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Weingut Thürkind


Rudolf Thürkind, der große Mann der Freyburger Weine, hat als Kellermeister der Winzervereinigung und im Weingut seiner Familie eine große Arbeit geleistet. Ich erinnere mich an den Anfang der 90er Jahre. Ich hatte damals gerade eine Weinhandlung eröffnet und brauchte Freyburger Weine. Kurz vor Freyburg dann ein Schild: Weingut Thürkind. Also fuhr ich hin und probierte. Eine deutliche Erinnerung habe ich an einen Weißen Burgunder. Ein in allen Belangen überzeugender Wein, der bereits damals den heutigen modernen Standards von Mineralität und Schmelzigkeit entsprach. Warum schreibe ich das? Weil ich eben genau das in den heutigen Weinen vermisse. Natürlich, Thürkind ist noch einer der großen Namen der Region. Die Weine brauchen eine neue Spitze, die ist nicht da. Ich will damit nicht sagen, dass hier kein bekömmlicher Wein gemacht wird. Im Gegenteil, die Weine werden sauber vinifiziert. Aber wenn man nur in die Breite erzeugt und auf Spitzenqualitäten verzichtet, weicht alles auf. Der eigene Anspruch, deutschen Spitzenwein zu erzeugen, wird nicht erfüllt. Der Verweis auf Medaillen aus Prämierungen des Landes und der DLG ist zwar schön und gut, aber kein Qualitätskriterium. Ich würde mir wünschen, dass der Betrieb, der einen sehr großen Anteil an der „Reinkarnation“  der Saale-Unstrut-Weine hat, seine eigenen Ansprüche verwirklicht.