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Blog


Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.02.2012 um 16:34 Uhr | 0 Kommentare

10 Fragen an .... heute, Matthias Hey

1. Frage

Zur Person Matthias Hey

Am 07.10.1982 in Schkeuditz bei Leipzig geboren. Neben kurzen Zwischenstopps in Leipzig und Mecklenburg-Vorpommern im beschaulich-ländlichen Mücheln/Geiseltal aufgewachsen. Seit 1999 Besuch der Landesschule Pforta bei Naumburg. Ab 2003 bis 2005 Studium in der Studienrichtung Weinbau und Oenologie an der Fachhochschule Wiesbaden in Geisenheim. Von 2005 bis 2007 Studium an der Universitá degli Studi di Udine. 2008 Abschluss des Studiums mit einem Doppeldiplom Dipl.-Ing.(FH) für Weinbau und Oenologie und dem italienischen Universitätsabschluss Laurea in viticoltura ed enologia. Auszeichnung der Diplomarbeit mit dem Karl-Bayer-Preis. Seit 2007 wieder in Naumburg. 2008 Gründung des Weinguts Hey.   

2. Frage

Warum Winzer?

Wenn man so wie ich nicht aus einer Winzerfamilie stammt, ist der Weg zum Winzerberuf nicht gerade nahe liegend. Und so waren es bei mir einige Zufälle, die mich auf diesen Weg geführt haben. Ich besuchte die Landesschule Pforta in der Nähe von Naumburg und in dieser Zeit entdeckten auch meine Eltern ihre Liebe für diese Region, die ich nun auch meine Heimat nenne. Meine Eltern Reinhard und Sigrun waren und sind ausgesprochene Weinliebhaber. In Naumburg erfüllte sich Ihr Traum von einem eigenen kleinen Weingut. 2001 kauften sie einen malerisch gelegenen Steillagen-Weinberg in der Lage Naumburger Steinmeister samt Gebäuden. Dieses verwilderte Stück Land erforderte die Kraft der ganzen Familie und so lernte auch ich die Arbeit im Weinberg kennen, was es heißt Reben zu schneiden, wie mühsam es ist einen Rebstock zu Pflanzen und wie über das Jahr hinweg Natur und Reben sich entwickeln. 2002 machte ich mein Abitur und nun stand die große Frage im Raum „Was nun?“. Für mich war es nicht ganz leicht diese Frage zu beantworten, da verschieden Interessen für Literatur, Philosophie und Medizin und seit einiger Zeit auch die Arbeit im Weinberg miteinander konkurrierten. Letztendlich war der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung Winzer zu werden derjenige, dass ich etwas nicht zu kopflastiges machen wollte sondern etwas bei dem ich mit meinen Händen arbeiten kann. Also etwas Ursprüngliches, nah an der Natur.

Wobei die anderen Interessen  nun ihren Ausdruck in einem umfangreichen Kulturprogramm finden. Ganzjährig finden im Weingut Lesungen, Konzerte und kulinarische Weinproben statt.  

3. Frage

Ihr Lieblingswein aus eigener Produktion und international ?

Eigene Produktion:

Es ist immer schwierig auf die Frage nach dem Lieblingswein aus der eigenen Produktion zu antworten, da hinter jedem Wein eine Idee steht. Ein Gast sagte mir mal, dass meine Weine da Sie so viel Pflege, Ideenreichtum und Geduld erfordern  ja fast so was wie Kinder für mich wären. Den Vergleich fand ich gut. Nun haben Sie Kinder? Und dann sagen Sie mal welches ihrer Kinder sie am meisten Lieben. Schwierig oder?

Was ich aber sagen kann ist, dass im Naumburger Steinmeister Weißburgunder Barrique besonders viele Ideen, Geduld und ein besonderes Weinerlebnis stecken, die diesem Wein sein Gesicht gegeben haben. Daher ist dieser Wein aus meinem Sortiment für mich ein ganz besonderer Wein.

International: 2003er Refosco von Le Vigne di Zamó (Friaul)

 

4. Frage

Was bedeutet für Sie Terroir Wein?

Terroir bedeutet für mich, dass die Lage und der Boden auf dem die Rebstöcke gedeihen zum Ausdruck kommen, d.h. schmeckbar sind. Wir besitzen ausschließlich Steillagen-Weinberge in der Lage Naumburger Steinmeister. Diese sind geprägt durch ihre Muschelkalkböden. Am unverwechselbarsten kommt für mich die Ausprägung des Terroirs bei unseren Rieslingen zur Geltung. Das sind für mich Terroir Rieslinge bei denen man jedes Jahr aufs Neue ganz klar die Lage schmecken kann. Kein Mosel oder Rheingau-Riesling, nein! Eindeutig ein Steinmeisterriesling.

 

5. Frage

Warum erstmals Spontangärung?

Das Thema Spontangärung hat mich schon sehr lange interessiert. In meiner Zeit in Italien habe ich erste praktische Erfahrungen damit gemacht. Nicht jedes Jahr eignen sich die Trauben für eine spontane Vergärung. Dieses Jahr waren die Voraussetzungen gegeben das „Risiko Spontangärung“ einzugehen. Hefen  Die Trauben waren vollreif und gesund. Daher war es nun soweit, dass ich eine Riesling Spätlese spontan vergären lies. Das Ergebnis ist atemberaubend und so denke ich, dass es in Zukunft mehr spontanvergorene Wein vom Weingut Hey geben wird.

6. Frage

Ihr Verhältnis zum Barrique Ausbau

Nun, hier muss ich sagen, dass ich da eindeutig durch meine Zeit in Italien geprägt bin. Unsere Rotweine, ausgenommen vom Portugieser, reifen komplett über den Zeitraum von 12 Monaten im traditionellen Barriquefass. Meine Erfahrung ist, dass dadurch und durch lange Maischestandzeiten bei den Rotweinen auch an Saale- und Unstrut Rotweine mit Dichte, Komplexität und südlichem Charme hergestellt werden können. Bei den Weißweinen gibt es nur beim Weißburgunder eine Variante, die im Barriquefass nach französischem Vorbild vergoren wird und dort für etwa drei Monate reift. Kurz gesagt, nicht jeder Wein sollte in ein Barrique kommen, aber viele der großen Weine dieser Welt sind nichts anderes als eben Barriqueweine und das nicht ohne Grund!

7. Frage

Weine im Supermarkt, Ihre Meinung

Weine im Supermarkt ist eine schwierige Sache. Ich kaufe dort keinen Wein. Denn die Weine die dort stehen sind anonym, man kann sie nicht probieren und eine kompetente Beratung gibt es meistens auch nicht. Daher lieber zum Fachhändler oder zum Winzer direkt gehen. Denn die kennen jeden Ihrer Weine und die Persönlichkeiten und die Geschichten die hinter den Weinen stehen. 

8. Frage

Ihre Weinempfehlung zum Spargel (eigene Produktion)

Ganz klar. Unser 2011er Gutedel Gutswein trocken!

9. Frage

Was halten Sie von Weinen aus Übersee?

Weine aus Übersee haben mittlerweile eine große Bedeutung in der Weinwelt. Das was man in Deutschland meist kennt sind Überseeweine riesiger Weingüter, die nach industriellen Maßstäben erzeugt werden. Das Problem ist, sie sind geschmacklich oft sehr gut und vom Preis-Leistungsverhältnis noch besser. Für traditionelle Weingüter, wie wir es sind ist das eine Herausforderung denn neben dem Geschmack unserer Weine, der überzeugen muss, müssen wir auch kommunizieren was unsere Weine besonders macht. Das sind Handarbeit statt vollmechanisierte Traubenverarbeitung, das sind traditionelle Verfahren der Weinbereitung statt Chips und Schönungsmittel, das sind unsere historischen Steillagen auf denen unsere Rebstöcke gedeihen statt Quadratkilometer große Monokulturen. Aber es wäre unfair zu sagen, dass alle Weine aus Übersee Massenweine sind, das nicht, aber leider viele. Daher ist es wichtig zu hinterfragen was man da gerade im Glas hat. 

10. Frage

Was würden Sie mit Ihrem Wein niemals machen?

Mit Cola mischen!!!

 

 

 

 

 

Tags: Mattias Hey, Terroir, Barrique, Rotwein, Spontangärung, Naumburger Steinmeister, Weine im Supermarkt, Spargel und Wein, Gutedel
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 07.01.2012 um 16:19 Uhr | 0 Kommentare

Wein aus der Steinwüste - VEGA ENIX-

 

Die Geschichte und Philosophie von VEGA ENIX

Anfang der 90 - er Jahre wurde durch einen deutschen  Unternehmer  und seine  Lebensgefährtin eine Stelle gesucht, an der sich ein Traum, den viele  Menschen in sich tragen, verwirklichen lässt: Unter mediterranem Himmel Wein zu erzeugen. Sie fanden schließlich in der Sierra Gador, unweit der kleinen maurischen Stadt Enix, ein Tal, das alles mitbrachte, was man für die Erzeugung qualitativ hochwertiger Weine benötigt. Dieser Platz in 750 m Höhe und in nur 4 km Entfernung zum Mittelmeer wurde innerhalb von ca. 10 Jahren zu einer Oase ausgebaut. Straßen, ein System von Wasserspeichern, Weinterrassen mit unglaublichen Mauern, 10ha Rebbepflanzung, Teiche  und alle Anlagen und Gebäude, die zur Weinerzeugung notwendig sind, wurden erbaut.

Die wichtigste Frage, die geklärt werden musste, war die Frage der Bewässerung. Zum einen wurde ein System des Wasserauffangens in den Regenmonaten Januar und Februar entwickelt und zum anderen ein 650m tiefer Brunnen genutzt, der auch der Gemeinde Enix zu Gute kommt.

            

An jeder  Reben befindet sich ein Tropf, der je nach  Wasserbedarf der Reben in Gang gesetzt werden kann. Von Anbeginn wurde darauf geachtet, dass jede  Rebensorte auf jedem der 3 vorhandenen Terroir* angebaut wurde. So gedeihen alle Reben unter unterschiedlichen Bedingungen und gewährleisten dadurch eine optimale Weinerzeugung. Großen Wert wurde auf biologische Reifung gelegt. Durch die klimatischen Bedingungen, am Tag  sehr heiß und in der Nacht relativ kühl, kann vollständig auf den Einsatz von Chemie im Weinberg verzichtet werden. Dies gilt im Übrigen auch für den weiteren Prozess der Lese und schonenden Verarbeitung der Trauben. Durch die hohen Temperaturen am Tag, bis zu 40°C, findet der größte Teil der Lese nachts und in den frühen Morgenstunden statt. Der Transport der Trauben ist sehr kurz, er beträgt nur wenige 100 m. Die weitere Verarbeitung folgt  dem Gesetz der Schwerkraft, ohne den Einsatz von Pumpen. Der Ausbau erfolgt in  französischen Barrique und mehrere Jahre auf der Flasche.  Zurzeit werden jährlich ca. 35.000 –  40.000 Flaschen Wein abgefüllt.

 

* Terroir ist die Qualitätsphilosophie der Europäer, die von den Franzosen entwickelt wurde. Der Besitzer von Château Cos d` Estournel hat es so formuliert:

„Eine unendliche Anzahl von Faktoren beeinflusst den Wein: Tag - und  Nachttemperaturen, Verteilung der Niederschläge auf das Jahr, Anzahl der Sonnenstunden, Tiefgründigkeit des Bodens, sein pH Wert, sein Wasserrückhaltevermögen, seine mineralische Zusammensetzung, die Oberflächengestalt der Landschaft, die Sonnenausrichtung, um nur einige dieser Faktoren zu nennen. Das Wirkungsgefüge all dieser Faktoren zusammen nennen wir in Frankreich terroir.“   

Die angebauten Reben

Merlot: Merlot ist eine ertragsstarke Rebe, die bei Maßnahmen der Mengenbegrenzung ein paar der besten Rotweine der Welt hervorbringt. Merlot kann gut mit anderen Reben verschnitten werden und reift etwas früher als zum Beispiel Cabernet Sauvignon. Sie kann daher problemlos ausreifen. Die Traube ist relativ anspruchslos was die klimatischen Bedingungen betrifft. Das Südspanische Wüstenklima zaubert aus dieser Rebe einen unglaublich komplexen Wein.

Cabernet Sauvignon: Wegen seiner relativ geringen Erträge und seines hohen Gerbstoffgehalts bringt diese Rebe sehr langlebige und erstklassige Weine hervor.  Das Klima der Sierra Gador, welches ohnehin ertragsarm ist, kommt gerade den Qualitätsmerkmalen des Cabernet entgegen, ja befördert diese.

Monastrell: Eine tanninreiche aus Spanien stammende Rebe, die sich hervorragend als Verschnitt mit anderen Reben eignet.

Garnacha: Diese bringen auf den kargen Böden der Sierra Gador  erstaunliche Weine hervor. Im Verschnitt mit Monastrell oder auch mit unseren anderen Reben verfeinert sie die Cuvée der Bodega. Insbesondere dem Calidon verleit sie eine dem Châteauneuf - du – Pape ähnliche Note und Langlebigkeit.

Syrah: Die bittersüße, tanninreiche Rebe erlangt unter den vorliegenden klimatischen Bedingungen ein Qualitätsniveau, welches m. E. nicht einmal von führenden Rhone Weinen erreicht wird. Dabei unterscheidet sie sich von den Vermassungen mit dieser Rebe aus Australien erheblich.

Tags: Rotwein, Weingut, Vega Enix, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Monastrell, Garnacha, Mittelmeer, Terroir,
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Rainer Albert Huppenbauer
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