geldanlage?

Man kann über die Briten sagen was man will, eines kann man Ihnen nicht nehmen, ihren Konservatismus. In letzter Zeit erkennen wir immer mehr, dass Briten, die es sich leisten können, in Wein inverstieren. Firmen, die Wein als Anlage anbieten,  schießen wie Pilze aus dem Boden. Das System ist denkbar einfach. Mit dem Geld der Anlager werden weltweit  gefragte Weine eingekauft und eine jährliche Rendite von 8-10% garantiert. Als Sicherheit sind die Weine gegenständlich vorhanden. Aus den Verkäufen werden die Zinsen, die laufenden Kosten der Anbieterfirmen und neue Weine geordert. Der Verkauf der Weine geht über das Internet problemlos. Die Abnehmer sitzen in China, Rußland und Indien. Hong Kong spielt als Umschlagplatz eine sehr große Rolle. Transportkosten haben im wesentlichen keine Bedeutung, da die Preise der Weine pro Flasche zwischen 200€ und 1500€ liegen.
Wie läuft das nun ab? Ein Händler kauft also irgendeinen der gefragten Weine beim Produzenten oder aus anderen Quellen. Wir schätzen, dass es ungefähr 300 verschiedene  Weine gibt,  die für derartige Spekulationen in Frage kommen. Man könnte sagen,es geht etwa jedes Jahr um 20 Mio. bis 30 Mio. Flaschen Wein und Champagner. Gemessen an der Weltweinproduktion quasi nichts.
Nehmen wir einen der führenden bordelaiser Weine, das Château Margaux. Ein geschickter Händler konnte den 2009 Jahrgang (99 PP) mit guten Kontakten in der Subskretion bei entsprechender Abnahme für ca. 500€ erwerben. Weltweiter Angebotsdurchschnitt ist heute  etwa 900€. Wenn man berücksichtigt, dass der Wein erst vor knapp einem Jahr auf den Markt gekommen ist, hat dieser Händler im Verkaufsfall ca. 80% Gewinn gemacht. Da Wein eines Jahrgangs endlich ist, seine weltweite Verfügbarkeit durch Genuß abnimmt, besteht keine Inflationsgefahr. Im Gegenteil, der Preis wächst durch Verknappung. Für eine Kiste 1990 Château Petrus  hätten Sie  1993 ca 15TDM bezahlt. Die gleiche Kiste bekommen Sie heute nicht unter 45T€.
Nun unser Tipp, kaufen Sie Wein in der Krise, das schützt Ihr Vermögen und im Gegensatz zu Gold, Immobilien oder Aktien, können Sie den wenigstens trinken. Wenn Sie eine Beratung wünschen, natürlich nicht im Sinne einer Anlagenberatung, dann setzten Sie sich einfach mit uns in Verbindung. 


 

Tags: Château Margaux, Château Petrus, China, Hong Long, Indien, Rußland, Champagner
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 29.03.2012 um 12:42 Uhr | 0 Kommentare

Kork,Kunstoff, Glas oder Schraubverschluß?

Wer hat es nicht schon erlebt, Weihnachten, Gänsebraten und Papi öffnet den 1954  Château Petrus, ein Erbstück und dann der Aufschrei:"Hilde, der Wein hat Kork!".  Weihnachten gelaufen, in dem Fall, äußerst dumm.

Was also tun,   der Trick mit der Frischhaltefolie vertreibt zwar den Korkton, aber eben auch jeglichen anderen Geschmack. Brief an Petrus schreiben und um Tausch bitten? Eher wohl ein Leben lang ärgern und auf Demenz hoffen, so dass der schrecklichste Augenblick im Leben eines Weinfreaks, schnell vergessen wird?

Nun ist die Sache eigentlich klar, es müssen andere Verschlüsse her, die den Weihnachtsabend retten und die Sehnsucht nach Demenz vertreiben.

Die Angebote sind reichhaltig und zu weilen auch optisch gut gelöst. Den größten Fortschritt in Punkto Optik hat der Dreh - oder auch Schraubverschluß gemacht. Wäre da nicht dieses "Knack" sondern der fast lautlose "KWIETSCHBLUPPP", wäre alles schön.

Nun aber mal im Ernst liebe Puristen des Eröffnungstons, der Inhalt zeigt den Meister, und all dass was jung getrunken werden soll, kann auch mal KNACK machen. Reinhard Löwenstein ist, vermutlich aus Ärger über Korkschmecker, teilweise zum  Drehverschluß übergegangen. Spätestens jetzt ist diese Verschlußart salonfähig. Der Glasverschluß mit Silikondichtung ist bei den besten Weinmachern Österreichs schon lang kein Thema mehr und der Star von Saale - Unstrut, Bernhard Pawis,  verwendet zum Teil Kunststoff, wie viele andere auch.

Hier nun unsere durchaus anzuzweifelnde Regel:

Große, lang lagerfähige Rotweine und Weißweine ; KORK, dieser ist Sauerstoff durchlässig und ermöglicht eine optimale Reifung.

Weine für mittlere Reifung (bis 6 Jahre), Chianti Classico, Rhône, Südfrankreich, Norditalien; von Kork über Glas-und Schraubverschluß bis Kunstoff, alles möglich.

Jung zu trinkende Rot - und Weißweine;  Kunstoff- und Drehverschluß.

Es wird immer Ausnahmen geben. Der Grund dafür ist, dass zum Beispiel kleine Winzerbetriebe sich neue Maschinen für Drehverschlüsse nicht leisten können. Aber auch hier ist eine Entwicklung zu erkennen, dass durch Innovation und neue Technologie  auch diesen Winzern der Schraubverschluß zugänglich gemacht wird.

Was Château Petrus betrifft wird alles so bleiben wie es war. KORK. Daher unserer Empfehlung, kaufen Sie sich lieber 600 Flaschen Müller Thurgau von Pawis oder Böhme, als eine Flasche Petrus. Sie haben das ganze Jahr Spaß, schonen die Korkeichen und keinen Ärger an Weihnachten. Wir wünschen fröhliche Ostern.

Tags: Château Petrus, Weingut Pawis, Schraubverschluß, Kork, Glasverschluß
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Mitglied im Händlerbund

Rainer Albert Huppenbauer
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