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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 14.03.2012 um 19:15 Uhr | 0 Kommentare

China und der Wein

Es ist ein weites Feld aber eben auch Tatsache, in China wird auf ca. 200.000 ha Wein angebaut. Und wer hätte es gedacht, vorwiegend rote Reben werden bevorzugt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Einheimische Reben gibt es defacto nicht bzw. nur wenige. Insgesamt wurden in den letzten Jahren ziemlich konstant 4 Mio. Hektoliter produziert. Das Know How  kommt  aus Europa und Australien  und die Reben vermutlich auch. Es ist eine ganz einfache Logik, im Bereich mittelklassiger Bordeaux Güter, die derzeit vom chinesischen Staat und geduldeten Privatleuten erworben werden, ist alles da was man braucht. Jüngstes Beispiel ist die Veräußerung des Bömers Weingut Château du Grand Moyes an einen chinesischen Investor.

Dazu kommen erste Schritte großer Weinbautraditionalisten wie Torres, in den chinesische Weinbau. Andere werden folgen. Die Frage, die sich nun stellt, wie soll man damit umgehen? Sicher, China ist ein riesiger Markt einerseits und was man unbedingt beachten sollte, die gesamte Industrie ist auf Export eingestellt, andererseits . Wenn dieser Wein dann in Größenordnungen nach Europa kommt, abgestimmt auf den MC Donald Geschmack der jetzigen Viertklässler, dann guten Nacht.

Wir werden es erleben, wenn die Großen wie Torres, Rothschild, Pernod und andere und die,  die Weinbau auschließlich aus Renditeerwartungen  betreiben (Versicherungen)  den europäischen Markt beliefern, dann ist es irgenwann vorbei mit der Idylle der Château und Weingüter. Der bereits in Gang gesetzte Prozeß, der Verschmelzung großer Anbauflächen, etwa in Südfrankreich, und setzen auf den Discount, wird unüberschaubar für den  Konsumenten.

Daher meine Bitte an die, die etwas dagegen tun können. Nein, nicht die Konsumenten, sie erst zuletzt. Zuerst kommen die, die aus Angst vor Inflation ihrer Reichtümer genau diese vorantreiben. Natürlich kann man in China noch günstiger produzieren als in Chile oder Europa, aber wem nutzt das?  Mister Torres, liebe Pernod Manager, liebe Rothschilds und Antinoris und  viele, viele mehr, macht nicht die gleichen Fehler wie die großen Industriegiganten der Auto- und Stahlbranche, denkt an Eure Urenkel. 

Wein braucht neben guten Böden, gesunden Reben und Idealismus eben auch Tradition. Letztere gibt es in China in Punkto Weinerzeugung (Ausnahme Reiswein) nicht. Nichts ist gewachsen, und wer weiß, wie schwer es ist, Individualität und Regionalität im Wein zu finden, wird mir zustimmen. Da aber nunmal die Zahlen regieren, wird die letzte Chance Europas und Amerikas wohl im Rock n` Roll liegen. Hier wurden noch keine Chinesen beobachtet. Außer Tokyo Hotel, aber das ist ja in Japan und Japan war gestern. Oder?

Tags: China, Torres, Pernod, Tokyo Hotel, Europa, Amerika,
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Mitglied im Händlerbund

Rainer Albert Huppenbauer
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