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Großjenaer Blütengrund


Auch der Großjenaer Blütengrund ist ein Opfer der unsäglichen Großlagenpolitik deutscher Weingesetzgebung. Und so ist es eben so, dass er als Großlage weit über seine eigentliche geografische Lage hinausgeht. Im Großjenaer Blütengrund wird ebenfalls die Lagenbezeichnung Naumburger Sonneck als Einzelllage verwendet. Es ist den Winzern überlassen welche Bezeichnung sie wählen. 
Der
Großjenaer Blütengrund trägt seinen Namen nach der im Frühjahr zu beobachtenden Obstbaumblüte. Ein Großteil der Fläche in der die Obstbäume wachsen bzw. wuchsen, ist natürliches Überschwemmungsgebiet der Saale und der Unstrut. Die Rebanlagen liegen in der nördlichen Begrenzung der Niederung. Es ist ein markanter Höhenzug der mit dem so genannten Klingerweinberg beginnt. Der Klingerweinberg trägt seinen Namen nach dem dort 1920 verstorbenen Maler und Bildhauer Max Klinger, der den Weinberg und das so genannte Radierhäuschen 1903 erwarb. Das dahinter liegende Wohnhaus wurde von Klinger gepachtet. Max Klinger wurde auf eigenen Wunsch auf dem Weinberg beigesetzt. Eine von ihm entworfene Bronzestatue kennzeichnet seitdem das Grab. Der Weinberg wird heute im wesentlichen vom Weingut Herzer und dem Burgscheidunger Winzer Klaus Böhme bewirtschaftet. Klaus Böhme erzeugt dort einen sehr ausgewogenen Gutedel.
An den Klingerweinberg schließen sich die seit wenigen Jahren wieder im Ertrag stehenden Weinberge über dem Steinernen Bilderbuch an, Diese impossante Kulturdenkmal zeigt einen kleinen historischen Abriss der Weingeschichte. Der größte Teil dieser Fläche wird von
Matthias Hey und der Familie Polster bewirtschaftet. Aus diesem Weinberg kommt Hey´s Riesling Buntsandstein. Dieser Teil der Rebanlagen des Blütengundes ist terrassiert und weist im Unterschied zu den klassischen Freyburger Lagen zunehmend in Richtung Naumburg mehr Buntsandsteinverwitterungen auf.  
Die weiteren Flächen haben dann im wesentlichen keinen zusammenhängenden Charakter. Viele kleine Parzellen oberhalb der Flußläufe bis zur Naumburger Wein-und Sektmanufaktur. Diese Lagen werden als Naumburger Sonneck bezeichnet.

Hier werden auf etwa 2,5 Hektar Reben kultiviert. Unmittelbar hinter der Sektmanufaktur dann die beiden größten Rebanlagen von etwa vier bis fünf Hektar Größe. Die Weine dieser Lagen weisen einen deutlich ausgewogeneren Charakter auf. Die Ursachen liegen wohl in der deutlichere  Ablagerungen vom Rotliegendem. Die Weißburgunder aus dem  Sonneck von André Gussek  und die als VDP.Erste Lage deklarierten Weine von Matthias Hey (Grauburgunder und Riesling) stelle hier die Spitze dar. Auch das Weingut Pawis baut dort Riesling aus, allerdings auf etwas qualitativ geringeren Niveau wie Hey und Gussek. Pawis begnügt sich dort mit einem Ortswein.